Feuchtwangen (, fränkisch: Feichtwang) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Die mit 137 km² nach Fläche größte Gemeinde des Landkreises sowie hinter Nürnberg zweitgrößte Kommune Frankens liegt direkt an der Romantischen Straße. Feuchtwangen ist eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Geographie Lage Geographisch und geologisch liegt Feuchtwangen auf der Frankenhöhe, einem Teil des Schwäbisch-Fränkischen Schichtstufenlandes, das auch als Gips-Keuper-Landschaft bezeichnet wird. Charakteristisch für diese Landschaft ist der durch die geringe Widerstandskraft der Keuperschichten entstandene schnelle Wechsel von tiefen Talsenken und meist bewaldeten Höhenzügen. So konnten die Wasserläufe der Gegend hier breite Täler ausräumen. Die Stadt Feuchtwangen liegt im Tal der Sulzach, das weitläufige Stadtgebiet umfasst auch Teile des Wörnitztals.

Nachbargemeinden Schnelldorf, Wörnitz, Dombühl, Aurach, Herrieden, Wieseth, Dentlein am Forst, Dürrwangen, Schopfloch, Dinkelsbühl (alle Landkreis Ansbach, Bayern) und Kreßberg (Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Württemberg)

Gemeindegliederung

Es gibt 91 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Außerdem gibt es die Wohnplätze Bronnenmühle, Meierhof, Oberglasmühle, Raffelshof, Unterglasmühle und Wiegelshof, die allesamt keine amtlichen Gemeindeteile sind, und die Wüstungen Aichamühle, Eulenhof, Fallhaus, Freimannsberg, Heimlich, Mackenhofen, Rammerzell, Röschenhof, Schleifmühle, Uzenweiler, Vogelweid und Ziegelhütte.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aichau (Gemarkungsteil 1), Aichenzell, Banzenweiler, Breitenau, Dorfgütingen, Feuchtwangen, Heilbronn, Krapfenau, Larrieden, Mosbach, Thürnhofen (Gemarkungsteil 1) und Vorderbreitenthann. Die Gemarkung Feuchtwangen hat eine Fläche von 7,703 km². Sie ist in 4656 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1654 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Ameisenbrücke und die Orte Fallhaus, Schleifmühle und Ziegelhütte.

Klima

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr in Feuchtwangen beträgt 729 mm.

Ortsname Der Name geht auf das Bestimmungswort fiuchta (Fichte) und das Grundwort -wang (Wiesenhang, Aue) zurück. Es liegt *Fiuhtinwanga (mit Fichten bestandener Wiesenhang) als Ausgangswort vor. Später wurde fälschlicherweise zu fuht (feucht) dissimiliert. +Genese des Toponyms in Auszügen814817825983119713431595FiutuuangaFiuhctinwancFiuhtwangaVuhtinwancFuchtwangkFeuhtwankFeuchtwangen

Geschichte mini|Stiftskirche in Feuchtwangen Benediktinisches Reichskloster und nachfolgendes Augustinerchorherren-Stift Feuchtwangen wurde zusammen mit dem Benediktinerkloster St. Salvator 818/819 erstmals urkundlich erwähnt und damals als „mittelbegüterte“ Reichsabtei bezeichnet. In Folge des desolaten Zustands der Reichsabtei kam das Kloster als Eigenkirche an den Bischof von Augsburg. Unter anderem führte der hl. Ulrich in Feuchtwangen Visitationen durch, da das Kloster das nördlichste im Bistum Augsburg war. Die späteren Zustände im Kloster beschreiben 16 Briefe des gelehrten Mönchs Froumund und des Abtes Wigo aus den Jahren 991 bis 995. Spätestens 1197 war die Umwandlung des Klosters in ein Säkularkanonikerstift mit Augustiner-Chorherren vollzogen. Es war mit zwölf Chorherren und einem Propst besetzt, daneben gab es noch die zugehörigen Stiftsvikarier. Die Kanoniker des Stifts waren keine Mönche, sie lebten in eigenen Häusern, verrichteten aber gemeinsam ihre Chorgebete in der Stiftskirche. Das Stift trat in die rechtliche Nachfolge des Klosters und war mit bedeutendem Besitz, Reliquien und Rechten ausgestattet. Das Stift, seine Interessen und damit die Rechtsposition stand oft im Gegensatz oder Konkurrenz zur Stadt, da das Stift eifersüchtig auf seine Rechte innerhalb und außerhalb der Stadtmauer bedacht war. Durch den reichen Reliquienschatz (es war beispielsweise ein Nagel vom Kreuz Christi bis 1546 vorhanden) war Feuchtwangen in katholischer Zeit Ort bedeutender Wallfahrten. Diese Reliquie war so bedeutend, dass sie sich im Wappen des Stifts widerspiegelt: Es stellt drei Nägel dar, die für den angeblichen Nagel des Kreuzes Christi stehen.feuchtwangen.deWilhelm Schaudig: Geschichte der Stadt und des ehemaligen Stiftes Feuchtwangen. Verlag Sommer und Schorr, Feuchtwangen 1927, S. 23 f.

Reichsstadt und beide Gemeinwesen mini|Tafel an der Stelle, an welcher sich der Königshof in Feuchtwangen befunden haben soll Neben diesem Reichskloster bzw. Stift gab es schon seit frühester Zeit eine dörfliche Niederlassung. Die Stauferkaiser gründeten zwischen 1150 und 1178 die Stadt. Im Jahr 1241 wird Feuchtwangen in der Reichssteuer-Matrikel als Reichsstadt genannt (Item de Fuhtwangen XX mr).https://www.koeblergerhard.de/Fontes/Reichssteuermatrikel1241.htm Auch von Feuchtwangen 20 Mark (Rothenburg 90 und Dinkelsbühl 60) Der Ort bestand seit dieser Zeit aus zwei selbst- und eigenständigen Gemeinwesen, der königlichen Reichsstadt südlich der Linie Untere Torstraße – Postgasse und dem Stiftsbereich nördlich davon. Im Jahre 1354 stand an der Spitze dieses erstmals erwähnten Stadtrats ein Bürgermeister, der zusammen mit dem Rat die Vertretung nach außen wahrnahm. Seit 1360 durfte kein Bürger vor ein anderes Gericht als das des eigenen Amtmanns geladen werden und damit stand die Stadt ebenbürtig neben anderen Reichsstädten wie Nürnberg, Rothenburg, Ulm oder Dinkelsbühl. Mit anderen Reichsstädten wie Rothenburg oder Dinkelsbühl versuchte die Stadt im Schwäbischen Städtebund die gemeinsamen Interessen gegenüber den Fürsten durchzusetzen. Feuchtwangen war durch die günstige Verkehrslage reich geworden und wurde dreimal von Kaisern verpfändet, das letzte Mal zusammen mit dem Stift bzw. der Stiftsvogtei im Jahr 1376 an die Burggrafschaft Nürnberg, das spätere Markgraftum Brandenburg-Ansbach. Es gelang nicht mehr, die Stadt freizukaufen. Kein Kaiser löste das Pfand aus und damit endete die reale Reichsfreiheit Feuchtwangens relativ früh. De jure behielt Feuchtwangen bis 1803 den Status einer verpfändeten Reichsstadt. Bis 1819 wurde noch mit dem Reichsadler gesiegelt. Der Reichsadler ist daher als rechtes der beiden Stadtwappen ebenfalls auf der Schauseite des Röhrenbrunnens angebracht.

Reichsstadt, Verpfändungen bis zur Neuzeit