mini|Reutles, um 1802 mini|Kapelle St. Felicitas

Reutles (fränkisch „Raidles“W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 78f.) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern). Reutles liegt in der Nordwestlichen Außenstadt im statistischen Bezirk 79 und in der Gemarkung Großgründlach und im Knoblauchsland.

Geographie Die Stadtrandsiedlung bildet mit dem südwestlich gelegenen Großgründlach eine geschlossene Siedlung und liegt im Norden der Stadt. Nachbarorte sind (dem Uhrzeigersinn folgend und im Norden beginnend) der Erlanger Stadtteil Tennenlohe sowie die Nürnberger Stadtteile Neunhof und Boxdorf. Im Osten liegen die Waldgebiete Eichenlohe und Neunhofer Forst. Im Westen grenzt das Flurgebiet Bei der Marter an. Über die Reutleser Straße besteht eine Verbindung zur Bundesstraße 4 und über diese zur Anschlussstelle Erlangen-Tennenlohe der Bundesautobahn 3.

Geschichte Das Dorf entstand im 12. Jahrhundert durch eine Rodung der Herren von Gründlach und wurde 1329 als „Revtleins“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „riute“ mit Diminutivsuffix ab und bedeutet demnach kleine Rodung.

Die Grundherrschaft lag ab 1329 bei den Patrizierfamilien Ortlieb und Ebner; sie oblag ab 1625 den Pfinzing von Henfenfeld, die gleichzeitig die Burgherren von Großgründlach waren, zu dem es seitdem gehört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reutles 16 Anwesen (2 Halbhöfe, 6 Güter, 8 Gütlein). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte der Nürnberger Eigenherr von Haller.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 163.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reutles dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Großgründlach und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Großgründlach zugeordnet. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der ganze Ort von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht Großgründlach.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 228.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs es infolge reger Bautätigkeit mit Großgründlach zusammen und wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Nürnberg eingemeindet.

Baudenkmäler In Reutles gibt es sechs Baudenkmäler: Reutleser Straße 49: Wohnstallhaus, Backofen und Einfriedung Reutleser Straße 51: Wohnstallhaus; Reutleser Straße 53, 63: Wohnstallhaus mit Einfriedung Reutleser Straße 80: Felicitaskapelle von 1379

ehemalige Baudenkmäler Reutleser Straße 61: Gasthof Höfler. Am zweigeschossigen Neubau dreigeschossiger Giebel mit übernommenen Eckvoluten und Kugelbekrönung; Stein mit Inschrift „MR 1792“.G. P. Fehring: Nürnberg, S. 407f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Reutleser Straße 62: Hofanlage. Zweigeschossiges erneuertes Satteldachhaus. Der zweigeschossige Giebel mit flachem Gesimsband; Ecklisenen, Kugelbekrönung. Am Giebel Sandstein mit Inschrift „17 JS. 21“. Weiter oben Tafel mit Inschrift „J. Kropf 1929“. Reutleser Straße 65: Erdgeschossiges Wohnstallhaus. Sandstein, getüncht; die Fenster mit Profilumrahmung. Wohl um 1800. 1974 durch Brand beschädigt. Reutleser Straße 71: Zweigeschossiges, 1932 erneuertes Wohnhaus. Am neuen Giebel eingelassener Sandstein mit Inschrift „18 MH 59“ und klassizistischer Umrahmung. Weiterer Inschriftstein „Konr[ad] Kropf 1932“. Reutleser Straße 74: Hofanlage. Erdgeschossiges Wohnstallhaus, wohl Mitte des 18. Jahrhunderts; Sandsteinquader, traufseitig verputzt. Straßengiebel mit Eckvoluten, Zierpostament und Kugelaufsatz; flaches Gesims. Fensterwände mit Wulstprofil. Hofmauer aus Sandsteinquadern mit profilierten Decksteinen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 108 136 125 122 143 117 136 185 242 258 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 19 20 23 22 24 28 38 Quelle

Religion Reutles ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Laurentius (Großgründlach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Hedwig (Großgründlach) gepfarrt.

Verkehr Im Nahverkehr erschließen die Stadtbuslinien 29 und 290 den Stadtteil.

Persönlichkeiten Georg Harscher (1861–1936), Gastwirt und Landtagsabgeordneter (SPD)

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Statistischer Distrikt von Nürnberg Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1329 Kategorie:Siedlung (Städtebau) in Nürnberg