Herpersdorf (fränkisch: Heabasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 96. Dort folgendermaßen transkribiert: „həʳbəschdorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Das Dorf liegt am Dorfbächlein, einem linken Zufluss der Fränkischen Rezat. Im Norden liegt das Waldgebiet Birkenbusch, im Osten die Fürstenloh. Im Nordwesten erhebt sich der Vogelbuck, 0,5 km östlich der Büschelberg und 1 km südlich der Eichelberg ().

Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 2412, die nach Lichtenau (1,7 km südwestlich) bzw. nach Langenloh führt (1,3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Milmersdorf (1,8 km westlich), zur Staatsstraße 2223 bei Malmersdorf (1,8 km südöstlich) und an Büschelbach (1,4 km östlich) vorbei nach Immeldorf (2,6 km südöstlich).

Gemarkung Die Gemarkung Herpersdorf liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Lichtenau, teils auf dem Gemeindegebiet von Petersaurach. Sie hat eine Fläche von 7,387 km² und ist in 568 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.005,97 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Langenheim, Langenloh und Wicklesgreuth (zum Teil).

Geschichte Der Ort wurde 1137 als „Heribrandesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt.K. Rosenhauer (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach, S. 154. Nach E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 96, Ersterwähnung 1166 als „Herebrandesdorf“. Das Bestimmungswort ist der Personenname Heribrand, der als Gründer der Siedlung anzunehmen ist. 1402 wurde der Ort „Herppffersdorff“ genannt, 1416 „Herbersdorff“.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 96.

Im Würzburger Lehenbuch, das zwischen 1303 und 1313 entstanden ist, wurden für den Ort die Herren von Heideck als Vögte angegeben.Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Lehenbücher 1. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 188. 1406 verkaufte Heinrich von Heideck die Feste Lichtenau zusammen mit den Ortschaften, zu der auch Herpersdorf zählte, an die Reichsstadt Nürnberg.K. Rosenhauer (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach, S. 154.

Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Herpersdorf fünf Untertansfamilien angegeben: vier Untertanen unterstanden der Reichsstadt Nürnberg, einer dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 744. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Sachsen. Es gab sieben Untertansfamilien, von denen sechs nürnbergisch waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 746.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herpersdorf aus 8 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Pflegamt Lichtenau aus. Grundherren waren die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 3 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Leerhaus; Pflegamt Lichtenau: Ziegelhütte) und die Pfarr- und Pfründestiftung Eschenbach (1 Gut). Neben den Anwesen gab es das Hirtenhaus als kommunales und das Schweinehaus als herrschaftliches Gebäude.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 867.

1806 kam Herpersdorf zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Ersten Gemeindeedikts wurde Herpersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sachsen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sachsen zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Herpersdorf, zu der Langenloh gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Herpersdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 994f.

Die ab 1945 entstandene Siedlung Langenheim und Teile von Wicklesgreuth (Langenloh-Nord genannt) befanden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Herpersdorf und wurden von dieser mitverwaltet.K. Rosenhauer (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach, S. 155. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,637 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Herpersdorf am 31. Dezember 1971 aufgelöst und zum Teil nach Lichtenau eingemeindet, Langenloh und Langenheim nach Petersaurach.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Herpersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 163 139 156 161 158 164 143 164 179 170 158 155 146 153 168 171 152 141 140 267 286 312 417 371HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 27 22 28 28 29 27 26 36 52 Quelle Für die Gemeinde Herpersdorf zuzüglich der Einwohner von Langenloh (S. 52).

Ort Herpersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 92 84 90 82 98 82 81 121 84 83 74Häuser 17 13 18 15 15 15 15 15Quelle

Gemeindevorsteher Name Herkunft Amtszeit Johann Sebastian Kastner Langenloh 1833–1867 Johann Georg Schwab Herpersdorf 1867–1880 Johann Georg Kittel Herpersdorf 1880–1895 Johann Simon Eschenbacher Herpersdorf 1895–1900 Georg Leonhard Endres Langenloh 1900–1922 Andreas Meyer Herpersdorf 1922–1945 Johann Stützer Langenloh 1945–1959 Hans Reitelshöfer Langenloh 1959–1972

Religion Herpersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt, seit 1936 ist die Pfarrei Dreieinigkeitskirche (Lichtenau) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Johannes (Lichtenau) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Lichtenau (Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1137 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach