Cut (auf deutschen Filmplakaten mit dem Zusatz Film ab… und Schnitt!) ist ein australischer Horrorfilm des Regisseurs Kimble Rendall aus dem Jahr 2000. Die Hauptrollen sind mit Molly Ringwald, Jessica Napier und Simon Bossell besetzt. Popstar Kylie Minogue ist in einer Nebenrolle in der Vorgeschichte des Films zu sehen.
Die Schauspieler und die Crew hinter der Kamera des Horrorfilms Hot Blooded erfahren aus erster Hand, was es heißt, von einem maskierten Mörder verfolgt zu werden. Als die Regisseurin ermordet wird, wird die Produktion eingestellt und das Filmfragment unter Verschluss gehalten, denn jedes Mal, wenn der Film gezeigt wird, stirbt jemand …
Handlung 14 Jahre ist es her, dass Brad, der Darsteller des maskierten Mörders im Horrorfilm Hot Blooded die Regisseurin Hilary Jacobs auf bestialische Weise tötete. Dem vorausgegangen waren Demütigungen von Jacobs und die Entlassung Brads. Auf eine weitere Chance hoffend hatte er sie seinerzeit in ihrem Büro aufgesucht, wo die Regisseurin ihn erneut erniedrigte. Brad geriet so außer sich, dass er sich selbst verstümmelte, Jacobs dann mit einer Propellerschere die Zunge herausschnitt und sie tötete. Sein Versuch, auch seine damalige Partnerin im Film Vanessa Turnbill zu töten, misslang. Bevor er noch weitere Untaten begehen konnte, tötete ihn ein durch Vanessa ausgelöster Stromschlag. Im Moment seines Todes verfluchte Brad den Film Hot Blooded! und alle die daran gearbeitet hatten, da er darin die Quelle allen Unheils und für das, was ihm passiert war, sah.
Jetzt will die junge Filmstudentin Raffy Carruthers, die Tochter von Hilary Jacobs, zusammen mit ihren Mitschülern den Film, der unter den Studenten zur Legende geworden ist, fertigstellen. Sie kann sogar die damalige Hauptdarstellerin Vanessa dazu bringen, ihre Rolle erneut zu spielen. Raffy geht damit ohne Zweifel ein Wagnis ein, denn immer, wenn die Rudimente des Films vorgeführt wurden, gab es bisher Tote. Mit dem von Raffy zusammengestellten Team soll die gruselige Mär nun an den Originalschauplätzen zu Ende gedreht werden, gegen den Willen von Raffys Lehrer Lossman, der seinerzeit als Regieassistent an Hot Blooded mitgearbeitet hatte und Zeuge der Bluttaten geworden war. So sei beispielsweise ein Produzent in einem Schnittraum von einem Stromschlag getötet oder ein Regisseur mit aufgeschlitzter Kehle gefunden worden. Raffy kann jedoch auf einige Schüler zählen, für die die Arbeit an diesem Film eine Versuchung darstellt und die ihn als Abschlussarbeit in ihre Note einfließen lassen möchten. Einige nehmen auch Kontakt zu Vanessa Turnbill auf, um neben ihr eine Rolle im Film zu ergattern.
Turnhill wird von Raffy und Hester Ryan, der Produzentin, am Flughafen abgeholt und zu einer Pressekonferenz begleitet, die den Film bekannt machen soll. Auf die Frage eines Reporters, ob sie sich wegen des ausgesprochenen Fluches im Film nicht um ihre Sicherheit sorge, antwortet sie, witzig sein wollend, dass sie, wenn sie tatsächlich sterbe, extra bezahlt werde.
Kaum hat der Dreh auf einer Burg im Wald begonnen, muss die Crew feststellen, das sich jemand herumtreibt, der sie tatsächlich einen nach dem anderen umbringt. Der Unbekannte greift immer dann an, wenn jemand von der Crew allein ist und versteckt die jeweilige Leiche. Er tötet auch zwei Polizisten, die Untersuchungen über die Morde anstellen sowie den Hausmeister des Hauses, in dem die Crew filmt. Zuletzt sind von den am Film Beteiligten nur noch Raffy, Vanessa und Lossman am Leben. Lossmann wird klar, dass der Scarman ein übernatürliches Monstrum ist und nur die vollständige Vernichtung der Filmfragmente und des nachgedrehten Materials dieses Fabelwesen besiegen können. Raffy schafft es, alle Filmrollen in einem Feuer in Flamen aufgehen zu lassen. Der Scarman dürfte nun ausgerottet sein.
Einige Zeit später wird in New York eine weitere Kopie des Films Hot Blooded! gefunden, woraufhin eine Hochschullehrerin beschließt, den Film ihren Schülern zu zeigen. Kaum hat die Projektion des Films begonnen, ist auch der Scarman zurück.
Produktion Produktionsnotizen, Farbgestaltung Stuntkoordinator Glenn Boswell und sein Team waren begeistert davon, wieder einmal in ihrer Heimatstadt Adelaide und mit Produzenten zusammenarbeiten zu können, die sie schon aus anderen Produktionen kannten. Boswell äußerte, Cut sei einer der besten Filme, an denen er je mitgearbeitet habe. Im Abspann des Films heißt es: „Gefilmt im Raywood House, Bridgewater und vor Ort in Adelaide in Südaustralien.“ Gedreht wurde im Zeitraum 6. April bis 28. Mai 1999. Die MBP & Co KG, eine deutsche Produktionsfirma mit Rainer Mockert als ausführendem Produzenten, brachte das meiste Geld für die Erstellung des Films auf.Cut auf osmovies.com.au (englisch). Abgerufen am 7. März 2020.
Produziert wurde der Film von MBP/Mushroom Pictures und Beyond Films. Kameramann David Foreman meinte, Cut sei ein ziemlich komplizierter Film. die größte Herausforderung für ihn sei die Beleuchtung gewesen, die dunkel gehalten werden musste, um den Horror zu verstärken. Gleichzeitig habe aber auch sichergestellt werden müssen, dass die Aktionen auf der Leinwand zu erkennen waren. Das Licht müsse, obwohl es dunkel sei, ein gewisses Verständnis für die Realität haben. Für die späteren Szenen in den 1980er-Jahren wurden dann wärmere Farben und ein Wolfram-basierter Look für die Beleuchtung gewählt. Um die richtige Horrorstimmung zu erreichen, verwendete das Produktionsteam dunkle Farben, hauptsächlich Dunkelgrün, um das Blut zu zeigen. Die Menge des Blutes, das geflossen sei, sei eine Herausforderung gewesen, äußerte Katie Graham, die Kostümdesignerin des Films. Einige Kleidungsstücke hätten auch blutbefleckt bleiben müssen, weil sie möglicherweise für eine spätere Szene noch gebraucht wurden seien. Sie habe die Farbe Rot ganz vermieden und stattdessen liebe helle Kleidung bevorzugt, um das Blut so deutlicher zu zeigen. Zudem habe die jeweilige Beleuchtung die Farbe der Kleidung verändert, Blau hob das Blut hervor, Gelb hingegen trübte es.
Mordwaffen Produktionsdesigner Steven Jones-Evans suchte im Rahmen seiner Recherchen für den Film in Bibliotheken, um Fotos von alten Gartenscheren aufzustöbern, was ihn dann in die Lage versetzte, einige sehr seltsam aussehende Zerstörungsgeräte zu entwerfen. Die Hauptwaffe im Film, eine Schere, musste sowohl Köpfe abschneiden als auch Gliedmaßen abtrennen können. Peter Stubbs und seine Filmtrix-Crew, die für die Spezialeffekte zuständig waren, arbeiteten eng mit Jones-Evans zusammen, man kannte sich aus früheren Produktionen. Die Scheren sollten nadelscharf aussehen ebenso die einziehbaren Messer. Sie mussten aber trotzdem sicher sein. Darin lag eine der Aufgaben von Filmtrix, einer Firma, die sich dem Geschäft mit Illusionen verschrieben hat. Die Mordwaffe des maskierten Mörders war eine angepasste, modifizierte, glänzende Gartenschere aus Metall.
Maske Die Make-up und Haardesignerin Jen Lamphee war begeistert von der Arbeit am Film, bei der sie all die Grenzen überschreiten könne, die andere Arbeiten ihr nicht bieten würden. Lamphee arbeitete eng mit den Abteilungen für Prothetik, Requisiten und Kunst zusammen auch hinsichtlich der Wunden der Schauspieler und deren Dauer und Tiefe. Weitere grausamere Make-up-Effekte wurden vom MEG-Team (Make-up Effects), Paul Katte und Nick Nicolaou verlangt. Auch wenn der Film der Fantasie entsprungen ist, mussten die Effekte trotzdem glaubwürdig sein. Die grausamste entwickelte Maske brauchte bis zu viereinhalb Stunden, um sie dem Schauspieler anzulegen und erforderte auch noch verschiedene Versionen. Scarmans Maske wurde vom Kopf des Schauspielers Frank Roberts geformt und später mit Einzelheiten ausgestattet.
Veröffentlichung Der Film lief am 2. März 2000 in über hundert australischen Kinos an und erschien in Deutschland am 31. Oktober als ungeschnittene DVD-Version, herausgegeben von Sun Film.
Schauspieler, Regisseur Molly Ringwald Für Hauptdarstellerin Molly Ringwald war dies ihr erster australischer Film. Sie spielte darin eine Doppelrolle einmal als Chloe und sodann als Vanessa Turnbill. Als Vanessa stellt sie eine amerikanische Schauspielerin dar, die in dem Film Hot Blooded mitspielt. Als Chloe verkörpert sie eine 16-jährige Schülerin. Für Ringwald war es interessant, die verschiedenen Charaktere dieser Frauen sichtbar und deren Unterschiede deutlich zu machen. Über ihre Rolle als Vanessa meinte Ringwald, sie sei eine lebhafte, dynamische Person mit Sinn für Humor, gehe aber keine Kompromisse ein. Sie sei eine Überlebende, die sie liebe, auch wenn sie manchmal ein wenig hart sei und ein bisschen verwöhnt. Vanessa habe ein starkes Nervenkostüm und dürfe Dinge sagen, die Molly Ringwald, die Schauspielerin, niemals sagen würde. Die Stimmung am Set sei aufgeschlossen gewesen, die Zusammenarbeit habe in einem angenehmen Arbeitsumfeld stattgefunden. Für Ringwald war Cut nach Office Killer von 1997 ihr zweiter Horrorfilm. Ringwald, ein Fan australischer Musik und Filme, arbeitete gern in Australien. Über den Regisseur Kimble Rendall äußerte sie, er sei großartig. Sie glaube, das habe viel mit seinem musikalischen Hintergrund und der Tatsache zu tun, dass sie beide dieselben Bezugspunkte hätten. Rendall habe die ansteckendste Lache, die sie je gehört habe und sei sehr aufgeschlossen, es mache Spaß mit ihm zu arbeiten.
Kylie Minogue Die Rolle der Hilary zu spielen, gab der Sängerin und Schauspielerin Kylie Minogue die Gelegenheit, wieder zu Stretch-Denim und Blue Eyeliner der 1980er-Jahre zurückzukehren, ein Rückblick für sich selbst sowie auch für Co-Star Molly Ringwald, mit der sie eine kurze Szene teilt. Zwar ist Minogues Rolle im Film kurz, hat aber eine große Bedeutung für den gesamten Film. Es ist ihre zweite Begegnung mit dem Regisseur Kimble Rendall, die erste fand 1995 während der Arbeit an dem Kurzfilm Hayride to Hell statt. Minogue legte Wert darauf, mit guten Schauspielern und Regisseuren zusammenzuarbeiten, um ihre Fähigkeiten verbessern zu können. Es gebe so viel, was sie noch lernen müsse, äußerte sie. Die Zusammenarbeit mit Rendall sei ein Vergnügen gewesen, er sei ein liebenswürdiger, liebenswerter Mensch. Sehr sanft, lustig und mit einem trockenen Humor.
Jessica Napier Jessica Napier, die im Film als Raffy zu sehen ist, meinte, in ihrer Rolle gehe es nicht nur um Liebesszenen. Raffy sei die treibende Kraft im Film, sie habe Orte, an die sie gehen könne, sie sei die Anführerin. Napier meinte weiter, dass der Film stark Leben und Kunst imitiere und es eine Tatsache sei, dass man solange über etwas nachdenken könne, bis man es tatsächlich in der Realität erschaffen habe. Sie und die von ihr zu spielende Figur seien sehr unterschiedlich, Raffy sei ehr entschlossen und dränge darauf, Dinge zu erledigen und sei bereit, ein Risiko einzugehen. Sie habe viel Leidenschaft und Kraft. Angesichts der Gefahren eines Films mit so viel Spezialeffekten, meinte Napier, sie habe einige Leute nervös gemacht, als sie einem brennenden Auto zu nahegekommen sei.
Sarah Kants Für Sarah Kants, die die Figur der Hester Ryan verkörpert, stellte der Film ihr Debüt in einem Spielfilm dar. Ihr Charakter, eine geldgierige Produzentin, sei ehrgeizig, lebhaft und intelligent. Auch sei die Figur viel praktischer und pragmatischer veranlagt, als sie es sei. Hester wisse, was sie wolle und versuche auch, es zu bekommen. Ihre Figur sei in die von Jessica Napier gespielte Raffy verliebt. Das Drehbuch habe sie angesprochen, weil man nicht so oft Rollen angeboten bekomme, in denen junge Frauen auf eigenen Beinen stehen können.
Kimble Rendall