Die Kirchliche Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen (KZVK Rheinland-Westfalen) ist eine kirchliche Zusatzversorgungskasse mit Sitz in Dortmund. Sie führt die betriebliche Altersversorgung für Beschäftigte kirchlicher und diakonischer Einrichtungen durch. Die Kasse wurde 1955 gegründet und hat die Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts.
Die KZVK Rheinland-Westfalen betreut Versicherte und Versorgungsempfänger im Bereich Kirche und Diakonie. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft kommunale und kirchliche Altersversorgung (AKA).
Die KZVK Rheinland-Westfalen ist nicht mit der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands (KZVK) mit Sitz in Köln zu verwechseln, die die betriebliche Altersversorgung für den katholischen Bereich in Deutschland durchführt.
Geschichte Die KZVK Rheinland-Westfalen wurde zum 1. Januar 1955 von der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen gegründet. Ziel war die Einführung einer zusätzlichen Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung für privatrechtlich beschäftigte Mitarbeitende kirchlicher und diakonischer Einrichtungen.
Die Zusatzversorgung orientiert sich traditionell an den Regelungen der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Die Satzung der KZVK basiert im Wesentlichen auf der Mustersatzung der Arbeitsgemeinschaft kommunale und kirchliche Altersversorgung (AKA).
Im Zuge der langjährigen Niedrigzinsphase und des demografischen Wandels standen kirchliche Zusatzversorgungskassen seit den 2000er Jahren vor Herausforderungen bei der Finanzierung langfristiger Leistungszusagen. In Fachpublikationen wurde über Reformen und Anpassungen der Finanzierungssysteme berichtet.
Aufgaben Die KZVK Rheinland-Westfalen gewährt Beschäftigten kirchlicher und diakonischer Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zu den Leistungen gehören:
Altersrenten Erwerbsminderungsrenten Hinterbliebenenversorgung
Darüber hinaus bietet die Kasse freiwillige Zusatzversicherungen im Wege der Entgeltumwandlung sowie staatlich geförderte Modelle der betrieblichen Altersversorgung an.
Die Finanzierung erfolgt überwiegend durch Beiträge der beteiligten Arbeitgeber. Zusätzlich leisten Versicherte teilweise Eigenbeiträge.
Organisation Die KZVK Rheinland-Westfalen hat ihren Sitz in Dortmund. Sie arbeitet organisatorisch eng mit der Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte (VKPB) zusammen. Beide Einrichtungen treten gemeinsam als „Kirchliche Versorgungskassen“ auf.
In mehreren Bereichen, darunter Kapitalanlage, IT, Personal und Verwaltung, bestehen gemeinsame Strukturen. Die Vorstände beider Versorgungskassen sind personenidentisch.
Nach Angaben der Kasse betreute die KZVK Rheinland-Westfalen Ende 2024 rund 240.000 aktiv Versicherte sowie mehr als 109.000 Versorgungsempfänger.
Kapitalanlage und Nachhaltigkeit Die KZVK Rheinland-Westfalen verfolgt einen langfristig orientierten Ansatz in der Kapitalanlage. Investiert wird unter anderem in festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Infrastruktur und alternative Kapitalanlagen.
Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien spielen bei der Kapitalanlage eine zunehmende Rolle. Nach Angaben der Versorgungskassen sind ethische Grundsätze in den Satzungen der KZVK und der VKPB verankert.
Die KZVK ist Mitglied im Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) sowie im Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement (KirUm).
Gemeinsam mit der VKPB verwaltet die KZVK Kapitalanlagen in Milliardenhöhe. Zu den Kapitalanlagen zählen auch Immobilienbestände.
Herausforderungen und Diskussionen Wie andere Zusatzversorgungskassen und Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung steht auch die KZVK Rheinland-Westfalen vor langfristigen Herausforderungen durch Niedrigzinsphasen, steigende Lebenserwartung und den demografischen Wandel.
Die Diskussion betrifft insbesondere die langfristige Finanzierbarkeit garantierter Leistungen sowie die Belastung beteiligter Arbeitgeber durch Sanierungs- und Zusatzbeiträge.
Positiv hervorgehoben wurden in Fachmedien die stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Kapitalanlagen sowie die institutionelle Zusammenarbeit mit der VKPB.
In den 2020er Jahren wurden zudem verschiedene Verwaltungs- und Serviceprozesse digitalisiert, darunter Informations- und Kommunikationsangebote für Versicherte und Arbeitgeber.
Mitgliedschaften Die KZVK Rheinland-Westfalen ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft kommunale und kirchliche Altersversorgung (AKA). Darüber hinaus arbeitet sie mit weiteren kirchlichen und kommunalen Zusatzversorgungskassen zusammen.
Siehe auch Arbeitsgemeinschaft kommunale und kirchliche Altersversorgung Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands Evangelische Zusatzversorgungskasse
Weblinks Offizielle Website der KZVK Rheinland-Westfalen Arbeitsgemeinschaft kommunale und kirchliche Altersversorgung
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Dortmund) Kategorie:Rentenversicherung Kategorie:Anstalt des öffentlichen Rechts (Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft) Kategorie:Unternehmensgründung 1955 Kategorie:Organisation (Evangelische Kirche in Deutschland) Kategorie:Kirchliches Arbeitsrecht