Die Wilhelm-Busch-Gesellschaft ist eine literarische Gesellschaft in Hannover, die sich der Person und dem Werk des deutschen Humoristen und Dichters Wilhelm Busch widmet. Die Gesellschaft ist Trägerin des Museums Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover.
Ziele und Aufgaben Satzungsgemäßes Ziel der Wilhelm-Busch-Gesellschaft ist es, „... das Werk Wilhelm Buschs zu sammeln, wissenschaftlich zu bearbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Die Gesellschaft fördert die Entwicklung der künstlerischen Bereiche „Karikatur“ und „kritische Grafik“ zu einem anerkannten Zweig der Bildenden Kunst. Ihre Arbeit spannt den Bogen von der individuellen Kunst Wilhelm Buschs bis hin zu Fragen und Problemstellungen von Karikatur und kritischer Grafik. Damit verbunden sind kontinuierliche Ausstellungen und die Herausgabe wissenschaftlicher Publikationen.
Geschichte Die Wilhelm-Busch-Gesellschaft wurde ursprünglich am 24. Juni 1930 in Wiedensahl gegründet, nachdem dort zuvor, 1927, auf Initiative von Friedrich Tewes, der Abriss des Geburtshauses von Wilhelm Busch verhindert worden war. Einer der Mitgründer der Gesellschaft war 1930 Emil Conrad, bis 1956 auch deren Geschäftsführer.Hans Joachim Neyer: auf der Seite von Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst.
In der Weimarer Republik richtete die Gesellschaft 1932 im Provinzialmuseum (heute: Niedersächsisches Landesmuseum Hannover) die erste Wilhelm-Busch-Ausstellung aus.
Am 13. Juni 1937 wurde der erste Museumsbau für Wilhelm Buschs Werk in Hannover eröffnet, der 1943 bei einem der Luftangriffe auf Hannover durch Fliegerbomben zerstört werden sollte. Aus diesem Anlass widmete der Leipziger Insel Verlag 1937 in seiner renommierten Insel-Bücherei eine kleine Teilauflage des Bands 507 Hernach den Mitgliedern der Wilhelm-Busch-Gesellschaft.
In den 1930er Jahren hatte die Gesellschaft zeitweilig rund 4.500, in den 1980er Jahren rund 3.500 Mitglieder. 2012 umfasste die Wilhelm-Busch-Gesellschaft 2.500 Mitglieder.
1939 kam es zum Versuch der Gleichschaltung der Wilhelm-Busch-Gesellschaft durch den Landeskulturwalter Herbert Huxhagen, der damals als 1. Vorsitzender eingesetzt werden sollte.Göttinger Händel-Beiträge, Band 16, Jahrbuch/Yearbook 2015, S. 130.
Publikationen Die Gesellschaft initiierte und unterstützte kontinuierlich zahlreiche Publikationen zu Wilhelm Busch, darunter 1931: Friedrich Bohne: Wilhelm Busch und der Geist seiner Zeit, zugleich Dissertation an der Universität Leipzig 1930, Hannover: Wilhelm Busch-Gesellschaft; München: Bassermann, 1931 seit 1932: Mitteilungen [zeitweilig Jahrbuch oder Veröffentlichungen aus dem Wilhelm-Busch-Archiv] der Wilhelm-Busch-Gesellschaft 2002: Die Bildergeschichten / Wilhelm Busch, [die erste] historisch-kritische Gesamtausgabe, im Auftrag der Wilhelm-Busch-Gesellschaft, hrsg. von Herwig Guratzsch und Hans Joachim Neyer, bearbeitet von Hans Ries unter Mitwirkung von Ingrid Haberland, 3 Bände, Hannover: Hannover: Schlütersche, 2002, ISBN 978-3-89993-806-7, ISBN 3-89993-806-2 oder ISBN 3-87706-650-X, 2007 in überarbeiteter 2. Auflage erschienen
Persönlichkeiten Vorstand und Geschäftsführung Der Vorstand der Wilhelm-Busch-Gesellschaft besteht aktuell (Stand: 2026) aus folgenden Personen: Jürgen Braasch (Vorsitzender), Joachim Werren (Stellvertreter), sowie den Beisitzern Sebastian Scherrer, Eva Bender, Martin Brauß, Balasubramanian Ramani, Valentin Seidenfus und Barbara Krüger. Geschäftsführerin ist Eva Jandl-Jörg, ihre Stellvertreterin Elisabeth Reich.
Vereinsvorsitzende 1930–1931: Martin von Campe, Landeshauptmann 1931–1933: Martin Frommhold 1934–1938: Arthur Menge, Oberbürgermeister von Hannover 1939–1943: Henricus Haltenhoff, hannoverscher Oberbürgermeister 1950–1971: Karl Wiechert, Oberstadtdirektor der Landeshauptstadt Hannover 1971–1978: Walther Lampe, Oberlandeskirchenrat a. D. 1978–1989: Heinz Lauenroth, Stadtdirektor der Landeshauptstadt Hannover 1989–1997: Klaus Schaede, Staatssekretär a. D. 1997–2002: Hinrich Seidel, Chemiker, ehemaliger Präsident der Universität Hannover 2002–2007: Paul Helmut Schmitz, SparkassendirektorDavon abweichend werden die Daten „1990–2007“ genannt; vergleiche Hugo Thielen: Wilhelm-Busch-Gesellschaft. In: Stadtlexikon Hannover, S. 678f. 2007–2018: Herbert Schmalstieg, ehemaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover 2018–2024: Joachim Werren, Staatssekretär a. D. seit 2024 Jürgen Braasch
Ehrenvorsitzende seit 1990: Heinz Lauenroth seit 2002: Hinrich Seidel seit 2018: Herbert Schmalstieg
Literatur Helmut Knocke, Hugo Thielen: Wilhelm-Busch-Gesellschaft. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 226 Monika Herlt: 75 Jahre Wilhelm-Busch-Gesellschaft. In: Satire. Mitteilungen der Wilhelm-Busch-Gesellschaft, 2005, S. 9–35; als PDF-Dokument Hugo Thielen: Wilhelm-Busch-Gesellschaft. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 678f.
Weblinks Aktuelle Informationen über die Wilhelm-Busch-Gesellschaft e. V. auf der Seite Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Die Geschichte der Wilhelm-Busch-Gesellschaft e. V. auf der Seite Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Anmerkungen
Einzelnachweise
Busch Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Vereinsgründung 1930 Kategorie:Wilhelm Busch als Namensgeber Kategorie:Verein (Hannover) Kategorie:Nordstadt (Hannover) Kategorie:Wissenschaft in Hannover