mini|Johannes Radke, 1907 Johannes Radke (* 7. August 1853 in Margonin, Provinz Posen; † 5. Juli 1938Honnefer Volkszeitung, 6. Juli 1938, S. 7 (zeitpunkt.nrw)) war ein deutscher Architekt, Baubeamter und Beigeordneter in Düsseldorf.
Leben mini|Stahlhof in Düsseldorf, Foto ca. 1909 Radke, Sohn des evangelischen Predigers Johann Friedrich Daniel Lebrecht Radke (wurde 1841 Pastor und blieb dies bis zu seinem Tode 1874), schloss die Schulausbildung im Jahr 1874 am Königlichen Gymnasium zu Bromberg mit dem Wunsch ab, das Baufach zu studieren.Programm des Königl. Gymnasiums zu Bromberg, Bromberg 1874, S. 49 (Google Books) Nach dem Studium war er in Berlin in der Bauverwaltung der Kaiserlichen Reichspost als „Kaiserlicher Postbauinspektor“ tätig, bevor er 1900 als Stadtbaurat nach Düsseldorf berufen wurde. Zwischen 1901 und 1921 war er dort auch städtischer Beigeordneter. In diesen Funktionen nahm er Einfluss auf den Bau des Hafens auf der Lausward und zahlreiche weitere Projekte, etwa die Rheinufervorschiebung, die Entwicklung des Stadtteils Oberkassel im Zuge der Elektrifizierung der Düsseldorfer Straßenbahnen (K-Bahn) und die Industrie- und Gewerbeausstellung 1902.
Er entwarf für Düsseldorf zahlreiche öffentliche Bauten. Als die wichtigsten sind zahlreiche Gebäude des Klinikumkomplexes an der Moorenstraße, der Stahlhof, das Luisen-Gymnasium sowie das Görres-Gymnasium zu nennen. Auch die alte Rheinuferpromenade einschließlich des Düsselschlösschens aus den Jahren 1900 bis 1902, von der heute noch die Uferschutzmauer, Brüstungen, Treppen, Treppengeländer, ein Altan und die Pegeluhr erhalten sind, geht auf Radke zurück. Internationale Aufmerksamkeit erlangte Radke bereits vor seiner Düsseldorfer Zeit durch die Errichtung der deutschen Ausstellungspavillons für die Weltausstellungen 1893 in Chicago (World’s Columbian Exposition) und 1900 in Paris (Weltausstellung Paris 1900).
Radke war Mitglied im Architekten-Verein zu Berlin (AVB). Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1921 wohnte er in Honnef, wo er auch auf dem Neuen Friedhof beigesetzt wurde.Honnefer Volkszeitung, 7. Juli 1938, S. 5 (zeitpunkt.nrw)
In den 1960er Jahren wurde eine Straße im wachsenden Düsseldorfer Stadtteil Garath nach Radke benannt.
Werk miniatur|Deutsches Haus auf der Weltausstellung 1893 in Chicago
miniatur|Görres-Gymnasium (1906), Düsseldorf miniatur|Luisen-Gymnasium (1907), Düsseldorf miniatur|Friedhofskapelle Südfriedhof, Düsseldorf Bauten (Auswahl) 1893: deutscher Ausstellungspavillon auf der Weltausstellung Chicago 1900: deutscher Ausstellungspavillon auf der Weltausstellung Paris 1900Johannes Radke: Das Deutsche Haus auf der Weltausstellung in Paris 1900. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg. 19 (1899), Nr. 85, S. 513–516 1900: Rheinuferpromenade in Düsseldorf-Altstadt u. a. 1902: Düsselschlösschen, Weinlokal am Burgplatz 1902–1903: Reformgymnasiums an der Rethelstraße, wurde auch Rethel-Gymnasium genannt (abgegangen, Standort war entsprechend der Schule Rethelstraße 13) 1904–1906: verschiedene Bauten des Universitätsklinikums Düsseldorf u. a. 1906: Heilig-Geist-Kapelle (Kirche des Universitätsklinikums Düsseldorf) 1904–1906: Görres-Gymnasium in Düsseldorf-Stadtmitte 1904–1906: Leibniz-Gymnasium in Düsseldorf-Pempelfort 1904–1907: Luisen-Gymnasium in Düsseldorf-Stadtmitte 1905: Friedhofskapelle auf dem Südfriedhof in Düsseldorf-Bilk 1905–1906: Leo-Statz-Berufskolleg in Düsseldorf-Unterbilk 1905–1907: Volksschule mit Badeanstalt Lindenstraße 128–130 1906–1908: Stahlhof, Verwaltungsgebäude des Stahlwerksverbands in Düsseldorf-Stadtmitte 1907: Realschule Luisenstraße in Düsseldorf-Friedrichstadt 1907–1911: Hauptfeuerwehrdepot (Feuerwache III) in Düsseldorf-Pempelfort 1908: Friedhofskapelle auf dem Stoffeler Friedhof in Düsseldorf-Oberbilk 1908–1910: Villa Wendelstadt in Bad Godesberg (Bauausführung durch Theo Westbrook) 1910–1912: Schule am Comeniusplatz (Comenius-Gymnasium, Comeniusstraße 1), Düsseldorf-Oberkassel 1911–1912: Lessing-Gymnasium in Düsseldorf-Oberbilk 1913–1914: Hauptschule Bernburger Straße in Düsseldorf-Eller 1927–1928: eigenes Wohnhaus (als Ruhesitz), genannt „Haus zur Linde“, Bondorfer Straße in Bad Honnef
Schriften Beschreibung des Schulgebäudes. (an der Rethelstraße). Bagel, Düsseldorf 1904. ()
Literatur
Karl H. Neidhöfer: Düsseldorf. Straßennamen und ihre Geschichte. Droste Verlag, Düsseldorf 1979, ISBN 3-77000-494-9. Paul Sigel: Exponiert. Deutsche Pavillons auf Weltausstellungen. Verlag für Bauwesen, Berlin 2002, ISBN 3-34500-734-7.
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