Der Hexer ist ein deutsch-österreichischer Kriminalfilm, der auf dem gleichnamigen Roman (Originaltitel: The Ringer) von Edgar Wallace basiert. Der von dem Regisseur Carl Lamac inszenierte Film wurde 1932 von der in Berlin ansässigen Ondra-Lamac-Film GmbH im österreichischen Sascha-Atelier hergestellt. Die Uraufführung fand am 22. Juli 1932 im Atrium in Berlin statt. Bei diesem Film handelt es sich um den fünften Edgar-Wallace-Film mit deutscher Beteiligung.
Handlung Eine junge Frau stürzt sich von einer Brücke aus in die Themse. Der Taschendieb Sam Hackitt identifiziert die Tote als Gwenda Milton, Sekretärin bei Rechtsanwalt Maurice Meister (in anderen deutschen Hexer-Filmen Messer) und Schwester des ‚Hexers‘. Inspektor Wenbury, der gleichzeitig den Diebstahl der kostbaren Perlenkette der Lady Darnleigh klären muss, übernimmt die Ermittlungen. Außerdem erfährt er, dass Cora Ann Milton, die Frau des Hexers, unterwegs nach London ist. Wenbury geht davon aus, dass auch der Hexer Australien verlassen und nach London reisen wird.
Anwalt Maurice Meister stellt Mary Lenley, eine Jugendfreundin Wenburys, als neue Sekretärin ein. Wenig später erreicht das Schiff mit Cora Ann Milton London. An Bord befindet sich auch Oberinspektor Bliss. Da wird John Lenley, der Bruder von Mary, des Diebstahls der Perlenkette von Lady Darnleigh bezichtigt. Die Beweise scheinen eindeutig, so dass Wenbury John verhaften muss. Wenbury vermutet, dass die anonyme Anzeige von Rechtsanwalt Meister stammt und warnt Mary.
Bei der Gerichtsverhandlung gegen John Lenley lernt Mary den Polizeiarzt Dr. Lomond kennen. Unterdessen konnte die Polizei, obwohl Cora Ann Milton beschattet wird, nicht den Aufenthaltsort des Hexers ermitteln. Cora Ann stattet Rechtsanwalt einen Besuch ab und teilt diesem mit, dass sich ihr Mann für den Selbstmord seiner Schwester rächen werde. Meister, der sein Haus mit Sicherungsanlagen gegen Eindringlinge schützt, fürchtet den Hexer jedoch nicht.
Doch wenig später entdeckt Hackitt, der als Diener bei dem Rechtsanwalt arbeitet, seinen Chef leblos in dessen Sessel. Der zu Hilfe gerufene Wenbury nimmt Doktor Lomond mit zum Tatort. Dort treffen die beiden auf Inspektor Bliss. Lomond gelingt es, Meister zu retten. Gerade als dieser wieder zu sich kommt, geht das Licht aus und der Anwalt wird erschossen. Aber welcher der Anwesenden ist der Hexer?
Hintergrund miniatur|hochkant|Der Regisseur Karel Lamač (Carl Lamac), um 1930 Die Ondra-Lamac-Film GmbH produzierte 1931 bereits die Edgar-Wallace-Verfilmung Der Zinker. 1933/34 stellte die Produktionsfirma die bisher einzige deutsche Adaption von Wallace’ Der Doppelgänger her. Unter dem Titel Le jugement de minuit drehte man mit anderen Darstellern auch eine französische Version des Films.
Fritz Rasp spielte nach dem Zweiten Weltkrieg noch in fünf weiteren Edgar-Wallace-Filmen mit. Franz Schafheitlin spielte 1961 in der Wallace-Verfilmung Die toten Augen von London den Scotland-Yard-Chef Sir John.
Die Filmprüfstelle versah den Film mit einem Jugendverbot. Der Film wurde nach dem Krieg nicht mehr aufgeführt. Er erschien am 26. November 2010 auf DVD.
Kritiken
Weitere Stoffverfilmungen Spielfilme The Ringer (Großbritannien 1928) – Regie: Arthur Maude (mit Leslie Faber, Annette Benson) The Ringer (Großbritannien 1931) – Regie: Walter Forde (mit Patric Curwen, Franklin Dyall) Le jugement de minuit (Frankreich 1932) – Regie: André Charlot und Alexander Esway (mit Marion Delbo, Janine Merrey) The Gaunt Stranger (Großbritannien 1938) – Regie: Walter Forde (mit Sonnie Hale, Wilfrid Lawson) Der Würger kommt um Mitternacht (Großbritannien 1952) – Regie: Guy Hamilton (mit Herbert Lom, Donald Wolfit) Der Hexer (Deutschland 1964) – Regie: Alfred Vohrer (mit Joachim Fuchsberger, Heinz Drache)
Fernsehfilme The Ringer (Großbritannien 1938) – (mit Garry Marsh, Neville Brook) Der Hexer (1956): Regie: Franz Peter Wirth, mit Armas Sten Fühler, Susanne von Almassy, Franz Schafheitlin, Walther Reymer [sic!], Herbert Tiede, Hans-Walter Clasen, Arnulf Schröder, Irene Marhold, Joachim Fontheim, Dieter Eppler Der Hexer (1963) – Regie: Rainer Erler (mit Peter Pasetti, Eva Maria Meineke)
Literatur Edgar Wallace: Der Hexer / Die blaue Hand / Das Geheimnis der gelben Narzissen. Drei Romane in einem Band. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2007, ISBN 978-3-442-55502-4. Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
Weblinks
bei deutscher-tonfilm.de
Kategorie:Filmtitel 1932 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Thriller Kategorie:Edgar-Wallace-Verfilmung