Shine a Light ist ein Konzertfilm aus dem Jahr 2008 von Regisseur Martin Scorsese über die Band The Rolling Stones. Er wurde im Herbst 2006 im New Yorker Beacon Theatre gedreht. Als Gastmusiker treten neben den Rolling Stones Jack White, Buddy Guy und Christina Aguilera auf. Der erste von zwei Konzertabenden in dem Theater war Bestandteil einer Benefizveranstaltung des amerikanischen Ex-Präsidenten Bill Clinton, der mit seiner Ehefrau Hillary Clinton im Film zu sehen ist.

Weltpremiere feierte Shine a Light am 7. Februar 2008 als Eröffnungsfilm der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale); im April des Jahres kam er ins Kino. Im selben Monat erschien das gleichnamige Soundtrack-Album zum Film.

Der Filmtitel zitiert das Rolling-Stones-Lied Shine a Light, das die Band 1972 auf ihrem Album Exile on Main Street veröffentlichte.

Inhalt Scorseses Film dokumentiert das Geschehen während und im Vorfeld zweier Konzerte der Rolling Stones, die am 29. Oktober und 1. November 2006 im New Yorker Beacon Theatre stattfanden.The Rolling Stones. Beacon Theatre, New York City, NY, USA. Sunday October 29, 2006. und Die Musikdarbietungen stehen dabei im Vordergrund und machen mit etwa 90 Minuten den Hauptteil des Films aus.

Das erste Konzert war Bestandteil einer anlässlich des 60. Geburtstags des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton organisierten Benefizveranstaltung für dessen Stiftung, die William J. Clinton Foundation. Clintons Eröffnungsrede und weitere Bilder von diesem Drehtag flossen in den Film ein. Der Großteil des verwendeten Filmmaterials, darunter sämtliche Konzertaufnahmen, stammt jedoch vom zweiten Abend.About the film. (Nicht mehr online verfügbar.) In: shinealightmovie.com. Paramount Pictures Corporation, ehemals im , abgerufen am 6. Oktober 2011 (englisch, offizielle Seite zum Film). Siehe auch: Scorsese: „For Shine a Light, we shot two concerts, over two nights, and all the concert footage was taken from the second night.“ – ‚Für Shine a Light haben wir zwei Konzerte gefilmt, an zwei Abenden, und die ganzen Konzertaufnahmen haben wir vom zweiten Abend genommen.‘ (zitiert nach: Will Lawrence: Marty’s Goodfellas. In: The Times – The Knowledge (22.–28. März 2008). S. 6–9. (Interview, kostenpflichtig als Martin Scorsese and Rolling Stones on the making of Shine a Light auf thetimes.co.uk, abgerufen am 20. November 2012.)) Durch den Schnitt entsteht der Eindruck einer einzigen Veranstaltung.

Der Konzertmitschnitt wird ergänzt um eingestreute historische Film- und Fernsehaufnahmen von Interviews und Episoden aus der Bandgeschichte. Neben anderen Aspekten zieht sich die Langlebigkeit der Band thematisch durch dieses Archivmaterial. So werden Leadsänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards von Journalisten wiederholt mit der Frage konfrontiert, wie lange die Rolling Stones denn noch beabsichtigen Musik zu machen. Die Rückblicke beschränken sich auf die Besetzung von 2006, ehemalige Bandmitglieder werden nicht angesprochen.

Ereignisse im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Dreharbeiten und kurz vor dem Auftritt leiten den Film ein, wobei der Regisseur auf humorvolle Weise insbesondere seine Schwierigkeiten in Szene setzt, den Dreh im Einklang mit Mick Jagger zu planen. Thematisiert werden unter anderem Jaggers Sorge, die vielen Kameras könnten sich als hinderlich für die Musiker und störend für das Publikum erweisen, sowie Scorseses vergeblicher Versuch, zwecks Konzipierung der Kameraführung die Setlist von Jagger noch vor dem Auftritt zu erhalten. Eine Sequenz zeigt, wie die Rolling Stones das Ehepaar Bill und Hillary Clinton sowie dessen Gäste (darunter Hillary Clintons Mutter und Polens früheren Präsidenten Aleksander Kwaśniewski) begrüßen, es folgt ein Ausschnitt aus Clintons Ansprache.

Mit der Ansage vom 1. November wird die Band angekündigt,„And now for their second and final appearance at the Beacon Theatre please welcome The Rolling Stones!“ – ‚Und nun begrüßen Sie bitte zum zweiten und letzten Mal im Beacon Theater die Rolling Stones!‘ (Shine a Light) während vor dem Theater die Kamera im Sturzflug aus großer Höhe auf den leuchtenden Schriftzug „Beacon Theatre – The Rolling Stones“ am Vordach des Gebäudes hinabfährt. Scorsese bekommt im letzten Moment die Setlist in die Hand gedrückt und das Konzert beginnt.

Die Rolling Stones interpretieren folgende Lieder in der angegebenen Reihenfolge, unterstützt werden sie von mehreren Begleitmusikern sowie drei prominenten Gästen – Jack White, Buddy Guy und Christina Aguilera. Kompositionen und Texte stammen, sofern nicht anders angegeben, von Mick Jagger und Keith Richards:

Jumpin’ Jack Flash Shattered She Was Hot All Down the Line Loving Cup – mit Jack White As Tears Go By (Mick Jagger/Keith Richards/Andrew Loog Oldham) Some Girls Just My Imagination (Norman Whitfield/Barrett Strong) Far Away Eyes Champagne & Reefer (Muddy Waters) – mit Buddy Guy Tumbling Dice Vorstellung der Bandmitglieder You Got the Silver – gesungen von Keith Richards Connection – gesungen von Keith Richards, unterbrochen durch Archivmaterial Sympathy for the Devil Live with Me – mit Christina Aguilera Start Me Up Brown Sugar (I Can’t Get No) Satisfaction

In einer langen Fahrt folgt die Kamera der Band nach dem Konzert auf ihrem Weg hinter die Bühne, überholt sie und verlässt das Theater durch eine Tür, woraufhin sie unter Scorseses Regieanweisung »Up, up!« (‚Nach oben, nach oben!‘) in einer Umkehrung jener Kamerafahrt, die den Auftrittsbeginn markiert, über die Köpfe von jubelnden Fans und Journalisten hinweg immer höher aufsteigt, erneut den Blick auf die Leuchtschrift am Vordach des Beacon Theaters einfängt, dann zwischen den Wolkenkratzern des nächtlichen New York dahinfliegt und schließlich in einer Aufsicht auf die entfernte Stadt zum Stillstand kommt. Der Mond verwandelt sich in eine herausgestreckte Zunge, das Logo der Band. Musikalisch untermalt wird diese letzte Szene von dem Rolling-Stones-Lied Shine a Light, das einsetzt, während sich die Kamera rückwärts von den Lichtern des Theaters und der Stadt fortbewegt, und dann in den Abspann überleitet.

Der nur unvollständig zu hörende Mitschnitt wird im Abspann von dem ebenfalls nur ausschnittsweise erklingenden ‚Stones‘-Song Wild Horses abgelöst, improvisiert bei den Proben als stark abgewandelte Akustikversion mit Mundharmonika anstelle des üblichen Gesangs. Den Abschluss bildet ein von Keith Richards komponiertes und auf der Akustikgitarre gespieltes Stück namens Only Found Out Yesterday.

Produktionshintergrund Der Film wurde von Steve Bings Produktionsfirma Shangri-LA Entertainment und von Concert Productions International, dem Unternehmen des Tourneeveranstalters der A-Bigger-Bang-Tournee der Rolling Stones, Michael Cohl, produziert und finanziert. Produzentin Victoria Pearman ist Geschäftsführerin der mit Mick Jagger gegründeten Produktionsfirma Jagged Films. Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood fungierten als Executive Producers. Darüber hinaus war Martin Scorseses Produktionsfirma Sikelia Productions beteiligt.

Mick Jagger hatte die Absicht für einen Film über die 2005 begonnene A-Bigger-Bang-Tournee ein Gratiskonzert großen Ausmaßes am Strand von Copacabana in Rio de Janeiro drehen zu lassen, das die Rolling Stones dort am 18. Februar 2006 gaben. Bei der Suche nach einem geeigneten Regisseur fiel die Wahl auf Martin Scorsese. Dieser sagte zu, fand jedoch, es entspräche eher seinen Vorstellungen, die Musikgruppe in einer intimeren Atmosphäre aufzunehmen. Er wollte das Augenmerk auf die Interaktion zwischen den einzelnen Bandmitgliedern legen und dem Kinopublikum das Gefühl geben, sich gemeinsam mit den Rolling Stones auf der Bühne zu befinden. Daher zog er die kleine Theaterbühne einem großen Veranstaltungsort vor. Im Rahmen der A-Bigger-Bang-Tournee hatten die Rolling Stones bis dahin nur vor großem Publikum gespielt, ein Auftritt an einem kleinen Ort wie dem Beacon Theatre war nicht vorgesehen. Die Veranstaltung wurde in den Filmtrailern als Unterbrechung der Stadiontournee, „um mit einigen Freunden im Beacon Theater, New York ein Konzert zu geben“, beworben. Siehe auch den entsprechenden englischen Text im englischsprachigen Trailer auf paramount.com, abgerufen am 27. September 2012.

Das erste Konzert war Bestandteil einer von Bill Clinton und seiner Familie organisierten dreitägigen Wohltätigkeitsveranstaltung mit diversen Aktivitäten anlässlich seines 60. Geburtstages im August. An welchen Programmpunkten ein Gast teilnehmen konnte, richtete sich nach dem von ihm für die William J. Clinton Foundation gespendeten Geldbetrag. Eingeladen wurde, wer mindestens 60.000 US-Dollar spendete, wofür er unter anderem einen Zuschauerplatz in dem Konzert erhielt. Ab einem Betrag von 500.000 Dollar bekam der Spender im Rahmen des umfangreichsten Angebotspaketes außerdem einen Backstageausweis. Für den wohltätigen Zweck stellten die Rolling Stones der Stiftung einen Teil der Konzertkarten für den 29. Oktober zur Verfügung. Der mit Bill Clinton befreundete Produzent Steve Bing agierte während der drei Veranstaltungstage als einer von mehreren ehrenamtlichen Gastgebern.

Um alle interessanten Momente auf der Bühne zu erwischen, setzten Scorsese und Kameramann Robert Richardson eine große Anzahl Kameras auf engem Raum ein (sechzehn 35-mm-Filmkameras von Arri und eine digitale Kinokamera des Typs Panavision Genesis),Es gibt in den genutzten Quellen unterschiedliche Angaben zur Anzahl der eingesetzten Kameras, wobei nicht immer eindeutig ist, ob sich auf die Bilder vom Konzert oder den ganzen Film bezogen wird. Sechzehn 35-mm-Filmkameras werden für die Konzertaufnahmen am häufigsten in Pressemeldungen genannt, siehe beispielsweise diesen Artikel, in dem außerdem die digitale Genesis erwähnt wird: Diese Angabe deckt sich mit den im Firmenmagazin von Arri aufgezählten sechzehn 35-mm-Arri-Kameras, mit denen das Filmteam ausgestattet worden sei (). Der Abspann des Films führt genau diese in Vision Arri genannten 35-mm-Kameramodelle und die Genesis von Panavision auf, keine weiteren 35-mm-Kameras anderer Firmen. die sich gegenseitig ergänzen und bei einem Filmwechsel füreinander einspringen konnten. Für Schwarz-Weiß-Aufnahmen kamen zwei 16-mm-Filmkameras von Arri zum Einsatz, mit denen abseits der Bühne Bilder für die Filmeinleitung gedreht wurden. Zu dem Kamerateam unter der bildgestaltenden Leitung Richardsons gehörten neben anderen Mitchell Amundsen, Stuart Dryburgh, Robert Elswit, Ellen Kuras, Andrew Lesnie, Emmanuel Lubezki, Declan Quinn und John Toll. Insgesamt dauerten die Dreharbeiten fünf Tage – an zweien fanden die Konzerte statt, drei waren für Probeaufnahmen vorgesehen.

Die Planung der Kameraarbeit wurde dadurch erschwert, dass die Kommunikation zwischen Martin Scorsese und der Band bis einige Zeit vor dem Dreh größtenteils über Telefongespräche abgewickelt werden musste, wie in der Anfangssequenz des Films humoristisch angedeutet, da sich die Rolling Stones auf Tournee befanden und Scorsese andernorts mit der Fertigstellung seines Thrillers Departed – Unter Feinden beschäftigt war.