mini|Lieg aus Richtung Südosten Lieg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Cochem an.

Geographie Das Dorf liegt auf einem Höhenrücken zwischen den Tälern des Lützbachs und des Dünnbachs am nördlichen Rand des Hunsrücks, etwa acht Kilometer von der Mosel entfernt. Durch den Ort geht die Landstraße 108, die die Mosel (Treis-Karden) mit dem Vorderhunsrück (Kastellaun) verbindet. Zu Lieg gehört auch der Wohnplatz Haus Pfennig.

Geschichte Die Umgebung von Lieg ist schon seit der Jungsteinzeit bewohnt, wie Funde von Steinbeilen zeigen. Weitere Funde (Hügelgräber) aus der Eisenzeit (750–50 v. Chr.) bezeugen weitere Besiedlung, vermutlich durch den keltischen Stamm der Treverer. Etwa 50 v. Christus eroberten die Römer die Gegend. Auch aus dieser Zeit zeigen Funde auf eine kontinuierliche Besiedlung hin.

Eine Urkunde von 1106 erwähnt die Entführung einer jungen Nonne durch Ritter Embrico aus Mayschoß an der Ahr, um sie zu heiraten. Daraufhin enterbten die Eltern ihre Tochter, die nur den Hof in Lieg behalten durfte. Später gehörte Lieg zum sogenannten dreiherrischen Beltheimer Gericht. Seit 1366 teilten sich Kurtrier, Sponheim und Braunshorn-Winneburg die Herrschaft. Mit der Besetzung des linken Rheinufers 1794 durch französische Revolutionstruppen endete diese. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Lieg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 329 1835 469 1871 490 1905 547 1939 471 1950 478 Jahr Einwohner 1961 408 1970 417 1987 403 1997 457 2005 437 2017 387

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Lieg besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Heinz Zilles wurde im Frühjahr 2016 Ortsbürgermeister von Lieg. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 94,44 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 88,1 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Zilles Vorgänger waren seit 2014 Doris Schneider, die ihr Amt aus beruflichen Gründen Ende 2015 niederlegte, und zuvor seit 1989 Walter Lauxen.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Wendelinus-Kapelle von 1908 zwischen Lieg und Lahr mit Reliquien des Heiligen Wendelin zieht am zweiten Sonntag im September Gläubige aus der näheren und weiteren Umgebung an.

Am 8. März 2008 gewann Lieg den Wettbewerb „SWR 4 Stadtmusikanten“. Mit 40 Prozent im TED haben sie die Konkurrenten aus Pantenburg (36 %) und Ediger-Eller (24 %) hinter sich gelassen und können sich jetzt „SWR 4 Stadtmusikanten“, die musikalischste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, nennen. (Eingesehen Januar 2014) Der kleine Ort hat zwei Chöre, und die Hunsrückmusikanten haben etwa 30 aktive Musiker und bilden etwa 10 weitere aus. (Eingesehen Januar 2014)

Tourismus Der Hunsrück-Mosel-Radweg verläuft durch den Ort.

Bildung Die Kinder besuchen die Grundschule in Lieg. Weiterführende Schulen befinden sich in Treis-Karden, Cochem, Kastellaun und Münstermaifeld.

Literatur Heinz Kugel: Chronik Lieg: 900 Jahre Lieg, 1106-2006. Geschichte und Geschichten eines Hunsrückdorfes. Hrsg. Ortsgemeinde Lieg, 2006, ISBN 978-3-9811909-0-8. Franz Schneider: Geschichte des Dorfes Lieg/Hunsrück. Selbstverlag, Koblenz 1980.

Weblinks

Ortsgemeinde Lieg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Cochem

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Cochem-Zell Kategorie:Ort im Hunsrück Kategorie:Ersterwähnung 1106