zentriert|350px|Sowjetische Soldaten im zerstörten Stadtzentrum, 2. Februar 1943 Die Niederlage der deutschen Wehrmacht in der Schlacht von Stalingrad bedeutet die Wende im Zweiten Weltkrieg. zentriert|173px|Casablanca-Konferenz: Sitzend: Der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premierminister Winston Churchill;Stehend, 1. Reihe v. l. n. r.: General Arnold, Admiral King, General Marshall, Admiral Pound, Air Chief Marshal Portal, General Brooke, Field Marshal Dill und Admiral Mountbatten Auf der Casablanca-Konferenz formulieren die Alliierten erstmals ihre Kriegsziele. zentriert|166px|Hamburg nach den Luftangriffen 1943 Unter dem Namen Operation Gomorrha fliegt die Royal Air Force mehrere Luftangriffe auf Hamburg. zentriert|350px|Aus dem Stroop-Bericht von 1943 an Heinrich Himmler von Mai 1943. Die originale Bildunterschrift lautet „Mit Gewalt aus Bunkern hervorgeholt“ Der Aufstand im Warschauer Ghettowird nach einem Monat von der SS niedergeschlagen. 1943 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1391/92 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1935/36 (11./12. September) Baha'i-Kalender 99/100 (20./21. März) Bengalischer Solarkalender 1347/48 (14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2486/87 (südlicher Buddhismus); 2485/86 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 77. (78.) Zyklus Jahr des Wasser-Schafs 癸未 (seit 5. Februar, davor Wasser-Pferd 壬午) Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch'e 32 Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1305/06 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4276/77 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1321/22 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1361/1362/1363 (7./8. Januar//27./28. Dezember) Japanischer Kalender 昭和 Shōwa 18;Kōki 2603 Jüdischer Kalender 5703/04 (29./30. September) Koptischer Kalender 1659/60 (11./12. September) Malayalam-Kalender 1118/19 Minguo-Kalender (China) Jahr 32 der Republik Seleukidische Ära Babylon: 2253/54 (Jahreswechsel April) Syrien: 2254/55 (Jahreswechsel Oktober) Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2485/86 (1. April) Tibetischer Kalender 1689 Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1999/2000 (April)
Das Jahr 1943 bringt mit der Niederlage der deutschen Wehrmacht in der Schlacht von Stalingrad im Januar die Wende zugunsten der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Im Sommer beginnt überdies die Operation Husky und damit auch der Italienfeldzug der Westalliierten.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Zweiter Weltkrieg
Politische und diplomatische Entwicklungen
14. Januar: In Casablanca beginnt ein Geheimtreffen von US-Präsident Franklin D. Roosevelt, dem britischen Premier Winston Churchill und deren Operations- und Planungsstab zur Beratung über die weitere Kriegsführung gegen die Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg. Josef Stalin ist zwar eingeladen, bleibt der Konferenz aber mit der Begründung fern, dass er auf Grund der Einkesselung der deutschen 6. Armee in der Schlacht von Stalingrad, wo man seine militärische Führung benötige, die Sowjetunion nicht verlassen könne. Eine Versöhnung der beiden an der Konferenz teilnehmenden französischen Generäle Charles de Gaulle und Henri Giraud gelingt nur halbherzig. 24. Januar: Nach zehntägiger Beratung teilen die Westalliierten der Presse erstmals die offiziellen Kriegsziele mit: „Bedingungslose Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans“. Dem deutschen Widerstand wird dadurch die Arbeit erschwert, da die Alliierten nicht bereit sind, von dieser Forderung abzuweichen. Zudem beschließen die Westalliierten die Verstärkung der Luftangriffe auf deutsche Städte. 14. Februar: Deutsche Schüler ab 15 Jahren werden als Flakhelfer zum Kriegsdienst eingezogen.
mini|links|Der Berliner Sportpalast am 18. Februar 18. Februar: NS-Propagandaminister Joseph Goebbels fordert in einer Rede im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“ (siehe: Sportpalastrede). 19. April: Der sowjetische Nachrichtendienst SMERSCH wird vom NKWD gegründet. Über seine Hauptaufgabe der Spionageabwehr hinaus stellt der Dienst auch heimkehrenden Sowjetsoldaten nach, die des Verrats und der Fahnenflucht verdächtigt werden. 12. bis 27. Mai: Bei der alliierten Trident-Konferenz in Washington treten die unterschiedlichen Ansichten der amerikanischen und britischen Seite in mehreren Punkten deutlich zutage. Man einigt sich schließlich auf eine Folgekonferenz in Kanada im August und auf einen amerikanischen Militäraufbau in Großbritannien im Zuge der Operation Bolero. 3. Juni: Charles de Gaulle gründet in Algier zusammen mit Henri Giraud das 'Comité français de la Libération nationale' (CFLN) und übernimmt bald alleine die Leitung.
12. Juli: Bei Moskau wird, auf Initiative der UdSSR und ihrer obersten Militärführung unter Aufsicht des Geheimdienstes, das Nationalkomitee Freies Deutschland gegründet, ein Zusammenschluss von deutschen kriegsgefangenen Soldaten und Offizieren mit kommunistischen deutschen Emigranten, die den Nationalsozialismus bekämpfen und ein anderes Deutschland konzipieren wollen. 20. Juli: Benito Mussolini akzeptiert bei einem Treffen mit Hitler die Forderung, die italienischen Truppen in Süditalien deutschen Stäben zu unterstellen. 24. Juli: Anlässlich der alliierten Invasion in Sizilien tritt im Palazzo Venezia in Rom der Große Faschistische Rat zusammen. Dieser beschließt in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages eine von Dino Grandi eingebrachte Resolution, wonach König Viktor Emanuel III. den Oberbefehl über die Streitkräfte übernehmen soll. 25. Juli: Viktor Emanuel III. entlässt Mussolini als Ministerpräsidenten und lässt ihn anschließend in einem bereitstehenden Krankenwagen abtransportieren und in einer Kaserne der Carabinieri festsetzen. Als neuer Ministerpräsident wird am nächsten Tag Pietro Badoglio eingesetzt. Nach der Festnahme wird Mussolini am 28. Juli auf der Insel Ponza und am 7. August auf dem Marinestützpunkt La Maddalena vor Sardinien interniert. 2. August: Die albanischen Kommunisten und die nationalalbanische Bewegung Balli Kombëtar schließen das Abkommen von Mukja. Die Regierung Badoglio löst mit Wirkung vom 6. August die Nationale Faschistische Partei auf.
mini|links|Gruppenfoto der Quadrant-Konferenz mit den wichtigsten militärischen Beratern 14. bis 24. August: Bei der alliierten Quadrant-Konferenz in Québec treten neuerlich Auffassungsunterschiede zwischen Großbritannien und den USA zutage. Zentrale Themen sind die Kapitulation Italiens, die Operation Overlord, der Burmafeldzug und die Besetzung des Südostasienkommandos. Die Operation Overlord wird gebilligt und der Chief of Staff to the Supreme Allied Commander (COSSAC), General Frederick E. Morgan, beauftragt, einen detaillierten Plan zu entwerfen. Außerdem wird das Québec Agreement unterzeichnet, laut dem britische und kanadische Forscher von nun an am amerikanischen Manhattan-Projekt mitwirken sollen. 3. September: Italien und die Alliierten schließen den Waffenstillstand von Cassibile, der am 8. September bekanntgegeben wird. Daraufhin bereitet Albert Kesselring mit der deutschen Wehrmacht den Fall Achse, die deutsche Besetzung Italiens vor. 13. Oktober: Italien erklärt unter dem neuen Premierminister Pietro Badoglio dem Deutschen Reich den Krieg. 19. Oktober bis 1. November: Moskauer Außenministerkonferenz der Alliierten, auf der die Moskauer Deklaration abgegeben wird. 24. Oktober: Der Soldatensender Calais, ein britischer Propagandasender, strahlt seine erste Sendung aus.
mini|links|V. l. n. r.: Chiang Kai-shek, Franklin Delano Roosevelt und Winston Churchill 22. November bis 27. November: Auf der Kairo-Konferenz einigen sich US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premierminister Winston Churchill und der chinesische Generalissimus Chiang Kai-shek über die alliierten Kriegsziele gegenüber Japan. Am Rande der Kairo-Konferenz treffen außerdem Combined Chiefs of Staff der Westalliierten zusammen, um ihre eigene Strategie zu erörtern und die Kernfragen an die sowjetische Führung auszuarbeiten. Im Anschluss an die Kairoer Erklärung verlassen Roosevelt und Churchill die ägyptische Hauptstadt Kairo und reisen nach Teheran weiter.
28. November bis 1. Dezember: Auf der Teheran-Konferenz besprechen Roosevelt, Churchill und Josef Stalin die Neuordnung Europas nach dem alliierten Sieg über Nazideutschland.
mini|links|Roosevelt, Inönü und Churchill (v. l. n. r.) in Kairo, 1943 4. bis 6. Dezember: Roosevelt und Churchill treffen erneut in Kairo zusammen, um Gespräche mit dem türkischen Präsidenten İsmet İnönü über einen möglichen Eintritt seines Landes in den Krieg gegen Deutschland zu führen, diese Gespräche bringen jedoch kein Ergebnis. 24. Dezember: Die letzte Weihnachtsringsendung des Großdeutschen Rundfunks zur „Verbindung von Front und Heimat“ wird gesendet.
Deutsch-Sowjetischer Krieg
1. Januar: An der Ostfront beginnt die 1. Panzerarmee der deutschen Wehrmacht mit ihrem Rückzug aus dem Kaukasus. 8. Januar: Trotz der aussichtslosen Lage lehnt General Friedrich Paulus die Aufforderung der sowjetischen Seite zur Kapitulation der in Stalingrad eingekesselten 6. Armee ab.
mini|Sowjetische Soldaten in Stalingrad 10. Januar: Die Rote Armee beginnt in Stalingrad unter dem Namen Operation Kolzo mit ihrer letzten Großoffensive zur Zerschlagung der 6. Armee. Zum einen wird dazu der Ring um die Eingeschlossenen enger gezogen, zum anderen rückt die unmittelbare Front weiter nach Westen, was die 6. Armee noch weiter von den eigenen Truppen abschneidet. Dabei gelingt den sowjetischen Truppen auch die Eroberung der beiden Flugplätze Pitomnik am 16. Januar und Gumrak am 22. Januar. Nur auf dem Notbehelfsflughafen „Stalingradski“ starten und landen ab da noch Flugzeuge der Wehrmacht, bis auch dieser in sowjetische Hände fällt und Versorgungsmaterial nur noch über dem Kessel abgeworfen werden kann. 25. Januar: Die deutschen Einheiten in Stalingrad werden in einen Südkessel und einen Nordkessel aufgespalten. 30. Januar: Per Funkspruch aus dem Führerhauptquartier wird Friedrich Paulus zum Generalfeldmarschall erhoben.
mini|links|hochkant|Friedrich Paulus in sowjetischer Gefangenschaft 31. Januar: Generalfeldmarschall Friedrich Paulus kapituliert mit den im Südkessel eingeschlossenen deutschen Einheiten in der Schlacht von Stalingrad. 2. Februar: Die 6. Armee kapituliert auch im Nordkessel bei Stalingrad. Rund 90.000 Soldaten gehen in sowjetische Gefangenschaft. 1. März: Das Massaker von Korjukiwka in der Ukraine, bei dem fast alle Zivilisten des Ortes getötet wurden – mehr als 6.700 Menschen. 15. März: Der deutschen Wehrmacht gelingt an der Ostfront in der Schlacht um Charkow die Rückeroberung der Stadt. 22. März: Als Rache für einen Partisanenangriff brennt die 1. Kompanie der SS-Sondereinheit Dirlewanger das weißrussische Dorf Chatyn nieder und bringt fast die gesamte Bevölkerung um. 13. April: Der Großdeutsche Rundfunk meldet, dass in Katyn bei Smolensk Massengräber mit polnischen Offizieren aufgefunden worden sind. In der Folgezeit streitet die Sowjetunion eine Verwicklung in das Massaker von Katyn ab. 6./7. Mai: Mit dem Abwurf von 18 Millionen Flugblättern beginnt die Aktion Silberstreif, das größte deutsche Propagandaunternehmen im Zweiten Weltkrieg. Unter dem Einsatz von einer Milliarde Flugblättern sollen Rotarmisten massenhaft zum Überlaufen gebracht werden. Die Aktion erweist sich als völliger Fehlschlag und wird im September eingestellt.
mini|Lageentwicklung an der Ostfront von Juli bis Dezember 1943