Hartwig Ebersbach (* 17. Mai 1940 in Zwickau) ist ein deutscher Maler.
Leben und Werk Hartwig Ebersbach wuchs als Sohn eines Lehrers in Zwickau auf. Nach dem Besuch der Mal- und Zeichenschule bei Carl Michel und einem Malereiunterricht bei Tatjana Lietz in seiner Heimatstadt studierte er von 1959 bis 1964 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Malerei bei Hans Mayer-Foreyt und Bernhard Heisig. Von 1979 bis 1983 hatte er dort einen Lehrauftrag für Experimentelle Kunst.
Ebersbach war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. an 1987/1988 an der X. Kunstausstellung der DDR in Dresden und 1988 in West-Berlin an Zeitvergleich `88. 13 Maler aus der DDR.
Ebersbach wurde 1992 Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig und 1996 Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste sowie der Akademie der Künste Berlin.
Seine expressiven, halbabstrakten und dick aufgetragenen Bilder sind beeinflusst von Asger Jorn und der Gruppe CoBrA. Bekannt wurde Ebersbach insbesondere durch seine „Kaspar“-Serien, von der es heißt, dass sie das „Andere Ich“ von ihm darstellen.
1973 erhielt Ebersbach die Verdienstmedaille der DDR, 1985 wurde ihm der Düsseldorfer Kunstpreis der Künstler verliehen. 2006 wurde ihm in Reutlingen der von der Stadt Reutlingen gemeinsam mit dem „Freundeskreis HAP Grieshaber“ gestiftete Jerg-Ratgeb-Preis zugesprochen. Dieser war mit einer Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen sowie einem Katalog verbunden. 2017 erhielt er den Max-Pechstein-Ehrenpreis der Stadt Zwickau, verbunden mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen Zwickau – Max Pechstein Museum und einem Katalog.
Werke von Hartwig Ebersbach befinden sich in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages,Kunstdatenbank - Künstler und ihre Werke - Brennender Kirschbaum II dem Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen, der Neuen Nationalgalerie, der Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank, dem Museum der bildenden Künste in Leipzig, der Sammlung Sunshang Art in Peking/Shanghai/Hangzhou (China), dem Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg und vielen anderen Museen.
Im November 2021 hat sich Ebersbach zu einem radikalen Schritt entschlossen. Aus Mangel an Wertschätzung zerstörte er etliche seiner Werke. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung bezeichnete er das Vorgehen als „Aufschrei“ und „Protestaktion“ gegen die Steuergesetzgebung, denn er könne die Werke nicht kostenfrei an staatliche Museen spenden, weil er für die Entnahme der Bilder aus seinem Betriebsvermögen Steuern zahlen müsse.
Hartwig Ebersbach ist der Bruder von Wolfram Ebersbach.
Darstellung Ebersbachs im Film Der Maler Hartwig Ebersbach – Versuch einer Deutung. Deutschland 2007. Regie: Norbert Wartig (* 1973). Produktion: LNW Film.
Buchillustrationen Ebersbachs Guntram Vesper: Die Krankheit, zu schreiben. Edition Mariannenpresse, Berlin 1998, ISBN 3-922510-95-7. Joseph Roth: Hotel Savoy. Mit 8 Originalholzschnitten von Hartwig Ebersbach. Die Graphischen Bücher, Band 26, Faber & Faber, 2004.
Ausstellungen (unvollständig) 1986: Installation seiner Leipziger Wohnung im Leinwandhaus in Frankfurt am Main 1992 und 2002: Im Magdeburger Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen waren umfangreiche Ausstellungen zu sehen. Wichtige Werke gehören zur Sammlung dieses Museums, wie Erdblitz II (2002). In der Kirche ist darüber hinaus die große Sinesise Malelei aus dem Jahr 1998 zu sehen. 1996: Hartwig Ebersbach. Gemälde, Installationen, Plastiken. Retrospektive im Museum der bildenden Künste Leipzig 2006: Made in Leipzig. Bilder aus einer Stadt, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2007: Passion for Art, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2011: FOCUS: Abstraktion – Werke aus der Sammlung Essl, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2017: Hinter der Maske. Künstler in der DDR, Museum Barberini, Potsdam 2022: Hartwig Ebersbach, Melancholie und Pathos, Kunstraum am Pfarrhof Leitershofen, Stadtbergen
Literatur
Norbert Wartig: Ateliergespräche mit Hartwig Ebersbach: 2005–2009. LNW, Leipzig, 2009, ISBN 978-3-939558-32-3. Ebersbach, Hartwig. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 171/172.
Weblinks
Website von Hartwig Ebersbach https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22ebersbach%2C%20hartwig%22%20&index=obj-all Bildindex Dialog – mit dem Leipziger Maler Hartwig Ebersbach, Kulturkurier Magdeburg Norbert Wartig, Martin Bohne: Wenn ein Künstler die eigenen Werke zerstört (Audio-Reportage, circa 22 Minuten)
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Künstler (Zwickau) Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Mann