Thomas Birkmeir (* 1964 in MünchenWilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theaterlexikon. Nachtragsband, Teil 1. A–F. De Gruyter, Berlin [u. a.] 2012, ISBN 978-3-11-028460-7 (abgerufen über De Gruyter Online).) ist ein deutscher Regisseur, Autor, Schauspieler und Intendant.
Künstlerischer Werdegang Nach dem Abitur 1983 studierte Birkmeir von 1983 bis 1988 Pädagogik, Psychologie und Philosophie. Währenddessen absolvierte er die Paritätische Prüfung für Schauspiel in München. Nach seinem Studium absolvierte er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien den Studiengang Regie. Zugleich war er Regie-Assistent am Burgtheater während der Intendanz von Claus Peymann.
Ab 1992 hatte er bis 1994 ein Engagement als Hausregisseur und Schauspieler am Schauspielhaus Wien unter Hans Gratzer. Ab 1994 folgte ein Engagement als Hausregisseur und Autor am Theater der Jugend Wien. Von 1998 bis 2001 war er Oberspielleiter am Schlossparktheater Berlin (Intendant Heribert Sasse). Danach folgte seine Ernennung als künstlerischer Leiter am Theater der Jugend Wien. Seit der Spielzeit 2002/03 ist er dort als künstlerischer Direktor und Regisseur tätig.
Birkmeir inszeniert an Häusern in Deutschland und Österreich, darunter am Staatstheater Dresden, am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, wo er 2006 die Uraufführung der Bühnenfassung von Cornelia Funkes Tintenblut inszenierte.Bühne voller "Tintenblut": Magisches Hannover ntv.de vom 22. Oktober 2006. Abgerufen am 8. Juli 2016. Weitere Regiearbeiten legte er am Volkstheater Wien (Regie bei Harold und Maude, mit Elfriede Irrall als Maude, ausgezeichnet mit dem Dorothea-Neff-Preis für die „Beste Regieleistung“ in der Spielzeit 2010/11), am Theater in der Josefstadt in Wien (2013; Regie bei Hochzeit auf italienisch – Filumena Marturano von Eduardo De Filippo), weiters am Residenztheater München (2012; Regie bei Pünktchen und Anton), am Thalia Theater Hamburg, an der Staatsoper Wien und als Intendant an eigenen Häusern vor."Harold und Maude": Jüngling liebt Greisin, süß!; Aufführungskritik in: Die Presse vom 12. Februar 2011. Abgerufen am 8. Juli 2016Residenztheater: Bezaubernd frisch; Aufführungskritik in: Abendzeitung München vom 25. November 2012. Abgerufen am 8. Juli 2016Hochzeit auf italienisch - Filumena Marturano Besetzung/Szenenfotos//Pressestimmen. Offizielle Internetpräsenz Theater in der Josefstadt. Abgerufen am 8. Juli 2016
Birkmeir ist zudem als Autor bekannt, seine Stücke und Stück-Bearbeitungen wurden bisher an über 70 deutschsprachigen Theatern nachgespielt. Die Rechte der über 40 Stücke und Stückbearbeitungen liegen beim Kaiser Verlag/Wien, beim Fischer Theaterverlag und bei Rowohlt. Er unterrichtete im Studiengang Schauspiel am Konservatorium Wien, am Max-Reinhardt-Seminar und am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft Wien.
Im November 2013 wurde Thomas Birkmeir beim Nestroy-Preis mit einem Spezialpreis für „10 Jahre innovatives, zeitgemäßes Kinder- und Jugendtheater“ ausgezeichnet.Spezialpreis Thomas Birkmeir Offizielle Internetpräsenz Nestroy-Preis. Abgerufen am 8. Juli 2016 Am 10. Oktober 2022 erhielt er den Deutschen Musical Theater Preis in der Kategorie „Beste Regie“ für seine Inszenierung Anne of Green Gables.
Seit 2012 ist Birkmeir Mitglied des Präsidiums des Wiener Bühnen Vereins. Seit 2014 ist er Universitätsrat des MUK Wien.
Anfang 2025 wurde bekannt, dass er die künstlerische Leitung des Theaters der Jugend mit Ende der Saison 2025/26 abgeben wird. Zu seiner Nachfolgerin ab der Saison 2026/27 wurde Aslı Kışlal bestellt.
Inszenierungen (Auswahl) 1991: Emigranten; Slawomir Mrozek – Inszenierung im Rahmen der Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar, Wien 1992: Katzelmacher; R. W. Fassbinder, Bearbeitung: Thomas Birkmeir – Diplominszenierung am Max-Reinhardt-Seminar, Wien 1993: Strafraum; Schraml (UA), Schauspielhaus (Wien) 1993: Nietzsche oder das deutsche Elend; Widner (ÖEA), Schauspielhaus (Wien) 1994: Gilgamesch, König von Uruk; Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 1994: Strafmündig; Gert Heidenreich (ÖEA), Theater im Zentrum, Wien 1994: Der Zauberer von Oz; frei nach Frank L. Baum, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 1994: Ödipus; Oper, Wolfram Wagner (UA) – Wiener Messepalast 1995: Leonce und Lena; Büchner, Theater im Zentrum (Wien) 1995: Pinocchio; frei nach Carlo Collodi, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 1996: Liebe Jelena Sergejewna; Rasumovskaja, Theater im Zentrum (Wien) 1996: Viel Lärm um nichts; frei nach William Shakespeare, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA) – Gastprofessur am Max-Reinhardt-Seminar 1996: Kunst, Yasmina Reza – Metropolis, Salzburg 1997: Das Gespenst von Canterville; frei nach Oscar Wilde, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 1997: Torquato Tasso; J.W. von Goethe, Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Stadttheater Augsburg 1997: Wir alle sind Tote auf Urlaub, Thomas Birkmeir (UA), Konservatorium der Stadt Wien 1997: Die Präsidentinnen; Schwab – Metropolis, Salzburg 1998: Killing for Company; Neil Jordan, Übersetzung: Thomas Birkmeir (UA), Studiobühne Villach 1998: Leonce und Lena; Georg Büchner, Schlossparktheater Berlin 1999: Viel Lärm um nichts; frei nach William Shakespeare, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (DEA), Schlossparktheater Berlin 1999: Der Herr Karl; Helmut Qualtinger, Schlossparktheater Berlin; Publikumspreis Berlin; 1999: Nietzsche oder Das deutsche Elend; Alexander Widner (DEA), Schlossparktheater Berlin 2000: Don Juan oder die Liebe zur Geometrie; Max Frisch – Theater in der Josefstadt Wien; TV – Aufzeichnung durch ORF, SRG, ZDF und 3sat 2000: Peer Gynt; frei nach Henrik Ibsen, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 2001: Liebelei; Arthur Schnitzler – Fritz Rémond Theater 2001: Anatol; frei nach Arthur Schnitzler, Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Festspiele Reichenau 2002: Die Verwirrungen des Zöglings Törless; frei nach Robert Musil, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Theater im Zentrum (Wien) 2002: Heidi; frei nach Johanna Spyri, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 2003: Pinocchio; Rudolf Herfurtner, Hiller, Collodi (ÖEA), Staatsoper Wien 2003: Die rote Zora und ihre Bande; frei nach Kurt Held, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 2003: Das große Shakespeare-Abenteuer; Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 2004: Die Legende von König Artus; Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 2004: Das Herz eines Boxers; Lutz Hübner, Theater im Zentrum (Wien) 2005: Aladdin und die Wunderlampe; Rota (ÖEA), Staatsoper Wien 2006: Der geheime Garten; frei nach F.H. Burnett, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien; Aufführung des Monats; 2006: Tintenblut; Robert Koall, Funke (UA), Staatstheater Hannover 2007: Arsen und Spitzenhäubchen; frei nach Joseph Kesselring, Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Staatstheater Hannover 2008: Das Mädchen am Ende der Straße; Laird Koenig (ÖEA), Renaissancetheater (Wien) 2009: Komödie der Irrungen; frei nach William Shakespeare, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Theater im Zentrum (Wien) 2010: Sein oder Nichtsein; frei nach Nick Whitby nach Menyhért Lengyel, Staatsschauspiel Dresden 2011: Harold und Maude; frei nach Collins (DEA) Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Volkstheater Wien, Dorothea-Neff-Preis 2011: Viel Lärm um nichts; frei nach Shakespeare (DEA) Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Staatsschauspiel Dresden 2011: Die Schneekönigin; frei nach Andersen (UA) Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Renaissancetheater (Wien) 2012: Lost in Yonkers; Neil Simon, Renaissancetheater (Wien) 2012: Blütenträume; Lutz Hübner Staatsschauspiel Dresden 2012: Ein himmlischer Platz; Guus Kuijer, Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Renaissancetheater (Wien) 2012: Pünktchen und Anton; frei nach Erich Kästner, Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Residenztheater München 2013: Wie man unsterblich wird; nach einem Roman von Sally Nicholls, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Theater im Zentrum (Wien) 2013: Hochzeit auf italienisch – Filumena Marturano; frei nach Eduardo De Filippo, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Theater in der Josefstadt, Wien 2014: Der Hund der Baskervilles; frei nach Arthur Conan Doyle, Bearbeitung: Thomas Birkmeir (UA), Theater im Zentrum (Wien) 2014: Don Gil von den grünen Hosen; frei nach Tirso de Molina, Neufassung: Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater (Wien) 2014: Der Selbstmörder; frei nach Nikolai Erdman, Bearbeitung für die BRD: Thomas Birkmeir (UA) Staatsschauspiel Dresden 2015: Sherlock Holmes und der Vampir von London; frei nach Motiven von Arthur Conan Doyle (UA), Theater im Zentrum (Wien) 2015: Pinocchio nach Carlo Collodi, Neufassung: Thomas Birkmeir (UA), Residenztheater München 2016: Tschick von Wolfgang Herrndorf, Bearbeitung: Robert Koall, Theater im Zentrum (Wien) 2016: Der Pirat im Kleiderschrank von Thomas Birkmeir (UA), Renaissancetheater Wien 2017: Der talentierte Mr. Ripley von Patricia Highsmith, Fassung: Thomas Birkmeir, Theater im Zentrum (Wien) 2017: Wuthering Heights – Sturmhöhe von Thomas Birkmeir nach Emily Brontë (UA), Renaissancetheater Wien 2017: Die rote Zora nach Kurt Held, Bearbeitung: Thomas Birkmeir, Thalia Theater (Hamburg) 2018: Heilig Abend von Daniel Kehlmann, Residenztheater (München) 2018: Hamlet von Thomas Birkmeir nach William Shakespeare, Renaissancetheater Wien 2019: Schuld und Sühne von Thomas Birkmeir nach Fjodor M. Dostojewskij, Theater im Zentrum (Wien) 2019: Robin Hood von Thomas Birkmeir, Renaissancetheater Wien 2021: Anne of Green Gables von Thomas Birkmeir, Renaissancetheater Wien 2022: Alice im Wunderland von Thomas Birkmeir nach Lewis Carroll, Thalia Theater (Hamburg) 2023: Frühlings Erwachen von Thomas Birkmeir nach Frank Wedekind, Renaissancetheater Wien
Auszeichnungen 2011: Dorothea-Neff-Preis für die beste Regie Harold und Maude am Volkstheater Wien 2013: Nestroy-Spezialpreis für 10 Jahre innovatives Kinder- und Jugendtheater 2013: Aufführung des Monats des Fachmagazins Die Bühne für Wie man unsterblich wird 2015: Aufführung des Monats des Fachmagazins Die Bühne für Sherlock Holmes oder der Vampir von London 2016: Großer Kunstpreis der Bank Austria für die künstlerische Leistung des Theaters der Jugend 2016: Aufführung des Monats des Fachmagazins Die Bühne für Tschick 2019: Aufführung des Monats des Fachmagazins Die Bühne für Schuld und Sühne 2022: Deutscher Musical Theater Preis in der Kategorie „Beste Regie“ für seine Inszenierung Anne of Green Gables
Stücke und Stückbearbeitungen (Auswahl) 2001: Anatol, Festspiele Reichenau 2005: Viel Lärm um nichts nach Shakespeare, Theater in der Josefstadt, Wien 2013: Hochzeit auf italienisch – Filumena Marturano nach Eduardo De Filippo, Theater in der Josefstadt, Wien 2007: Arsen und Spitzenhäubchen nach Joseph Kesselring – in Deutschland spielende Fassung, Staatstheater Hannover 2010: Sein oder Nichtsein nach Menyhért Lengyel, Staatsschauspiel Dresden 2011: Harold und Maude nach Collins, Volkstheater Wien 2012: Pünktchen und Anton nach Erich Kästner, Residenztheater München 2014: Der Selbstmörder nach Nikolai Erdman, Staatsschauspiel Dresden 2015: Pinocchio nach Carlo Collodi, Residenztheater München 2017: Wuthering Heights – Sturmhöhe nach Emily Brontë, Renaissancetheater Wien 2018: Hamlet nach William Shakespeare, Renaissancetheater Wien 2019: Schuld und Sühne nach Fjodor M. Dostojewskij, Theater im Zentrum, Wien 2021: Anne of Green Gables nach Lucy Maud Montgomery, Renaissancetheater Wien 2022: Alice im Wunderland nach Lewis Carroll, Thalia Theater (Hamburg) 2023: Frühlings Erwachen nach Frank Wedekind, Renaissancetheater Wien
Literatur Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theater Lexikon. Nachtragsband, Teil 1. A–F. Seite 103. De Gruyter, Berlin [u. a.] 2012, ISBN 978-3-11-028460-7 (abgerufen über De Gruyter Online).
Weblinks
Thomas Birkmeir bei tdj.at (Theater der Jugend, Wien)