Das Phantom der Oper ist ein zweiteiliger Fernsehfilm aus dem Jahr 1990, der lose auf dem gleichnamigen Roman von Gaston Leroux basiert, von der NBC ausgestrahlt und von Hexatel und Saban/Scherick in Zusammenarbeit mit Starcom, TF1, Reteitalia, Beta-Film, BR und ORF produziert wurde. Regie führte Tony Richardson.
Handlung Die Pariser Opéra Garnier im späten 19. Jahrhundert:
Teil 1
Die ärmlich gekleidete Christine Daee sucht die Oper auf, um den Direktor Gérard Carrière um Gesangsunterricht zu bitten, den der Graf de Chagny, der sie hatte singen hören, ihr versprochen hat. Die anderen Frauen, die dem Ensemble der Oper angehören, bekommen dies mit und teilen Christine mit, dass sie alle zu den Freundinnen des Grafen gehören.
Zur selben Zeit stellt sich heraus, dass Carrière soeben vom neuen Besitzer der Oper, Alain Cholet, entlassen wurde. Christine erfährt dies von dem Portier Jean-Claude. Er will ihr helfen und sie zu Cholet bringen, damit dieser ihr vielleicht Gesangsstunden bewilligt. Die beiden sind dabei, als Carrière öffentlich bekannt macht, dass er das Opernhaus verlässt, ohne zu sagen, dass er entlassen wurde. Die Mitarbeiter zeigen sich alles andere als begeistert vom neuen Direktor und dessen Frau Carlotta, die der neue Star der Oper ist.
Plötzlich fliegt ein Zettel auf die Bühne: eine Nachricht des Phantoms, wie die Mitarbeiter beunruhigt feststellen. Cholet verlangt eine Erklärung von Carrière, die er auch in der Halle der Oper mitgeteilt bekommt: Ein Geist lebe in den Gewölben der Oper, und niemand dürfe sie betreten, denn das sei einzig das Reich des Phantoms, wie er sich zu nennen pflegt. Der Kostümverwalter Carlottas, Buquet, den sie in die Gewölbe geschickt hatte, um eine Inventarliste anzufertigen, habe das Reich unerlaubterweise betreten. Nun ist er verschwunden. Doch noch weiß nicht einmal Carrière, dass der Mann tot ist, ermordet vom Phantom. Cholet glaubt Carrière nicht und verhöhnt ihn. Dieser gelangt nun durch einen Geheimgang zu dem Phantom, das berichtet, Buquet sei tot. Carrière teilt ihm mit, dass er entlassen wurde. Das ist eine schlechte Nachricht für Erik, so der Name des Phantoms, denn der neue Direktor glaubt nicht an Geister und hat keine Ehrfurcht vor ihm und seinen Regeln. Carrière fälscht ein Kündigungsschreiben Buquets, damit Carlotta keine Fragen stellt. Nachdem Christine Cholet um Gesangsunterricht gebeten hatte und er ihr von ihm und Carlotta trotz ihres Fürsprechers, des Grafen, verweigert wurde, erlaubt Carlotta ihr, ihre neue Garderobiere zu sein. Jean-Claude erlaubt ihr, in einem Winkel der Kellergewölbe zu schlafen, da Christine keine Geld für eine Unterkunft hat. In der Nacht läuft Christine, trotz des Verbots Jean-Claudes, singend durch die Oper. Erik hört ihre schöne Stimme und empfindet sie als ungleich angenehmer als die Carlottas. Er beobachtet sie lange und ausführlich während ihrer Arbeit.
Eines Abends spricht er sie schließlich an und bietet an, ihr Unterricht zu erteilen, da ihre sehr schöne Stimme noch ungeschult klänge. Seine einzige Bedingung ist es, dass er seine Anonymität bewahrt und seine Maske aufbehält. Christine nimmt an. Unterdessen beklagt sich Cholet bei Inspector Ledoux über die Drangsalierungen des Phantoms: Er schreibt andauernd Briefe, in denen er zum Beispiel Carlottas Besetzung als Hauptfigur kritisiert und außerdem fordert, dass Loge 5 bei jeder Vorstellung für ihn reserviert wird. Trotz des Einwandes Ledoux’, der ihn darauf hinweist, der alte Direktor habe das immer getan und alles sei gut verlaufen, will Cholet diese Bedingungen nicht einhalten.
Der Abend von Carlottas Pariser Debüt ist gekommen. Auf dem Spielplan steht Norma mit ihr in der Titelrolle. Natürlich manipuliert das Phantom die Aufführung: Er versieht ihre Perücke mit einem Juckpulver, sodass Carlotta auf der Bühne Juckreiz bekommt, zunächst nur die Augen wild verdreht, sodann ihren Kopf am Bühnenbild schabt und schließlich die Perücke von ihrem Kopf reißt, was beim Publikum für viel Gelächter sorgt. Einzig sie selbst und ihr Ehemann finden das gar nicht zum Lachen. In Cholets Büro hören die beiden die Stimme des Phantoms, die ihnen verkündet, sie seien gewarnt gewesen und sie sollten schleunigst verschwinden, dann hätten ihre Qualen ein Ende. Inspector Ledoux sagt ihnen jedoch, es sei eine Wahnvorstellung aufgrund ihrer überstrapazierten Nerven. Das nächste Stück wird ebenfalls so manipuliert, dass Carlotta sich blamiert, also weigert sie sich, in Zukunft aufzutreten. Dann kommt Phillippe de Chagny nach Paris und lädt das gesamte Ensemble in ein Lokal ein, wo traditionell jeder singt. Besonders Christine legt er ans Herz zu kommen und entschuldigt sich dafür, dass sie nur Garderobiere geworden ist.
Für Christine ist es die Chance, ihr Können zu zeigen, denn Erik kann ihr nichts mehr beibringen. Er gibt ihr ein Kleid für ihren Auftritt und hilft ihr, sich fertig zu machen. Carlotta erfährt im Bistro, dass ihr Mann die Oper Faust wieder auf den Spielplan gesetzt hat, mit ihr als Margarethe, doch sie will erst wieder singen, wenn das Phantom gefasst ist. Der Graf bittet sie, unterdessen seiner Nichte (er meint damit Christine) Gesangsunterricht zu geben. Im Gegenzug dazu will er die Oper finanziell unterstützen. Dann kommt Christine, und Carlotta verspottet sie, weil sie nicht glaubt, dass die „Nichte“ singen kann. Christine beginnt zu singen, doch Carlotta kommt ebenfalls auf die Bühne, um über sie zu triumphieren, aber Christine schafft es, eine höhere Tonlage zu halten und sehr virtuos zu singen, sodass Carlotta schließlich die Bühne verlässt und Cholet begeistert ist und Christine engagieren will. Der Graf stellt Christine Carrière vor, der ihr erzählt, dass sie ihn an eine Sängerin erinnert, die Christine jedoch nicht kennt. Phillippe und sie verlassen das Bistro gemeinsam in seiner Kutsche, beobachtet vom Phantom, das draußen Christines Gesang gelauscht hat.
Phillippe und Christine fahren ins Grüne, wo sie schließlich feststellen, dass sie einander kennen: Christine war in jungen Jahren einst Küchenmädchen im Hause Chagny, ihr Vater, ein talentierter Geiger, hat dort ebenfalls gearbeitet. Dort traf sie auf den jungen Phillippe und die beiden freundeten sich an, doch als seine Gouvernante ihre Freundschaft entdeckte, wurde Christines Vater entlassen und die beiden mussten das Grundstück verlassen.
Christine und Phillippe küssen sich, doch dann fällt ihr Erik ein, der auf sie in ihrem Musikzimmer wartet, und sie lässt sich zur Oper fahren. Doch Erik ist bereits fort. In ihrem Versteck wird sie von Carlotta aufgesucht, die wissen will, wer Christines Lehrer ist. Als Christine so sehr bedrängt wird, verrät sie schließlich, dass sie seinen Namen nicht kennt und dass er eine Maske trägt. Diese Information überbringt Carlotta gleich ihrem Mann, der nun weiß, dass es sich um das Phantom handelt, und Christine die Rolle als Margarethe in Faust anbietet, in dem Wissen, dass Ledoux das Phantom vielleicht fangen kann.
Dies berichtet Christine Erik, der sehr erfreut ist. Doch Christine lügt ihn an und behauptet, sie wäre nicht mit Phillippe weggefahren, sondern mit Carlotta. Nun bekommt sie ein schlechtes Gewissen, sagt ihm doch die Wahrheit und fällt ihm vor Dankbarkeit in die Arme, was Erik völlig aus der Bahn wirft.
Vor Christines erstem großen Auftritt manipuliert Carlotta sie so, dass sie unglaublich nervös ist, und bietet ihr einen „Kräutertrank“ an, der die Nerven beruhigen soll, doch stattdessen sorgt er dafür, dass Christines Stimme auf der Bühne versagt. Erik ist völlig außer sich und Ledoux, der Loge 5 im Auge behalten hat, schickt seine Männer, das Phantom zu fangen. Als Christine völlig verzweifelt von der Bühne fliehen will, weil das Publikum sie ausbuht, sorgt Erik dafür, dass der massive Kronleuchter von der Decke stürzt.
Teil 2
Der von der Decke gestürzte Kronleuchter versetzt das gesamte Opernhaus in Panik. Erik fängt Christine ab und entführt sie in sein unterirdisches Reich. Phillippe folgt den beiden, aber er kennt nicht die Geheimgänge und findet sie daher nicht. Erik bringt die staunende Christine immer tiefer in sein Reich zu einem Bett, in das sie sich erschöpft legt, und singt sie in den Schlaf. Die Verletzten werden nach dem Unglück aus der Oper getragen. Cholet glaubt, ruiniert zu sein. Unterdessen führt Ledoux seine Männer in das Gewölbe des Phantoms, um es festzunehmen, doch als die Gruppe sich aufteilt, sterben drei Polizisten durch die Fallen Eriks.
Als Christine aufwacht, läuft sie durch die Gewölbe und findet sein Reich immer unheimlicher, vor allem, da überall Bilder stehen, auf denen eine Frau abgebildet ist, die Christine zum Verwechseln ähnlich sieht. Erik findet unterdessen heraus, dass Christine manipuliert wurde, und rächt sich an Carlotta, indem er sie mit Ratten überschüttet. Dann wird er von Carrière aufgesucht, der ihn bittet, Christine gehen zu lassen, doch Erik weigert sich beharrlich und droht sogar damit, das Opernhaus in die Luft zu sprengen.
Carrière spricht heimlich mit Christine, die erst jetzt erfährt, wie ihr Maestro heißt und dass die anderen ihn als das Phantom der Oper kennen. Er bittet sie inständig zu fliehen, weil Erik sie für immer in den Gewölben gefangen halten würde. Dann erzählt er ihr, dass Erik nicht nur in sie verliebt ist, er sieht in ihr auch große Ähnlichkeit zu seiner Mutter, der Frau auf den Bildern, die früh starb und deren Stimme der Christines sehr ähnelt. Nun will sie erfahren, warum er in diesen Gewölben lebt, und Carrière berichtet, dass es sein Gesicht ist, das er immer verbirgt. Doch Christine will wissen, wer ihn versorgt hat, als seine Mutter starb, und Carrière gesteht ihr, dass er es war, weil er Eriks Vater sei.
Carrière erzählt Christine schließlich von Eriks Mutter: Sie war Ballettschülerin und er eine Art Aushilfe. Obwohl sie jeden Mann hätte haben können, verliebte sie sich in ihn. Sie hatte eine außergewöhnliche Stimme, die sie nur mit ihm teilte, weil sie Gesang als etwas sehr Intimes empfand. Doch er überredete sie zu einem Vorsingen, das sie auf Anhieb bestand, und sie wurde zum Pariser Opernstar. Doch ihr war der Ruhm egal, sie dachte nur an ihn. Schließlich wurde sie von ihm schwanger und wollte heiraten, doch er war bereits verheiratet, als er nach Paris kam. In seiner Heimat erwartete ein Mädchen angeblich ein Kind von ihm und er hatte dieses Mädchen daher geheiratet; da sie einander nicht liebten, war er mit ihrem Einverständnis fortgegangen. Als er Eriks Mutter auf ihre Frage, ob er sei heiraten wolle, keine Antwort gab, wollte diese sich ertränken, doch er konnte sie retten und ging fort. Er sah sie erst wieder, als sie, völlig zerlumpt eingekleidet, einer Zigeunerin ein dubioses Getränk abkaufte, das das Kind abtreiben sollte. Sie nahm nur einen Schluck, dann nahm er es ihr weg, doch es hatte die Wehen eingeleitet und da die beiden keine bessere Unterkunft hatten, brachte er sie in den Stall neben der Oper, wo sie Erik zur Welt brachte. Der Junge hatte ein extrem entstelltes, abstoßendes Gesicht, doch das sah sie nicht. Sie sang ihm stundenlang vor, und seine Augen strahlten. Eines Nachts starb sie, Erik überlebte das Fieber. Da er sie sehr vermisste, weinte er, und so entstand die Legende von einem Gespenst in den Kellergewölben. Als Carrière Intendant wurde, wurde er von Erik, der nicht wusste, dass Carrière sein Vater ist, beraten. Carrière bittet Christine noch einmal, das Opernhaus zu verlassen. Doch sie lehnt ab: Sie will zuvor mit Erik sprechen und will nicht glauben, dass er sie niemals fortgehen lässt. Carrière kann nichts tun; er verlässt das Gewölbe und trifft auf Ledoux. Dieser will etwas über das Phantom erfahren. Carrière willigt schließlich ein, ihm zu helfen.