Das Schauspiel Zentrum Köln (ehemals Deutsches Zentrum für Schauspiel und Film) ist eine 1994 gegründete, staatlich anerkannte Berufsfachschule für Schauspieler in den Bereichen Theater, Film und Fernsehen. Gelehrt werden die Schauspielmethoden unter anderem nach Michael Tschechow, Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, Stella Adler, Uta Hagen, Sanford Meisner, Lee Strasberg und Bertolt Brecht. Schulleiter war seit 2006 der Schauspieler Arved Birnbaum († 2021). Seit November 2021 leitet seine Frau Sabine Birnbaum das Schauspiel Zentrum weiter.

Geschichte Gegründet wurde die Schule 1994 unter dem Namen „Zentrum für Schauspiel, Tanz und Bewegung“ von der Regisseurin und Schauspieldozentin Gisela Olroth-Hackenbroch. Die Schule befand sich zunächst in der Ahl Poller Schull, einem denkmalgeschützten, 1846 erbauten Gebäude im rechtsrheinischen Kölner Stadtteil Poll. Einige Jahre nach der Schuleröffnung gründete Olroth-Hackenbroch zudem das Theater Das Spielbrett, um Schülern eine Bühne zur Verfügung zu stellen.

2006 übernahm der Schauspieler Arved Birnbaum die Leitung, während Olroth-Hackenbroch bis heute als Gast-Dozentin fungiert. Im gleichen Zuge benannte man die Schule in „Deutsches Zentrum für Schauspiel und Film“ um. 2012 zog die Einrichtung dann in die ehemaligen MMC-Studios nach Hürth und erhielt mit „Schauspiel Zentrum“ erneut einen anderen Namen. Das vormalige Filmstudio-Gelände nahe Köln beherbergte die Schule bis 2018 und ermöglichte Erweiterungen des Ausbildungsangebots.

Seit Anfang 2018 befindet sich die Schule auf der Severinstraße im gleichnamigen Viertel Kölns.

Ausbildung Angeboten wird eine praxisorientierte Berufsausbildung, in der die Schüler früh an Theater- und Filmprojekten arbeiten. Dabei arbeitet das Zentrum mit den Regieklassen der Kunsthochschule für Medien Köln zusammen. Für die Vorführungen von Projektarbeiten der Studierenden steht dem Zentrum das eigene Theater und Kino sowie das Odeon Kino Köln zur Verfügung. Zusätzlich gewähren Projekte mit der Filmstiftung NRW zusätzliche Einblicke in die rheinische Film- und Fernsehlandschaft.

Sich selbst als „Schule fürs Leben“ bezeichnend, setzt das Schauspiel Zentrum laut eigener Aussage einen Fokus auf die Persönlichkeitsentwicklung und -stärkung der Schüler und vermittelt gleichermaßen die handwerklichen Fähigkeiten des Schauspiels.

Zitat

Inhalte Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und endet bei bestandener Abschlussprüfung mit der „Bühnenreife“. Während der Ausbildung haben die Auszubildenden Anspruch auf Schüler-BAföG, welches nicht zurückgezahlt werden muss. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in den Bereichen Schauspiel (Theater) und Film.

Abendklasse Seit 2013 bietet das Schauspiel Zentrum eine Abendklasse an, in der Quereinsteiger die nebenberuflich das Handwerk des Schauspiels erlernen können. Die Teilnehmer absolvieren ebenfalls die Abschlussprüfung und schließen mit der „Bühnenreife“ ab.

Open Stage (Schnupperkurs) & Probemonat Die Open Stage (Schnupperkurs) und ein Probemonat ermöglichen zudem im Rahmen von Probetagen eine Teilnahme auf Probebasis.

Fächer & Dozenten In den Studienjahren besteht der Unterricht in unterschiedlicher Zusammensetzung aus den Fächern verschiedener Themengebiete.

Bereich Schauspiel und Film: Grundlagen Schauspiel, Improvisation, Monolog- und Szenenstudium, Filmpraxis und Regiearbeit, Elemente aus Theatersport, Sprecherziehung, Gesang

Bewegung: Ballett, Modern Dance, Tai-Chi, Kampfsport, Stunt

Theorie: Theaterwissenschaften, Filmgeschichte, Deutsch, Politik, Geschichte, Drehbuchentwicklung

Zusatzmodule: Musical, Synchronisation, Hörspiel, Ästhetik in der Improvisation, Postproduktion, Typisierung

Zu den Dozenten gehören unter anderem:

Luca Zamperoni (Film- und Regiearbeit) Sinan Akkuş (Film- und Regiearbeit) Jutta Dolle (Schauspiel, Szenenstudium) Nicole Kersten (Schauspiel, Szenenstudium) Claus Thull-Emden (Schauspiel, Szenenstudium) Jens Kipper (Monologe und Typisierung) Dada Stievermann (Improvisation) Ronny Miersch (Improvisation, Schauspiel) Roland Leyer (Stunt)

Ehemalige und wiederkehrende Dozenten sind unter anderem Hendrik Martz (Typisierung) Susanne Uhlen (Szenenstudium), Sebastian Ko (Regie), Uli Hoch (Szenenstudium), Yvonne Racine (Szenenstudium), Uwe Boll (Regie), Jan Martin Scharf (Regie)

Absolventen Zu den Absolventen zählen unter anderem:

Patricia Freund (Dahoam is Dahoam) Karsten Jaskiewicz (Regie: Cooking Akademie und Alles was zählt) Daniel Rodic (Der Lehrer, Donna Leon, Alarm für Cobra 11) Elmira Rafizadeh (Tatort, Wilsberg, Teheran Tabu) Johannes Ahn (Ein Hologramm für den König, Wir sind die Welle, Bad Banks) Fabienne Hesse (Wilsberg, Der Lehrer, Die Erfindung der Liebe, Synchronsprecherin) Anna Angelina Wolfers (Sturm der Liebe, Alles was zählt, Rosamunde Pilcher) Katharina Gast (Moderatorin und Synchronsprecherin, Tigerenten Club) Andreas Grusinski (Inglorious Basterds, Der Baader Meinhof Komplex) Anne Bolik (Die Inselärztin, SOKO München, Inga Lindström) Karsten Jaskiewicz (Musical Hinterm Horizont), Regie: Cooking Academy

Weblinks Offizielle Website

Einzelnachweise

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