mini|JPL-Schild mini|Überblick über den JPL-Komplex
Das Jet Propulsion Laboratory (JPL; für Strahlantriebslabor) baut und steuert Satelliten und Raumsonden für die NASA.
Das JPL gehört zum California Institute of Technology (Caltech); unter seiner Federführung wurden die erfolgreichsten Raumsonden-Projekte der NASA durchgeführt. Um den Kontakt zu den Sonden aufrechterhalten zu können, betreibt das JPL das Deep Space Network. Das JPL arbeitet außer für die NASA auch für das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten, das Department of Energy sowie für weitere staatliche Einrichtungen. Darüber hinaus berät es die Produzenten von Science-Fiction-Filmen und -Serien (beispielsweise bei Babylon 5).
Das JPL befindet sich heute auf einer 72 Hektar großen Fläche an der Stadtgrenze von La Cañada Flintridge und Pasadena (Kalifornien). Im JPL arbeiten ungefähr 5500 Vollzeitangestellte und mehrere tausend weitere, bei Dienstleistern angestellte Personen. 2003 betrug das Budget fast 1,4 Milliarden US-Dollar.
Geschichte mini|Ein Kontrollraum des JPL Das JPL entstand 1936, als der Caltech-Professor Theodore von Kármán zusammen mit Studenten und Assistenten begann, Experimente mit Raketenantrieben am ehemaligen Guggenheim Aeronautical Laboratory durchzuführen. Am 31. Oktober 1936 starteten sie ihre erste Rakete.
Von Kármán überzeugte die United States Army, ihn zu unterstützen. Das Militär bat das neu zusammengestellte Team, die deutsche V2-Rakete zu untersuchen, wobei zum ersten Mal der Name Jet Propulsion Laboratory (Jet Propulsion für Düsenantrieb) benutzt wurde. Diesen Namen erhielt die Forschungseinrichtung, um nach außen einen seriösen Eindruck zu erzielen, da damals die Beschäftigung mit Raketen als unseriös galt.
Basierend auf den Forschungsergebnissen des JPL entstand die Corporal-Rakete, die die Amerikaner ab 1955 in Dienst stellten und in Europa stationierten. Am 3. Dezember 1958 übernahm die zwei Monate vorher gegründete NASA das JPL vom Militär. Im Unterschied zu den anderen Zentren ist das JPL nicht Bestandteil der NASA, sondern nur der NASA angegliedert. JPL gehört zur Universität Caltech.Nicholas Booth: Die Erforschung des Sonnensystems: Atemberaubende Bilder aus dem Weltall, BLV, München 1996, ISBN 3-405-15022-1, S. 12
Das JPL behielt seinen Namen, obwohl in der Folgezeit keine Forschungen an Düsenantrieben (Raketen) mehr durchgeführt wurden. Es entwickelte sich stattdessen zum weltweit führenden Zentrum für Raumsonden, ihrer Technologie und Planetenforschung. Jedoch erwächst dem JPL durch das Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in letzter Zeit ernsthafte Konkurrenz.
Weltraumforschung Am 31. Januar 1958 startete das JPL mit Explorer 1 den ersten Satelliten der USA. In den 1960ern startete das JPL die ersten Raumsonden zum Mond (Ranger) und Missionen zu anderen Planeten (Mariner). Am 14. Dezember 1962 flog Mariner 2 als erste Raumsonde an einem fremden Planeten (Venus) vorbei. 1976 wurde mit den Viking-Sonden zum ersten Mal auf dem Mars nach Leben gesucht. 1977 wurden Voyager 1 und Voyager 2 zu den äußeren Planeten gestartet. Im Oktober 1998 wurde mit Deep Space 1 eine Raumsonde mit Ionenantrieb und anderen neuen Technologien gestartet.
Das cneos am JPL veröffentlicht die Sentry Risk Table, die regelmäßig die aktuellen Forschungsergebnisse des Überwachungssystem Sentry zum Impaktrisiko von Erdbahnkreuzern abbildet.
Des Weiteren wurden von JPL die sogenannten JPL-Folgen entwickelt. Dies sind spezielle Codefolgen, welche unter anderem in Weltraumanwendungen zur Entfernungsmessung eingesetzt werden und die Synchronisationszeiten bei Spread-Spectrum-Signalen verkürzen können. Weiterhin finden JPL-Folgen beim globalen Positionssystem (GPS) zur Übertragung des militärisch genutzten P/Y-Codes Anwendung.
Erderforschung In den 1970ern zeigte das JPL, dass man mit den Instrumenten an Bord von Raumsonden auch die Erde untersuchen könnte, woraus die Seasat-Mission entstand.
Missionen Zu den Missionen des JPL gehören: Explorer 1 bis 5 Mariner 1 bis 10 Ranger 1 bis 9, Surveyor 1 bis 7 Seasat Viking 1 und 2 Voyager 1 und Voyager 2 Galileo Magellan Die Mars-Rover Pathfinder, Opportunity und Spirit Cassini Mars Science Laboratory (Mars-Rover Curiosity) Dawn InSight Mars 2020 (Mars-Rover Perseverance mit Ingenuity)
Das JPL baute auch Instrumente für andere Projekte, zum Beispiel die Weitwinkelkamera des Hubble-Weltraumteleskops, und testet neue Technologien für die NASA, wie beispielsweise den Low-Density Supersonic Decelerator.
Direktoren Name von bis Theodore von Kármán 1938 1944 Frank Malina 1944 1946 Louis Dunn 1946 1954 William Hayward Pickering 1954 31. März 1976 Bruce C. Murray 1. April 1976 30. Juni 1982 Lew Allen, Jr. 22. Juli 1982 31. Dezember 1990 Edward C. Stone 1. Januar 1991 30. April 2001 Charles Elachi 1. Mai 2001 30. Juni 2016 Michael M. Watkins 1. Juli 2016 2021 Laurie Leshin 1. Mai 2022
Weblinks
Offizielle Website (englisch) JPL, u. a. Liste aller Missionen (englisch, PDF, 137 KiB)
Einzelnachweise
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