Das Ejército del Aire y del Espacio (bis 2022 Ejército del AireEjército del Aire y del Espacio Homepage der Luftstreitkräfte, 6. Juli 2022) sind die Luft- und Weltraumstreitkräfte der spanischen Streitkräfte. Sie bilden zusammen mit der Armada Española (Marine) und dem Ejército de Tierra (Armee) die spanischen Streitkräfte. Derzeit umfasst das Ejército del Aire rund 20.350 Berufssoldaten und über 400 Luftfahrzeuge.

Geschichte Beginn der militärischen Luftfahrt

mini|Lohner Pfeilflieger mit spanischem Hoheitszeichen Am 2. April 1910 wurde durch ein königliches Dekret die militärische Luftfahrt in Spanien ins Leben gerufen. Eine Staffel von vier Pfeilfliegern des österreichischen Flugzeugfabrikanten Ludwig Lohner unter der Führung von Hauptmann Alfredo Kindelán führte am 17. Dezember 1913 über Tetuán einen der ersten Bombenabwürfe einer Fliegerstaffel der Welt durch. Einer der Piloten war der Infant Don Alfonso de Orleans. Weitere Staffelmitglieder waren Hauptmann Barrón, der selbst eine Maschine konstruierte (Barrón -W-), und Hauptmann Cifuentes. Die Bomben wurden per Hand aus den Maschinen geworfen.

Im Jahre 1924 ging mit dem vom spanischen Luftfahrtpionier Juan de la Cierva entwickelten Cierva C.6 der erste Tragschrauber (sp. Autogiro) der Geschichte in den Dienst einer Streitkraft. Dieser Drehflügler konnte auch von Seeflugzeug- und Luftschiffträgern aus operieren; das erste erfolgreiche Start- und Landungsmanöver dieser Art gelang 1934 auf der Dédalo.

Bürgerkrieg mini|Bf 109C der Legion Condor Während des Spanischen Bürgerkrieges teilte sich die militärische Luftfahrt in die Fuerzas Aéreas de la República Española (FARE, dt.: Luftstreitkräfte der Spanischen Republik) und die Aviación Nacional (Nationale Luftstreitkraft) der Putschisten unter General Franco. Während die Regierungstruppen vor allem von sowjetischer Seite mit Polikarpow I-15 und I-16 sowie Tupolew SB-2 beliefert wurden, so stützte sich die Luftwaffe der Putschisten auf Hilfe aus Deutschland (Legion Condor), großteils bestehend aus Junkers Ju 52, Heinkel He 111 und He 51, sowie Italien (Aviazione Legionaria), die sich vor allem aus Fiat CR.32 und Savoia-Marchetti SM.79 zusammensetzte. Entscheidend für den Ausgang des Luftkrieges zu Gunsten der nationalen Kräfte war aber der spätere Einsatz der zu diesem Zeitpunkt technisch überlegenen Messerschmitt Bf 109.

Teilstreitkraft Am 7. Oktober 1939 bekam das Ejército del Aire den offiziellen Status einer Teilstreitkraft. Sie setzte sich größtenteils aus den vom Bürgerkrieg übriggebliebenen Beständen der FARE und der Aviación Nacional zusammen, hinzu kamen vom Deutschen Reich zugekaufte Dornier Do 24 und Junkers Ju 88. Zwischen 1941 und 1943 nahmen spanische Flugzeuge im Rahmen der Blauen Division als Escuadrilla Azul (dt. Blaue Staffel) unter dem Oberbefehl von Wolfram von Richthofen am Russlandfeldzug teil.

Francozeit nach 1945 mini|Lockheed T-33 der spanischen Luftstreitkräfte Nach Ende des Zweiten Weltkrieges begannen die spanischen Flugzeughersteller Hispano Aviación und CASA diverse deutsche Maschinen unter Lizenz zu produzieren, bis schließlich ein 1953 mit den Vereinigten Staaten unterschriebener Vertrag die Lieferung modernerer Materialien ermöglichte. Die Luftstreitkräfte erhielten zu jener Zeit mit den North American F-86 und Lockheed T-33 erstmals Düsenjäger. Diese konnten allerdings aufgrund einer Klausel nicht im Ifni-Krieg (1957–58) eingesetzt werden, weshalb Spanien, letztlich erfolgreich, völlig veraltete He 111, Ju 52 und Bf-109 verwendete.

mini|HA-200 „Saeta“

Zeitgleich wurde von der spanischen Firma Hispano Aviación die HA-200 Saeta (Pfeil), ein zweistrahliger Trainer und leichtes Erdkampfflugzeug, als Nachfolger der amerikanischen T-6 Texan entwickelt. Konstruiert wurde er von einem deutsch-spanischen Team unter der Leitung von Willy Messerschmitt. Es handelte sich um den ersten in Spanien entwickelten und gebauten Düsenjäger, er sollte bis 1982 im Dienst bleiben und war im Zuge des bewaffneten Konflikts zwischen Spanien und dem Frente Polisario 1974 auch in Westsahara im Kampfeinsatz.

Das Verbot der USA, die von ihnen gelieferten Jäger während des Ifni-Krieges und im Konflikt mit dem Frente Polisario zu verwenden, führte zu einem Umdenken in der spanischen Luftwaffe und in der Folge auch zum vermehrten Zukauf europäischer Kampfflugzeuge. Ab Anfang der 1970er Jahre wurden alte Bestände an F-86, T-33 sowie der 1965 hinzugekommenen Lockheed F-104 durch Mirage III und ab 1975 Mirage F1 ersetzt.

Demokratie und Natobeitritt mini|Spanische F/A-18 Hornet Nach dem Tod von Francisco Franco wurde Spanien zu einer Demokratie und löste sich von seinem Isolationismus. Dies führte 1982 zu Spaniens NATO-Beitritt. Das ermöglichte die Kaufentscheidung für die F/A-18 Hornet, dem damals modernsten Mehrzweckkampfflugzeug der westlichen Welt. In einer ersten Bestellung wurden zwischen 1983 und 1990 insgesamt 72 neue Flugzeuge ausgeliefert, zwischen 1994 und 1995 folgten 24 weitere aus Beständen der United States Navy. Den ersten Kampfeinsatz hatten die spanischen F/A-18 während der Operation Deliberate Force.

Am 2. September 1985 schloss sich Spanien dem European Fighter Aircraft (EFA) Programm an, aus dem der Eurofighter EF 2000 hervorging. Das Ejército del Aire bestellte anfänglich 87 Flugzeuge. Durch Nachbestellungen erweiterte sich die Zahl der gekauften Flugzeuge auf 115 Stück.https://www.airbus.com/en/newsroom/press-releases/2024-12-spain-orders-25-additional-eurofighter-aircraft Zwei Staffeln wurden in den Geschwadern Ala 11 in Morón de la Frontera sowie Ala 14 in Albacete aufgestellt. Darüber hinaus dient eine weitere Staffel in Morón der Ausbildung. Die ersten Flugzeuge gingen im Oktober 2004 in Dienst, bis Dezember 2018 wurden 69 Maschinen ausgeliefert.

Die erste Kampfpilotin fand sich 2006 in den Reihen der Luftwaffe.https://historiamujeres.es/medalla/garcia_malea.html

Ein weiteres europäisches Projekt mit spanischer Beteiligung ist das des taktischen Transportflugzeugs Airbus A400M. Spanien bestelle 27 Maschinen, die erste davon ging am 17. November 2016 in Dienst.

Am 14. Februar 2019 schloss sich Spanien dem Next Generation Weapon System in einem Future Combat Air System (NGWS/FCAS) an, einem Programm zur Entwicklung von bemannten und unbemannten Mehrzweckkampfflugzeugen der sechsten Generation.

Auftrag Sicherung der territorialen Integrität Spaniens, Luftverteidigung und Bereitstellung der Luftkomponente der spanischen Streitkräfte.

Organisation mini|Hauptquartier der Spanischen Luftwaffe (Madrid).

Der zentrale operative Verband der spanischen Luft- und Weltraumstreitkräfte ist das Geschwader (sp. „Ala“, dt. Flügel), das mit einem Regiment beim Heer vergleichbar ist. Dieses wiederum ist in zwei oder drei Staffeln (sp. „Escuadrón“) unterteilt (bestehend aus 18–24 Flugzeugen).

Führungsstellen und Verbände An der Spitze der Spanischen Luft- und Weltraumstreitkräfte steht der Jefe de Estado Mayor del Ejército del Aire y del Espacio (JEMA). Ihm unterstehen drei Haupt- und drei Unterkommandos: Fuerza Aérea: Ordnet und überwacht den Dienstbetrieb und stellt die höchstmögliche Einsatzbereitschaft aller unterstellten Verbände sicher. Ist unterteilt in: Mando Aéreo de Combate (MACOM): Ordnet und überwacht Kampfeinsätze Mando Aéreo de Canarias (MACAN): Ordnet und überwacht Kampfeinsätze und Logistik auf den Kanarischen Inseln Mando Aéreo General (MAGEN): Betrieb aller spanischen Luftwaffenstützpunkte Apoyo a la Fuerza: ist für den gesamten technischen, logistischen und Verwaltungsbetrieb zuständig Cuartel General: Koordination und Verbindung zwischen den Kommandos und dem Jefe de Estado Mayor del Ejército del Aire (JEMA)

Stützpunkte Der spanische Ejercito del Aire y del Espacio hat Militärflugplätze auf der iberischen Halbinsel und auf den Inseln. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich um Flughäfen, die sowohl militärisch ala auch zivil genutzt werden. Die nur in geringem Umfang genutzten Plätze werden als „Aeródromo Militar“ klassifiziert und alle übrigen als „Base Aérea“. Daneben gibt es (hier nicht aufgeführt) noch kleinere Organisationseinheiten wie „agrupaciónes del Acuartelamiento Aéreo“. Base Aérea de Alcantarilla, Region Murcia Base Aérea de Armilla, Provinz Granada Base Aérea de Cuatro Vientos, Autonome Gemeinschaft Madrid Base Aérea de Gando, Provinz Las Palmas Base Aérea de Getafe, Autonome Gemeinschaft Madrid Base Aérea de Lanzarote, Provinz Las Palmas Base Aérea de León, Provinz León Base Aérea de Los Llanos, Provinz Albacete Base Aérea de Málaga, Provinz Málaga Base Aérea de Matacán, Provinz Salamanca Aeródromo Militar de Melilla, Melilla Base Aérea de Morón, Provinz Sevilla Base Aérea de Pollensa, Balearische Inseln Base Aérea de San Javier, Region Murcia Aeródromo Militar de Santiago, Provinz A Coruña Base Aérea de Son San Juan, Balearische Inseln Base Aérea de Talavera la Real, Provinz Badajoz Base Aérea de Torrejón, Autonome Gemeinschaft Madrid Base Aérea de Gando, Provinz Las Palmas Aeródromo Militar de Tenerife Norte, Provinz Santa Cruz de Tenerife Base Aérea de Villanubla, Provinz Valladolid Base Aérea de Zaragoza, Provinz Saragossa

Dienstgrade Offiziere NATO-CodeOF-10OF-9OF-8OF-7OF-6OF-5OF-4OF-3OF-2OF-1OF-D 30px|Spanische Fahne Spanien40px40px40px40px40px40px40px40px40px40px40pxCapitán General1General del Aire2Teniente GeneralGeneral de DivisiónGeneral de BrigadaCoronelTeniente CoronelComandanteCapitánTenienteAlférez1 Nur vom spanischen König als Oberkommandierenden der Streitkräfte bekleidet. 2 Nur vom Generalstabschef (JEMAD) und dem Generalstabschef der Luftstreitkräfte (JEMA) bekleidet.

Unteroffiziere und Mannschaften

NATO-CodeOR-9OR-8OR-7OR-6OR-5OR-4OR-3OR-2OR-1 30px|Fahne Spaniens SpanienSuboficial mayorSubtenienteBrigadaSargento primeroSargentoCabo mayorCabo primeroCaboSoldado de primeraSoldado

Rekrutierung und Ausbildung

Ausrüstung Für ehemalige Luftfahrzeuge siehe

Aktuelles Fluggerät Das spanische Militär verwendet ein alpha-numerisches Kürzel zur Unterscheidung seiner Luftfahrzeugtypen. Der Buchstabe bezeichnet den Verwendungszweck gefolgt von einer fortlaufenden Nummer. Es gibt u. a. A Ataque (Schlachtflugzeug), C Caza-bombardero (Jagdbomber), D SAR, E Enseñanza (Schulung), P Patrulla, T Transporte, U Utilitarian (Mehrzweck) und V VTOL (Senkrechtstarter), Helikoptern wird das Präfix H vorangestellt.