Jean-Michel Atlan (* 23. Januar 1913 in Constantine, Algerien; † 12. Februar 1960 in Paris) war ein französischer Philosoph, Maler und Illustrator.
Leben Jean-Michel Atlan stammte aus einer jüdischen Familie. Zwischen 1930 und 1934 studierte er an der Pariser Universität Sorbonne Philosophie. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs verlor Atlan jedoch unter dem Vichy-Regime seine Lehrberechtigung und lebte in Armut im Pariser Stadtteil Montparnasse. Während dieser Zeit widmete er sich erstmals der Malerei und erwarb autodidaktisch künstlerische Fertigkeiten.
Aufgrund seiner Beteiligung an der französischen Résistance und seiner jüdischen Abstammung wurde Atlan 1942 festgenommen. Für zwei Jahre wurde der Künstler, nach Vortäuschung einer Geisteskrankheit, im Hôpital Saint-Anne interniert. Nach der Befreiung Frankreichs im Jahr 1944 stellte Atlan zum ersten Mal aus und veröffentlicht seine Gedichtsammlung Le Sang profond. Nach kurzem Anfangserfolg und der Anerkennung durch wenige avantgardistische Schriftsteller lebte Atlan später als Hausierer und Wahrsager.
Ein Plakat, das Atlan für die Ausstellung der neuen École de Paris in der Galerie Charpentier entwarf und eine Ausstellung in der Galerie Bing im Jahre 1956 verschafften ihm den künstlerischen Durchbruch. Jean-Michel Atlan starb 1960 an den Folgen eines Krebsleidens; er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der „Nouvelle École de Paris“.
Seine Gemälde sind heute u. a. im Besitz des Hirshhorn Museum in Washington sowie des Museum of Modern Art in New York.
Ausstellungen
1945 Galerie L’Arc-en-Ciel, Paris 1947 Galerie Maeght, Paris 1957 Palais des Beaux-Arts, Brüssel 1959 Kaplan Gallery, London 1960 Recent Paintings and Gouaches. The Contemporaries Gallery, New York 1963 Retrospective Atlan. Musée National d’Art Moderne, Paris 1964 Retrospective Atlan. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv 1965 Mobilier national. Manufacture nationale des Gobelins, Paris 1966 Galerie Tanya Bing, Cannes 1969 Deuxième Hommage à Atlan. Salon Corner, Copenhagen 1971 Galerie Saint-Léger, Genf 1980 Retrospective Atlan. Musée national d’Art Moderne, Centre Georges-Pompidou, Paris 1982 Troisième Hommage à Atlan. Salon Corner, Copenhagen 1986 Retrospective Atlan. Premières périodes, 1940–1954. Musée des Beaux-Arts, Nantes 1987 Atlan. Les litographies des années 1945 à 1959. Galerie La Hune, Paris 1988 Galerie Bernard Cats, Brüssel 1989 Galerie Enrico Navarra, Paris 2008 Galerie Jaques Elbaz, Paris 2019 Jean-Michel Atlan et la Nouvelle École de Paris. SETAREH, Düsseldorf
Weblinks Jean-Michel Atlan (englisch) Jean-Michel Atlan (englisch) Jean-Michel Atlan (dänisch) artnet – Jean-Michel Atlan Eintrag auf artcyclopedia.com (engl.)
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