mini|hochkant=1.6|Topographische Karte der Gemeinde Inzlingen mit Gemeindegrenzen mini|Luftansicht von Ober-Inzlingen mini|Luftansicht von Unter-Inzlingen Inzlingen (alemannisch: „Inzlige“) ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Die Gemeinde bildet mit Lörrach eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft, ist jedoch kein Teil des Stadtgebietes. Das Inzlinger Wasserschloss ist das bekannte Wahrzeichen des Ortes und hat aufgrund überregionalem Bekanntheitsgrad auch Wahrzeichencharakter für den gesamten Landkreis.

Geografie Lage Inzlingen liegt im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz und grenzt direkt an die Schweiz. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von am westlichen Ortsausgang bis an der südlichen Gemeindegrenze. Nach Norden wird Inzlingen von dem schmalen Schweizer Territorium Eiserne Hand von der Stadt Lörrach getrennt. Das besiedelte Gebiet erstreckt sich hauptsächlich in Ost-West-Richtung und verläuft entlang des Inzlinger Tals.

Geologie Westlich einer großen von Lörrach nach Degerfelden ziehenden Verwerfung ist die Muschelkalktafel des Dinkelbergs stärker herausgehoben. Außerdem lässt sich eine leichte Aufwölbung der Gesteinsschichten um Inzlingen nachweisen. Die Achse dieses Sattels (einer Antiklinale) verläuft etwa West-Ost-Richtung im Inzlinger Talraum. Im Bereich dieser Antiklinale konnte die Erosion nicht nur den Muschelkalk abräumen, sondern erreichte auch den darunter lagernden Buntsandstein, in dem sich das Dorf angesiedelt hat, und der hier bis zu einer Höhe von über 370 m ansteht. Auf der Gemarkung gab es früher zahlreiche Buntsandsteinbrüche, in denen die sehr witterungsbeständigen verkieselten Bänke des Mittleren und die feinkörnigeren, gut zu bearbeitenden des Oberen Buntsandsteins (z. B. für Fenstergewände) gebrochen wurden.

In den das Dorf umgebenden Hängen folgen über dem Buntsandstein Unterer und Mittlerer Muschelkalk und darüber, steilere Hänge bildend, die Bänke und Platten des Oberen Muschelkalks. Während Unterer und Mittlerer Muschelkalk kaum aufgeschlossen sind, geben alte Steinbrüche (Buttenberghalde, Ersteltal) einen Einblick in die teils gebankten, teils plattigen Kalke des Oberen Muschelkalks. Am Klaislerhang (489 Meter) über dem Wasserschloss deuten unruhige Geländeformen auf die im Mittleren Muschelkalk häufigen Hangverschlipfungen hin.

In dem kleinen Tälchen zwischen Klaisler und Unterloh-Fuchshalde erreicht einer der schmalen Keupergräben, die für den südwestlichsten Dinkelberg charakteristisch sind, die Inzlinger Gemarkung. Es handelt sich bei diesen um in das Muschelkalkplateau eingesenkte, mit Keupersedimenten gefüllte Keilgräben, die auf zerrende Kräfte hindeuten, die im Zusammenhang mit der Rheingrabenbildung in der Tertiärzeit wirksam waren. Über Inzlingen endet die Keuperfüllung etwa 500 m oberhalb der Talmündung. Die Grabenstruktur innerhalb des Oberen Muschelkalks lässt sich aber in der Landschaft (Rodegasse im Tälchen) weiterhin erkennen.

Die Gemarkung greift im Nordosten über die eingangs erwähnte Lörracher-Degerfelder Verwerfung hinaus in den sog. Zentralen Dinkelberggraben, in dem sich flächenhaft Keuper erhalten hat. Es sind vorwiegend rote Tone und Mergel, die auf dem Dinkelberg weithin dem Wald überlassen wurden. Ebenfalls bewaldet blieben die steilen Hänge und vielfach auch die wasserarmen Hochflächen des Oberen Muschelkalks.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden grenzen an Inzlingen: Lörrach, Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen. Sie liegen alle im Landkreis Lörrach in Deutschland. Weiter grenzt Inzlingen an Bettingen und Riehen, die beide im Kanton Basel-Stadt in der Schweiz liegen. Mit der Gemeine Riehen hat Inzlingen einen gemeinsamen Grenzübergang.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Inzlingen gehören die beiden miteinander verschmolzenen Ortskerne Oberdorf und Unterdorf, der Hof Waidhof und die Häuser Kalkwerk (vorm. Ziegelei).Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 857 Etwa 200 Meter südlich vom Unterdorf befindet sich der Langmatthof. Rund 70 % der Gemeindefläche entfällt auf Grünland, Wiesen, Weiden und Wald.

Geschichte Die Ansiedlung erhielt ihren Namen durch einen Alemannen namens Enzilo. Inzlingen bedeutet: Hof des Enzilo. Die erste Erwähnung Inzlingens datiert aus dem Jahre 1228. Die Besiedlung fand bereits deutlich früher statt, da man im Oberdorf einen Reihengräberfriedhof aus dem 7. Jahrhundert nachweisen konnte. Die Herren von Üsenberg übertrugen 1238 den Besitz der Siedlung samt der Kirche an das Kloster Wettingen. An die Markgrafen von Hachberg ist der Besitz durch Erbschaft von den Üsenberger oder den Herren von Rötteln gekommen. 1394 belehnten diese den die Ritter Reich von Reichenstein mit der hohen Gerichtsbarkeit von Inzlingen. 1511 wird das Wasserschloss in Inzlingen erwähnt und kam 1554 in den Besitz der Reich von Reichenstein. 1563 erfolgte ein Umbau von der alten Burg zu einem moderneren Schloss.

Im Jahr 1803 wurde Inzlingen zum Oberamt Rötteln zugeteilt, 1809 dann zum Bezirksamt beziehungsweise dem Landkreis Lörrach.

Inzlingen war 1995 Gewinner der Goldmedaille Unser Dorf soll schöner werden.

Schreibweise

Zeitraum Namen QuelleAlbert Krieger: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden Heidelberg, 1904, S. 1098–1099 1229 Inzilingin S. Blasien 1250, 1258 Incelingen Urkundenbuch der Stadt Basel 1267, 1287 Inzelingen Urkundenbuch der Stadt Basel 1301–1308 Inzilingen S. Blasien 1360–1370 Inczlingen Freiburg Diöcesan-Archiv 1404 Intzlingen Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 1510 Yntzlingen Domstift Basel

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl Inzlingens entwickelte sich wie folgt:leograph-bw.de: Bevölkerungsentwicklung: Inzlingen (1852–1970), abgerufen am 7. Februar 2023.statistik-bw.de: Bevölkerung nach Altersgruppen (Inzlingen), (für die Zahlen ab 1980), abgerufen am 7. Februar 2023.

+ Einwohnerentwicklung von Inzlingen Jahr Einwohner 1852 1066 1871 1049 1880 1024 1890 1045 1900 1056 1910 1005 1925 973 Jahr Einwohner 1933 1039 1939 1061 1950 1230 1956 1312 1961 1428 1970 1809 1980 2396 Jahr Einwohner 1985 2540 1987 2380 1989 2413 1990 2508 1993 2600 1995 2616 1998 2619 Jahr Einwohner 2000 2548 2005 2500 2008 2480 2010 2472 2015 2455 2020 2524 2021 2530 Jahr Einwohner 2022 2529 2023 2541 2024 2555 09.2025 2613

Religionen Der Ort Inzlingen ist römisch-katholisch geprägt, da die Reich von Reichenstein als Ortsherren katholisch blieben.

Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften verteilte sich in der Vergangenheit wie folgt:Religionszugehörigkeit 1858 und 1925: Inzlingen, zuletzt aufgerufen am 7. Februar 2023.Religionszugehörigkeit: Inzlingen, zuletzt aufgerufen am 7. Februar 2023.

Religionszugehörigkeit in Inzlingen Jahr Religion evangelisch katholisch sonstige 1858 3,7 % 96,3 % 0,0 % 1925 4,9 % 94,5 % 0,6 % 1950 16,7 % 82,2 % 1,1 % 1961 23,4 % 75,1 % 1,5 % 1970 26,4 % 71,1 % 2,5 %

Wappen Blasonierung: „Gespalten, vorne in Gold ein roter Schrägbalken, hinten in Gold eine schwarze Saufeder.“

Wappenerklärung: Der rote Schrägbalken ist der badische Schrägbalken, die Saufeder – dort schräggestellt – entstammt dem Wappen der adeligen Familie der Reich von Reichenstein. Das jetzt gültige Wappen nahm die Gemeinde im Jahr 1905 an.

Politik Bürgermeister Josef Muchenberger (1947) Richard Braun (bis 1985)Johanna Högg: Erich Hildebrand tritt nicht mehr an in der Badischen Zeitung vom 3. März 2009 (ges. 28. Dezember 2011) Erich Hildebrand (1985–2009) Marco Muchenberger (seit 2009)

Wahlen und Bürgerentscheide Gemeinderat Die Kommunalwahl vom 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,9 % (- 0,2) zu folgendem Ergebnis (mit Vergleichszahlen früherer Wahlen):Statistisches Landesamt Baden‑Württemberg – Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2024: Gemeinde Inzlingen Partei / Liste 2024 2019Statistisches Landesamt Baden‑Württemberg – Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019: Gemeinde Inzlingen 2014Badische Zeitung: Ergebnis der Kommunalwahl 2014 in Inzlingen 2009 Stimmen Sitze Stimmen Sitze Stimmen Sitze Stimmen Sitze CDU 48,6 % 6 42,9 % 5 53,1 % 6 55,2 % 7 SPD 38,3 % 4 37,4 % 5 46,9 % 6 44,8 % 5 Gemeinsam für Inzlingen 13,1 % 2 19,8 % 2 – – – – Wahlbeteiligung 68,9 % 69,1 % 60,2 % 60,1 %

Kreistag Inzlingen bildet zusammen mit Grenzach-Wyhlen bei den Kreistagswahlen den Wahlkreis 7, der vier Vertreter in den Kreistag des Landkreises Lörrach entsendet:

202420192014Partei%Sitze%Sitze%SitzeCDU30,34134,21124,51 1FW22,55118,42118,60 1GRÜNE15,15119,90115,72 1SPD12,22111,82134,03 1AfD10,4505,530– –FDP9,49010,1107,14 0Die Linke1,80––– –Gesamt10041004100 4

Landtag Inzlingen gehört zum Landtagswahlkreis Lörrach Partei / Liste 2026's Blättli Inzlingen vom 13. März 2026, KW 11: "Bekanntmachung über das vorläufige Ergebnis der Wahl des 18. Landtags von Baden-Württemberg am 8. März 2026", Seite 2 2021s´Blattli vom 14. März 2021: Wahlergebnis der Landtagswahl am Sonntag, 14. März 2021 2016s´Blattli vom 18. März 2016: Wahlergebnis der Landtagswahl am Sonntag, 13. März 2016 2011 Grüne 37,2 % 39,8 % 32,6 % 26,8 % CDU 29,1 % 21,3 % 30,0 % 39,3 % AfD 13,7 % 6,5 % 9,0 % – SPD 5,9 % 9,5 % 15,0 % 26,0 % FDP 4,2 % 15,6 % 8,8 % 4,4 % DIE LINKE 3,2 % 1,5 % 1,5 % 1,1 % Freie Wähler 1,5 % 1,5 % - - Volt 1,0 % - - - DIE PARTEI 0,1 % 1,2 % 0,2 % - PIRATEN - - 0,4 % 1,5 % Andere 0,2 % 2,9 % 1,8 % 1,5 % Wahlberechtigte 1895 1859 1901 1933 Wahlbeteiligung 70,3 % 70,1 % 71,8 % 71,4 %

Bundestag (Gemeinde Inzlingen) Inzlingen gehört zum Bundestagswahlkreis Lörrach – Müllheim Partei / Liste 2025Wahlergebnis Bundestagswahl 2025, 23.2.2025 - Gemeinde Inzlingen in s'Blattli vom 28. Februar 2025 2021Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2021 mit Vergleichsangaben von 2017 Gemeinde Inzlingen 2017Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2017 mit Vergleichsangaben von 2013 Gemeinde Inzlingen 2013Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahl 2013 mit Vergleichsangaben von 2009 2009 CDU 34,79 % 25,17 % 42,02 % 47,6 % 37,6 % Grüne 18,32 % 20,55 % 16,56 % 13,0 % 16,3 % SPD 15,24 % 24,22 % 16,62 % 20,8 % 19,6 % AfD 14,25 % 6,26 % 8,76 % 3,8 % – FDP 5,55 % 17,61 % 14,07 % 6,7 % 17,4 % DIE LINKE 4,75 % 1,83 % 3,96 % 3,7 % 3,4 % BSW 2,34 % - - - - Tierschutzpartei 1,54 % - - - - Volt 1,17 % - - - - Freie Wähler 0,99 % 1,30 % 0,51 % - - Die Basis 0,19 % 1,83 % - - - Die Piraten - 0,33 % 0,38 % 0,4 % 2,5 % Andere 0,43 % 1,89 % 3,96 % 3,2 % 2,3 % Wahlberechtigte 1902 1878 1915 1939 1946 Wahlbeteiligung 85,5 % 82,4 % 82,6 % 77,1 % 76,2 %

Europaparlament Stimmenanteile in Inzlingen Partei / Liste 2024| Wahlen BW EU 24 2019s´Blättli vom 31. Mai 2014 (Gemeinde Inzlingen) 2014s´Blättli vom 30. Mai 2014 (Gemeinde Inzlingen) CDU 31,4 % 31,46 % 38,76 % GRÜNE 16,8 % 25,58 % 15,00 % SPD 14,2 % 14,65 % 26,67 % AfD 10,6 % 6,80 % 0,71 % FDP 8,5 % 7,62 % 4,37 % Freie Wähler 4,1 % 2,62 % 1,97 % BSW 3,7 % – – Volt 3,1 % 0,4 % – DIE LINKE 1,6 % 1,72 % 1,80 % Die Tierschutzpartei 1,1 % 1,42 % 1,20 % Bündnis C 0,6 % 0,1 % – PdF 0,6 % – – Familie 0,5 % 0,80 % – Tierschutz hier! 0,5 % 0,4 % – dieBasis 0,5 % – – PIRATEN 0,0 % 0,15 % 0,60 % Volksabstimmung – 0,30 % 0,68 % PBC – – 0,51 % Andere 2,2 % 6,98 % 1,11 % Wahlberechtigte 1897 1903 1889 Wahlbeteiligung 70,10 % 71,10 % 62,90 %

Kultur und Sehenswürdigkeiten Inzlingen war ursprünglich ein Straßendorf. Bis heute erkennt man diese Struktur entlang der Riehenstraße (Kreisstraße 6331). Entlang dieser Achse befindet sich der Besiedlungskern Inzlingens. Südlich und nördlich dieser Hauptstraße zweigen wenige Straßen ab, die insbesondere im Nordteil den unteren Teil der Hänge von Maienbühl und Buttenberg erschließen. Zwischen diesen beiden Hügeln zieht sich entlang des Ersteltals die Besiedlung noch ein Stück weit höher und bildet mit der Erstelhalle und diversen Sportanlagen ihren nördlichen Abschluss.