Die Anruferin ist ein Film des deutschen Regisseurs Felix Randau aus dem Jahr 2007. Der in Bonn, Bremen und Köln entstandene Film wurde von ARTE und dem ZDF koproduziert. Am 10. September 2007 wurde er auf der Berlinale zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt, bevor er am 20. März 2008 in den deutschen Kinos anlief.
Handlung
Irm Krischka, die in einem Waschsalon arbeitet, pflegt ihre bettlägerige, an Alkoholismus sterbende Mutter. Da sie mit dieser wenig Ansprache hat, versucht sie ihre Einsamkeit zu kompensieren, indem sie bei wildfremden Menschen mit verstellter Kinderstimme anruft und bittet diese, ihr eine Geschichte zu erzählen, immer mit der Begründung, dass sie entweder alleine oder krank ist. Dieses Verhalten bietet ihr Schutz vor der rauen Wirklichkeit, die zum einen von ihrer Mutter und zum anderen von der Erinnerung an ihre tote Schwester dominiert wird.
Eines Tages lernt sie eines der Opfer ihrer Anrufe, Sina Lehmann, kennen, wodurch ihr Leben völlig außer Kontrolle gerät. Unfreiwillig freundet sie sich mit ihr an, was einerseits ihr seltsames Katz-und-Maus-Spiel mit anderen Leuten bedroht, ihr aber andererseits die Perspektive auf ein neues Leben gibt. Als diese jedoch andeutet, dass sie Aussicht auf eine Stelle in einer Bibliothek in Dortmund hat, kommen Irms Verlustängste wieder hoch, und sie flüchtet zurück in ihre Anrufphase.
Doch sie beschließt auch, beim Sterben ihrer Mutter anwesend zu sein. Als sie gestorben ist, legt sie ihr ein Foto von Irms toter Schwester als Zeichen der Versöhnung auf die Bahre. Mit dieser Geste kann sie endlich ihr altes, trostloses Leben beenden und noch einmal von vorn anfangen.
Kritiken
Auszeichnungen
Valerie Koch erhielt auf dem Filmfest München 2007 einen Weißen Elefanten als beste Hauptdarstellerin und eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2008 in der gleichen Kategorie. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“. In dem dazugehörigen Gutachten hieß es unter anderem: „Der Film ist eine schöne psychologische Gratwanderung, er spielt virtuos mit der Struktur des Kammerspiels (unterstützt durch die präzise kalkulierten Einstellungen der Kamera Jutta Pohlmanns) und überzeugt durch die darstellerische Intensität in den drei psychologisch sehr komplexen Frauenrollen. Herausragend Valerie Koch bei ihrer Flucht in die infantilisierte Emotionalität, im Transparentmachen ihrer Verletzungen.“
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Thriller