mini|Stammwappen derer von Schönfeldt mini|Johann Siegfried 1. Reichsgraf von Schönfeld Schönfeld oder Schönfeldt ist der Name eines Adelsgeschlechts, das dem sächsisch-meißnischen Uradel entstammt und 1704 und 1788 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Es saß auf dem namensgebenden Schloss Schönfeld bei Schönfeld (Sachsen). Die erste Erwähnung des Adelssitzes und des Geschlechts Schönfeld erfolgte im Jahre 1216. Zweige dieser Familie bestehen bis heute in Deutschland, Österreich und in den Niederlanden. Sie stehen in keinem genealogischen Zusammenhang mit dem böhmischen Adelsgeschlecht Schönfeld.
mini|Johann Hilmar 3. Reichsgraf von Schönfeld
Geschichte Ursprung Der Legende nach wurde die Familie bereits im Jahre 955 n. Chr. bei der Schlacht auf dem Lechfeld von König Otto I. nobilitiert.
Die erste Erwähnung des Adelssitzes und des Geschlechts Schönfeld erfolgte am 21. Januar 1216.Eduard Beyer: Das Cistercienser-Stift und Kloster Alt-Cellein dem Bisthum Meißen. Geschichtliche Darstellung seines Wirkens im Innern und nach Außen, nebst den Auszügen der einschlagenden hauptsächlich bei dem Hauptstaatsarchive zu Dresden befindlichen Urkunden. F. G. Jannsen, Dresden 1855, S. 528, Nr. 44; . Tammo de Sconevelt ist dort Zeuge bei der Übertragung des Landgutes Zedele (Zadel) mit allen Hufen im Dorfe und der Kirche des heiligen Andreas an das Kloster Zelle der heiligen Maria (Kloster Altzella bei Nossen) durch den Markgrafen Dietrich. Ein dominus Johannes de Sconeveld erscheint 1240 in Nuendorf (Naundorf bei Meißen). Die Stammreihe beginnt 1312 mit dem Ritter Siegfried von Schonvelt.
Johann Theobald von Schönfeld war 1645 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft unter der Bezeichnung „Der Beruhigende“.Der Neu-Sprossende Teutsche Palmbaum Oder Ausführlicher Bericht Von der Hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschaft … Das 8. Cap.: Die Rolle der Gesellschaftler. 1645, Unter den Nehrenden, Verlag Johann Hoffmann. Druck Joachim Heinrich Schmid, Weimar / Nürnberg 1668, S. 283. Digitalisat
Linien und Besitzungen Auf ihrem Stammsitz Schönfeld saßen die von Schönfeldt bzw. Schönfeld bis 1421.
Die fünf Linien der Familie nannten sich nach Wachau (von 1378 bis 1770 im Besitz der Familie), Löbnitz (vor 1387 bis 1820/1945), Werben (1464 bis 1945, zuletzt geschrieben Schönfeldt), ZahnaChristoph Franke, Moritz Graf Strachwitz von Groß Zauche: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band XIII, Band 128 der Gesamtreihe GHdA. C. A. Starke-Verlag, Limburg an der Lahn 2002, ISBN 3-7980-0835-3. und Gulben. Außerdem besaß die Familie zahlreiche Güter in der Mark Meißen, in der Provinz Sachsen und in der Lausitz, darunter Alsleben, Belgershain, Döben, Döbern mit der Wüstung Schönfeld (1508 Hälfte verkauft), Ermsleben, Falkenhain, Großkochberg, Kleinwölkau (1533–1659), Löbnitz mit Roitzschjora und den dazugehörigen Vorwerken Seelhausen und Scholitz, Sausedlitz (16. Jh.), Tornitz (1710–1764), Zahna und Ginselberg.
Es gab auch eine schlesische Linie derer von Schönfeld. Dazu gehörten Georg August von Schönfeld (1722–1793) Nikolaus Heinrich von Schönfeld (1733–1795) Friedrich Wilhelm von Schönfeld (1730–1805) Eine Linie der Familie wandte sich 1625 nach Schweden, erlosch aber dort 1784.
Nach der Erhebung in den Reichsgrafenstand existierte die gräfliche Linie (in Wachau) nur für zwei Generationen bis zu ihrem Erlöschen 1770. Zwei weitere, noch existierende Linien (Löbnitz und Zahna) erhielten 1788 den Reichsgrafenstand und bestehen bis heute.Schönfelder Traumschloss – Geschichte. schloss-schoenfeld.de; abgerufen am 4. Juni 2016.Heyko Dehn: Historisches Sachsen – Schönfeld bei Thiendorf. heykodehn.de; abgerufen am 22. Januar 2024. mini|Schloss Hornegg mini|Schloss Marbach
mini|Schloss Reitenau mini|Schloss Aichberg
Standeserhebungen Das Adelsgeschlecht wurde 1704 und 1788 in den Grafenstand erhoben.
Johann Siegfried Freiherr von Schönfeld auf Wachau wurde am 2. Juni 1704 in den Reichsgrafenstand erhoben. Dieses Würde war schon seinem Großvater vom Kaiser am 9. April 1657 angeboten worden, er hatte aber damals „aus ihm vorbehaltenen Ursachen“ dankend abgelehnt. 1711 erhielt er das Erbtruchsessenamt des Hochstifts Bamberg. Seine Witwe Magdalena Sophie, geb. Gräfin von Werthern, (1692–1757) ließ zwischen 1730 und 1754 das Barockschloss Wachau für ihren Sohn errichten. Mit dem Tod dieses Sohnes, Johann Georg Graf von Schönfeld (1718–1770), erlosch die gräfliche Linie 1770 im Mannesstamm.
Am 6. März 1788 erhielt der kurfürstlich-sächsische Kammerherr und „Wirkliche Geheimrat“ Johann Hilmar Freiherr von Schönfeld auf Löbnitz, Störmthal und Liebertwolkwitz die Reichsgrafenwürde. Mit ihm kam diese Familie nach Österreich. Seit 18. Juli 1788 war er verheiratet mit Ursula Margaretha Agnes Victoria Ludovica Gräfin von Fries. Zu ihren Nachkommen, die meist eine militärische Laufbahn einschlugen, gehören: Johann Heinrich Ludwig Graf von Schönfeld (geb. 20. März 1791, gest. 19. August 1828) Adolph Ludwig Moriz Graf von Schönfeld (geb. 2. Oktober 1797), Ehrenritter des Malteserordens Anton Graf von Schönfeld (geb. 26. April 1827), k. k. Kämmerer und Oberstlieutenant a. D. Karl Graf von Schönfeld (geb. 18. April 1828), k. k. Rittmeister Adolph Graf von Schönfeld (geb. 3. April 1830), k. k. Major a. D. in Leoben Max Graf von Schönfeld (geb. 5. Dezember 1833), k. k. Rittmeister Heinrich Graf von Schönfeld (geb. 5. September 1868)Weitere Angaben, siehe
Der in Berlin am 26. Oktober 1912 gegründete „Familienverband der Grafen und Herren von Schönfeld“ wurde in Bad Nauheim am 14. Oktober 1967 neu gebildet.
Wappen Das Stammwappen zeigt in Gold einen schrägrechts liegenden, oben und unten je dreimal gestümmelten schwarzen Ast. Auf dem gekrönten Helm neun (4 rechts, 5 links) schwarze Hahnenfedern. Die Decken sind schwarz-golden. Das Wappen der Gräflichen Linie von 1788 ist gleich dem Stammwappen, jedoch über der Grafenkrone der Helm mit acht schwarzen Hahnenfedern. Zwei auswärts sehende, um Haupt und Lenden mit Löwenhaut bekleidete wildee Männer, mit der Rechten bzw. Linken eine hölzerne Keule aufsetzend. Der Wappenspruch lautet „Spero Meliora“ (Hoffen auf das Bessere).
Persönlichkeiten mini|hochkant|Grabplatte des Wilhelm Ernst von Schönfeld, Minister im Fürstentum Ansbach, auf dem Bayreuther Friedhof mini|Links Heinrich Graf von SchönfeldtAve von Schönfeld († 1541), Frau in der Geschichte der Reformation und „erste Liebe“ Martin Luthers Siegfried von Schönfeldt (1486–1569), Rittergutsbesitzer in Löbnitz und Großkochberg Johann Theobald von Schönfeld, († 1658);Ludwig Schortman, Johann Theobald von Schönfeld: Frewdige und Seelige Hinfarth Deß … Herrn Johann Tehobalds von Schönfeld/ Uff Groß- und Klein Kochbergk/ Rudolstad … im abgewichenen 1658. Jahre/ den 20 Octobris … Und … der abgelebte Leichnam in der Kirchen zu Groß Kochbergk in sein RuheKämmerlein den Novembris beygesetzt worden … 1658. Digitalisat 1645 Mitglied in der Fruchtbringenden Gesellschaft Hans Christoph von Schönfeldt (1651–1727), dänischer General Johann Erich von Schönfeldt (1659–1724), Besitzer der Rittergüter Leulitz, Beerendorf und Löbnitz-Hofteil Johann Siegfried Graf Schönfeld auf Wachau (1682–1718), war ein churfürstlich sächsischer und pfälzischer Kammerherr Rittergutbesitzer und der erste Graf von Schönfeld. Heinrich Rudolph von Schönfeldt (1695–1751), kursächsischer Hausmarschall Gregor Schönfeld der Ältere (1559–1628), Reformierter Theologe und Konsistorialpräsident Johann August von Schönfeld (1699–1760), sachsen-coburg-saalfeldischer Regierungsrat und zuletzt Hof- und Konsistorialrat in Altenburg mini|Karl Graf von Schönfeldt Johann Christoph von Schönfeldt († 1762), Kreishauptmann und Assessor am Oberhofgericht in Leipzig Georg August von Schönfeld (1722–1793), preußischer Generalleutnant, Chef des Infanterieregiments Nr. 30 und Ritter des Schwarzen Adlerordens Wilhelm Ernst von Schönfeld, s. angefügte Grabplatte, Minister und Regierungspräsident in Brandenburg-Bayreuth, 6. Juli 1777,L. Schneider: Das Buch vom Rothen Adler-Orden. Historisch, diplomatisch, statistisch und bildlich, Band: Regesten, Urkunden und Anmerkungen. 1. Gräfliche und Adelige Herren Ordens-Ritter, Nr.: T 60, Verlag A. W. Hayn, Berlin 1857, S. 76. Digitalisat Großkreuz-Ritter des Roten AdlerordensSchönfeld auf Löbnitz. loebnitz.wordpress.com; abgerufen am 22. April 2016. Nikolaus Heinrich von Schönfeld (1733–1795), königlich-preußischer Generalleutnant und zuletzt Gouverneur der Festung Schweidnitz Friedrich Wilhelm von Schönfeld (1730–1805), Generalleutnant und Chef des Infanterie-Regiments Nr. 49 Johann Hilmar Adolph Graf von Schönfeld (1743–1820), seit 1784 sächsischer Gesandter in Wien, seit 1788 Reichsgraf Ernst von Schönfeldt (1805–1858), Jurist, Gutsherr auf Werben, Landrat Landkreis Cottbus Adolph von Schönfeldt (1809–1886), Rittergutsbesitzer und Abgeordneter Elisabeth Gräfin Schönfeld (1832–1904), geb. Gräfin Festetic de Tolna, Hofdame der Erzherzogin Sophie von Österreich, Obersthofmeisterin der Erzherzogin Marie Therese von Braganza Karl (von) Schönfeld (1868 – 1951), preußischer Beamter, Abgeordneter (NLP) und Politiker Ernst von Schönfeldt (1873–1937), Gutsherr auf Werben, Träger des Pour le Mérite, Familien-Chronist, AutorErnst von Schönfeldt: Der Landkreis Cottbus mit dem Spreewald. Hrsg. Kreisausschuss des Landkreises Cottbus. Kunstdruck- u. Verlagsbüro, Kiel-Magdeburg 1933. 191 S. Reprint: Radochla, Werben 2012. ISBN 978-3-938555-23-1. Reprint: Radochla, Werben (GT Ruben) 2024. ISBN 978-3-938555-74-3. Jobst von Schönfeldt (1883–1977), Jurist,Landrat von Schönfeldt, Erwin Stein (Hrsg.): Der Landkreis Sorau. N.-L. In: Monographien Deutscher Landkreise. Band 2: Sorau, Niederlausitz. Deutscher Kommunal-Verlag, Berlin 1925. Landrat a. D. (Kreis Sorau, 1917–1934), Regierungsvizepräsident, Reichsrichter a. D.Jobst von Schönfeldt: Meine Einstellung zum Nationalsozialismus. 1948. (PDF; 5,7 MB). Gesamt: 1 Einleitung / 11 handschriftliche Zettel. In: BLHA, Rep. 37 Werben I, Br. 512. In: Werner Heegewaldt: (Adlige) Herrschafts-, Guts-und Familienarchive-eine neue Beständeübersicht des Brandenburgisches Landeshauptarchivs. In: Brandenburgische Archive. Berichte und Mitteilungen aus den Archiven des Landes Brandenburg, 28/2011, Hrsg. BLHA und dem Landesverband Brandenburg im VdA, Brandenburgische Universitätsdruckerei und Verlagsgesellschaft, Potsdam 1. März 2011, , S. 96. Heinrich Graf von Schönfeldt (1884–1963), österreichischer Rennfahrer und Leiter des kaiserlichen Automobilwesens Carl-August von Schönfeld (1898–1944), Generalmajor, Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes Carl Graf von Schönfeldt (1898–1984), österreichischer Rundfunksprecher und Fernsehmoderator, Pseudonym „Rudolf Hornegg“ Christl Schönfeldt (1916–2013), geb. Arnold, war eine österreichische Musikreferentin und -schriftstellerin. Langjährige Organisatorin des Wiener Opernballes. Sybil Gräfin Schönfeldt (1927–2022), deutsche Schriftstellerin Ernst von Schönfeldt (1937–2026), Jurist
Literatur Hans Basilius von Gleichenstein: Tabulae genealogicae, oder Derer von Adel Des Fürstenthums Sachsen-Gotha, stemmatographia alphabetica. Christian Bensch Buchhandlung, Frankfurt am Main / Leipzig 1716, S. 171 f. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 8. Friedrich Voigt, Leipzig 1868, S. 303. GGT / „Der Gotha“ (Auszug): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1903, S. 755–771 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1916. Siebzehnter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1915, S. 755–758. . Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Dreiundzwanzigster Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1921, S. 795–799. .