270px|mini|St.-Vitus-Kirche bei Nacht
Veitsaurach (fränkisch: Faits-auraE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 188. Dort folgendermaßen transkribiert: „faitsáura“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Das Pfarrdorf liegt im Tal der Aurach, in die links der Lanzenbach und Klingengraben münden. Nördlich des Ortes liegt der Weinberg (), südlich der Schlossberg mit einem Burgstall.
Die Kreisstraße AN 17 führt über die Buckenmühle nach Rudelsdorf (2,1 km südöstlich) bzw. nach Bertholdsdorf (0,8 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Lanzendorf (1,1 km nördlich) und nach Kettersbach zur AN 15 (1,6 km südlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Suddersdorf zur AN 28 (1,6 km südwestlich).
Gemarkung Die Gemarkung Veitsaurach hat eine Fläche von 4,792 km². Sie ist in 814 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5886,57 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Buckenmühle und Lanzendorf.
Geschichte Der Ort wurde 1183/95 als „Urahe“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom Flussnamen Aurach ab. Zur Unterscheidung von vier gleichnamigen Orten in näherer Umgebung erhielt er den Zusatz des Kirchenpatrons, dem Heiligen Veit (erstmals 1364 als „Veiczawrach“ bezeugt).E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 188.
1187 wurde von Bischof Otto von Eichstätt die auf einer Bergnase errichtete Kirche geweiht. Weltlicher Patron der Kirche war der Graf von Abenberg. Im Jahr 1193 erteilte das Kloster Heilsbronn Veitsaurach das Pfarrrecht.
Laut dem eichstättischen Salbuch (ca. 1300) unterstanden im Ort 7 Huben, 9 Lehen, 2 Widdemgüter, 2 Häuser und 1 Mühle dem Hochstift Eichstätt. Um 1400 gab 17 Untertansfamilien: 15 Höfe waren eichstättisch, 1 Hof gehörte dem Heilig-Geist-Spital der Reichsstadt Nürnberg und 1 Hof gehörte zur Ausstattung der Windsbacher Gottesruhkapelle St. Stephan.K. Dunz: Windsbach, S. 286. Für das Kollegiatstift St. Nikolaus zu Spalt wurden in den Salbüchern von 1380, 1517 und 1549 jeweils eine abgabenpflichtige Untertansfamilie in Veitsaurach angegeben.F. Eigler: Schwabach, S. 113f.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Veitsaurach 17 Mannschaften verzeichnet: 1 Gut unterstand dem Rat zu Windsbach, 5 Bauern und 10 Köbler dem eichstättischen Kastenamt Abenberg und 1 Bauer der Reichsstadt Nürnberg. Daneben gab es noch die Pfarrkirche und das Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 9. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 733. 1632 wurde der Ort im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden zerstört. Der Wiederaufbau begann erst ab 1655.K. Dunz: Windsbach, S. 286f. Im Eichstätter Salbuch von 1671 wurden für Veitsaurach wieder 19 Untertansfamilien verzeichnet, wovon 17 dem Kastenamt Abenberg unterstanden, 1 dem Kastenamt Windsbach und 1 der Reichsstadt Nürnberg.F. Eigler: Schwabach, S. 142.
In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 13 Untertansfamilien angegeben, wovon eine dem Pflegamt unterstand und der Rest Fremdherren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Veitsaurach 25 Anwesen. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Abenberg. Grundherren waren das Kastenamt Abenberg (23 Anwesen: 4 Höfe, 1 Dreiviertelhof, 8 Güter, 2 Mühlen, 1 Tafernwirtschaft, 1 Gütlein mit Backgerechtigkeit, 6 Halbhäuser), das Spital- und Katharinenklosteramt der Reichsstadt Nürnberg (1 Fünfachtelhof) und das Kastenamt Windsbach (1 Gütlein). Neben den Anwesen gab es noch kommunale (Hirtenhaus) und kirchliche Gebäude (Pfarrhof, Pfarrkirche).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 920. Es gab zu dieser Zeit gab es 24 Untertansfamilien, von denen 1 ansbachisch war. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
1806 kam Veitsaurach an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Veitsaurach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bertholdsdorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bertholdsdorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Veitsaurach, zu der Buckenmühle und Lanzendorf gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Veitsaurach zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1012. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,806 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Veitsaurach am 1. Januar 1978 nach Windsbach eingemeindet.
Historisches Bildmaterial
Historische Beschreibung Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1804) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Baudenkmäler Katholische Pfarrkirche St. Vitus: Chorturmkirche, Turm bezeichnet 1512, Saalbau 1622, Umbau und Erweiterung des Langhauses in neugotischen Formen 1880; mit Ausstattung; Friedhof; Kirchhofbefestigung, im Kern mittelalterlich, mit Grabsteinen. Pfarrhaus, zweigeschossiger massiver Satteldachbau, um 1700; Nebengebäude, Scheune, eingeschossiger Satteldachbau, Natursteinmauerwerk, mit Fachwerkgiebel, wohl um 1800.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Veitsaurach gibt es fünf Bodendenkmäler, darunter Siedlung vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung im Luftbild, ca. 500 m nördlich der Veitskirche
Bürgermeister 1818–1821 Anton Arnold 1821–1827 Adam Disterer 1827–1828 Franz Anton Wurn 1828–1833 Joseph Disterer 1833–1836 Johann Kaspar Disterer 1836–1854 Kaspar Wieler 1854–1882 Georg Disterer 1882–1890 Georg Schmidt 1890–1906 Joseph Endres 1906–1930 Johann Schmidt 1930–1945 Johann Domeier 1945–1946 Johann Arnold (bestellt von der amerikanischen Militärregierung) 1946–1960 Josef Dörr 1960–1964 Hans Hoffmann (Lehrer) 1964–1978 Johann Georg Disterer
Einwohnerentwicklung Gemeinde Veitsaurach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 227 287 314 317 336 349 372 360 369 354 340 370 368 379 358 352 351 333 321 481 396 401 382 382HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 47 51 64 66 64 64 69 73 Quelle Für die Gemeinde Veitsaurach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lanzendorf (S. 52). Die Einwohnerzahl von Lanzendorf fehlt dort. Da für diese Gemeinde das Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern (1856), S. 186, die Daten von 1846 einfach nur übernommen hat, kann die dort nachgetragene Einwohnerzahl von Lanzendorf für 1846 übernommen werden.
Ort Veitsaurach Jahr 1800 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 138 151 192 212 236 213 239 241 277 274 279 270Häuser 33 35 44 43 45 48 53 72Quelle L. Hefele: Geschichte der Pfarrei Veitsaurach, S. 146f.
Religion Veitsaurach ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Vitus. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Georg (Bertholdsdorf) gepfarrt.
Wirtschaft mini|Feuerwehrhaus mini|Sparkassen-Filiale Bau- und Möbelschreinerei Bauunternehmen Entwicklung & Konstruktion Fenster, Türen und Bauelemente Formenbau Heilpraxis Metallbau, CNC-Bearbeitung Kunststoff-Spritzgießerei Sparkassen-Filiale bis Ende März 2019 Versicherungsbüro
Bildung und Kultur Öffentliche Einrichtungen Es gibt eine städtische Kindertagesstätte. Die katholische öffentliche Bücherei wurde Ende 2014 geschlossen.
Freizeit Viele Rad- und Wanderwege führen durch Veitsaurach oder sind in der Nähe: Der Kloster-, Kirchen- und Kartoffelradweg,Romantisches-Franken.de (Tourismusverband Franken e. V.) die Fernwanderwege Hopfenweg und Parzifal-Weg.Fränkischer-Albverein.de In der Nachbargemeinde Kammerstein gibt es im Staatsforst Heidenberg den Sagenwanderweg.auf der Webseite Kammerstein, Sagenwanderweg
Vereine mini|Adventstreffen Bauwong Veitsaurach (gegründet 2020) Freiwillige Feuerwehr Veitsaurach (gegründet am 3. Dezember 1895) DJK Veitsaurach (gegründet am 26. Januar 1958) (Fußball Herren, Fußball Damen, Fußball AH, Fußball Jugend, Gymnastik) Schnupferverein Theatergruppe Veitsaurach Kerwaboum und -madli Veitsaurach (neu gegründet 1994) Katholischer Frauenbund
Regelmäßige Veranstaltungen DJK-Faschingsball im Landgasthof Schwarz (Faschingszeit) Pfarrfest (Christi Himmelfahrt) Veitskerwa am DJK-Sportgelände (drittes Juni-Wochenende) Johannisfeuer am DJK-Sportgelände (Freitag nach Johannistag) Familienwochenende am DJK-Sportgelände (drittes Juli-Wochenende) Kirchweihschießen (Anfang Oktober) Allerweltskerwa im Gasthaus Arnold (dritter Sonntag im Oktober) Aufführungen der Theatergruppe Veitsaurach im Landgasthof Schwarz (Mitte November) Alle 2 Jahre finden im Dezember die Veitsauracher Adventsfenster statt. Beim gemütlichen zusammen sein werden an 23 Abenden die geschmückten Adventsfenstern der jeweiligen Gastgeber bewundert. Am 24. Dezember wird das Adventsfenster immer in der Kirche „geöffnet“.
Söhne und Töchter des Ortes Franz Jakob (* 17. November 1891 in Veitsaurach; † 10. September 1965 in Ingolstadt), deutscher Politiker.
Bilder
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1183 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Aurach (Rednitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach