Der Opel Omega B ist ein Pkw der oberen Mittelklasse von Opel, der von Anfang 1994 bis Mitte 2003 produziert wurde. Er kam als Nachfolger des Omega A auf den Markt.
Modellgeschichte Allgemeines Am 29. April 1994Eckhart Bartels, Rainer Manthey: Opel: Fahrzeug-Chronik Band 3: 1991–2012. Podszun, Brilon 2013, ISBN 978-3-86133-666-2, S. 33, 34, 45. erschien der Omega B. Die gerundete Form des Wagens erinnerte an die der von Cadillac im Jahr 1990 vorgestellten Studie Aurora. Der Omega B war mit Airbag-System ausgestattet. Auch das Fahrwerk wurde verstärkt.
Als Basismotorisierung diente weiterhin der bisher eingebaute Vierzylindermotor mit 2,0 l Hubraum und , dazu kam eine 16-Ventil-Variante mit . Die bisherigen Reihensechszylinder-Ottomotoren wurden durch neu entwickelte V6-Motoren ersetzt. Zunächst gab es den 2,5-Liter mit , außerdem den 3,0-Liter mit im Spitzenmodell MV6.
Als Diesel gab es zunächst den von BMW zugekauften 2,5-l-Turbodiesel (Reihensechszylinder) vom Typ M51-D25 mit statt der 105 kW des BMW 325/525tds. Später gab es auch einen 2,0-l-16V-Direkteinspritzer-Diesel mit . Die Einspritzpumpe wird bei diesem Motor von der Nockenwelle mit einer Duplex-Steuerkette angetrieben, von dort treibt eine Einfachkette die Nockenwelle an. Trotz der 16 Ventile hat er nur eine Nockenwelle, welche die Ventile über reibungsarme Rollenschlepphebel antreibt.
Die neuen V6-Motoren verfügten über Leichtmetallzylinderköpfe mit vier Ventilen pro Zylinder. Hinzu kam das „Multiram-System“, welches die Länge des Ansaugweges in Abhängigkeit von der Motordrehzahl in mehreren Stufen variieren kann, was besonders im unteren Drehzahlbereich für mehr Drehmoment sorgte. Alle Motoren im Omega waren längs eingebaut. Der Omega B war das letzte Fahrzeugmodell von Opel, welches mit Hinterradantrieb gefertigt wurde.Haiko Prengel: Für immer Opel. welt.de, 18. Februar 2017 Die kompakte und kurze Bauform der V6-Motoren machte sie auch für den Quereinbau in Fahrzeugen mit Frontantrieb tauglich. Entsprechend wurde der 2,5-l-V6 auch im Vectra und Calibra angeboten.
Modellpflege Im August 1999 erhielt der Omega ein größeres Facelift, die geänderte Version wurde intern als Omega B2 bezeichnet. Sowohl die Front als auch das Heck wurden neu gestaltet, auch der Innenraum wurde weitgehend überarbeitet. Chromleisten entfielen nun zum größten Teil, dafür waren Stoßfänger und Seitenleisten in Wagenfarbe lackiert. Es gab neue Ausstattungslinien, wobei der MV6 entfiel. Die edelste Variante nannte sich nun „Executive“. In dieser Linie war fast alles enthalten, was die Aufpreisliste zu bieten hatte: Lederpolster, elektrisch verstellbare Sitze, Xenon-Licht, Tempomat, Radio mit CD-Wechsler und Telefon. Aufpreispflichtig waren bei dieser Ausstattung fast nur noch das Schiebedach und die Metallic-Lackierung.
Mit der Überarbeitung folgte auch ein neuer Basismotor mit aus 2,2 Litern Hubraum, zugleich entfielen die beiden Zweiliter-Maschinen.
Ab Herbst 2000 sollte wieder ein so genannter „Über-Omega“ mit einem 5,7-l-V8 LS-1 mit gebaut werden. Er wurde aber wenige Wochen vor der geplanten Markteinführung zurückgezogen, weil Getriebeprobleme nicht gelöst werden konnten. Der Motor selbst (Motorcode Y57XE) entwickelte ein maximales Drehmoment von 450 Nm. Nach inoffiziellen Angaben wurden 32 serienfertige Omega V8 produziert, die als Testwagen eingesetzt wurden und noch heute bei Opel existieren.
Ebenfalls ab Herbst 2000 wurde ein 2,6-l-Motor mit , der den 2,5 V6 ersetzte, sowie ein 2,2-l-Diesel mit angeboten, welcher der beiden bisherigen Dieselmotoren (2,0 DTI sowie 2,5 TD) ersetzte.
Für alle, die vergebens auf einen stärker motorisierten Omega gewartet hatten, schob Opel im Frühjahr 2001 einen 3,2-Liter-V6 mit nach, der den 3,0-Liter ablöste und nur noch mit Automatikgetriebe lieferbar war (außer Behördenfahrzeugen).
Der erste Commonrail-Diesel kam im Sommer 2001 mit einem ebenfalls von BMW zugekauften 2,5-l-Reihensechszylinder des Typs M57-D25. Der über den gesamten Drehzahlbereich per Software gedrosselte Motor leistete und 300 Nm statt der und 350 Nm des BMW 525d.
Produktionsende Ende Juni 2003 stellte Opel die Fertigung des Omega B ein. Damit endete für die Marke eine Ära in der gehobenen Mittelklasse, denn der Omega war der letzte Opel dieser Größenordnung in der klassischen Bauweise mit Frontmotor und Hinterradantrieb. Auch die traditionelle Bauform der viertürigen Stufenhecklimousine wurde mangels Erfolgsaussichten in diesem Segment aufgegeben.rp-online.de
Der von Februar 2003 bis Juli 2008 angebotenen Signum sollte den Omega ersetzen, doch obwohl ihm bescheinigt wurde, mehr Nutzwert und Komfort bei niedrigeren Preisen zu bieten, wurde er unter anderem wegen seiner Plattformgröße und der kombiähnlichen Silhouette als ein neuer Fahrzeugtyp wahrgenommen.
Als Kombi wurde der Omega durch den Vectra C Caravan ersetzt, der wie auch der Signum einen im Vergleich zur Vectra-Limousine um 13 cm vergrößerten Radstand hatte, was beide Modelle über dieser positionierte.auto-motor-und-sport.de Das KBA ordnet sowohl den Signum als auch den Vectra Caravan der Mittelklasse zu.
Mit der Modellstudie Insignia zeigte Opel im Herbst 2003 eine weitere Lösung zur Nachfolge des Omega, die aber wieder verworfen wurde.
Von November 2008 bis Dezember 2022 wurde der Name Insignia für den Nachfolger des Mittelklasse-Modells Vectra verwendet, der sich in seinen Abmessungen auch als Limousine dem Omega genähert hatte.
Varianten im Ausland In Großbritannien wurde das Auto als Vauxhall Omega verkaufthttps://archive.org/details/vauxhall-omega-car-brochure-1995. Auch die Vauxhalls rollten in Rüsselsheim vom Band.
Auf dem nordamerikanischen Markt wurde der Omega zwischen Sommer 1996 und Herbst 2001 als Cadillac Catera angeboten. Da er ebenfalls in Rüsselsheim gebaut wurde, sollte er vom guten Ruf des „Made in Germany“ profitieren. Äußerlich unterschied sich der Cadillac vom Opel hauptsächlich durch einen anderen Kühlergrill, geänderte Stoßstangen sowie geänderte Rückleuchten und einen anderen Mittelkonsolen-Einsatz mit integriertem Kassetten-Radio und Klimasteuerung über Tasten bzw. Knopfschalter. Technisch waren sie praktisch identisch. Beim Catera kam ausschließlich der 3,0- bzw. später der 3,2-Liter-V6 zum Einsatz.
In Australien (unter dem Markennamen Holden) wurde der Omega in deutlich veränderter Form bis Sommer 2006 mit V6- und V8-Motoren gebaut. Dort hieß er allerdings nicht Omega, sondern je nach Ausstattung Holden Commodore, Berlina oder Calais.
Neben Limousine und Kombi wurden auch noch weitere Karosserie-Varianten angeboten: Als Limousine mit verlängertem Radstand (Statesman/Caprice), als Allrad-Gelände-Kombi (Adventra), als zwei- und viertüriger Pick-up (Ute/Crewman) und als zweitüriges Coupé Monaro. Der Monaro wurde in leicht abgewandelter Form in Amerika als Pontiac GTO und in England unter dem Namen Vauxhall Monaro vertrieben. Das Coupé war ausschließlich mit V8-Motor erhältlich. 2006 wurden die Holden-Modelle durch Neuentwicklungen auf der Plattform GM Zeta ersetzt.
Motoren Ottomotoren Modell Bauzeit Motorkennzeichnung Zylinder Hubraum Leistung bei 1/min Drehmoment bei 1/min Höchstgeschwindigkeit in km/h(Limousine/Kombi) Beschleunigung0–100 km/h in s Verbrauchin l/100 km 2.0i 8V 01/1994–08/1999 X20SE (L96) R4-OHC 1998 cm³ bei 5400 178 Nm bei 2800 195 / 187 13,0–14,0 8,9–9,2 2.0i 16V X20XEV (L34) R4-DOHC bei 5600 185 Nm bei 4000 210 / 204 11,0–11,5 8,5–8,7 2.2i 16V 08/1999–06/2003 Y22XE (LA9) / Z22XE (LA9/LU5) 2198 cm³ bei 5400 205 Nm bei 4000 10,5–11,0 9,4–9,6 2.5i 24V 01/1994–09/2000 X25XE (L80) V6-DOHC 2498 cm³ bei 6000 227 Nm bei 3200 228 / 220 9,5–10,0 9,1–10,4 2.6i 24V 10/2000–06/2003 Y26SE (LY9) 2597 cm³ bei 6000 240 Nm bei 3400 229 / 221 10,6–10,7 3.0i 24V 04/1994–02/2001 X30XE (L81) 2962 cm³ bei 6200 270 Nm bei 3400 240 / 235 8,5–9,3 9,6–10,4 3.2i 24V 02/2001–06/2003 Y32SE (LA3) 3175 cm³ bei 6000 290 Nm bei 3400 240 / 232 9,0-9,5 11,9 5.7i 16V (V8) nicht in Serie produziert Y57XE (LS1) V8-OHV 5665 cm³ bei 5600Fahrbericht: Opel Omega V8 450 Nm bei 4400 250 (abgeregelt) 6,9 k. A.
Dieselmotoren Modell Bauzeit Motorkennzeichnung Zylinder Hubraum Leistung bei 1/min Drehmoment bei 1/min Höchstgeschwindigkeit in km/h(Limousine/Kombi) Beschleunigung0–100 km/h in s Verbrauchin l/100 km 2.0 DTI 16V 09/1997–09/2000 X20DTH (LD1) 4 1995 cm³ bei 4300 205 Nm bei 1750 186 / 180 15,0–16,0 6,9–7,2 2.2 DTI 16V 10/2000–06/2003 Y22DTH (LL9) 2172 cm³ bei 4000 280 Nm bei 1600 195 / 190 12,5–13,0 7,1–7,3 2.5 TD 04/1994–11/2000 U25DT/X25DT (L93) bzw. M51D25 6 2497 cm³ bei 4500 250 Nm bei 2200 200 / 195 12,0–12,5 7,4–7,7 2.5 DTI 06/2001–06/2003 Y25DT (L14) bzw. M57D25 bei 4000 300 Nm bei 1750 208 / 200 10,5–11,0 7,6–7,8
Detailliertere Modellgeschichte Modelljahr 1995 Bereits im Herbst 1994 wurde der Korrosionsschutz verbessert und die Motorhaube im hinteren Bereich angehoben, um Wischerflattern zu reduzieren. Weiterhin erhielt die Klimaanlage einen Verdampfer mit Innenbeschichtung, die Steuerung des Schiebedachs wurde verbessert und im Innenraum die Halterung für Fußmatten modifiziert.
Größere Änderungen erfuhren auch die Getriebe. Beim großen Automatikgetriebe AR 35 (für den X30XE) wurde die Hinterachsübersetzung von 1:3,7https://www.opel-team-niedersachsen.de/media/files/Omega-B-1994-02-OpelAustria.pdf auf 1:3,9https://www.opel-team-niedersachsen.de/media/files/Omega-B-1995-07-MV6.pdf verkürzt, um die Beschleunigung zu verbessern. Die Übersetzung von 3,70 wurde bei der Version mit Schaltgetriebe beibehalten. Das Getriebe AR 25 erhielt einen größeren Wandler und die Wandlerüberbrückungskupplung wurde für Fahrzeuge mit dem 2,5-TD-Motor verändert. Die Schaltgetriebe erhielten Schwingungstilger.
Modelljahr 1996 Ab dem Herbst 1995 wurden neue Farben für die Lackierung, die elektronisch geregelte Klimaanlage mit Sonnensensor und eine neue Radiogeneration angeboten. Die Steuerung der Zentralverriegelung und der Diebstahlswarnanlage erfolgte nun mittels Funkfernbedienung statt wie bisher per Infrarot. Das variable Wischerintervall wurde per Rändelrad im Wischerhebel einstellbar. Die Motorraum-Geräuschisolation, die Vordersitz-Rückenversteller, die Funkentstörung der Steuergeräte für die Automatikgetriebe und die Heizleistung (per Zusatzpumpe) wurden verbessert.
An den Hintertüren kamen ab jetzt Torsionsfeder-Türbremsen zum Einsatz. Weitere Änderungen umfassten das Hybrid-Generator-Airbag-System, die Sicherheitsschlösser, die Laderaumabdeckung des Caravans und die Montage des Hinterachskörpers.
Darüber hinaus wurde für den X20XEV-Motor eine zweiteilige Aluminium-Motorölwanne eingeführt und bei allen Modellen der Schalthebel um 25 mm gekürzt.
Modelljahr 1997 mini|Navigationssystem Seit Sommer 1996 wurden für den Omega die Lenkrad-Höhenverstellung, CD-Wechsler und Lenkrad-Fernbedienung als Sonderausstattung angeboten. Seitenairbags und Gurtstraffer wurden Serienausstattung.
Die Mittelkonsole erhielt Edelholz-Furnier, es gab nun ein fünfstufiges Gebläse und die Traktionskontrolle mit Bremseneingriff wurde eingeführt. Andere Änderungen betrafen einen Materialwechsel bei Kraftstoffschläuchen und eine bessere Abdichtung der Auspuffanlage.
Ab Februar 1997 konnte ein Navigationssystem bestellt werden.
Modelljahr 1998 Beginnend im Herbst 1997 erhielt das Armaturenbrett einen durchgehenden Lüftungsschlitz für die Frontscheibe. Die nunmehr wieder vollgepolsterten Kopfstützen auf den Fensterplätzen konnten nach vorn geklappt und im Caravan die hintere Mittelkopfstütze versenkt werden. Der Innenrückspiegel wurde vergrößert und am Deckel der Mittelarmlehne Scharniere und Verriegelung verbessert. In neuen Versionen eingeführt wurden: der Sensor für die Niveauregulierung, das Antiblockiersystem 5.3 bzw. 5.3/TC, das Kombiinstrument mit Kontrollleuchten für Nebelscheinwerfer und -Rückleuchte und das Steuergerät für den Tempomat.