Thomas Lemke (* 1969) ist ein deutscher Serienmörder, der wegen dreifachen Mordes verurteilt wurde. Er war Mitglied verschiedener rechtsextremer Organisationen, unter anderem der Wiking-Jugend und der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP). In seiner Wohnung fand die Polizei sogenannte Anti-Antifa-Feindlisten mit Namen und Adressen politischer Gegner.
Verbrechensserie Thomas W. trat bereits vor seinen Morden wegen zahlreicher Delikte strafrechtlich in Erscheinung, unter anderem wegen Brandstiftung, Körperverletzung, Volksverhetzung und illegalen Waffenbesitzes. So überfiel er im Jahr 1985 er zusammen mit weiteren Neonazis eine Musikveranstaltung im Schulzentrum von Gladbeck-Brauck, schmiss das Fenster einer Pastorin ein, die sich im Antifaschistischen Arbeitskreis in Gladbeck engagierte, besprühte gemeinsam mit der Gruppe Bomber Telefonzellen sowie Stromkästen mit rechtsextremen Symbolen wie dem Hakenkreuz und beging mehrere Brandanschläge, unter anderem auf eine türkische Familie sowie auf das Polizeirevier in Gladbeck-Zweckel. Im Januar 1986 fand bei Lemke eine Hausdurchsuchung statt, im Zuge derer Nazi-Utensilien und Propagandamaterial sowie Schraubverschlussflaschen mit Benzingemischen sichergestellt wurden. Im Mai 1989 wurde er erneut aktenkundig, als er sein späteres Mordopfer Martin K. in seinem Keller mit einer abgesägten Schrotflinte bedrohte. Im Januar 1996 verschickte Lemke Drohbriefe an die Polizei, Politiker und an abtrünnige Kameraden sowie im Februar 1996 an das Gladbecker Amtsgericht.
Am 16. Juli 1995 fuhr er mit seiner Freundin Bianka W. und der gemeinsamen Bekannten Dagmar K. nach Altena, wo er zusammen mit seiner Freundin die Bekannte fesselte, knebelte, in einen Wald brachte und mit einem Seil würgte. Als das Opfer röchelte, schlug Lemke ihr mehrmals einen Klappspaten auf den Kopf und verscharrte die Tote in einem Erdloch. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass er seine Freundin zu der Tat zwang, um sie „in der Hand zu haben“, da er ihr gegenüber öfter gewalttätig wurde und befürchtete, sie könne ihn anzeigen.
Am 3. Februar 1996 fuhr Lemke nach Oberhausen und besuchte seinen Bekannten Marcel M. Zusammen fuhren sie nach Bergisch Gladbach zur Wohnung von Patricia W. Lemke hatte sie auf dem Bahnhof in Hagen kennengelernt und wegen eines Aufklebers „Nazis raus“ auf ihrer Kleidung als „Linke“ eingeordnet. Die arglose Frau öffnete die Tür, wurde gefesselt, entkleidet, von Lemke vergewaltigt, mit einem Schnürsenkel gedrosselt, mit einer Gipsfigur auf den Kopf geschlagen und mit 91 Messerstichen getötet.
Am 15. März 1996 erschoss Lemke den 26-jährigen Martin K. in einem Treppenhaus in Dorsten-Rhade. Er galt in Lemkes Augen als Verräter, da er ihn als Aussteiger aus der rechten Szene wegen Bedrohung angezeigt und gegen ihn ausgesagt hatte.
Verurteilung Er wurde im März 1997 vom Essener Schwurgericht wegen dreifachen Mordes und Vergewaltigung zu lebenslanger Haft, anschließender Unterbringung in der Psychiatrie sowie Sicherungsverwahrung verurteilt. Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verhängte das Gericht die Höchststrafe. Bianka W. wurde wegen Mordes zu sechs und Marcel M. wegen Beihilfe und Vergewaltigung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Sonstiges
2023 wurde in Bergisch Gladbach eine Gedenktafel für Patricia W. aufgestellt und durch den Bürgermeister Frank Stein enthüllt.
Literatur
Hans-Werner Loose: Er verführte seine Freunde zum Mord. In: Die Welt. 13. Februar 1997
Weblinks Uwe Ruprecht: Der Serienmörder, der kein Neonazi sein sollte
Einzelnachweise
Kategorie:FAP-Mitglied Kategorie:Mitglied der Wiking-Jugend Kategorie:Volksverhetzer nach deutschem Recht Kategorie:Serienmörder (Deutschland) Kategorie:Verurteilte Person (Vergewaltigung) Kategorie:Kriminalfall (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Mann