Escheberg ist ein Stadtteil von Zierenberg im nordhessischen Landkreis Kassel.
Geographische Lage Das kleine Dorf Escheberg liegt im Norden des Habichtswälder Berglands knapp 5 km nordwestlich der Zierenberger Kernstadt und etwa 850 m südöstlich der Kuppe des Eschebergs, der mit höchsten Erhebung des Malsburger Waldes.
Durch Escheberg führt die von der Landesstraße 3080 (Breuna−Oberlistingen) nach Süden führende Kreisstraße 88, an die sich östlich des Orts die Kreisstraße 87 (Laar−Oberelsungen) anschließt.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Escheberg erfolgte unter dem Namen Eskeberge in pago Hassia im Jahr 1019 in einer Urkunde des Klosters Kaufungen. Der Ort war Stammsitz des vom 13. bis ins 15. Jahrhundert bestehenden niederadligen Geschlechts derer von Escheberg.
Die Gemeinde Escheberg entstand am 30. September 1928 aus dem gleichnamigen Gutsbezirk. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Escheberg auf freiwilliger Basis am 31. Dezember 1970 in die Stadt Zierenberg eingemeindet. Ein Ortsbezirk nach der Hessischen Gemeindeordnung wurde nicht errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Escheberg angehört(e):
1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Zierenberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Zierenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Zierenberg ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Zierenberg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis WolfhagenVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 71.1922: Trennung von Justiz (Justizamt Volkmarsen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen ab 1866: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Wolfhagen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag 9. Mai 2011 in Escheberg 33 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 9 Einwohner unter 18 Jahren, 15 zwischen 18 und 49, 6 zwischen 50 und 64 und 3 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 15 Haushalten. Davon waren 6 Singlehaushalte, 3 Paare ohne Kinder und 6 Paare mit Kindern, sowie keine Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 3 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 12 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1834: 54 evangelische (= 85,71 %), 9 katholische (= 14,28 %) Einwohner • 1961: 63 evangelische (= 73,26 %), 19 katholische (= 22,09 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kreisstraße 88 in Escheberg (2019)
Escheberg besteht im Wesentlichen aus einem Gutshof im Fachwerkstil und einem kleineren Wirtschaftshof. Dieser ist durch eine ehemalige Orangerie mit einem im englischen Stil angelegten Schlosspark verbunden. Der Park ist öffentlich zugänglich. Zudem gibt es einen 18-Loch-Golfplatz.Gutspark Escheberg In: Europäisches Gartennetzwerk – EGHN. Abgerufen im September 2020.
Das im Jahr 1530 im gotischen Stil erbaute Schloss Escheberg ging aus einem im Fachwerkstil errichteten Gutshaus hervor. Das Schloss befindet sich im Privatbesitz der Familie von der Malsburg und kann nicht besichtigt werden.
Zur Zeit der Romantik, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, war das Schloss kulturelle Begegnungsstätte zahlreicher Dichter, Maler und Musiker. Der Lyriker Emanuel Geibel begann auf dem Weg zum Schloss, im Jahr 1841, das bekannte Gedicht „Der Mai ist gekommen...“ zu verfassen.
In der kleinen Schlosskapelle wird in der Regel an jedem ersten Sonntag im Monat ein Gottesdienst gefeiert. Gottesdienstbeginn ist 16:30 Uhr. Gottesdienste sind auch an Heiligabend, am zweiten Weihnachtsfeiertag und am zweiten Osterfeiertag. Die Gottesdienste sind öffentlich. Die evangelischen Bewohner des Dorfes werden von der Pfarrstelle Breuna aus betreut.
Persönlichkeiten Persönlichkeiten, die mit Escheberg in Verbindung stehen/standen: Ernst Friedrich von der Malsburg (1786–1824), Dichter, Übersetzer und Diplomat Karl-Otto von der Malsburg (1790–1855), Gutsbesitzer und Mäzen Bernhard Weinberg (1815–1877), geboren in Escheberg, Unternehmer, Teilhaber der Farbwarengroßhandlung Leopold Cassella & Co. Hans von der Malsburg (1831–1908), Politiker Emanuel Geibel (1815–1884), Dichter
Literatur Friedrich Bodenstedt: Das Herrenhaus im Eschenwalde, Jena 1872. (Belletristische Verarbeitung von Gut Escheberg) Heiner Wittekind: Escheberg – Treffpunkt der Künstler. In: Gerhard Selb (Hrsg.): 1200 Jahre Niederelsungen. Niederelsungen 1975. S. 44f.
Weblinks
Kernstadt und Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Zierenberg.
Fußnoten Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsbezirk von Zierenberg Kategorie:Ort im Landkreis Kassel Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kassel) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970