thumb|right|Ursula Wendorff-Weidt Ursula Wendorff-Weidt (geb. Wendorff; * 26. August 1919 in Berlin-Moabit; † 23. September 2000 in Berlin-Spandau) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Illustratorin.
Leben und Werk Ursula Wendorff machte 1936/1937 in Berlin eine Lehre als Buchhändlerin und arbeitete als Stenotypistin und Sekretärin. Von 1937 bis 1943 nahm sie Abendunterricht bei Otto Nagel und an der Fachschule für die Graphischen Gewerbe bzw. Meisterschule für Graphik und Buchgewerbe in der Andreasstraße. Von 1946 bis 1951 studierte sie bei Eva Schwimmer, Ernst Rudolf Vogenauer und Werner Klemke an der späteren Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Danach war sie in Rangsdorf als freischaffende Malerin, Grafikerin und Illustratorin tätig.
Ursula Wendorff-Weidt wurde durch ihre Aquarelle, Grafiken, Holzschnitte, Federzeichnungen und Buchillustrationen bekannt. Sie schuf 1950 drei Tage vor der Sprengung des Berliner Stadtschlosses den Zyklus Schloßvandalismus und wurde damit über Nacht bekannt und der DDR-Staatsführung suspekt. Von 1952 bis 1988 schuf sie die bekannten Bewegungsstudien des Tänzers Jean Weidt, der auch ihr Ehemann wurde. Aus dieser Verbindung entstanden weitere Studien über das Ballett und Tanztheater und den Chefchoreographen der Komischen Oper Berlin, Tom Schilling, und Bühnenentwürfen für die Komische Oper.
Ursula Wendorff-Weidt illustrierte ab 1952 etwa 250 Bücher, vornehmlich für die Verlage Neues Leben und Rütten & Loening, Berlin, und fand mit solchen Illustrationsaufträgen ein sicheres Auskommen. Zudem zeichnete sie Bildbänder (Dia-Rollfilme). Sie blieb bis 1989 eine gefragte Illustratorin.
Bis 1990 war Ursula Wendorff-Weidt Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR und ab 1991 Mitglied des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstler. Sie hatte im In- und Ausland 142 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der DDR u. a. von 1953 bis 1963 an der Dritten bis zur Fünften Deutschen Kunstausstellungen in Dresden. Studienreisen führten sie unter anderem nach Ungarn, die UdSSR, Polen, Schweden, Portugal, Österreich, Spanien, Syrien, Jugoslawien, die Mongolei, Indien, Dänemark und Ägypten.
Eine enge Zusammenarbeit verband Ursula Wendorff-Weidt mit den Malern Otto Nagel, Ronald Paris, Paul Kuhfuss, Otto Dix und Michael Radloff, sowie mit den Schriftstellern und Autoren Friedrich Wolf, Louis Fürnberg und Peter Hacks In der letzten Schaffensphase widmete sich Wendorff-Weidt der Aquarellmalerei und war Kuratorin.
2008 wurde das Werk der Künstlerin auf Initiative eines privaten Konsortiums mit der bisher umfangreichsten Ausstellung „Bild und Bewegung“ in Fredersdorf-Vogelsdorf bei Berlin gewürdigt. Unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit haben die Kuratoren Nina Rücker und Michael Wiedemann eine Sammlung mit Werken und Originalrequisiten von Ursula Wendorff-Weidt und dem Tänzer Jean Weidt zusammengestellt. Die Ausstellung erfreut sich großen Zuspruchs und wird in Deutschland und Frankreich gezeigt.
Aus der Ehe mit Jean Weidt entstammt Sohn Andreas.
Ehrungen (Auswahl) 1956: Kunstpreis des Bezirks Karl-Marx-Stadt 1959: Illustrationspreis des Ministeriums für Kultur der DDR 1975: Pablo Neruda Medaille 1976: Theodor-Fontane-Preis des Bezirks Potsdam 1976: Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber 1979: Verdienstmedaille der DDR
Museen und öffentlichen Sammlungen mit Werken Ursula Wendorff-Weidts (unvollständig) Berlin: Kupferstichkabinett Chemnitz: Kunstsammlungen am Theaterplatz Leipzig: Museum der bildenden Künste Neuruppin: Museum Neuruppin Potsdam: Stadt- und Landesbibliothek Potsdam Schwerin: Staatliches Museum Schwerin
Buchillustrationen (Auswahl) R. Blaumanis: Zehn lettische Novellen. Hinstorff Verlag, Rostock 1953 Leben, Singen, Kämpfen: Liederbuch der. deutschen Jugend. Hrsg. im Auftrag d. Zentralrats d. FDJ. 1954. S. Mogilewskaja: Die Blaumeise. Eine Erzählung von Petja und seinen Freunden. Alfred Holz Verlag, Berlin, 1955 Deutsche Balladen von Bürger bis Brecht. Verlag Neues Leben, Berlin 1956 Horst Zander: Königin Phantasia-Märchen der Romantik. Verlag Neues Leben Berlin, 1957 Eduard Klein: Der Feuerberg. Verlag Neues Leben, Berlin, 1957 Maxim Gorki: Vor dem Angesicht des Lebens. Erzählungen. Eine Auswahl für die Jugend. Verlag Neues Leben, Berlin, 1959 Alexander Deutsch: Harry aus Düsseldorf - Eine Erzählung um Heinrich Heine. Verlag Neues Leben, Berlin, 1960 Iwailo Petrow: Nonkas Liebe. Verlag Neues Leben, Berlin, 1960 Götz R. Richter: Kamau der Afrikaner. Verlag Neues Leben, Berlin, 1962 Nikolai Dementjew: Im Hafen einer fernen Stadt. Propyläen, Berlin, 1962 Zsuzsa Thury; Die Stiefschwestern. Verlag Neues Leben, Berlin, 1963 Theodor Fontane: Effi Briest. Verlag Neues Leben Berlin, 1964 Gustaw Morcinek: Die schwarze Julka. Verlag Neues Leben, Berlin, 1965 Karl Veken, Katharina Kammer: Die unromantische Annerose. Verlag Neues Leben, 1966 Honoré de Balzac: Vater Goriot. Verlag Neues Leben, Berlin, 1972 Elfriede Brüning: Und außerdem ist Sommer. Hinstorff Verlag, Rostock 1974 Elfriede Brüning: Zu meiner Zeit – Geschichten aus vier Jahrzehnten. Hinstorff Verlag Rostock, 1976 Marion Reinsch (Hrsg.): Auf der großen Straße - Jean Weidts Erinnerungen. Henschelverlag, Berlin, 1984 Irma Harder: Die Nacht auf der Mädcheninsel. Verlag Neues Leben Berlin, 1987 Edmund Graeser: Spreelore. Verlag Neues Leben, Berlin 1990 Hans Clauert. Der märkische Eulenspiegel. Verlag am Park, Berlin, 1999
Bildbände (Auswahl) 1957: Ukrainisches Märchen: Kullerkorn (Bearbeiterin: Ilse Korn, hrsg. von Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft)
Literatur Edith Krull: Die Illustratorin Ursula Wendorff-Weidt. In: Bildende Kunst, Berlin, 1960, S. 116–121 Christiane Müller: Ursula Wendorff-Weidt. In: Bildende Kunst, Berlin, 1982, S. 84–85 Wendorff-Weidt, Ursula. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1016
Weblinks https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=Ursula%20Wendorff-Weidt&index=obj-all
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