Jan Mühlstein (* 3. Juli 1949 in Most, Tschechoslowakei) ist ein deutscher Journalist und Verbandsfunktionär von Organisationen des Reformjudentums. Von 1999 bis 2011 war er Vorsitzender der Union progressiver Juden in Deutschland.
Leben Mühlstein wuchs in einer deutschsprachigen jüdischen Familie auf, die traditionell ein liberales Judentum vertrat. 1967 begann er ein Physikstudium an der Karls-Universität Prag. Nach der Niederschlagung der Reformbewegung des sogenannten Prager Frühlings, an der Mühlstein aktiv teilnahm, emigrierte er 1969 in die Bundesrepublik Deutschland. Ab 1970 studierte er Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte 1977 in theoretischer Quantenoptik. Anschließend war er vier Jahre in der Projektleitung Energieforschung der Kernforschungsanlage Jülich tätig. In: Jüdische Zeitung Februar 2006. auf energiemarkt-medien.de. Von 1982 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Juni 2016 arbeitete Mühlstein als Wirtschaftsjournalist in München und war stellvertretender Chefredakteur des energiewirtschaftlichen Fachblattes Energie & Management (E&M).
Mühlstein war von 1977 bis 1978 Vorstandsmitglied der bundesdeutschen Sektion von amnesty international.Vereinsregisterblatt Nr. 5588 des Amtsgerichts Hamburg zu amnesty international Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Er ist Mitbegründer der liberalen Jüdischen Gemeinde Beth Shalom in München, deren Vorsitzender er von 1995 bis 2005 und von Mai 2011 bis März 2019 war.s. a. Jan Mühlstein: 10 Jahre Beth Shalom. In: Beth Shalom Rundbrief 2/2005, S. 1f. Seit Mai 2020 ist er Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Synagoge Beth Shalom. Von 1999 bis 2011 war er Vorsitzender der Union Progressiver Juden in DeutschlandJan Mühlstein geht. Die liberale Dachorganisation wählt einen neuen Vorstand, Jüdische Allgemeine vom 7. Juli 2011. Er setzte sich dabei insbesondere für die religiöse Pluralität innerhalb der jüdischen Gemeinschaft ein.Axel Fritzsche: In: Jüdische Zeitung Februar 2006.
Mühlstein ist mit der Ärztin Verena Mühlstein (* 1953) verheiratet, Autorin einer Biografie über Albert Schweitzers Ehefrau Helene BresslauVerena Mühlstein: Helene Schweitzer Bresslau. Ein Leben für Lambarene. München: C.H. Beck, 1998. und ebenfalls in Beth Shalom aktiv. Eine seiner drei Töchter wurde im Juli 2012 in London als Rabbinerin ordiniert.
Auszeichnungen 2012: Journalistenpreis des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung 2012: Israel-Jacobson-Preis der UPJD 2014: Abraham-Geiger-Plakette des Abraham Geiger Kollegs, Potsdamhttps://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19839 2017: Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland"Eine große Ehre" - Der Gräfelfinger Jan Mühlstein erhält das Bundesverdienstkreuz, Süddeutsche Zeitung vom 7. November 2017 2017: Bayerische Verfassungsmedaille in SilberVerleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille 2017, Pressemeldung des Bayerischen Landtags vom 21. November 2017
Weblinks Veröffentlichungen von Jan Mühlstein in der Livivo-Datenbank der ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Wirtschaftsjournalist Kategorie:Person des Judentums (München) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber Kategorie:Person (Most, Tschechien) Kategorie:Deutscher Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Geboren 1949 Kategorie:Mann