Cuiseaux ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Cuiseaux, von dem sie Hauptort ist und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Cuiselliens, resp. Cuiselliennes genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Cuiseaux liegt im äußersten Osten der Region Burgund, zusammen mit der südlichen Gemeinde Champagnat schiebt sich das Gemeindegebiet bis tief in das Gebiet der Franche-Comté an den Jurafuß vor. Diese Gebiete gelten bereits als dem Revermont zugehörig. In Cuiseaux liegt mit 647 Metern der höchste Punkt sowohl des Kanton Cuiseaux, als auch des Arrondissement Louhans. Quer durch das Gemeindegebiet fließt der Ruisseau du BreuilRuisseau du Breuil, Länge 9,8 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei in Champagnat auf ca. 316 m, Mündung bei in Le Miroir auf ca. 192 m, Ruisseau du Breuil auf sandre.eaufrance.fr in Süd-Nord-Richtung, von Champagnat her, wo er am Jurafuß entspringt. Er nimmt den Ruisseau des FrontenellesRuisseau des Frontenelles, Länge 4,1 km, Zufluss zum Ruisseau du Breuil, Quelle bei in Cuiseaux auf ca. 241 m, Mündung bei in Cuiseaux auf ca. 193 m, Ruisseau des Frontenelles auf sandre.eaufrance.fr auf, der sich teilweise der Nordgrenze entlang zieht. Einen Teil der Westgrenze bildet La DourlandeLa Dourlande, Länge 13,7 km, Zufluss zu La Gizia, Quelle bei in Balanod auf ca. 248 m, Mündung bei in Frontenaud auf ca. 184 m, La Dourlande auf sandre.eaufrance.fr, die die Étangs de Semon und de Louvarel entwässert. Das Gemeindegebiet ist stark bewaldet, insbesondere der Westen, wo sich kaum Siedlungen finden. Durch die Gemeinde führen die Departementsstraße D972Departementsstraße D972 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen am 31. Dezember 2015. (Louhans–Cuiseaux), die weitgehend der Trasse der Römerstraße folgt, und die Departementsstraße D11Departementsstraße D11 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen am 31. Dezember 2015. (Varennes-Saint-Sauveur-Cuiseaux) entlang der südlichen Gemeindegrenze. Die Autobahn A39Autobahn A39 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen am 31. Dezember 2015. durchschneidet das westlichste Gemeindegebiet und die Departementsstraße D1083 (ehemalige N83, Lons-le-Saunier–Bourg-en-Bresse)Departementsstraße D1083 auf routes.wikia.com, französisch, abgerufen am 31. Dezember 2015. zieht sich dem Jurafuß entlang westlich des Bourg. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Balerne, Balme, Basse-Forêt, Bel-Air, Bregou, le Breuil, le Bua, la Cadole, les Capettes, Chambrion, Champ-Bertrand, Champ-Carrat, Champ-de-Foire, la Chapelle, Chatey-à-Lait, la Chaussée, Chemin-de-Planet, Chemin-de-Ronde, Chemin-du-Fonds-de-Saumoux, Chêne-Bordet, Clos-d’Épy, les Convers, les Cousles, le Donchoir, les Dupreys, en Durtau, l'Ermitage, Frontenelles, la Grande-Broye, la Grande-Forêt, les Grandes-Terres, Jarrey, la Madeleine, Maison-Rollier, la Maison-Rouge, Meix-Roussillon, la Miche, la Moissonnière, Moisy, Mont-Bouchet, les Muriers, Notre-Dame, Olmus, la Petite-Broye, la Petite-Forêt, Pont-de-Pierre, Ramassa, le Rongeon, la Roue, les Rutys, Saint-Jacques, Saint-Jérôme, Saint-Thomas, les Serpents, Sous-Moux, Surville, Talon, les Terres-Fortes, Toulonjon, la Tourtelle, les Tuilières, Vaucluse, la Vieille-Route, Ville-Neuve.

Klima Das Klima in Cuiseaux ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,2 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,1 °C, der kälteste der Januar mit 2,6 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1455 mm, dabei ist der Januar mit 137 mm der niederschlagsreichste, während Juli und August als trockenste Monate 95 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2726 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1131 als Cusellum. Die Gegend entlang des Jurafusses war schon früh besiedelt, ursprünglich von keltischen Stämmen, später durch die römischen Invasoren. Cuiseaux bestand schon in der hohen Kaiserzeit, wie Funde von Münzen bestätigen (davon eine goldene von Vitellius mit zwei Kindergesichtern). Es ist deshalb anzunehmen, dass der Ortsname auf die gallo-römische Sprache zurückgeht und aus der Bezeichnung für Wald entstanden ist. Die ausgedehnten weiten Waldgebiete wurden von den Kelten Ceto – Coet – Cotia bezeichnet, bei den Römern fand dieser Begriff als Cetum im Latein Eingang. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass die Ortsbezeichnung von Cuiseaux auf keltische Ursprünge zurückgeht und sich auf die waldreiche Gegend bezieht.Heinrich Tischner: , abgerufen am 31. Dezember 2015.

Geschichte Cuiseaux liegt am Fuß der ersten Anhöhen des Juras, die Gegend wurde schon 974 als In pago Reverimontis (Rückseite der Berge) bezeichnet, und ist eine sehr alte Stadt, wo die Mönche von Gigny schon ein Priorat gegründet hatten, das Priorat de Monz (Madeleine, 281 Meter, westlich des Stadtzentrums). Im 15. Jahrhundert wird sie beschrieben als Ort großer Liebenswürdigkeit, fruchtbar in allen Beziehungen des Gesellschafts- und Geschäftslebens. Die Stadt verfügte über Festungsmauern und eine wehrhafte Burg, die den Herren von Cuiseaux gehörte. Diese Familie war hoch angesehen, einige ihrer Mitglieder hatten sich in den Kreuzzügen hervorgetan, waren Vasallen der Herzöge von Burgund und später der Herren von Sainte-Croix und besaßen mehrere Lehen in der Franche-Comté und der Bresse. Aimon Lumbel de Cuiseaux erscheint 1131 als Mitbegründer des Klosters Miroir, Jean de Cuiseaux, sein Urenkel, erlässt 1265 einen Freibrief.

1284 verkauft Henri d’Antigny, Herr von Sainte-Croix die Oberhoheit über Cuiseaux an Herzog Robert II., wodurch das Gebiet burgundisch wird. 1316 stirbt das Geschlecht der Cuiseaux aus und die Herrschaft gelangt an Hugues de Chalon, Herr von Arlay, schließlich an Jean de Chalon, den ersten Prinz von Orange. Die Chalons blieben Herren über Cuiseaux während etwa drei Jahrhunderten, obwohl ihnen aus politischen Gründen die Hoheit einige Male entzogen wurde. Dies geschah beispielsweise während des Krieges zur Annexion der Franche-Comté unter Louis XI. Um die Bewohner von Cuiseaux dafür zu bestrafen, dass sie sich auf die Seite von Maria von Burgund gestellt hatten, ließ Farouche Craon der Gouverneur von Burgund Cuiseaux abbrennen. Am 25. Juni 1477 legte er Feuer, die ganze Stadt brannte nieder, mit Ausnahme eines Hauses und der Kirche. Nach Friedensschluss gelangte die Herrschaft wieder an die Familie Chalon, bis Claude de Chalon sich mit Heinrich von Nassau verheiratete und der Besitz an diese überging. Die Herrschaft wechselte weiter ihren Besitzer, bis sie durch Henri II. de Bourbon, prince de Condé erworben wurde, der 1634 den Freibrief bestätigte. Die Wechsel gingen weiter, 1780 gehörte sie Étienne-Jean Nayme, Siegelbewahrer des obersten Gerichtshofs des Burgund. Mit der Revolution gelangte Cuiseaux zum Département Saône-et-Loire.

Das Schloss der Herren von Cuiseaux war sehr stark befestigt und sehr umfangreich. Es befand sich im Nordosten des Hospitals. Das Herrschaftshaus der Prinzen von Orange ist in der Grande-Rue noch zu sehen, ebenfalls das Stadttor Le Verger, das als einziges verblieben ist. Die Stadtmauer wies einstmals 36 Türme auf.

Die Kirche datiert aus dem 12. Jahrhundert, Reste aus der romanischen Zeit lassen darauf schließen, dass sie ein bemerkenswertes Gebäude gewesen sein muss. Die Kirche wurde mehrfach restauriert und rekonstruiert. Die Säulen beim Sanktuarium datieren aus dem 15. Jahrhundert und sind bemerkenswert wegen der Originalität ihrer Skulpturen, von denen einige groteske und fantastische Figuren zeigen. Die Kirche ist dem Heiligen Thomas von Canterbury geweiht. 1426 verlegte der Erzbischof von Lyon, Amédée II. de Talarn, das Chorherrenstift von Chavannes-sur-Suran nach Cuiseaux, da dieses fruchtbarer sei und Wohlstand für das Gemeindeleben und die Kaufleute verspreche, damit wurde das Haus zu einer Stiftskirche. Zur Kirche gehörte eine Familiarité, um dort Mitglied zu werden, musste man in Cuiseaux geboren und getauft worden sein. Der Kirche waren mehrere Kapellen angegliedert, am 6. August 1410 stiftete Guillaume Bouton die Kapelle Notre-Dame mit Roben für die Kapläne und ein Wohnhaus für diese.

Außerhalb der Kirche bestand die Kapelle Notre Dame du Noyer, wo angeblich ein junger Schäfer am 1. Mai 1249 die Statuette einer Schwarzen Madonna fand. Nach der Revolution wurde die Kapelle verkauft und eine Familie versteckte die Statuette, bis sie am 15. August 1802 in der Kirche untergebracht wurde. Während über 700 Jahre wurde sie in besonderem Masse verehrt, man brachte ihr die totgeborenen Kinder und die Kranken in der Hoffnung auf Heilung und andere Wunder. Die Geschichte der Schwarzen Madonna wird in einem Glasfenster dargestellt. Die Kapelle Magdeleine, das ursprüngliche Priorat de Monz, bestand bis ins 18. Jahrhundert, eine Kapelle des Heiligen Jérôme ersetzte im 16. Jahrhundert die Leprastation, ferner bestand ein Oratorium im Nordosten des Ortes und ein Hospiz, eine Einsiedelei in einer Schlucht östlich der Siedlung und seit dem 14. Jahrhundert wird ein Spital erwähnt. Die Herren von Cuiseaux Bereits 1131 war ein Lumbel de Cuiseaux bei der Gründung des Klosters Le Miroir durch Humbert I. Sein Sohn Ponce de Cuiseaux beschenkte verschiedene Klöster. Sein Sohn wiederum, Ponce II. de Cuiseaux, nahm 1189 am dritten Kreuzzug teil und huldigte im Jahr 1200 dem Abt von Saint-Philibert in Tournus. Ein Nachkomme, Jean de Cuiseaux erließ 1265 den Freibrief für Cuiseaux, sein Sohn Jean II. de Cuiseaux starb 1316 ohne Nachkommen.

1284 hatte Henri d’Antigny de Sainte-Croix die Herrschaft Cuiseaux für 1500 Livres zurück an seinen Lehnsherrn, Robert II. gegeben. Deshalb bestätigte Eudes IV. 1316, kurz nach dem Tod von Jean II. de Cuiseaux den Freibrief für Cuiseaux. Gleichzeitig gab er das Lehen weiter an Hugo I. von Chalon-Arlay, Herr von Arlay. Das Lehen verblieb für beinahe 300 Jahre im Besitz der Familie de Chalon und damit der Prince d’Orange.

Mit dem Tod von René von Nassau ging das Erbe über an seinen Cousin, Wilhelm I. Philipp II., König von Spanien, war inzwischen souveräner Herrscher der Franche-Comté und enteignete Wilhelm I. Mehr als fünfzig Jahre später wurden die Güter zurückgegeben an den Sohn Wilhelms, Philipp Wilhelm von Oranien-Nassau. 1618 starb Philipp Wilhelm kinderlos. Die Güter im Burgund gelangten schließlich an die jüngste Tochter aus dritter Ehe von Wilhelm I., Emilia Secunda Antwerpiana von Oranien-Nassau, genannt Amalia. Sie heiratete am 4. Juli 1616 Friedrich Kasimir von Pfalz-Landsberg. Als Folge verschiedener Erbstreitigkeiten verarmte Amalia und verbrachte ihre Witwenzeit auf der Burg Montfort in Montigny-Montfort. Die Herrschaft Cuiseaux verkaufte sie an Henri II. de Bourbon, Prince de Condé. In der Familie wurde die Herrschaft weitervererbt bis zu Louise-Anne de Bourbon-Condé, genannt Mademoiselle de Charolais und ihrem Tod am 8. April 1758. Ihr Erbe, Louis François II. Joseph de Bourbon, prince de Conti, blieb jedoch nicht lange im Besitz der Güter, er verkaufte sie an Alexis Fontaine des Bertins, Mitglied der Académie des sciences, der jedoch kurz darauf, 1771, verstarb. Die Herrschaft ging darauf an Constantin Nayme, Priester und Doktor der Theologie und dann an seinen Erben, Étienne Jean Nayme, Siegelbewahrer am Parlement des Burgunds. Er war der letzte Herr der Herrschaft Cuiseaux, wohnte lange Zeit im Ort und hatte seinerseits viele Lehensnehmer und weitere Lehen in Champagnat, Joudes, Condal, Dommartin-lès-Cuiseaux etc.

Von der Französischen Revolution zum 20. Jahrhundert