Laslea (, siebenbürgisch-sächsisch Gruissloasseln, ) ist eine Gemeinde im Kreis Sibiu in Rumänien.

Geographische Lage Die Gemeinde Laslea liegt etwa in der Mitte Siebenbürgens im Kokel-Hochland (Podișul Târnavelor). Der Ort Laslea befindet sich am gleichnamigen Bach – ein linker Nebenfluss der Târnava Mare (Große Kokel) – und an der Kreisstraße (drum județean) DJ 143A, etwa anderthalb Kilometer südlich der Nationalstraße DN14 zwischen Mediaș (Mediasch) und Sighișoara (Schäßburg). Die nächstgelegene Kleinstadt Sighișoara liegt etwa 10 km nordöstlich; die Kreishauptstadt Hermannstadt etwa 80 Kilometer südwestlich von Laslea entfernt.

Die nächstgelegene Bahnhaltestelle genannt Luna, befindet sich in etwa vier Kilometer Entfernung an der Bahnstrecke Teiuș–Brașov.

Geschichte Laslea wurde im Jahr 1309 als Sanctus LadislausGroß Lasseln bei genealogy.net erstmals urkundlich erwähnt, vermutlich jedoch bereits um 1200 gegründet.Großlasseln in Unsere Deutschen Wurzeln bei freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com. Es gehörte ursprünglich wohl dem Kloster Kolozsmonostor (auf dem Gebiet des heutigen Cluj-Napoca), bevor es im 14. Jahrhundert dem Königsboden zugeordnet und damit eine freie Gemeinde der Siebenbürger Sachsen im Schäßburger Stuhl wurde.

Bevölkerung Über mehrere Jahrhunderte wurde Großlasseln von den Siebenbürger Sachsen geprägt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stellten die Rumäniendeutschen die absolute, bis zur Revolution von 1989 die relative Mehrheit der Dorfbevölkerung. Danach wanderten die meisten Rumäniendeutschen aus. Durch Zuzug von Rumänen, und vor allem Roma, blieb die Einwohnerzahl insgesamt jedoch relativ stabil.

In der Gesamtgemeinde Laslea bezeichneten sich im Jahr 2002 von damals 3203 Einwohnern 2081 als Rumänen, 765 als Roma, 312 als Deutsche, 43 als Ungarn bzw. Tschangos, einer als Russe bzw. Lipowaner und einer als Ukrainer. Im Dorf Laslea selbst lebten 2002 insgesamt 1456 Menschen, davon 1016 Rumänen, 385 Roma, 34 Deutsche (2 %), 19 Ungarn und zwei Angehörige anderer Nationalitäten.Varga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 in Siebenbürgen bei kia.hu, letzte Aktualisierung 4. November 2008 (PDF; 582 kB; ungarisch).

Sehenswürdigkeiten Von der sonst abgetragenen Kirchenburg ist der Glockenturm erhalten geblieben, weil der Turm der neuen, Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Kirche noch vor der Fertigstellung einstürzte.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.

Besonderheiten In Laslea existiert seit 1992 das Spitalul Lukas (Lukas-Spital), das aus einem Seniorenheim und einer chirurgischen Ambulanz besteht.Webdarstellung des Spitals abgerufen am 10. Dezember 2015. Es wird von mehreren – meist kirchlichen – Organisationen in Deutschland, z. B. vom „Hilfsverein für das Lukas Spital in Laslea, Rumänien e. V.“ in Neuendettelsau mitfinanziert.

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hannah Monyer (* 1957), siebenbürgisch-sächsische Medizinerin und ärztliche Direktorin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Weblinks

Laslea bei ghidulprimariilor.ro Großlasseln auf siebenbürger.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1309