__NOTOC__

Dies ist eine Liste speziell seemännischer Fachausdrücke (neben Soziolekten auch umgangssprachliche Ausdrücke) nebst Erläuterung, die an Bord von see- und binnen-gängigen Schiffen benutzt werden (siehe auch Portal:Schifffahrt; es enthält ein Verzeichnis von Artikeln zum Thema Schifffahrt).

N mini|Signalflagge – N mini|Winkeralphabet – N Schlüsselwort: November [] nach und nach Redewendung für eine Arbeit, die man allmählich erledigt Nachen kleines Beiboot auf Binnenschiffen nachlaufende See Bewegung der Wellen in Fahrtrichtung des Schiffes Nachtsprung Navigation in klaren Nächten: Man orientiert sich am Polarstern und muss am folgenden Morgen Landmarken oder Berge der anzulaufenden Küste in Sicht haben Nadir Fußpunkt, dem Zenit entgegengesetzt Namenspräfixe werden oft bei Schiffen bzw. Kriegsschiffen benutzt Nantucket-Schlittenfahrt wenn ein harpunierter Wal das leichte Walfangboot hinter sich herschleppte Nauke das „Mädchen für alles“ bzw. der Mann an Bord, der am wenigsten zu melden hat und die schmutzigsten und gefährlichsten Arbeiten macht nasser Grund Eine Wasserschicht im Meer, die aufgrund von Temperatur- und Salzgehaltunterschieden eine höhere Dichte aufweist als die darüberliegende Schicht. Das sorgt für eine erhöhte Schallwellenreflexion an der Grenzfläche der beiden Schichten, so dass die Entdeckung eines U-Bootes unterhalb der Grenzfläche durch oberhalb befindliche Wasserfahrzeuge erschwert ist. Ein U-Boot kann außerdem bei sehr leichtem Abtrieb auf einem nassen Grund liegen wie auf festem Meeresgrund.Jürgen Gebauer, Egon Krenz: Marine-Enzyklopädie - Von A bis Z. Tosa Verlag, Wien 2003; ungekürzte Lizenzausgabe der RM Buch u. Medien Vertriebs GmbH u. der angeschl. Buchgemeinschaften; Buch Nr. 003765 nautisches Dreieck das Dreieck zwischen Zenit, Himmelsnordpol und einem Stern; ein wichtiges Hilfsmittel der sphärischen Astronomie zur Bestimmung der momentanen Position des Sterns Navigation „Steuermannskunst“ zur See (Nautik), zu Land und in der Luft NCSAbk. für Network Coordination Station; schaltet Land-Erdfunk-Stellen (LES) und Schiffs-Erdfunk-Stellen (MES für mobile earth station) frei Nebelglocke akustisches Schifffahrtszeichen zur Unterstützung der Navigation bei schlechter Sicht, bzw. Nutzung der Schiffsglocke bei Nebel mini|Nebelgong auf dem Museumsschiff Dresden Nebelgong Ein akustisches Signal bei Nebel Nebelhorn Signalhorn zur Erzeugung von Schallsignalen (Nebelsignalen) Neptun römischer Gott der Meere, kommt bei der Äquatortaufe an Bord mini|Netzbrook Netzbrook Ladungsnetz Netzinspektor ein Leichnam im Schleppnetz Netzreiter kleine Netzboje mit Flagge oder Licht Netzspill Reepspill mit oben aufgesetzter Antriebsmaschine zum Einholen des Netzes neunschwänzige Katze Schiffspeitsche NfS Abkürzung für „Nachrichten für Seefahrer“ niederentern auch abentern, von einem Mast herunterklettern Niedergang steile, schmale Treppe in die unter Deck gelegenen Räume in Schiffen Niederholer 1. ein Flaschenzug, der den Baum nach unten zieht 2. Tau zum Niederholen (Einholen) der dreieckigen Klüver- und Stagsegel Nietenzähler übergenauer Schiffsoffizier Niña (spanisch für Mädchen) Name eines der drei Schiffe, mit denen Kolumbus den Weg nach Indien entdecken wollte Nipptide die flachere Tide zur Zeit des Halbmondes, also relativ niedrige Hochwasser und relativ hohe Niedrigwasser Nixe Seejungfrau, weiblicher Wassergeist NN Normalnull, veraltetes Höhenbezugssystem der deutschen Landesvermessung, durch Normalhöhennull abgelöst. Für Seeleute ist das Seekartennull relevanter. Nock 1. Ende von Spieren (Baumnock, Rahnock) 2. Außenbereich der Brücke an Backbord und Steuerbord (Brückennock) Nordlicht 1. in nördlichen Zonen durch den Sonnenwind hervorgerufene Lichterscheinungen, das Polarlicht 2. scherzhaft für Bewohner Norddeutschlands Nordsee-Garage die Fregatten der Bremen-Klasse der Deutschen Marine Normann quer durch den Pollerkopf gesteckte Eisenstange Northwester 1. Nordwestwind 2. Ölzeug bestehend aus Ölhose, Öljacke und Südwester (Mütze) Notsignal Notruf in Form von Schallzeichen oder Lichtzeichen Nüsterplünn Taschentuch

O mini|Signalflagge – O mini|Winkeralphabet – O mini|Oktant mini|Oscar: Mann-über-Bord-Dummy Schlüsselwort: Oscar [] O.S. ordinary seaman. Der O.S. entspricht international dem deutschen Decksmann oder Leichtmatrosen, im Gegensatz zu A.B. O.S. wird hinter den Namen der Seeleute in die Musterrolle geschrieben. Oberfeuer hochgelegenes Leuchtfeuer, der – zusammen mit dem Unterfeuer in eine senkrechte Peilung gebracht – die Lage einer Fahrrinne markiert Oberlicht ein ausstellbares Bullauge oder Fenster auf Decksaufbauten über der Kajüte oder dem Maschinenraum OBO-carrier ore bulk oil carrier: Mehrzweckschiff, das wechselweise Massen-Schüttgut (z. B. Getreide, Kohle, Erze usw.) oder Öl transportieren kann Obstn Abk. für Obstruction, Obstacle in Seekarten: Hindernis, Behinderung, Versperrung, Blockierung Occ Abk. für Occulting, unterbrochene Leuchtfeuer, in Seekarten OCCAbk. für Operation Control Centre Ochsenauge ein Stück blauer Himmel, oftmals im Zentrum eines Tropensturms sichtbar

Odde eine schlanke, ins Meer ragende Landzunge Oktant Winkelmessinstrument; das Grundgestell hat die Form eines Achtel-Kreisaussschnitts, Vorläufer des Sextanten Ölkuchen Rückstände, die beim Trankochen übrigbleiben, werden als Viehfutter verwertet Öltagebuch Nachweis über die Behandlung und den Verbleib von Ölrückständen

Ölzeug, auch Ostfriesennerz oder Friesennerz wasserdichte Oberbekleidung für Seeleute Onager einarmige Schleudermaschine auf antiken römischen Kriegsschiffen für Steinkugeln oder Felsbrocken Öringskette Kette vom O-Ring an der Krone eines Stockankers Orlog Krieg Orlogschiff Kriegsschiff Orlopdeck das unterste Deck eines Schiffs Oscar Name eines schwimmfähigen Dummys, der zur Übung von Mann-über-Bord-Manövern dient. Im Flaggenalphabet hat die Flagge O die Bedeutung „Mann über Bord“. ösen, ötzen, auch ausösen das Lenzen eines Bootes mit dem Ösfass Ösfass kleines schaufelartiges Gefäß zum Lenzen kleiner Wassermengen Ost-/Nordsee-Rocker Schnellbootfahrer der Bundesmarine Ostfriesennerz Segelbekleidung (Regenschutzbekleidung), wasserdichte Jacke der 1970/80er Jahre aus Rayon/PVC mit Kapuze, meistens in Gelb

P mini|Signalflagge – P mini|Winkeralphabet – P Schlüsselwort: Papa [] Päckchen 1. das Festmachen mehrerer Schiffe längsseits nebeneinander 2. Kleidungsstücke Packeis die am häufigsten vorkommende Art von Meereis, besteht aus aufeinander geschobenen Eisschollen Paddel dienen der Fortbewegung eines Kanus mittels Muskelkraft Paddelkasten Spottname für einen Raddampfer Padrão portug. Kolonialsäule, wurde von portugiesischen Entdeckern an Bord ihrer Schiffe mitgeführt. An markanten neu entdeckten Punkten wie Kaps oder Flussmündungen ließen die Kapitäne unter das Christuskreuz und das Wappen von Portugal noch Namen und Datum in den Stein meißeln Pagaie kurzes Stechpaddel Palaver Besprechung, nicht endendes Gerede Pallen Abstützungen beim Schiffbau mini|Panamaklüse eines Frachtschiffs mini|Backen von Streuselkuchen – den Panzerplatten Palstek seemännischer Knoten Pan-Pan Dringlichkeitsmeldung im Funkverkehr von Schiffen, Flugzeugen oder anderen Fahrzeugen (im Gegensatz zu einer Notmeldung) Panamaklüse eine spezielle Klüse zur sicheren Schleusung während der Passage des Panamakanals Panikwinkel Krängungswinkel kleinerer Fahrgastschiffe, der von den Fahrgästen durch Zusammenströmen auf einer Schiffsseite selbst verursacht wird, beginnt unter den Fahrgästen Unruhe auszulösen. Der Panikwinkel liegt bei etwa 12° Schlagseite. Pantry 1. Bordküche einer Yacht 2. Speisekammer bzw. Anrichte auf Schiffen Panzerplatten 1. Streuselkuchen, der meistens am Sonntag und Donnerstag (Seemannssonntag) gebacken wurde 2. bei der Marine auch Backfisch Papageienmast kleiner Besanmast auf Feuerschiffen Papageienstock Ausleger zur Befestigung des Besansegels Pappelallee von Tonnen oder Pricken begrenzte Fahrrinne Pardune schräg nach achtern geführtes Tau zur Abstützung der Masten Part Besitzanteil an einem Handels- oder Fischereischiff Partenreederei Gesellschaftsform des deutschen Seehandelsrechts Partikulier Lastenführer mit eigenem Lastkahn auf Binnengewässern Passat gleichmäßig wehende Winde nördlich (Nord-Ost Passat) und südlich (Südost-Passat) des Äquators, hervorgerufen durch Luftdruckunterschiede und die Corioliskraft Patch ein auf ein altes Segel aufgesetzter Flicken Patenthalse wenn das Heck bei achterlichem Wind durch unachtsames Steuern oder schwere See durch den Wind geht, schlägt der Baum plötzlich auf die andere Schiffsseite. Tödliche Gefahr für Yachtsegler durch Kopfverletzungen oder Über-Bord-Gehen; Vermeidung durch Bullenstander. mini|Peildeck mit Magnetkompass Pavian Spottname für den Seemann, der Wache hält, wenn das Schiff vor Anker liegt Peildeck oberstes Deck oder Decksteil, auf dem der Magnetkompass steht Peilstock Messstab aus vierkantigem Metall an einer langen Leine zum Erfassen von Tankinhaltsmengen. Um auch leichte Krümmungen im Peilrohr passieren zu können, besteht der Peilstock aus kurzen Gliedern, die mit Gelenken miteinander verbunden sind. Persenning wasserdichte Abdeckplane Petschel auf Segelbooten die Bezeichnung für ein Stechpaddel (Verb: petscheln) Pfahlmastschoner Segelschoner ohne Stengen Pfahlprobe Messung der Abgabeleistung einer Maschine im festgemachten Zustand (Zuglastmessung) mini|Pfannkucheneis mini|Walfänger Lagoda mit Pfortenband mini|Steuerstand einer Segelyacht mit selbstlenzender Plicht mini|Pod-Antrieb Pfannkucheneis dünne Eisscheiben auf dem Wasser Pfauenschwanz durch sehr schnell laufende Propeller hochgeschleudertes Wasser mit Sprühwasser Pfeifen und Lunten aus! Befehl zur Beendigung der Freizeit an Bord von Marine-Schiffen Pfortenstreifen (Pfortenband) aufgemaltes schwarz-weißes Band bei alten Segelschiffen, eher als Nelson-Bemalung bekannt Pfriem eine stark gekrümmte Nähnadel Pidgin-English als gebrochen wahrgenommenes Englisch untermischt mit chinesischen und malaiischen Wörtern, ggf. bereits eine Kreolsprache Piek vorderster (Vorpiek) und hinterster (Achterpiek) Raum eines Schiffes (s. Kabelgatt); bei Seeschiffen stets ein Tank Piepel Leute an Bord (von englisch people) Pilke Angelhaken für die Dorschfischerei Pinasse kleiner Bootstyp bis ca. 15 m Länge Pinne Steuer-Stange, an deren hinterem Ende das Ruder befestigt ist. Bei kleineren Booten die Regel; Alternative: Steuerrad. Pirat 1. Seeräuber (von griech. peirates = Abenteurer) 2. Name einer nationalen Segelbootsklasse Planke starkes Brett (Bohle oder Diele) Plankengang Planken einer Lage Plankengehen Über die Planke gehen, Hinrichtungsmethode von Piraten platt vor dem Wind segelt ein Schiff, wenn es den Wind genau von hinten hat Plattgatter Boot oder Schiff mit flachem Heck, im Unterschied zu Spitzgatter oder Rundgatter Plätteisenformschiff ein Themse-Kohlenschiffstyp Plattfuß In der Segelschiffszeit die Wache von 16:00 h bis 20.00 h; aufgeteilt in 1. Plattfuß von 16:00 h bis 18:00 h, 2. Plattfuß von 18:00 h bis 20:00 h. Diese beiden Kurzwachen wurden beim vierstündigen Wachrhythmus eingeschaltet, um zu vermeiden, dass dieselben Seeleute stets die gleichen Wachzeiten hatten. Plicht (umgangssprachlich auch als Cockpit bezeichnet) Teil an Deck eines Sportbootes mit offenem Steuerstand und Sitzbänken plieren gucken Plumpudding Walfängerausdruck für den Zungenschleim von Walen Plünnen nennt der Seemann seine Segel, aber auch sein Zeug, seine Kleidung Plünnen-Peters Spitzname für die Hamburger Reederei H. Peters, die für uralte und sehr einfache Schiffe bekannt war (Plünnen = Lumpen)