Libourne ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (sous-préfecture) des Arrondissements Libourne.

Geographie links|mini|Lage von Libourne Libourne liegt am Fluss Dordogne und deren Zufluss Isle. Die umgebende Region trägt die Bezeichnung Libournais und ist bekannt durch den Weinbau. Zum Libournais gehören u. a. die berühmten Appellationen von Saint-Émilion und Pomerol.

Geschichte Libourne wurde im Jahr 1270 als Bastide an der Stelle der römischen Siedlung Fozera gegründet. Sie erhielt ihren Namen nach dem Stadtgründer, dem Engländer Roger of Leybourne. Aquitanien befand sich damals unter englischer Herrschaft.

Im Zuge der Unruhen der Fronde wurde Libourne 1649 erfolglos von Bordelaiser Frondeuren unter General Pierre-Buffière belagert. Nach dessen Tod blieb die Stadt von royalistischen Truppen des Kardinal Mazarin besetzt.

Internierungslager Libourne Während des Ersten Weltkriegs existierte in Libourne ein Internierungslager für Zivilisten. Interniert wurden hier Deutsche und auch Serben, wie zahlreiche Bilddokumente belegen.Datenbank des Ministère de la Culture (Suchbegriff: internement administratif libourne). Siehe dazu auch Thierry Truel: L’ennemi à la maison : les camps d’internement de Libourne et de Bazas pendant la Première Guerre mondiale. In: Revue historique de Bordeaux et du département de la Gironde, Année 2014, 20, pp. 119–134.

Abermals existierte in Libourne von 1939 bis Juni 1940 ein Internierungslager. Dabei handelte es sich um ein sogenanntes administratives Internierungslager (camp d’internement administratif)Fondation pour la mémoire de la déportation: Camp d'internement Libourne, in dem Menschen ohne Gerichtsurteil und nur auf der Basis einer Verwaltungsanordnung arrestiert wurden. Laut AJPNAJPN - Anonymes, Justes et Persécutés durant la période Nazie dans les communes de France (Namenlose, Gerechte und Verfolgte während der NS-Zeit in den Gemeinden Frankreichs) befand sich das Lager am Quai du PriouratAJPN: Camp de Libourne durant la Seconde Guerre mondiale (WWII) und verfügte über eine Kapazität von 650 Plätzen. Interniert wurden hier feindliche Ausländer wie Deutsche, Österreicher und Tschechen. 1939 waren hier 624 Personen interniert, am 19. Februar 1940 noch 170.Für ausführlichere Informationen siehe: Les Réfugiés à Libourne, Juin-Décembre 1940. In: Revue historique et archeologique du Libournais, 1994, pdf-Seite 7 ff.

Die deutschen Besatzer ließen die Statue des ersten Duc Decaze abtransportieren, um sie einzuschmelzen. Nach der Befreiung musste eine der Horizontalen Kollaboration beschuldigte Frau, der zuvor die Haare geschoren wurden, vor den Augen der Menge nackt auf den Sockel steigen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2018Einwohner 19.834 22.123 21.651 22.119 21.012 21.761 23.681 24.511 Quellen: Cassini und INSEE

Politik Bürgermeister war seit 1989 Gilbert Mitterrand (PS), zweiter Sohn des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand. Nach seinem Rücktritt im November 2011 wurde Philippe Buisson (PS) neuer Bürgermeister.

Städtepartnerschaften Libourne unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten: Schwandorf, Bayern, Deutschland Keynsham, South West England, Vereinigtes Königreich Logroño, La Rioja, Spanien, seit 1979

Wirtschaft Das Handelshaus Jean-Pierre Moueix, zu dessen Besitz eine Reihe der bedeutendsten Weingüter der Region zählen, hat seinen Sitz in Libourne.

Baudenkmäler Synagoge, erbaut 1843 (Monument historique) Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Libourne

Persönlichkeiten René Princeteau (1843–1914), Maler, Bildhauer und einer der ersten Lehrer Henri Toulouse-Lautrecs Eugène Atget (1857–1927), Fotograf Léon Duguit (1859–1928), Rechtswissenschaftler Théodore Steeg (1868–1950), Politiker Fernand de Brinon (1885–1947), Rechtsanwalt und Journalist Joseph de Goislard de Monsabert (1887–1981), General Pierre Lewden (1901–1989), Leichtathlet (Hochsprung) Jean Freustié (1914–1983), Schriftsteller Pierre Gaspard-Huit (1917–2017), Regisseur und Drehbuchautor Jean Marcadé (1920–2012), Klassischer Archäologe Francis Coché (1924–2010), Fußballtrainer und -funktionär René Coicaud (1927–2000), Fechter Jean-Marie Londeix (1932–2025), klassischer Saxophonist Jean-Pierre Martinet (1944–1993), Regisseur, Schriftsteller und Kritiker Franziskus de Place (* 1944), Trappist, Abt des Klosters Mariawald Michel Rolland (1947–2026), Önologe Nicolas Grimal (* 1948), Ägyptologe Noël Mamère (* 1948), Politiker Felicity Rash (1954–2023), Linguistin Mickaël Delage (* 1985), Radrennfahrer Florian Latorre (* 1997), Autorennfahrer

Sonstiges Libourne ist auch der Sitz des französischen Weihnachtspostamtes.

Literatur Le Patrimoine des Communes de la Gironde. Flohic Éditions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-125-2, S. 885–892.

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Einzelnachweise

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