Die Mobile Bay war ein Kriegsschiff, das von 1987 bis 2023 im Dienst der United States Navy stand. Der Lenkwaffenkreuzer gehörte der Ticonderoga-Klasse an und trug die Schiffskennung CG-53.

Das Schiff wurde nach der Schlacht in der Mobile Bay von 1864 benannt. David Glasgow Farragut führte seine Flotte dort zum Sieg über die Flotte der Konföderierten Staaten von Amerika unter Franklin Buchanan.

Geschichte Bau und Erprobung CG-53 wurde 1982 in Auftrag gegeben und 1984 bei Litton-Ingalls Shipbuilding in Pascagoula, Mississippi, auf Kiel gelegt. Am 22. August 1985 wurde die Mobile Bay vom Stapel gelassen und am 12. Oktober 1985 in den Alabama State Docks in Mobile von Jane Denton,Erzbischof Oscar Hugh Lipscomb bei der Schiffstaufe, am Rednerpult Schild mit der Aufschrift: Christening October 12, 1985 / Mobile Bay (CG 53) / Aegis Guided Missile Cruiser / Mrs. Jane Denton, Sponsor / Litton Ingalls Shipbuilding Gattin des Marineoffiziers Jeremiah Denton, im Beisein von Erzbischof Oscar Hugh Lipscomb getauft. Die Indienststellung als neuntes Schiff der Ticonderoga-Klasse fand am 21. Februar 1987 in Mobile statt. Bei Indienststellung war sie mit dem Aegis-Kampfsystem in der Systemversion Baseline 2 ausgerüstet.

Der Kreuzer wurde in Mayport, Florida, an der Ostküste der Vereinigten Staaten beheimatet. Am 14. Mai 1987 fanden vor Florida statt, bei denen das neue Schiff Unter- und Überwasserexplosionen ausgesetzt wurde. Vom 18. Mai bis 16. Juni lag sie im Hafen von Port Canaveral, am 26. Juni 1987 traf sie zu nach den Schockversuchen angesetzten Überprüfungen bei der Bauwerft in Pascagoula ein. Im September 1987 war sie für Systemqualifizierungen vor der Bahamas-Insel Andros und in Puerto Rico, Anfang Oktober für Landgänge vor Saint Thomas, in Roosevelt Roads und in Nassau.

Ab 15. Januar 1988 stand die Mobile Bay zwei Monate lang der Bauwerft für Überprüfungen zur Verfügung. Im Lauf des Jahres 1988 fanden Systemtests und die Qualifizierung der Besatzung statt. Im September 1988 nahm sie am NATO-Manöver Teamwork teil und besuchte Norwegen.

Für ihre erste Einsatzfahrt war die Mobile Bay ab 11. Mai 1989 viereinhalb Monate lang auf See. Sie war Teil der Kampfgruppe um den Flugzeugträger America im Mittelmeer und nach einer Passage durch den Suezkanal von Ende Juni bis 9. Juli 1989 im Golf von Oman. Am 19. Juli erreichte sie den Marinestützpunkt auf Diego Garcia und ankerte ab 27. Juli fünf Tage lang für einen Hafenbesuch vor Phuket. Sie machte auf der Rückreise vom 14. bis 17. August Station in Maskat in Oman. Am 5. September erreichte sie das Mittelmeer und war am 6. September 1989 an der Räumung der US-Botschaft in Beirut während des Libanesischen Bürgerkriegs beteiligt. Vom 9. bis 12. September besuchte sie Palma de Mallorca und legte vom 22. bis 25. September in Naval Station Newport in Rhode Island an, ehe sie am 29. September 1989 in ihren Heimathafen zurückkehrte. Im Dezember war sie für verschiedene Übungen in der Karibik.

1990er Jahre Im Juni 1990 wurde die Mobile Bay von Mayport nach Yokosuka in Japan umbeheimatet. Ab August wurde sie von dort aus im Rahmen des Zweiten Golfkrieges eingesetzt und umrundete als erstes mit dem Aegis-Kampfsystem ausgerüstete Schiff die Welt.

Am 11. Januar 1991 fuhr sie in den Persischen Golf ein. Vom 18. bis 20. Januar 1991 startete sie aus dem nördlichen Golf 22 Marschflugkörper des Typs BGM-109 Tomahawk gegen irakische Landziele. Vom 21. Januar bis 11. März war sie für die Koordinierung von Flugeinheiten gegen Seeziele eingeteilt und so für die Vernichtung von 38 irakischen Booten mit verantwortlich. Sie koordinierte ab 14. Februar die Verbands-Flugabwehr für einen Kampfverband aus vier Flugzeugträgern und wurde so zum historisch ersten Flugabwehrschiff, das diesen Grad an Verantwortung zu bewältigen hatte. Im Februar erkannte sie mit ihrem Hauptradar den Start von Scud-Kurzstreckenraketen und konnte die Information an in Saudi-Arabien stationierte Patriot-Batterien zur Bekämpfung übermitteln. Am 15. April erreichte sie wieder ihren Heimathafen in Japan.

Im Juni 1991 half der Kreuzer bei der Evakuierung des Personals der United States Naval Base Subic Bay nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo in der Operation Fiery Vigil.

1992 war die Mobile Bay zurück im Persischen Golf, um bei der Durchführung der Operation Southern Watch zu helfen. Auch 1993/1994 war sie in der Region. 1993 nahm sie an der Übung Spring Training vor Australien teil und besuchte im Anschluss mit ihrem Schwesterschiff Bunker Hill den Hafen von Wladiwostok. Im Mai 1994 stand das große Flottenmanöver RIMPAC an.

1999 operierte der Kreuzer unter anderem in der Formosastraße und vor Korea. Von September bis Oktober operierte sie im Rahmen der INTERFET vor Osttimor als Führungsschiff einer von Australien kommandierten Kampfgruppe, dabei zeitweise unter Gefechtsbedingungen.

2000er Jahre mini|alt=Der Mobile Bay fährt bei diesigem Wetter in die San Diego Bay ein, begleitet von einem rot-gelben Schlepper an der Backbordseite. An der Reling an Bug, Hubschrauberdeck und Back steht die Besatzung angetreten, auf dem Mast wehen die amerikanische Flagge sowie mehrere Signalflaggen. Im Hintergrund erhebt sich die weit geschwungene Coronado Bridge mit ihrem blauen Brückenkasten auf schlanken beigen Stützen.|Rückkehr nach San Diego im April 2013 vor San Diego Coronado Bay Bridge mini|alt=Luftaufnahme des unbeladenen Öltankers Summer Sky, der von zwei Schleppern unterstützt wird, während im Hintergrund die Mobile Bay auf ruhiger See patrouilliert. Die Aufnahme zeigt die deutlichen Größenunterschiede zwischen dem massigen Tanker, der in Richtung der Kamera fährt, und dem schlankeren Kriegsschiff, das man von Steuerbord seitlich sieht.|Mobile Bay bei einem Öltanker am Terminal Al Basrah im Persischen Golf, Oktober 2004

Im Juli 2000 wurde die Mobile Bay von Yokosuka wieder in den USA, nun an der Westküste in San Diego, beheimatet.

Bei einem siebenmonatigen, bei Mai 2001 dauernden Werftaufenthalt bei National Steel and Shipbuilding in San Diego wurden Technologien aus dem Smart Ship Project installiert und danach Ende August Übungen mit den Sensor- und Waffensystemen in dem Schießgebiet vor Point Mugu/Naval Base Ventura County bei Port Hueneme durchgeführt. Am Tag der Terroranschläge vom 11. September 2001 wurde sie zum Schutz des Luftraums nach San Francisco beordert.

Ende des Jahres operierte sie mit einem eingeschifften Detachement der US-Küstenwache zur Bekämpfung des Drogenschmuggels vor Mittelamerika und beschlagnahmte am 21. Dezember weit vor Acapulco Kokain.

Von Juli 2002 bis April 2003 verlegte der Kreuzer an der Seite der Abraham Lincoln über Hawaii, Guam, Singapur und Thailand zum Persischen Golf und operierte neun Monate lang im Rahmen der Operation Enduring Freedom und der Operation Iraqi Freedom. Am 6. September 2002 stürzte ein Bordhubschrauber SH-60 Sea Hawk der Mobile Bay mit einem dabei verstorbenen Kameramann des Senders KCBS-TV aus Los Angeles in den Persischen Golf, als bei der Inspizierung eines syrischen Schiffs die Rotorblätter in den Schiffsmast gerieten. Am 22. März 2003 feuerte die Mobile Bay im Rahmen der Operation Iraqi Freedom Tomahawk-Marschflugkörper gegen Landziele ab.

Am 4. September 2003 und 18. März 2004 wurden zwei Schiffskommandanten in Folge wegen Vertrauensverlusts bzw. wegen Fehlverhaltens (Verhaftung im Februar 2004 wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss) ihres Kommandos enthoben.

Von Juni bis Dezember 2004 gab es anlässlich des Global War on Terrorism gemeinsam mit Preble und Belleau Wood eine sechsmonatige Verlegung in die Golfregion, wo die Mobile Bay hauptsächlich bei den Ölhäfen von Al Basrah und Khor al-Amaya auf der al-Faw-Halbinsel operierte.

Von März bis August 2006 verlegte sie an der Seite der Abraham Lincoln und nahm am Militärmanöver Foal Eagle mit Südkorea, an Übungen mit dem Flugdienst der Regierung von Hongkong sowie den Manövern Valiant Shield vor Guam und RIMPAC vor Hawaii teil. 2007 und 2009 fanden verschiedene Manöver, Hafenbesuche und Übungen an der US-Westküste statt. Von März bis Oktober 2008 verlegte sie wieder mit Abraham Lincoln. Von Juni 2009 bis April 2010 wurde die Mobile Bay bei BAE Systems San Diego Ship Repair modernisiert.

2010er Jahre mini|alt=Mobile Bay liegt in ruhiger, tiefblauer See, aufgenommen von schräg achtern der Steuerbordseite. Im Vordergrund fährt ein kleines Beiboot mit Besatzung an der Bordwand vorbei, auf dem Achterdeck des Kreuzers sind der Hubschrauberlandeplatz, dahinter der geöffnete Hangar sowie die aufragende Aufbauten mit Radaranlagen und Antennen zu erkennen.|Mobile Bay im Südchinesischen Meer, Mai 2016 mini|alt=Luftaufnahme von vier in Formation gleichauf nebeneinander fahrenden Kriegsschiffen unterschiedlicher Schiffsklassen und Nationalitäten im Mittelmeer. Die Schiffe fahren im Bild nach rechts, man sieht die Steuerbordseiten. Die Aufnahme veranschaulicht die Größen- und Bauartunterschiede zwischen den Schiffstypen. Im Vordergrund der US-amerikanische Zerstörer McFaul der Arleigh-Burke-Klasse, darüber die Mobile Bay der Ticonderoga-Klasse, darüber die dänische Fregatte Niels Juel der Iver-Huitfeldt-Klasse, darüber die französische Fregatte Forbin der Horizon-Klasse. Das Meer ist ruhig, die Schiffe ziehen ein moderates, geradliniges Heckwasser.|McFaul, Mobile Bay, Niels Juel der Iver-Huitfeld-Klasse und Forbin der Horizon-Klasse im April 2019 im Mittelmeer

Ab Ende 2011 fuhr die Mobile Bay sieben Monate lang an der Seite der John C. Stennis in den Indischen Ozean und von Anfang 2012 bis Ende Februar 2012 in den Pazifikraum. Von September 2012 bis April 2013 war sie wieder an der Seite der John C. Stennis in Südostasien und dem Persischen Golf unterwegs. Im Oktober 2013 übte sie von ihrer Heimatbasis San Diego aus mit US- und kanadischen Einheiten. Ab November 2013 war sie sechs Monate lang zur Überholung bei BAE Systems San Diego Ship Repair.

Im Zeitraum August 2014 bis August 2015 bis war die Mobile Bay verschiedentlich in den Heimatgewässern um Kalifornien im Einsatz. Im Herbst 2015 wurde sie drei Monate lang überholt.

Von Januar bis August 2016 war sie sieben Monate lang mit der John C. Stennis im Pazifik unterwegs und besuchte Südkorea, Singapur, die Philippinen, Japan und Hawaii und nahm am Manöver RIMPAC teil. Im Oktober und November war sie um Kalifornien unterwegs und besuchte die Bucht von San Francisco für eine Schiffsparade am 7. Oktober. Zwischen Januar und August 2017 lag sie zur Überholung bei Huntington Ingalls Industries in San Diego. Im August und September 2017 war sie für jeweils einige Tage zur Erprobung auf See und in der Folge zeitweise in den Gewässern vor Kalifornien unterwegs. Im April 2018 übte sie zwei Wochen lang als Teil der John-C.-Stennis-Kampfgruppe. In den Folgemonaten nahm sie an weiteren Übungen teil.

Im Oktober 2018 begann die Mobile Bay eine siebenmonatige Verlegung und erreichte nacheinander die Philippinensee, Singapur, den Golf von Oman, den Persischen Golf, Thailand, das Südchinesische Meer, wieder den Persischen Golf, den Suezkanal ins Mittelmeer, Marseille, durch die Straße von Gibraltar, über den Atlantik nach Panama, durch den Panamakanal zur Rückkehr nach San Diego am 28. Mai 2019.

Von Ende Juli bis Anfang August 2019 fuhr sie zum Pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten und Kanadas. Anfang November 2019 kam sie für eine fast einjährige Überholung zu BAE Systems San Diego Ship Repair.

2020er Jahre und Außerdienststellung