mini|Luftbild der Altstadt mini|Panorama von Süden mini|Stadtansicht von Westen Abensberg () ist eine Kleinstadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim, die knapp 30 Kilometer südwestlich von Regensburg, gut 30 Kilometer östlich von Ingolstadt, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Landshut und knapp 80 Kilometer nördlich von München liegt. Abensberg hat rund 15.000 Einwohner.

Geografie Lage Die Stadt liegt an der Abens, einem rechten Nebenfluss der Donau etwa acht Kilometer vor der Mündung. Das Gebiet um Abensberg wird gekennzeichnet durch das enge Donautal bei Weltenburg, das Altmühltal im Norden und das bekannte Hopfen-Anbaugebiet Hallertau im Süden.

Stadtgliederung Die Stadtgemeinde hat seit der Gemeindegebietsreform 22 Gemeindeteile: Im Kerngebiet: Abensberg (Hauptort), Aunkofen (Kirchdorf), Badhaus (Dorf) Im Osten: Gaden (Dorf), See (Dorf), Offenstetten (Pfarrdorf) Im Nordosten: Arnhofen (Kirchdorf), Baiern (Dorf), Pullach (Pfarrdorf), Kleedorf (Dorf) Im Norden: Sandharlanden (Pfarrdorf), Holzharlanden (Kirchdorf), Buchhof (Einöde) Im Westen: Schwaighausen (Dorf), Schillhof (Einöde), Gilla (Einöde) Im Süden: Aumühle (Einöde und gleichnamige Neubausiedlung), Allersdorf (Weiler) Im Südosten: Lehen (Einöde), Mitterhörlbach (Weiler), Oberhörlbach (Dorf), Unterhörlbach (Weiler) Bis in die 1950er gab es den Gemeindeteil Bruckhof.

Gemarkungen sind Abensberg, Arnhofen, Holzharlanden, Hörlbach, Offenstetten, Pullach und Sandharlanden. Gemarkungs-schlüsselGemarkung FlächeBayerisches Landesamt für Digitalisierung, Breitband, und Vermessung: Gemarkungen im Shape-Format. Stand ca. 2019. Fläche: Ellipsoid — EPSG:7019, Stand ca. 2019.km² Gemeindeteile6001Abensberg 15,92 Abensberg, Allersdorf, Aumühle, Aunkofen, Badhaus, Gaden, Gilla, Schillhof, Schwaighausen6008Arnhofen 6,26 Arnhofen6036Hörlbach 5,61 Lehen, Mitterhörlbach, Oberhörlbach, Unterhörlbach6037Holzharlanden 6,23 Buchhof, Holzharlanden6073Offenstetten 6,58 Offenstetten, See6080Pullach 10,06 Baiern, Kleedorf, Pullach6089Sandharlanden 9,61 Sandharlanden Stadt Abensberg 60,27   mini|hochkant=1.3|zentriert|Gemarkungen der Stadt Abensberg

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Schon lange vor dem Hochmittelalter war das Gebiet an den Abensauen besiedelt. Bereits in der Jungsteinzeit gab es in der Nähe von Abensberg Siedlungen. Besonders interessant und von überregionaler Bedeutung ist das jungsteinzeitliche Feuersteinbergwerk von Arnhofen. Dort bauten vor 7.000 Jahren die Menschen der Steinzeit den begehrten Feuerstein, auch Silex genannt, ab. Dieser Feuerstein wurde zu Bohrern, Klingen und Pfeilspitzen verarbeitet und galt als der Stahl der Steinzeit. Insgesamt konnten bisher über 20.000 Einzelschächte des Bergwerkes nachgewiesen werden. mini|Stadtansicht aus dem 16. Jhdt., Zeichnung von Philipp Apian Die mittelalterliche Geschichte von Abensberg, das oft fälschlicherweise mit der römischen Militärstation Abusina aus dem 3. Jahrhundert gleichgesetzt wurde, beginnt mit Gebhard I., der Mitte des 12. Jahrhunderts die Burg Abensberg errichtete und sich als erster nach dem Ort Abensberg benannte. Aus dieser Zeit um 1138 stammt auch die früheste schriftliche Erwähnung unter dem Namen Habensperch. Gebhard I. stammte aus dem Hause der Herren von Ratzenhofen, die wiederum Verwandte der Grafen von Ebersberg waren.Adam Rottler, S. 24–27 u. 353 Seine Frau Sophie von Mengkofen stammte aus der Sippe der Babonen. 1256 wird erstmals ein castrum Abensperch urkundlich erwähnt.

Herzog Ludwig, Markgraf von Brandenburg und sein Bruder Herzog Stephan von Bayern bestätigten am 12. Juni 1348 die Stadtrechte von Abensberg.Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 16; siehe auch S. 959–960. Nun konnten die Abensberger die niedere Gerichtsbarkeit ausüben, hatten das Recht, sich mit einer Mauer zu umgeben, und durften Märkte abhalten. Deshalb ließ Ulrich III. von Abensberg eine Stadtmauer errichten. Angeblich besaß die Mauer zu Ehren des vierzigfachen Vaters Babo 32 Rundtürme und acht Ecktürme, die heute noch zum Teil erhalten sind oder wiederhergestellt wurden (siehe Bild). In der mittelalterlichen Stadt Abensberg genossen die Bürger gegenüber ihrem Burgherrn eine gewisse Autonomie. Sie bestimmten einen Stadtrat, wobei nur wenige reiche Familien ratsfähig waren. Um 1390 wurde von Graf Johannes II. von Abensberg und seiner Gemahlin Agnes das Karmelitenkloster Unsere Liebe Frau gegründet. mini|Abensberger Wahrzeichen: Maderturm Obwohl selbstständige Herrschaft, war Abensberg doch immer auch abhängig von den mächtigen bayerischen Herzögen. Der letzte Herr von Abensberg, Niklas, angeblich nach seinem Taufpaten Nikolaus von Kues benannt, wurde von Herzog Christoph 1485 umgebracht. Niklas hatte Christoph – Jahre zuvor – auf unritterliche Art und Weise in München im Bade vor einem Turnier gefangen genommen. Obwohl Christoph der Rache abgeschworen hatte, lauerte er dem Niklas von Abensberg bei Freising auf. Nachdem sich Niklas bereits ergeben hatte, wurde er von Seitz von Frauenberg erschlagen. Er liegt im ehemaligen Karmelitenkloster zu Abensberg begraben. Die Herrschaft Abensberg verlor ihre Selbstständigkeit und wurde ein Teil Bayerns. Von nun an wurde die Stadt von einem herzoglichen Beamten, dem so genannten Pfleger verwaltet.

mini|Reste der Burg Abensberg Die Burg Abensberg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, obwohl die Abensberger beim schwedischen General Wrangel einen Schutzbrief erkauft hatten. Auf den Ruinen wurde später ein barocker Neubau errichtet.

Aventinus (1477–1534) ist der berühmteste Sohn der Stadt Abensberg. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen bayerischen Geschichtsschreibung. Aventinus, der mit bürgerlichem Namen Johann oder Johannes Turmair hieß, hat das erste große deutschsprachige volkstümliche Geschichtsbuch geschaffen und fand durch die Aufnahme in die Ruhmeshalle München und in die Walhalla bei Regensburg späte Anerkennung. In der Zeit österreichischer Besatzung während des Spanischen Erbfolgekrieges belehnte Kaiser Leopold den „Grafen Ehrenreich von Abensperg und Traun“, einen österreichischen Nachkommen der Abensberger Babonen, mit der Herrschaft Abensberg,Adam Rottler, S. 224 so dass es zu einem kurzfristigen, fremdbestimmten Aufleben der Abensberger Grafschaft kam. Vor 1802 war Abensberg Pflegamt und gehörte zum Rentamt Straubing des Kurfürstentums Bayern. Abensberg besaß ein Stadtgericht mit magistratischen Eigenrechten.

Ab 1808 1808 wurde das Landgericht Abensberg dem Regenkreis zugeordnet. In der Schlacht von Abensberg vom 19. bis 20. April 1809 besiegte Napoleon, dem die verbündeten Bayern unterstellt waren, die österreichischen Truppen unter Feldmarschallleutnant Baron Hiller. 1838 kamen die Landgerichte Abensberg und Kelheim zu Niederbayern, das bis dahin Unterdonaukreis hieß. Am 8. August 1857 wurden 17 südliche Gemeinden dem Landgericht Mainburg zugeordnet. 1862 gingen die Reste des Landgerichts Abensberg im Bezirksamt Rottenburg auf. Zusammen mit der industriell geprägten Nachbarstadt Neustadt a.d.Donau wurde Abensberg im Dezember 1993 zum gemeinsamen Mittelzentrum aufgestuft.

Eingemeindungen Die Gemeinde Aunkofen wurde am 1. April 1939 nach Abensberg eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Arnhofen, Holzharlanden und Sandharlanden eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Pullach hinzu. Hörlbach folgte am 1. April 1975. Aus der aufgelösten Gemeinde Offenstetten kamen am 1. Mai 1978 deren Gemeindeteile Offenstetten und See hinzu.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 9.685 auf 13.946 um 4.261 Einwohner bzw. um 44 %.

Politik Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Bernhard Resch (LWO).Lebenslauf auf www.bernhard-resch.de, abgerufen am 1. September 2024 Er ist seit 1. Oktober 2023 im Amt und wurde im Juli 2023 zum Nachfolger von Uwe Brandl (CSU) gewählt,Wahl in Abensberg: Dr. Bernhard Resch ist neuer Bürgermeister! tvaktuell.com, 9. Juli 2023 der seit 1993 im Amt war. Zum Zweiten Bürgermeister wurde am 11. Oktober 2023 Heinz Kroiß (FDP) gewählt.

Stadtrat Die Kommunalwahl am 8. März 2026 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Stadtrats:Wahl des Stadtrats Stadt Abensberg 8. März 2026 Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 21,7 % 5 SPD Bayern (SPD) 14,5 % 4 Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 9,3 % 2 FDP Bayern (FDP) 7,7 % 2 Landwähler Offenstetten (LWO) 13,8 % 3 Wählergemeinschaft Sandharl.-Holzharl. (WSH) 8,3 % 2 Freie Wähler Abensberg (FWA) 8,0 % 2 Aktive Bürgerinnen und Bürger Abensberg (ABBA) 5,2 % 1 Junge Liste Abensberg (JL) 5,2 % 1 Unabhängige Wählergruppe Abensberg-Land (UWL) 3,2 % 1 Bürger-Liste Pullach (BLP) 3,2 % 1

Städtepartnerschaften Abensberg unterhält Städtepartnerschaften mit : Parga (seit 1986) : Lonigo (seit 1999) : Saint-Gilles (seit 2016)Saint Gilles und Abensberg sind jetzt Partnerstädte auf www.abensberg.de

Wappen Das Wappen ist gespalten, vorn die bayerischen Rauten, hinten schräg geteilt von Silber und Schwarz, im Ganzen belegt mit zwei schräg gekreuzten silbernen Schwertern mit goldenen Griffen.

Der Ort führte seit 1338 ein Wappen, nämlich das der Grafen von Abensberg. Mit dem Tode des letzten von ihnen, Niclas von Abensberg, im Jahre 1485 fielen die Besitztümer an das Herzogtum Bayern-München, so dass auch in Abensberg fortan nur noch das bayerische Wappen geführt wurde.

Am 31. Dezember 1809 wurde der Stadt durch einen Erlass von König Maximilian I. Joseph ein neues Wappen verliehen, und zwar als Anerkennung ihrer (vorwiegend humanitären und logistischen) Verdienste im Anschluss an die Schlacht von Abensberg im gleichen Jahr. Das schräg geteilte Feld in Silber und Schwarz entstammte dem alten Wappen derer von Abensberg, die weiß-blauen Rauten demjenigen der Wittelsbacher. Die Schwerter erinnern an die Schlacht von Abensberg.

Offenstetten, heute ein Gemeindeteil von Abensberg, führte früher ein eigenes Wappen.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Gegend um Abensberg, der sogenannte Sandgürtel zwischen Siegenburg, Neustadt an der Donau, Abensberg und Langquaid, wird wegen der optimalen Boden- und Klimabedingungen landwirtschaftlich intensiv zur Zucht von Spargel genutzt, auf 212 Hektar Anbaufläche produzieren dort 94 Betriebe das Gemüse (Stand 2004). Abensberger Spargel genießt unter Kennern den Ruf einer besonderen Delikatesse.

Neben dem Spargel spielt auch der Hopfenanbau eine große Rolle (eigener Siegelbezirk). Es existieren noch drei Privatbrauereien – die Brauerei Kuchlbauer, der Hofbräu Abensberg und die Brauerei Ottenbräu. Abensberg ist Ausgangspunkt der Deutschen Hopfenstraße. Insgesamt gab es 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 142, im produzierenden Gewerbe 1674 und im Bereich Handel und Verkehr 825 Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren 1289 Personen am Arbeitsort beschäftigt. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 4020.

Im verarbeitenden Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden gab es 12 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 18 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3059 Hektar. Davon waren 2599 Hektar Ackerfläche und 361 Hektar Dauergrünfläche.

Bundesweit bekannt war die Verlagsdruckerei Josef Kral, die früher die Offerten-Zeitung für die katholische Geistlichkeit herausgab.

mini|Bahnhof Abensberg Verkehr Der Bahnhof Abensberg liegt an der Bahnstrecke Regensburg–Ingolstadt. Die Stadt erreicht man mit dem Auto über die A 93 Holledau–Regensburg (Ausfahrt Abensberg). Südlich von Abensberg kreuzen sich die Bundesstraßen B 16, B 299 und B 301.

Öffentliche Einrichtungen Hochschule