Die Wern ist ein knapp 71 Kilometer langer, rechter und östlicher Nebenfluss des Mains im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken.

Name links|100px Den Namen schrieb man im 8. Jahrhundert Werma und um das Jahr 1015 Werina. Es liegt die indogermanische Wurzel ûer, was Wasser oder Regen bedeutet, zugrunde, von der mit einem n-Suffix abgeleitet wurde. Diese Wurzel ist auch im Namen des Flusses Wörnitz enthalten. Der Flussname übertrug sich auf die Gemeinden Niederwerrn und Werneck sowie auf die Orte Oberwerrn und Wernfeld.

Geographie Wernquelle Wo der Ursprung der Wern liegt, ist umstritten. Offiziell entspringt sie zwischen Rannungen und Pfersdorf. Dort gibt es eine auf Karten ausgewiesene Wernquelle, teilweise auch Aubrunnen genannt, auf etwa ungefähr einen Kilometer nordöstlich der Ortsmitte von Pfersdorf. Diese schüttet aber durchschnittlich nur ein bis zwei Liter pro Sekunde und versiegt im Sommer vollständig.Infotafel an der Wernquelle Wenige Schritte nach dieser Quelle mündet aus dem Nordosten der 4,4 km lange Augraben, der wegen seiner höheren Wasserführung und viel größeren Länge auch als Oberlauf der Wern angesehen wird. Er entsteht am Südwestrand des Dorfes Rannungen auf etwa und biegt nach etwa 600 Metern in die Zulaufrichtung seines mehr oder weniger beständigen linken Oberlaufes ab, welcher Lein- oder Leimgraben genannt wird. Dieser Leimgraben ist fast 2,0 km lang und beginnt in der Gemarkung der Gemeinde Dittelbrunn etwa 700 Meter nordöstlich des Ortskerns von Pfändhausen nahe der Kreisstraße nach Rannungen auf etwa .

Auf Blatt Eltingshausen der Landvermessung in Bayern von 1844 ist der Augraben-Talabschnitt oberhalb des Aubrunnens trocken; einen großen Abschnitt des dort Leim-Graben genannten linken Augraben-Oberlaufs zeichnet die historische Karte jedoch ein. Der Augraben wurde in den 1930er Jahren als Entwässerungsgraben ausgebaut, seine beiden Oberläufe sind fast überall Weggräben.

Verlauf Die Wern fließt zunächst in südlicher Richtung und nähert sich dabei dem Main bei Schweinfurt bis auf ca. zwei Kilometer. Dann wendet sie sich nach Westen und durchfließt den nördlichen Teil des Maindreiecks. Nachdem sie sich in der Nähe von Karlstadt-Stetten wiederum bis auf ca. zwei Kilometer dem Main genähert hat, ändert sie auch hier ihre Richtung und fließt nach Norden weiter.

Beim Gemündener Stadtteil Wernfeld mündet die Wern schließlich auf einer Höhe von in den Main.

Ihr 70,9 km langer Lauf endet ungefähr 134 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 1,9 ‰.

Einzugsgebiet mini|links|Einzugsgebiet der Wern Der etwa 600 km² große nördliche Teil des vom Maindreieck eingeschlossenen Gebiets südlich der Fränkischen Saale und der Lauer wird durch die Wern über Main und den Rhein zur Nordsee hin entwässert.

Das Einzugsgebiet erstreckt sich von der Münnerstädter Hochfläche über die Wernecker Gäuflächen und neben dem Werngrund auch auf den nördlich davon gelegenen Bachgrund.

Es grenzt im Nordosten an das Einzugsgebiet der Lauer, die über die Fränkische Saale in den Main entwässert; im Osten an das des Marienbachs, der in den Main mündet; im Süden an das der Pleichach, die ebenfalls in den Main mündet; im Südwesten an das des Dürrbachs, der ein weiterer Mainzufluss ist; im Nordwesten an das der Fränkische Saale direkt und ansonsten an das Einzugsgebiet des Main direkt oder an das seiner kleineren und namenlosen Zuflüsse.

Zuflüsse Direkte und indirekte Zuflüsse

Diagramm der 10 längsten direkten Zuflüsse

Tabelle Tabelle der direkten Zuflüsse in der Reihenfolge ihrer Mündungen am Lauf. Auswahl. Längen- und Einzugsgebietswerte (EZG) – sofern dort ausgewiesen – nach dem amtlichen Gewässerverzeichnis, sonst abgemessen auf der amtlichen topographischen Karte.

Name GKZ Längein km EZGin km² Zuflussseite Mündungs-höhe (m ü. NHN)TOP 10 Bayern Nord Mündungsort Augraben (mit Oberlauf ab Rannungen) 2438-12 4,43 16,10 rechts 286 Poppenhausen-Pfersdorf Behrwiesengraben (Heidgraben) 2438-1312 1,10 rechts 282 Poppenhausen-Pfersdorf Pfersbach 2438-132 3,20 links 273 Poppenhausen-Pfersdorf Poppenhausener Gemeindegraben 2438-14 4,21 15,71 rechts 248 Poppenhausen Leuselbach 2438-16 7,96 13,43 rechts 241 Poppenhausen-Kronungen Maibach 2438-18 4,86 6,97 links 241 Poppenhausen-Kronungen Ebersbach 2438-912 1,70 links 240 Poppenhausen-Kronungen GänsbrunngrabenOnlineportal BürgerGIS, Landkreis Schweinfurt (Kein Direktlink) 2438-19? 0,7 links 237 Poppenhausen-Kronungen Nußgraben 2438-19? 1,30 rechts 236 Niederwerrn-Oberwerrn Röstgraben 2438-19? 1,00 links 235 Niederwerrn-Oberwerrn Bartelsgraben 2438-19? 3,00 links 234 Niederwerrn-Oberwerrn Unterer Sulzgraben 2438-19? 1,80 rechts 223 Geldersheim Biegenbach (mit Euerbach) 2438-2 10,35 28,40 rechts 223 Geldersheim Stöckigbach (linker Oberlauf: Stöckichsbach) 2438-32 4,56 16,49 rechts 220 Werneck-Schnackenwerth Güßgraben 2438-33? 1,90 rechts 219 Eschenbach (Kieslochgraben) 2438-34 8,22 9,03 rechts 219 Holzgraben 2438-35? 1,50 rechts 219 Lachbach (mit Lachgraben) 2438-36 8,55 8,13 rechts 218 Werneck-Ettleben Gassigbach (mit Siebenbrunnengraben) 2438-37? 6,99 links 217 Werneck-Zeuzleben Stängersgraben 2438-37? 6,14 rechts 216 Werneck-Zeuzleben Herrgottsbrunnengraben 2438-37? 0,72 links 216 Werneck-Zeuzlebener Mühle Katzenbach 2438-37? 2,00 rechts 216 Werneck-Zeuzleben Weidleinsbach 2438-37? 3,10 links 216 Werneck-Mühlhausen Brummbach 2438-37? 8,13 links 216 Werneck-Mühlhausen Riedener Mühlbach 2438-38 8,92 12,87 links 215 Werneck-Mühlhausen Binsbach 2438-39? 3,50 links 213 Arnstein-Gänheim Hörleinsgraben (Mittellauf Gainbach) 2438-39? 5,44 10,0 rechts 211 Arnstein-Gänheim Hinterer Lerchengraben 2438-39? 1,40 links 206 Arnstein Schwabbach 2438-4 10,58 65,07 rechts 202 Arnstein Krebsbach (mit Augraben) 2438-6 7,77 64,97 rechts 201 Arnstein-Heugrumbach Pfannengraben 2438-72 4,45 rechts 200 Arnstein-Marbach Wertgraben 2438-73? 3,21 rechts 195 Arnstein-Halsheim Etzwiesengraben 2438-74 2,52 5,76 rechts 195 Arnstein-Halsheim Seeliggraben 2438-75? 3,60 5,69 rechts 192 Thüngen Kleine Wern 2438-76 5,02 10,91 linker Teilungslauf 187 Karlstadt-Stetten Heßlarergraben 2438-79? 0,38 2,02 rechts 184 Eußenheim-Schönarts Neubergsgraben (Obertal Heßlarergraben) 2438-79? 4,70 4,16 rechts 178 Eußenheim Aschbach 2438-8 16,51 69,59 rechts 173 Eußenheim-Aschfeld Kuhbach (mit Mühlbach) 2438-92 9,91 32,57 rechts 167 Gössenheim Ringelbach 2438-99? 2,30 1,26 rechts 164 Gössenheim

Die kleineren Zuflüsse führen oft nur im Frühjahr oder nach starken Niederschlägen Wasser.

Ortschaften Zu den Ortschaften an der Wern gehören (flussabwärts betrachtet):

Gemeinde Rannungen (am Leimgraben / Augraben) Gemeinde Poppenhausen (mit den am Fluss gelegenen Ortsteilen Pfersdorf, Hain, Poppenhausen und Kronungen) Gemeinde Niederwerrn (Ortsteile Oberwerrn und Niederwerrn) Stadt Schweinfurt (Ortsteile Bergl und Musikerviertel) Gemeinde Geldersheim Markt Werneck (Ortsteile Schnackenwerth, Ettleben, Werneck, Zeuzleben und Mühlhausen) Stadt Arnstein (Ortsteile Gänheim, Arnstein, Heugrumbach, Reuchelheim, Müdesheim, Halsheim und Binsfeld) Markt Thüngen Stadt Karlstadt (Ortsteil Stetten) Gemeinde Eußenheim (Ortsteile Schönarts, Eußenheim und Aschfeld) Gemeinde Gössenheim (Ortsteile Gössenheim und Sachsenheim) Stadt Gemünden (Ortsteil Wernfeld)

Die Wern ist Namensgeber der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Wasserführung

Das Maindreieck ist eines der regenärmsten Gebiete in Deutschland. Vor allem in seinem nordöstlichen Teil werden übers Jahr meist nur Niederschlagsmengen von weniger als 600 mm gemessen. Die Abflussspende des Einzugsgebietes ist deshalb mit 4,3 l/(s·km²) außergewöhnlich niedrig. Die Wern führt oft nur wenig Wasser, und die Wasserqualität ist recht schlecht (meist Güteklasse II bis III); sie hat sich aber nach 2010 durch den Bau neuer Kläranlagen und die Renaturierungsmaßnahmen deutlich verbessert.

Fauna In der Wern kommen Europäische Äsche, Bachforelle, Bachschmerle, Barbe, Brachse, Elritze, Giebel, Gründling, Hasel, Regenbogenforelle, Rotauge, Aal, Aitel und Schleie vor.

Umbauarbeiten Am Oberlauf hat die Wern nur wenig Gefälle. Der früher stark gewundene Flusslauf wurde dort bis Arnstein in den 1930er Jahren durch den Reichsarbeitsdienst begradigt, um zusätzliche landwirtschaftliche Nutzflächen zu gewinnen.

Das versucht man nun aus Naturschutzgründen und zum Schutz vor Hochwasser wieder rückgängig zu machen.

Mühlen Flussabwärts vom Ursprung bis zur Mündung

Poppenhausen Hain Hainer MühleHainer Mühle, Webkarte (Im Werntal) (Die Mühle liegt auf einer Insel zwischen der Wern und einem Mühlkanal am südwestlichen Ortsausgang von Hain. Sie war eine Getreidemühle) mini|Die Weidenmühle in Poppenhausen Poppenhausen StengelsmühleStengelsmühle, Webkarte (Die 1261 erstmalig urkundlich erwähnte Mühle lag zwischen einem Mühlbach und östlich von Poppenhausen) FuchsenmühleFuchsenmühle, Webkarte oder Diettermühle (Ernst-Stahl-Weg) (Die Mühle lag im 17. Jh. mit Haus, Hof und Scheune auf der Westseite der Wern und ist heute ein Sägewerk) WeidenmühleWeidenmühle D-6-78-168-98, Bayerischer Denkmal-Atlas, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Ernst-Stahl-Weg 107) (Zweigeschossiger Satteldachbau, beim Zufluss des Leuselbachs westlich eines Mühlgrabens gelegen) Kronungen BackenmühleBackenmühle, Webkarte (Bachmühlenweg 18) (Östlich von Kronungen auf der rechten Seite der Wern gegenüber der Mündung des Ebersbachs gelegen. Die Mühle wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1927 stillgelegt) StorchmühleStorchmühle, Mühlendatenbank (Storchmühlenweg 1) (Zwischen Kronungen und Oberwerrn auf der rechten Seite der Wern gelegen. Die Mühle wurde im 19. Jh. zum Mahlen von Getreide und Kartoffelstärke genutzt. Heute ist sie noch aktiv als Kornmühle und Stromerzeuger) Niederwerrn Oberwerrn MarxmühleMarxmühle, Webkarte (Mehlmühle mit 2 Mahlgängen, liegt bei der Mündung des Nußgraben am nördlichen Ortsausgang von Oberwerrn auf einer Insel zwischen Mühlgraben und Wern. Die Mühle bekam 1904 eine Turbine und wurde 1930 stillgelegt) Niederwerrn PaulusmühlePaulusmühle, WebkartePaulusmühle, Gemeinde Niederwerrn (Obere Mühle oder Paulusmühle mit 2 Mahlgängen. Sie liegt zwischen Oberwerrn und Niederwerrn auf der rechten Seite der Wern und wurde von 1811 bis 1944 betrieben und zum Teil zur Stromerzeugung genutzt) WiesmühleWiesmühle, WebkarteWiesmühle, Gemeinde Niederwerrn (Die Wiesmühle (1313 bis 1959) liegt bei Niederwerrn auf der rechten Seite der Wern. Sie war eine Getreidemühle und eine der ältesten und am längsten betriebenen Mühlen im Ort) Schweinfurt Musikerviertel Schussermühle bei BellevueSchussermühle bei Bellevue, Uraufnahme (1808-1864)Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits des Rhein. Blatt 11, Hammelburg, Bayerische Staatsbibliothek (Die auf der linken Seite der Wern liegende Mühle wurde 1791 gegründet und wurde zunächst als Schleifmühle und 1812 als Getreidemühle betrieben) Bergrheinfeld Bergrheinfeld RothmühleRothmühle, Uraufnahme (1808-1864) (Das Anwesen liegt auf der linken Seite der Wern und bestand früher aus einer Mühle mit 2 Mahlgängen, einer Scheuer und Stallungen) Riedmühle oder RiedhofRiedhof, Positionsblatt 1:25000 (Der Hof und die Mühle liegen auf der linken Seite der Wern. Die Mühle mit Wohnhaus wird seit dem Ende des 16. Jh. erwähnt. Sie hatte seit 1730 ein zweites Rad) Werneck

Ettleben Ettlebener MühleEttlebener Mühle, Uraufnahme (1808-1864)Mühle D-6-78-193-90, Bayerischer Denkmal-Atlas (Die Mühle, ein zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Satteldach und Stufengiebeln. Sie war eine Mahl- und Schneidmühle und lag am Südrand von Ettleben auf der linken Seite der Neuen Wern, die eine rechte Abspaltung der Wern warDie Neuen Wern war eine rechte Abspaltung der Wern) Werneck SchlossmühleMühle D-6-78-193-15, Bayerischer Denkmal-Atlas oder Wernecker MühleWernecker Mühle, Historischer Verein Markt Werneck e.V.