Der Canal de la Sambre à l’Oise [] (deutsch: Sambre-Oise-Kanal) ist ein französischer Schifffahrtskanal, der in der Region Hauts-de-France verläuft.

Geografie Der Kanal verbindet die Täler der Flüsse Sambre und Oise und ist Teil eines Binnenwasserweges, der Belgien mit Nordwestfrankreich und dem Großraum Paris verbindet. Diese Strecke setzt sich aus folgenden Wasserwegen zusammen: Sambre - als kanalisierter Fluss Canal de la Sambre à l’Oise Canal de Saint-Quentin Canal latéral à l’Oise Oise - als kanalisierter Fluss Seine - als kanalisierter Fluss

Verlauf und technische Infrastruktur Der Canal de la Sambre à l’Oise beginnt bei Landrecies, wo er Anschluss an den kanalisierten Fluss Sambre hat. Es handelt sich um einen Kanal vom Typus Wasserscheidenkanal, seine Scheitelhaltung liegt bei Boué. Der Höhenunterschied zu seinem Ausgangspunkt im Sambre-Tal beträgt zehn Meter und wird von drei Schleusen überwunden, jener zum Oise-Tal beträgt 92 Meter und benötigt 35 Schleusen. Bei Tergnier mündet der Kanal nach einer Gesamtlänge von 71Die Angaben zur Kanallänge über den und , abgerufen am 14. Dezember 2011, konnten nicht übernommen werden, da der fehlende nördliche Abschnitt ab Rejet-de-Beaulieu bereits der kanalisierten Sambre zugeordnet wird. Die Länge entstammt daher den nautischen Unterlagen (siehe Quellen). Kilometern in den Canal de Saint-Quentin (deutsch: Kanal von Saint-Quentin). Formal gesehen, gehören die letzten vier Kilometer zwischen La Fère und Tergnier bereits zum Kanal von Saint-Quentin, da sie zum Zeitpunkt der Erbauung bereits als Teil dessen bestanden hatten.

Für die Wasserversorgung des Kanals wurde der alte Oberlauf der Sambre (heute Ancienne Sambre) bei Boué zu einem See gestaut und über die ursprüngliche Wasserscheide hinweg dem Oise-Zufluss Noirrieux zugeleitet. Bis Oisy verläuft der Kanal aus Richtung Landrecies parallel zum Fluss Sambre, dessen früherer erster Nebenfluss zum neuen Oberlauf wurde und von dem ebenfalls Wasser entnommen wird. Südlich der Scheitelhaltung folgt der Kanal dem genannten Noirrieux bis zu dessen Mündung in die Oise bei Vadencourt, durch deren Niederung der südlichste Teil gebaut wurde.

Koordinaten Ausgangspunkt des Kanals: Endpunkt des Kanals:

Durchquerte Départements Nord Aisne

Orte am Kanal mini|Schleuse Nr. 20 in Longchamps (Gemeinde Vadencourt) Landrecies Ors Oisy Boué Étreux Vadencourt Guise Origny-Sainte-Benoite Ribemont La Fère Tergnier

Geschichte Die Errichtung des Sambre-Oise-Kanals wurde Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Zielsetzung beschlossen, für eine ausreichende Kohleversorgung von Paris aus dem Kohlerevier von Charleroi (Belgien) zu sorgen. Die Arbeiten begannen 1834, der Kanal wurde nach 5-jähriger Bauzeit 1839 eröffnet.

Während des Ersten Weltkrieges war der Kanal heftig umkämpft. Zu trauriger Berühmtheit gelangte der britische Dichter Wilfred Owen, der hier wenige Tage vor Kriegsende, am 4. November 1918, bei Ors als britischer Offizier sein Leben ließ.

Wirtschaftliche Bedeutung Die Frachtschifffahrt hat nach und nach ihre Bedeutung verloren. Die Grossschifffahrt nimmt für diese Strecke die Verbindung Canal du Nord - Großschifffahrtsweg Dünkirchen-Schelde, weshalb der Sambre-Oise-Kanal ein schwaches Verkehrsaufkommen hat.

Sehenswürdigkeiten Der Kanal verläuft im Département Nord durch den Regionalen Naturpark Avesnois.

Weblinks

Informationen zum Kanal im Projekt Babel (französisch) Tourismus am Kanal

Literatur David Edwards-May: Binnengewässer Frankreichs, 5. Auflage, Verlag Edition Maritim, Hamburg 1997, ISBN 3-922117-61-9 Navicarte Guide de navigation fluvial - n° 24, Juli 2005, Edition Grafocarte, ISBN 2-7416-0149-6

Einzelnachweise

Siehe auch Liste der schiffbaren Flüsse und Kanäle in Frankreich

Sambre Oise Sambre Oise KSambre a l'Oise KSambre a l'Oise Kategorie:Erbaut in den 1830er Jahren