Gorochowez () ist eine Stadt in der Oblast Wladimir (Russland) mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Die Stadt liegt etwa 150 km östlich der Oblasthauptstadt Wladimir am rechten, hohen Ufer der Kljasma, eines linken Nebenflusses der in die Wolga mündenden Oka.
Gorochowez ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.
Geschichte Allgemeines mini|links|Blick vom Nikolaiberg auf den tiefer gelegenen Stadtteil Gorochowez wurde erstmals 1158 als Stützpunkt im Osten des Fürstentums Wladimir-Susdal urkundlich erwähnt und galt faktisch als Stadt. 1239 wurde es von den Mongolen zerstört.
Im 14. Jahrhundert wurde Gorochowez von Nischni Nowgorod aus verwaltet, bis das Fürstentum 1392 an das Großfürstentum Moskau angeschlossen wurde. Bis 1619 behielt es seine militärischen Funktionen als Festung.
Seine Blütezeit hatte der Ort im 17. Jahrhundert, als er für seine Gerbereien, Webereien und das Schmiedehandwerk bekannt war. 1778 erhielt er das formelle Stadtrecht als Verwaltungszentrum eines Kreises (Ujesds).
Im 19. Jahrhundert war Gorochowez lokales Handelszentrum eines landwirtschaftlichen Gebietes, hauptsächlich für Getreide und Lein.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 2.297 1939 5.768 1959 9.891 1970 13.955 1979 14.955 1989 15.783 2002 14.524 2010 14.016 Anmerkung: Volkszählungsdaten (1939 gerundet)
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Nikolai-Kloster in Gorochowez Da der wirtschaftliche Aufschwung des späten 19. Jahrhunderts und die Industrialisierung der sowjetischen Periode auf die Stadt nur relativ geringe Auswirkungen hatten, ist das alte Stadtbild gut erhalten.
Zu den Baudenkmälern gehören das 1643 gegründete Nikolaikloster (/Nikolski monastyr) mit der Dreifaltigkeits-Nikolai-Kirche (/Troize-Nikolskaja zerkow) von 1681 bis 1686, die Auferstehungskirche (/Woskressenskaja zerkow) aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts, die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale (/Blagoweschtschenski sobor) von 1700 sowie das Kloster der Darstellung des Herrn (/Sretenski monastyr) mit der gleichnamigen Kirche von 1689. Etwa zwei Dutzend erhaltene steinerne Kaufmannshäuser stammen ebenfalls aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die Stadt besitzt ein Historisches und Architekturmuseum sowie ein Naturmuseum.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Bahnhof Gorochowez In Gorochowez gibt es ein Werk für Hebezeuge, eine Schiffswerft sowie Betriebe der Lebensmittelindustrie.
Der Tourismus spielt in der manchmal zum Goldenen Ring gezählten Stadt eine bedeutende Rolle.
Der Bahnhof der Stadt liegt zwölf Kilometer entfernt beim Dorf Welikowo an der 1862 eröffneten Eisenbahnstrecke Moskau–Nischni Nowgorod (Streckenkilometer 363), auf der heute ein Großteil der Züge der Transsibirischen Eisenbahn auf ihrem Westteil ab Moskau verkehrt.
Durch Gorochowez führt die Fernstraße M7 Moskau–Nischni Nowgorod–Kasan–Ufa (Teil der Europastraße 22).
Persönlichkeiten Fjodor Sawarenski (1881–1946), Hydrogeologe, Ingenieurgeologe und Hochschullehrer
Einzelnachweise
Weblinks
Inoffizielle Website der Stadt (russisch) Gorochowez auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Wladimir Kategorie:Ersterwähnung 1178 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1778