Das Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen (kurz: FG) wird von 734 Schülerinnen und Schülern besucht, die von 70 Lehrkräften unterrichtet werden. Ihren heutigen Namen erhielt die Schule 1933 und ist nach dem Gründer Fürst Joseph Wenzel zu Fürstenberg benannt.
Geschichte Im Jahre 1778 wurde die Schule von Fürst Joseph Wenzel zu Fürstenberg gegründet. Im Gründungsjahr war die Schule mit drei Lehrkräften besetzt.
Im Jahre 1807 wurde die Schule der großherzoglich badischen Regierung unterstellt. Dank der Existenz von Schulfonds konnte 1810 knapp eine Auflösung verhindert werden. 1837 wandelte sich das bislang sechsjährige Gymnasium in ein siebenjähriges um. 1872 wurde die Schule zum Progymnasium umbenannt und 1903 schließlich zum neunjährigen (Voll-)Gymnasium erweitert. 1904 konnte somit der erste Abiturjahrgang seine Reifeprüfung an dieser Schule ablegen. Von Juni 1930 bis zu den Sommerferien 1931 leitete der spätere badische Staatspräsident Leo Wohleb als Direktor die Schule. Seinen heutigen Namen erhielt das Gymnasium 1933. Nach Kriegsende wurde der Unterricht im November 1945 im damaligen Volksschulgebäude mit 40 Schülern wiederaufgenommen. 1970 zog die Schule nun aufgrund stetig wachsender Schülerzahlen ein drittes und letztes Mal an ihren heutigen Standort in der Humboldtstraße um.
Das Gymnasium gehört zu den Schulen in Baden-Württemberg, die das achtjähriges Gymnasium (G8) bereits im Schuljahr 2003/2004 eingeführt haben. Im darauf folgenden Schuljahr 2004/2005 wurde dieser Standard auch an den restlichen baden-württembergischen Schulen umgesetzt. Seit dem Schuljahr 2007/2008 besteht im Rahmen des IZBB-Programms ein ergänzendes offenes Ganztagesangebot aus ca. 25 Arbeitsgemeinschaften, Hausaufgabenbetreuung, Mittagspausensport oder der Arbeit in der Schulbibliothek. Ebenfalls besteht die Möglichkeit für ein warmes Mittagessen in der schuleigenen Mensa.
In den Jahren 2010–2016 wurde das Schulgebäude auf Basis eines von Lehrerkollegium, Schülern und Eltern gemeinsam ausgearbeiteten pädagogischen Konzeptes für 9,6 Millionen Euro umfassend saniert.
Mit dem Schuljahr 2025/2026 wurden die Klassenstufen 5 und 6 wieder auf den neunjährigen Bildungsgang zum Abitur (G9) umgestellt.
Profile Das Gymnasium wird als offene Ganztagesschule betrieben und unterrichtet ab Jahrgangsstufe 8 zwei Profile. Ein naturwissenschaftliches Profil mit dem Fach Naturwissenschaft und Technik als neuem Hauptfach und ein sprachliches Profil mit Spanisch. Die Fremdsprache Griechisch, Erbe der humanistischen Tradition der Schule, ruht seit dem Jahr 2015.
Schulfahrten Schullandheim Alle Schüler der Klassenstufe 6 fahren zum Ende des Schuljahres für fünf Tage ins Schullandheim. Ziele sind dabei stets die ländlichen Regionen Baden-Württembergs. Neben der Erkundung der Gegend vor Ort stehen bei diesen Fahrten die gezielte Förderung der Klassengemeinschaft und der sozialen Kompetenzen der Schüler im Mittelpunkt.
Schüleraustausche und landeskundliche Fahrten Interkulturelles Lernen ist zentraler Bestandteil des Schulcurriculums am Fürstenberg-Gymnasium. Dem tragen wesentlich auch die vielfältigen und z. T. langjährigen internationalen Beziehungen, welche durch die Schule gepflegt werden, Rechnung. Austausche und landeskundliche Fahrten ermöglichen es, in jene Länder zu reisen, deren Sprachen am Fürstenberg-Gymnasium unterrichtet oder als Arbeitsgemeinschaft angeboten werden, ebenso zeugen sie vom Kontakt mit den Partnerstädten Donaueschingens. +LandStadt/RegionPartnerBestand seit …TypTurnusKlasseAnmerkungenFrankreichMillau/CevennenCollege Marcel Aymard1974Sprache, Kulturjährlich8Austausch: Schüler leben in Gastfamilien des PartnersUSARowlett/TexasRowlett High School2010Sprache, Kultur, Projektarbeitenzweijährig10+11Austausch: Schüler leben in Gastfamilien des Partners, gemeinsame Arbeit an curricularen ProjektenRussische FöderationRostov am DonLyceum Nr. 142013Projekte, Kulturzweijährig10+11Austausch: Schüler leben in Gastfamilien des Partners; Schüler aus Russland lernen z. T. Deutsch, im Fokus des Austausches stehen interkulturelle Erfahrungen und gemeinsame curriculare ProjekteSpanienAlhendin b. Granada/AndalusienInstituto de Ensenanza Segundaria2014Sprache, Kulturjährlich10Austausch: Schüler leben in Gastfamilien des PartnersJapanKaminoyamaStadt Kaminoyama2000Kulturzweijährig10–12Teil der Städtepartnerschaft, Teilnehmer werden in der Japan-Arbeitsgemeinschaft der Schule vorbereitet, Austausch: Schüler leben in Gastfamilien des PartnersChileVina del MarColegio Aleman de Valparaiso2010Sprache, Kulturjährlich10+11Schüler leben für drei Monate in Gastfamilien, besuchen während Aufenthalt die SchuleGroßbritannienSüdengland und London2006Sprache, Kulturjährlich9landeskundliche Fahrt, Unterbringung vor Ort in GastfamilienItalienRom2013Kulturjährlich8landeskundliche Fahrt Latein, Unterbringung in Jugendherbergen
Seit den 1970er Jahren bestanden teils über lange Zeit weitere Austausche mit Großbritannien (Fochabers/Schottland, Wadebridge, Leominster, Scarborough), Frankreich (Saverne, La Reunion), USA (Troy/NY), Australien und eine Drittortbegegnung mit der Kanadischen Schule in Lahr. Diese Programme wurden allerdings nicht bis heute fortgeführt.
Studienfahrten in der Kursstufe (Klassen 11 und 12) werden sowohl fachlich gebundene als auch überfachliche mehrtägige Exkursionen und Studienfahrten durchgeführt (in den letzten Jahren u. a. Bremerhaven, Leipzig, Saarland, London, Ijsselmeer, Barcelona, Kroatien, Rom …).
Schulpartnerschaft mit Andrapengy (Madagaskar) Im Zuge der UNICEF-Aktion „Schule für Afrika“ des Jahres 2005 beschloss die SMV des Fürstenberg-Gymnasiums, fortan die Dorfschule in Andrapengy im Nordosten Madagaskars zu unterstützen. Dies erfolgt im Rahmen regelmäßig stattfindender Spendenaktionen wie z. B. dem jährlichen Weihnachtsbazar. Die Schüler in Donaueschingen erfahren im Rahmen dieser Zusammenarbeit mehr über Land und Leute auf Madagaskar und entwickeln Sensibilität für die Umstände, mit denen wenig entwickelte Länder auf dieser Erde konfrontiert werden.
Projekte „Schwächen schwächen“ und Hausaufgabenbetreuung Bei diesen beiden Projekten handelt es sich um schuleigene Konzepte zur Unterstützung der Schüler. Nachdem 2007 bereits mit den ersten Überlegungen für eine Umsetzung begonnen wurde, so konnte damit, von der „Qualitätsoffensive Gymnasium“ des Landes Baden-Württemberg profitierend, im November 2008 begonnen werden. Bei „Schwächen schwächen“ werden durch die Schule leistungsstarke Schüler der Klassen neun bis 13 pädagogisch und fachlich geschult und im Anschluss daran Kleingruppen aus Schülern der darunterliegenden Klassen zugeteilt. Der Kostendeckungsbetrag fällt durch das Prinzip der Kleingruppen geringer aus als bei herkömmlicher Nachhilfe. Bei der Hausaufgabenbetreuung hingegen werden jeweils zwei Schüler-Tutoren (zuständig für Mathematik und Fremdsprachen) einer gesamten Klassenstufe zugewiesen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei Unklarheiten fachliche Hilfe einzuholen. Bei diesem Konzept entstehen den Schülern dank der Gelder aus der „Qualitätsoffensive Gymnasium“ keinerlei Kosten. Beide Hilfsprogramme sind gezielt auf die Fächer Mathematik, Englisch, Französisch und Latein angesetzt, da sich in diesen Fächern bei der im Schuljahr 2007/2008 durchgeführten Evaluation ein erhöhter Bedarf feststellen ließ und dieser somit als Ansatzpunkt für ein schulweites Hilfsprogramm aufgefasst wurde. Derzeit erfahren die beiden Programme einen Zulauf von rund 120 Schülern der Klassen fünf bis neun.
Campus FG Bei dem Projekt Campus FG handelt es sich um eine wissenschaftliche Vortragsreihe, die sowohl die Bereiche der Naturwissenschaften als auch die der Geisteswissenschaften abdeckt. Für die Vorträge, welche im Zwei- bis Dreimonatstakt abgehalten werden, lädt sich die Schule Experten von Universitäten oder aus der Wirtschaft ein. Durch diese Initiative möchte das Fürstenberg-Gymnasium Schülern, Eltern und auch anderen Bürgern aus Donaueschingen und Umland einen kostenfreien und einfachen Zugang zu den jeweiligen Themengebieten verschaffen und versucht hiermit auch den im Leitbild definierten Leitlinien gerecht zu werden.
Persönlichkeiten Bis zum Jahr 1928 beruhen die Angaben, falls nicht anders angegeben, auf der Schulchronik von Andreas Hund.
Ehemalige Schüler Joseph von Laßberg (Abschluss um 1785), Germanist und Schriftsteller Joseph Lukas Meyer (vor 1791), Benediktiner, Pfarrer, Lehrer und Heimatforscher Joseph Rehmann (Abitur um 1795), deutscher Arzt (ab 1814 Leibarzt des Zaren), Pharmazeut und Leiter des Zivilmedizinalwesens in Russland Joseph Merk (Abitur um 1795), Rat am Hofgericht in Freiburg und am Innenministerium, badischer Politiker und Historiker Johann Nepomuk Schelble (1803–1807), Dirigent, Komponist, Sänger und Pädagoge; Gründer des Cäcilienchors in Frankfurt, Pionier der Aufführung von Werken Johann Sebastian Bachs Johann Nepomuk Zwerger (Abitur um 1810), deutscher Bildhauer und Hochschullehrer Friedrich von Laßberg (Abschluss 1812), Politiker und Rechtshistoriker Anton von Stabel (Abitur um 1822), Jurist und badischer Staatsmann, Initiator der badischen Kirchengesetzgebung und der liberalen Gerichtsverfassung Ludwig Kirsner (Abitur um 1826), Apotheker und Politiker Friedrich Karl I. zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1823–1828), Fürst Andreas Willmann (Abschluss um 1835), Jurist, ein Anführer der Badischen Revolution 1848/1849, Wahlkämpfer für Abraham Lincoln und Ulysses S. Grant, Gründer und Vizepräsident der Stadtsparkasse New York Karl Roth von Schreckenstein (1835–1838), Archivar und Historiker Karl Feederle (1840er Jahre), deutscher Maler und Lithograf Wilhelm Kalliwoda (Abschluss 1843), Komponist, Musiklehrer und leitender Kapellmeister der Badischen Staatskapelle am Hoftheater in Karlsruhe. Julius Diefenbach (1844–1848), Ingenieur, württembergischer Beamter und Mitglied des Reichstages Gottfried Nägele (vor 1860), Pfarrer und Naturforscher Wilhelm Gleichauf (um 1870), liberaler Arbeiterführer und Politiker Wilhelm Vittali (um 1875), Architekt des Jugendstils Conrad Gröber (1883), Geistlicher, Bischof von Meißen und Erzbischof von Freiburg Albert Funk (1887–1979), deutscher Apotheker, Prähistoriker und Heimatforscher Emil Ketterer (Abitur 1905), deutscher Arzt, Politiker (NSDAP) und Sportfunktionär Paul Revellio (Abitur 1905), Gymnasialprofessor und Heimatforscher sowie Stadtarchivar und Kustos des Stadtarchives Villingen Siegfried Czerny (Abitur als Externer 1907), deutscher Maler Fitz Kaiser (1907–1909), Landschafts- und Bauernmaler Richard Moering (Abitur 1912; Pseudonym Peter Gan), Schriftsteller Hermann Oskar Biesenberger (Abitur als Externer 1912), deutscher Chefredakteur und Verleger Gustav Gihr (Abitur 1913), Offizier, zuletzt Generalmajor im Zweiten Weltkrieg Lukas Leiber (Abitur 1914), deutscher Forstbeamter Felix Wankel (1911–1915), Erfinder des Wankelmotors Otto Wacker (Abitur 1917), NS-Erziehungsminister Badens Max Rieple (Abitur 1920), Kaufmann in Donaueschingen, Schriftsteller und Übersetzer, Mitbegründer der Donaueschinger Musiktage nach dem Zweiten Weltkrieg, auf der Website des Fürstenberg-Gymnasiums Donaueschingen. Wisso Weiß (Abitur 1923), deutscher Papierhistoriker und Wasserzeichenforscher Karl Siegfried Bader (Abitur 1924), Rechtshistoriker und Kirchenrechtler Karl Holzschuh (Abitur 1928), Amtsgerichtsrat in Darmstadt, erregte weltweit Aufsehen („Schokoladenrichter“) durch wegweisende Urteile im Jugendstrafrecht Max Joseph Metzger, Priester des Erzbistums Freiburg, für seine Überzeugungen 1944 hingerichtet Hans Eisele (Abitur 1931), SS-Hauptsturmführer und deutscher KZ-Arzt Elisabeth Stierle (Abitur 1939), Pädagogin, Stifterin an die Bürgerstiftung Donaueschingen und Namensgeberin des Preises für ausgezeichnete Schulleistungen Kurt Leichtweiß (Abitur 1945), Mathematiker, Professor für Differentialgeometrie an der TU Berlin und der Technischen Hochschule Stuttgart