Moses Schneider (* 1966 in West-Berlin als Andreas Schneider) ist ein deutscher Musikproduzent, Musikstudiobetreiber und Musiker. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit deutschen Rockbands wie den Beatsteaks oder Tocotronic.

Leben Schneider wuchs in Berlin-Spandau als Sohn eines Kirchenmusikers auf und zog im Alter von 16 Jahren von zuhause aus. Er kam 1982 bei Aufnahmen seiner damaligen Band Nachdruck, bei der er Saxophon spielte, zum ersten Mal mit Musikstudiotechnik in Berührung. Von 1985 bis 1987 arbeitete er als Assistent im Sinus Tonstudio von Hans-Ulrich Weigel in Berlin, bevor er 1987 an die Hansa-Tonstudios wechselte und mit Tom Müller arbeitete. Seine erste Arbeit als Assistent waren Aufnahmen für den Song Blown Away des Albums Bossa Nova der Pixies. 1989 beendete er seine Ausbildung und zog von Berlin nach Hamburg und kehrte im November 1990 nach dem Fall der Mauer in seine Heimatstadt zurück.Interview mit Ingo Petz im Rheinischen Merkur Nr. 37, 10. September 2009 .

Er spielte einige Zeit bei der Band Gum und als Bassist bei Susie van der Meer. Schneider war zwischen 1991 und 1996 Teil des Produzententeams Bauknex. 1996 gründete er in Berlin mit Bernd „Ben“ Lauber und anderen das Tonstudio Transporterraum, deren erste Veröffentlichung 1997 das Album Static Warp Bubble von Susie van der Meer war. Der New Yorker Produzent Gordon Raphael benannte sein Studio Transporterraum nach einer Begegnung mit Schneider 1998 nach dessen Studio.

Seine bevorzugte Produktionsweise, Bands entgegen den Gepflogenheiten in der Rock- und Popbranche nicht einzeln, sondern im Zusammenspiel und gewissermaßen live aufzunehmen, brachte ihm Bezeichnungen, wie „Wunderkind“ (Tagesspiegel) oder „Starproduzent“ (taz) ein. Für den Musiker Jens Friebe ist er „der deutsche Steve Albini“. Schneider wurde 2005 und 2008 als Produzent des Jahres für den Echo nominiert, unterlag aber 2005 gegen Stefan Raab und 2008 gegen Andreas Herbig.

Zusammen mit Gisbert zu Knyphausen und Tobias Friedrich aka Der dünne Mann gründete Schneider die Band Husten.

Im August 2014 veröffentlichte Moses Schneider sein E-Book The Alternative Workbook – Or How to Pimp Your Practice Room.

2025 wurde bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert.

Diskografie (Auswahl) 1995: Bobo in White Wooden Houses – Cosmic Ceiling 2001: Stone the Crow – Year of the Crow 2003: Generation Fuck – Snapshots 2004: Beatsteaks – Smack Smash 2005: Spitting Off Tall Buildings – Spitting Off Tall Buildings 2005: Tocotronic – Pure Vernunft darf niemals siegen. 2005: Ohrbooten – Spieltrieb 2006: Kante – Die Tiere sind unruhig 2006: Olli Schulz und der Hund Marie – Warten auf den Bumerang 2007: Beatsteaks – Limbo Messiah 2007: Fehlfarben – Handbuch für die Welt 2007: Tocotronic – Kapitulation 2007: Turbostaat – Vormann Leiss 2008: Tocotronic – Kapitulation Live 2008: Beatsteaks – Kanonen auf Spatzen 2008: Julia Marcell – It Might Like You 2009: Kreator – Hordes of Chaos 2009: Olli Schulz – Es brennt so schön (Teilproduktion, u. a. Mach den Bibo) 2009: Tele – Jedes Tier (Teilproduktion) 2010: Tocotronic – Schall & Wahn. 2010: Fehlfarben – Glücksmaschinen 2010: Dendemann – Vom Vintage verweht 2010: Turbostaat – Das Island Manöver 2011: Ja, Panik – DMD KIU LIDT 2011: Beatsteaks – Boombox 2011: Julia Marcell – June 2012: Fehlfarben – Xenophonie 2012: Olli Schulz – SOS – Save Olli Schulz 2013: Olli Schulz, Joko und Klaas – Rangel Song 2013: Tocotronic – Wie wir leben wollen 2013: Chuckamuck – Jiles 2013: Turbostaat – Stadt der Angst 2015: Olli Schulz – Feelings aus der Asche 2015: AnnenMayKantereit – Wird schon irgendwie gehenpuls (BR). 2016: Turbostaat – AbaloniaDiscographie Moses Schneider 2016: AnnenMayKantereit – Alles nix Konkretes 2018: Ätna – La Famiglia 2018: Olli Schulz – Scheiß Leben, gut erzählt 2018: Tocotronic – Die Unendlichkeit 2019: Die Heiterkeit – Was passiert ist 2019: Keimzeit – Das Schloss 2019: Turbostaat – Nachtbrot 2020: Pabst – Deuce Ex Machina 2020: Turbostaat – Uthlande 2021: Maulgruppe – Hitsignale 2022: Die Andere Seite – Epithymia 2022: Tocotronic – Nie wieder Krieg 2022: Musa Dagh – Musa Dagh 2022: Beatsteaks – Smack Smash 2023: Musa Dagh – No Future 2023: Bukahara – Tales of the Tides 2024: Ätna – Lucky Dancer 2024: Olli Schulz – Vom Rand der Zeit 2025: Die Heiterkeit – Schwarze Magie 2025: Tocotronic – Golden Years 2025: Turbostaat – Alter Zorn 2025: The Red Flags - Self-Centred and Delusional 2026: Kapa Tult - Immer Alles Gleichzeitig

Des Weiteren ist er auch bei zahlreichen Produktionen als Co-Produzent und/oder Co-Autor tätig.

Auszeichnungen/Nominierungen Echo 2005: Produzent des Jahres national (nominiert). Echo 2008: Produzent/Produzentin des Jahres (nominiert).

Literatur

Weblinks Website von Moses Schneider

Einzelnachweise

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