Gorodez () ist eine Stadt in der Oblast Nischni Nowgorod (Russland) mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Die Stadt liegt etwa 70 km nordwestlich der Oblasthauptstadt Nischni Nowgorod am linken Ufer der Wolga, gegenüber der Stadt Sawolschje. Unmittelbar oberhalb der Stadt befindet sich der insgesamt 13 Kilometer lange Staudamm des Gorkier Stausees.
Gorodez ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.
Die nächstgelegene Eisenbahnstation befindet sich in Sawolschje, mit welchem Gorodez eine Straße über den Wolgastaudamm verbindet.
Geschichte mini|links|Uferstraße in Gorodez Der Ort wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Festung gegründet, möglicherweise 1152 von Juri Dolgoruki, nach anderen Angaben erst 1172. Der Name bedeutet im Russischen etwa kleine Stadt. In verschiedenen Dokumenten wurde es später auch Gorodez-na-Wolge (Gorodez an der Wolga) oder Gorodez-Radilow genannt, da es im alten Russland mehrere Orte dieses Namens gab.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts war Gorodez Hauptstadt eines Vasallenfürstentums, 1341 kam es zum Fürstentum Nischni Nowgorod. 1408 wurde die Stadt durch Truppen der Goldenen Horde unter Edigü zerstört.
Im 17. Jahrhundert entstand unweit der Überreste der alten Festung die Siedlung Werchnjaja Slobodka, die später in Anlehnung an den alten Stadtnamen wieder Gorodez genannt wurde. Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war das Dorf Zentrum der altgläubigen Orthodoxie; im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einem bedeutenden Handels- und Handwerkszentrum mit Getreidehandel, Schmiede- und Gusshandwerk, Gerberei, Färberei und Lebkuchenherstellung.
1921 (nach anderen Quellen 1922) wurde das Stadtrecht verliehen.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 7.000 1926 11.200 1939 16.140 1959 27.019 1970 34.229 1979 35.727 1989 34.210 2002 32.442 2010 30.654 Anmerkung: Volkszählungsdaten (bis 1926 gerundet)
Kultur und Sehenswürdigkeiten In Gorodez ist ein Teil der Bebauung aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten, so die Erzengel-Michael-Kirche (/zerkow Michaila Archangela) von 1707 und das Haus der Dementjewa von 1864 mit reicher Holzschnitzerei.
Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum.
Seit 2007 gibt es im Grischajew-Haus ein Museum mit dem Namen "Haus der russischen Samoware", das eine umfangreiche Sammlung historischer Samoware zeigt.
In mehreren Dörfern des Rajons befinden sich verschiedene Architekturdenkmäler, so die Nikolaikirche (/Nikolskaja zerkow) von 1760 bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Nikolo-Pogost oder das Korjaginhaus von 1894 in Sawwino.
Wirtschaft In der Stadt gibt ein Motorenwerk, ein Werk für Zugmaschinen und Fahrzeuganhänger, eine Flussschiffswerft und ein Werk für Textilmaschinen.
Seit dem 19. Jahrhundert ist Gorodez für seine bemalten und geschnitzten Holzgegenstände bekannt („Gorodezer Malerei“ auf Spinnrädern, Spielzeug, Möbeln usw.), welche bis heute hergestellt werden.
Persönlichkeiten Alexander Newski (um 1220–1263), Rurikiden-Fürst, russischer Nationalheld und Heiliger der orthodoxen Kirche, starb im alten Gorodez Alexander Nogtew (1892–1947), Geheimdienstoffizier
Einzelnachweise
Weblinks
Informationsportal des Rajons und der Stadt (russisch) Gorodez auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Nischni Nowgorod Kategorie:Ort an der Wolga Kategorie:Stadtrechtsverleihung im 20. Jahrhundert