Hahn ist ein Stadtteil von Taunusstein im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis und Sitz der Stadtverwaltung.
Geografische Lage Hahn liegt nördlich von Wiesbaden im Aartal zwischen Bleidenstadt und Wehen an der historischen Eisenstraße.Annalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 30, 1899, Seite 123
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Hahn erfolgte unter dem Namen Hagin wird in die Zeit 1223–1234 datiert. Eine weitere Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 1315 im Zusammenhang mit dem Lehenshof des Klosters Bleidenstadt. Schon 1680 gab es für wenige Jahre eine Eisenhütte. Der Ortsname leitet sich von „Hagen“ (umzäunt, umhegt) ab und ist ein typischer hochmittelalterlicher Siedlungsname.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Oktober 1971 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Hahn im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit fünf Nachbarorten freiwillig zur neuen Stadt Taunusstein. Somit wurde Hahn ein Stadtteil von Taunusstein. Für alle nach Taunusstein eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hahn angehört(e):
1444: Heiliges Römisches Reich, Haus Nassau, Amt Wehen ab 1738: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Wehen ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Wehen ab 1816: Herzogtum NassauDas Herzogtum Nassau war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs., Amt Wehen ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-SchwalbachAbtrennung der Justiz Justizamt Wehen bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Wehen ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, UntertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Wehen) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis, Stadt TaunussteinAm 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Taunusstein. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Taunusstein
Bevölkerung Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon 1593: 20 Haushaltungen 1615: 24 Haushaltungen 1629: 22 Haushaltungen 1670: 6 Haushaltungen 1747: 16 Wohnhäuser
Religionszugehörigkeit • 1885: 321 evangelische (= 86,76 %), 49 katholische (= 13,24 %) Einwohner • 1961: 1298 evangelische (= 61,11 %), 764 katholische (= 35,97 %) Einwohner
Politik Ortsbeirat Für Hahn besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hahn) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Seit den Kommunalwahlen 2026 gehören ihm drei Mitglieder der CDU, zwei Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und je ein Mitglied der FDP und der FWG an. Ortsvorsteherin ist Karin Bosse-Hagen(SPD).
Wappen Das Wappen wurde am 15. Oktober 1970 durch das hessische Innenministerium genehmigt.
Blasonierung: „In Gold ein rotgezungter blauer Löwenkopf, im rechten Obereck auf Schwarz ein goldenes H.“Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 195.
Kulturdenkmäler Am Ehrenmal; Ehrenmal Bahnhof Eiserne Hand Scheidertalstraße 1; Gasthaus zum Taunus Scheidertalstraße 52; Stiftischer Erbleihhof „Lehenshof“, Hofreite Scheidertalstraße 55; Forstmeisterdienstgehöft Wiesbadener Straße 6; ehem. Kurheim Wiesbadener Straße 20; ehem. Revierförsterei Wiesbadener Straße 63; Haus Tannenburg Zum Schwimmbad 11; Evangelischer Kindergarten
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Hahn liegt an der Bundesstraße 54 und der Bundesstraße 275.
Der Bahnhof Hahn-Wehen wurde an der 1889 eröffneten Aartalbahn errichtet, die Nachbarstationen sind Bleidenstadt und Eiserne Hand. Nach der Einstellung des Bundesbahn-Zugbetriebs im Jahr 1983 verkehrten dort von 1986 bis 2009 Museumszüge der Nassauischen Touristik-Bahn. Das Bahnhofsgebäude wurde 2015 abgerissen.Alter Bahnhof in Hahn wird abgerissen. In: www.genios.de. Wiesbadener Kurier. Im Rahmen des Projekts Stadtbahn Wiesbaden war zwischen 1998 und 2001 eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden im Gespräch. Heute existieren Planungen zur Reaktivierung der Aartalbahn als Stadt- oder Regionalbahn. Heute befindet sich neben den alten Bahngleisen der Busbahnhof der Stadt Taunusstein.
Öffentliche Einrichtungen Rathaus der Stadt Taunusstein Freibad Berufliche Schulen Untertaunus Integrierte Gesamtschule Obere Aar Kindergarten und Kindertagesstätte
Weblinks
Stadtteil Hahn. In: Webauftritt der Stadt Taunusstein.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rheingau-Taunus-Kreis Kategorie:Geographie (Taunusstein) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rheingau-Taunus-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1315 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971