Die USS Monterey (CVL-26) (ursprünglich CV-26) war ein US-amerikanischer Leichter Flugzeugträger und das fünfte Schiff der Independence-Klasse, die durch Umbauten von vorhandenen Kreuzerrümpfen der Cleveland-Klasse entstand. Als drittes Schiff mit diesem Namen in der United States Navy versah es seinen Dienst auf dem pazifischen Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkrieges und wurde nach dem Kriegsende der Reserveflotte überstellt. Nach dem Ausbruch des Koreakrieges wurde die Monterey reaktiviert und versah als Schulflugzeugträger im Golf von Mexiko ihren Dienst. Nach dem desaströsen Hurrikan Gilda leistete das Schiff im Oktober 1959 Katastrophenhilfe an der karibischen Küste von Honduras. Zwischen 1943 und 1944 diente der spätere US-Präsident Gerald Ford, der im Taifun Cobra beinahe über Bord gegangen wäre, auf der Monterey.

Technik Mehr zur Technik findet sich im Artikel zur Klasse unter Independence-Klasse.

Die Monterey war etwa 190 Meter lang sowie über 33 Meter breit und hatte mit einer Einsatzverdrängung von 13.000 ts einen Tiefgang von knapp acht Metern. Ihr Schiffsrumpf basierte auf dem der Cleveland-Klasse-Kreuzer und musste aufgrund der massiveren Aufbauten verbreitert werden, wodurch man hoffte, die Topplastigkeit erheblich zu vermindern. Trotz aller konstruktiven Maßnahmen konnte diese nie völlig kompensiert werden. Obwohl sie als Independence-Klasse-Träger nur ein wenig größer als die Geleitflugzeugträger war, unterschied sie sich hauptsächlich durch ihren starken Antrieb von diesen, wodurch ihr Einsatzspektrum dem der großen Flottenflugzeugträger glich. Die von den Kreuzern übernommene 100.000 PS starke Maschinenanlage trieb vier Propeller an und brachte das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 31,6 Knoten.

Das zur damaligen Zeit übliche rechteckförmige Flugdeck war etwa 174 Meter lang und 22,3 Meter breit und hatte zwei Decksaufzüge sowie ein Katapult. Die Insel musste aus Stabilitätsgründen klein gehalten werden, wodurch auf einen einzelnen, integrierten Schornstein verzichtet und stattdessen vier kleinere separat angebracht wurden. So beherbergte dieser markante Aufbau lediglich die Kommandobrücke, während sich die Operationszentrale unterhalb des Flugdecks befand. Das Bordgeschwader bestand während ihrer aktiven Dienstzeit hauptsächlich aus zwei Dutzend F6F Hellcat-Jagdflugzeugen und aus neun Torpedobombern vom Typ Grumman Avenger.

Im Laufe des Krieges wurden die Langwellen-Radare SK und SC-2 sowie das SG-Mikrowellen-Radar auf dem Schiff installiert. Montiert auf der Insel und auf einem zusätzlichen Mast zwischen zwei der Schornsteine, ermöglichten diese Geräte Frühwarnungen auf bis zu 180 km Entfernung. Die Defensivbewaffnung der Monterey bestand aus 40-mm-L/60- und 20-mm-L/70-Flugabwehrgeschützen, deren Anzahl während des Krieges ständig variierte. Im Jahr 1944 wurden die an Rumpf und Heck installierte 40-mm-Vierlingsflak mit der Feuerleitanlage Mk 51 nachgerüstet, die anfliegende Flugzeuge bis auf über 3,5 km Entfernung anvisieren und somit effektiver bekämpfen konnte.

Dienstzeit Bau und Indienststellung mini|links|USS Monterey am Delaware River nach ihrer Indienststellung Ursprünglich wurde das Schiff als Leichter Kreuzer USS Dayton (CL-78) in Auftrag gegeben und am 29. Dezember 1941 bei der New York Shipbuilding Corporation in Camden, US-Bundesstaat New Jersey, auf Kiel gelegt. Nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor und den dadurch folgenden Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg bestand ein Mangel an Flugzeugträgern in der US-Marine. Dadurch wurde im Januar 1942 ein schon vor dem Krieg ausgearbeiteter Plan in die Tat umgesetzt, nach dem vorhandene Kreuzerrümpfe zu Flugzeugträgern umgebaut werden sollten. Am 21. März 1942 wurde der Rumpf der Dayton für den Umbau zum Flugzeugträger ausgewählt.

Nach Monaten des intensiven Umbaus konnte das Schiff am 28. Februar 1943 durch Mrs. P.N.L. Bellinger, die Ehefrau von Rear Admiral Patrick N. L. Bellinger, dem Stabschef des Oberbefehlshabers der US Marine, Admiral Ernest J. King, als USS Monterey (Registrierungsnummer CV-26) getauft und vom Stapel gelassen werden. Der Name erinnert an die zwischen 21. und 24. September 1846 erfolgte Schlacht von Monterrey im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, die von den amerikanischen Streitkräften unter Zachary Taylor gewonnen worden war. Mit dem Abschluss der letzten Baumaßnahmen wurde das Schiff zum Philadelphia Naval Shipyard überstellt und dort nach weiteren Umrüstungen am 17. Juni 1943 als fünfter Träger der Independence-Klasse in den aktiven Dienst gestellt.

Gilbert- und Marshallinseln mini|Monterey (rechts) während der Gilbert-Operationen am 12. November 1943. Alabama (BB-60) (links) und Indiana (BB-58) im Hintergrund. Am 15. Juli 1943 erfolgte die Umregistrierung zum leichten Flugzeugträger (Kennung CVL), was auch ihre bereits diensttuenden Schwesterschiffe Independence (CVL-22), Princeton (CVL-23), Belleau Wood (CVL-24) und Cowpens (CVL-25) betraf. Nach zahlreichen Trainingsfahrten vor der Ostküste und in der Karibik verlegte die Monterey via Panamakanal in den Pazifischen Ozean.

Bei ihrem ersten Kampfeinsatz nahm die Monterey an den Gilbertinsel-Operationen teil, wo sie innerhalb des Großverbands Task Force 50 agierte. In Rear Admiral Arthur W. Radfords Task Group 50.2, der auch die Träger Enterprise (CV-6) und Belleau Wood (CVL-24), die Schlachtschiffe Indiana (BB-58) und North Carolina (BB-55) sowie die Zerstörer Radford (DD-446), Jenkins (DD-447) und Brown (DD-546) zugeteilt waren, verließ der Verband am 10. November 1943 den US-Marinestützpunkt auf Pearl Harbor. Die kommenden Tage folgten Luftangriffe auf strategische japanische Stellungen im Einsatzgebiet und direkte Feuerunterstützung bei der am 19. November beginnenden Invasion auf dem Makin-Atoll. Die Monterey verblieb unter anderem mit der Bunker Hill (CV-17) in Rear Admiral Frederick „Ted“ Shermans TG 50.4 im Einsatzgebiet, bevor sie gemeinsam mit der Bunker Hill sowie sechs Schlachtschiffen und sieben weiteren Zerstörern, RAdm. Willis A. Lees TG 50.8 zugeteilt wurde. Dieser Verband bombardierte am 8. Dezember Nauru, um von den bevorstehenden Marshall-Operationen abzulenken, und traf vier Tage später in der Marinebasis auf Espiritu Santo ein. Dort wurde die Monterey gemeinsam mit Bunker Hill (CV-17), Washington (BB-56), Charrette (DD-581), Conner (DD-582), Bell (DD-587), Bradford (DD-545), Brown (DD-546) und Cowell (DD-547) „Ted“ Shermans TG 37.2 zugeteilt. Am 21. Dezember verließ die Flotte Espiritu Santo und griff vier Tage später sowie erneut am 1. und 4. Januar den japanischen Luft- und Marinestützpunkte auf Kavieng an.

Danach wurde die Monterey Admiral Marc A. Mitschers TF 58 für die bevorstehende Invasion der Marshallinseln zugeteilt. Konkret wurde das Schiff Rear Admiral „Ted“ Shermans TG 58.3 zugeordnet, der unter anderem wieder die Bunker Hill (CV-17), die Cowpens (CVL-25), die neueren Schlachtschiffe Iowa (BB-61) und New Jersey (BB-62) sowie die Wichita (CA-45) angehörten. Am 16. Januar 1944 verließ die Flotte Pearl Harbor und führte Ende Januar und Anfang Februar Luftangriffe gegen Kwajalein, Eniwetok und Engebi durch. Am 3. Februar lief TG 58.3 in das zuvor eroberte Majuro-Atoll ein und wurde eine Woche später, wie TG 58.1 (Rear Admiral John W. Reeves) und TG 58.2 (Rear Admiral Albert E. Montgomery), zum Einsatz bei der bevorstehenden Operation Hailstone auserwählt. Bei dieser Reihe massiver Luftangriffe am 16. und 17. Februar auf den japanischen Marine- und Luftwaffenstützpunkt auf dem Karolinen-Atoll Truk wurden rund 50 Schiffe und über 200 Kampfflugzeuge zerstört. Dieses Ereignis ging als „japanisches Pearl Harbor“ in die Geschichte ein. Nach einem Zwischenstopp im Majuro-Atoll traf die Monterey am 25. Februar in Pearl Harbor ein.

Marianen mini|links|Monterey beim Manöver zur Aufnahme ihrer Trägerflugzeuge in der Bismarck-See, März 1944. Das Foto wurde vom Begleitflugzeugträger USS Santee (CVE-29) aufgenommen. Des Weiteren ist der Bug des Zerstörers USS Erben (DD-631) zu sehen. Dort wurde sie der TG 58.2 von Rear Admiral Albert Montgomery unterstellt, der unter anderem auch die Bunker Hill (CV-17), Hornet (CV-12), Cabot (CVL-28) und San Francisco (CA-38) unterstanden. Der Verband verließ Mitte März Hawaii und griff zwischen dem 28. März und 1. April strategische japanische Stellungen auf den Palau-Inseln an. Wenige Tage später verließ TG 58.2, mit der Zusammensetzung Monterey, Bunker Hill (CV-17), Yorktown (CV-10), Cabot (CVL-28), San Francisco (CA-38), Wichita (CA-45) und etwa zehn Zerstörern als Begleitschutz die Marshallinseln mit Kurs Neuguinea. Dort unterstützte der Verband gegen Monatsende General Robert Eichelbergers Armeeeinheiten bei den Landungen auf den Inseln Sawar und Wakde sowie bei Hollandia im Norden Neuguineas. Auf dem Rückweg nach Majuro folgte ein zweiter Luftangriff auf Truk, wobei die Trägerflugzeuge der Monterey am 30. April gemeinsam mit den Zerstörern Macdonough (DD-351) und Stephen Potter (DD-538) auf der Position das japanische Unterseeboot RO-45 versenken konnten.

mini|Start eines Hellcat-Jagdflugzeuges während der Marianen-Operationen im Juni 1944 Für die bevorstehende Invasion der Marianen-Inseln wurde die Monterey wiederum Rear Admiral Alfred Montgomerys TG 58.2 zugeteilt, der auch die Flugzeugträger Bunker Hill (CV-17), Wasp (CV-18), Franklin (CV-13) und das Schwesterschiff Cabot (CVL-28), die Kreuzer Santa Fe (CL-60), Mobile (CL-63), Biloxi (CL-80) und San Juan (CL-54) und zahlreiche Zerstörer angehörten. Am 6. Juni 1944 lichtete die Flotte im Majuro-Atoll ihre Anker und nahm Kurs auf die Marianen-Inseln. Wenige Tage später attackierte der Verband die von japanischen Truppen besetzte Insel Guam und gab direkte Feuerunterstützung bei den Landungen auf Saipan. Nach der Sichtung einer japanischen Flotte unter Admiral Ozawa, die von Nordwesten auf die Marianen zusteuerte, beorderte der US-Befehlshaber Admiral Raymond Spruance seine Flotte von ihren eigentlichen Aufträgen zurück und trat den Japanern in der Seeschlacht in der Philippinensee (19. und 20. Juni) entgegen, welche die Alliierten für sich entscheiden konnten. Die Monterey verblieb mit ihrem Verband in der Gegend und wurde am 23. Juni nach Eniwetok beordert, wo Rear Admiral Ralph E. Davison das Kommando über die neu zusammengesetzte Task Group übernahm. Wenige Tage später fuhr der Verband zu dem südlich der japanischen Hauptinseln gelegenen Bonin-Archipel, wo Anfang Juli Luftangriffe auf strategische Befestigungen auf Chichi Jima, Hahajima und Iwojima durchgeführt wurden.

Philippinen und Taifun Cobra mini|Monterey vor Anker im Ulithi-Atoll am 24. November 1944 Danach fuhr die Monterey nach Pearl Harbor, wo sie im Trockendock einer benötigten Überholung unterzogen wurde, bevor sie am 29. August wieder in See stechen konnte. Rear Admiral A. E. Smiths TG 12.5 mit den Kreuzern Pensacola (CA-24), Salt Lake City (CA-25), Chester (CA-27) und den Zerstörer Cummings (DD-365), Reid (DD-369) und Dunlap (DD-384), bombardierte der Verband am 3. September 1944 die von japanischen Truppen besetzte Insel Wake im Zentralpazifik. Wenige Tage später stieß die Monterey in Eniwetok wieder auf die Fast Carrier Task Force, wo sie der TG 38.1 (Vice Admiral John McCain senior) zugeteilt wurde (unter anderem mit den Trägern Wasp (CV-18), Hornet (CV-12), Hancock (CV-19)).