Krieg und Frieden (Originaltitel: War and Peace) von Robert Dornhelm ist eine weitere Verfilmung des gleichnamigen historischen Romans von Leo Tolstoi für das Fernsehen. Die Erstausstrahlung der vierteiligen TV-Miniserie erfolgte Ende 2007 auf dem italienischen Fernsehsender Rai Uno. Im Januar 2008 war sie im ZDF und ORF zu sehen.

Handlung Erster Teil Im Anwesen der Familie Rostow wird ein Fest gefeiert. Wichtige Personen aus dem russischen Adel sind erschienen. Darunter auch Marija Dmitrijewna und ihr Schützling Pierre Besuchow, der uneheliche Sohn des todkranken Grafen Besuchow, der gerade von seinem Studium in Paris zurückgekehrt ist. Während der Feierlichkeiten begegnet die junge Natascha Rostowa Prinz Andrei Bolkonski. Sie verliebt sich in ihn, obwohl er für sie unerreichbar ist. Denn er ist mit Lise verheiratet.

Fürst Wassili Kuragin, Verwalter des Grafen Besuchow, will dessen finanzielles und politisches Erbe besitzen. Noch rechtzeitig treffen Dmitrijewna und Pierre am Sterbebett des Grafen ein, sodass dieser sein Testament und einen persönlichen Brief an den Zaren übergeben kann, in dem er Pierre als legitimen Sohn anerkennt. Währenddessen tobt im Westen Europas der Krieg. Auf der Seite des Kaisertums Österreich ist das Russische Reich in den Krieg gegen den französischen Kaiser Napoleon eingetreten. Um dem eintönigen Leben auf dem Hof zu entkommen, hofft Andrei als Adjutant des Generals Kutusow auf militärischen Ruhm und Anerkennung. Seine Frau Lise bleibt auf dem Landsitz seines von Zar Paul I. verbannten Vaters, wo dieser einen streng geordneten Haushalt führt. Seine Tochter Marija hat darunter schwer zu leiden.

Benebelt vom plötzlichen Reichtum belässt Pierre Besuchow den Verwalter Kuragin im Amt. Kuragins Tochter Hélène versucht Pierre zu verführen, um an dessen Gelder und Privilegien zu gelangen. Mit Hilfe einer erfolgreichen Überzeugung durch ihren Vater steht der naive Pierre bald vor dem Traualtar. Später erkennt Pierre, dass die Heirat ein schwerer Fehler war.

Mit großem Enthusiasmus schließt sich Nikolai Rostow der Armee an. Seine Hoffnungen auf Erfolg innerhalb der Armee werden schnell zerstört: General Kutusow befiehlt den Rückzug seiner Armee vor den schnell vorrückenden Franzosen. Als Angehöriger einer Nachhut muss Nikolai die Sprengung einer wichtigen Brücke vorbereiten, die den Marsch der Franzosen erheblich behindern soll. Die Gelegenheit sich doch noch zu bewähren, ist gekommen. Aber er wird verwundet und in letzter Minute vom Offizier Wassili Denissow gerettet, ein Freund Pierre Besuchows.

Nikolai Rostow stellt seinen Lebensretter seiner Familie vor. Die Dankbarkeit der Natascha versteht Denissow völlig falsch und macht ihr einen Heiratsantrag. Diesen weist ihre Mutter, die Gräfin Rostowa, sofort zurück. Denissow bleibt doch noch ein guter Freund der Familie.

In der Schlacht bei Austerlitz unterliegen die russischen und österreichischen Truppen der französischen Armee unter Napoleon. Andrei Bolkonski wird auf dem Schlachtfeld verwundet, nachdem er tapfer gekämpft hat. Er kommt gerade rechtzeitig nach Hause, als seine Frau bei der Geburt ihres Sohnes stirbt. Pierre nimmt Andrei nach diesem Ereignis mit auf eine Reise zu seinen Ländereien, um ihn aus seiner Depression zu verhelfen. Auf dem Landsitz der Familie Rostow gibt es ein Wiedersehen mit Natascha, die Andrei nicht vergessen hat. Andrei reist vorzeitig ab, um seinen verwirrenden Gefühlen zu entkommen.

Zar Alexander I. und Napoleon schließen den Frieden von Tilsit. Die Verhandlungen werden in Russland mit einem großen Tanzball gefeiert, auf dem Natascha und Andrei sich erneut wiedersehen. Andrei fordert sie zum Tanz auf. Beide erkennen, dass sie füreinander bestimmt sind.

Zweiter Teil Der Friedensschluss zwischen dem Zaren Alexander I. und Napoleon verschafft Russland eine Atempause und einen trügerischen Frieden. Bei einem erneuten Besuch Andrei Bolkonskis bei den Rostows vertieft sich die Beziehung zwischen ihm und Natascha. Andrei bittet nun seinen Vater um die Erlaubnis, Natascha Rostowa heiraten zu dürfen. Der alte Fürst Bolkonski ist gegen die Heirat und verlangt ein Jahr Aufschub, um ihre Liebe zu prüfen; insgeheim hofft er aber, damit die Heirat verhindern zu können. In dieser Zeit soll Andrei Dienst beim Stab des Oberkommandos der Russischen Armee an der Grenze zu Polen leisten. Aus Respekt vor seinem Vater willigt Andrei ein. Vor seiner Abreise hält er um Nataschas Hand an. Sie akzeptiert das Trennungsjahr und verspricht, auf ihn zu warten.

Derweil versucht Wassili Kuragin, seinen Sohn Anatol in das Haus Bolkonski einzuführen, da die vermögende Marija Bolkonskaja eine gute Partie wäre. Sie besuchen die Bolkonskis auf ihrem Landsitz. Fürst Bolkonski überlässt die Entscheidung seiner Tochter. Als diese Anatol in flagranti im Treppenhaus mit ihrer Gesellschafterin Mademoiselle Bourienne erwischt, lehnt sie die Heirat ab. Anatol Kuragin übernimmt darauf einen Posten als Hauptmann in der Kavallerie.

Zwischen Pierre Besuchow und seiner Frau Hélène kommt es zu ersten Unstimmigkeiten: Während Pierre ein zurückgezogenes Leben bevorzugt, liebt die Lebedame Hélène große Gesellschaften und bleibt öfters über Nacht weg. Pierre Besuchow gesteht seinem Freund Andrei Bolkonski, dass es ein Fehler war, Hélène zu heiraten. Nachdem Pierre eine anonyme Nachricht erhalten hatte, dass Hélène eine Affäre mit seinem Freund Fjodor Dolochow habe, fordert er diesen zum Duell auf Pistolen. Natascha Rostowa versucht alles, um das Duell zwischen dem unerfahrenen Pierre Besuchow und dem kampferprobten Dolochow zu verhindern. Sie sucht auch Hélène Besuchowa auf und beschwört sie, das Duell zu verhindern. Als diese kein Interesse zeigt, macht ihr Natascha bittere Vorwürfe, dass sie Pierre in den Tod laufen lasse. Hélène fühlt sich durchschaut und weist Natascha aus dem Haus. Nachdem Dolochow überraschend im Duell von Pierre Besuchow angeschossen wird, dieser selber aber unverletzt bleibt, offenbart Hélène ihrem Mann Pierre ihre abgrundtiefe Verachtung für ihn. Dieser bricht in Wut aus und wirft Hélène umgehend aus dem Haus. Auf Vermittlung seines Schwiegervaters Wassili Kuragin arrangiert sich Pierre Besuchow einige Tage später wieder mit seiner Frau Hélène, jedoch nur um den gesellschaftlichen Schein zu wahren.

Die Rostows geraten immer mehr in Geldnöte und sind gezwungen, ihre Besitztümer mit hohen Hypotheken zu belehnen. Als Nikolai Rostow seiner Mutter endlich gesteht, dass er und Sonja sich lieben und er sie heiraten wolle, verweigert die Gräfin Rostowa dieser Verbindung ihren Segen und bittet ihren Sohn inständig, die vermögende Julija Orlowa zu heiraten, um die Familie Rostow vor dem finanziellen Ruin zu bewahren.

Ein Besuch von Natascha Rostowa und ihrem Vater bei den Bolkonskis endet in einem Eklat, provoziert durch Fürst Bolkonski. Natascha verlässt das Haus der Bolkonskis tief gedemütigt. Sie muss erkennen, dass sie im Hause Bolkonski unwillkommen ist und zweifelt mehr und mehr, dass die Heirat mit Andrei Bolkonski zu Stande kommen werde.

Als im Hauptquartier des Oberkommandos bei Oberstleutnant Andrei Bolkonski eine Anzeige eingeht, dass Hauptmann Anatol Kuragin die Tochter eines polnischen Landadeligen verführt und mit einem Kind habe sitzen lassen, stellt Andrei Bolkonski dem geständigen Anatol Kuragin ein Ultimatum, das Mädchen zu heiraten. Anatol Kuragin bleibt nichts Anderes übrig, aber er schwört, dafür an Andrei Bolkonski Rache zu nehmen. Bei einem Opernbesuch lädt Hélène Besuchowa, die Natascha Rostowa seit jenem Vorfall vor dem Duell nicht mehr wohlgesinnt ist, diese in ihre Loge ein, um sie dort mit ihrem Bruder Anatol Kuragin bekannt zu machen. Anatol Kuragin weiß von seiner Schwester, dass Natascha Rostowa die Verlobte von Andrei Bolkonski ist und macht ihr deshalb den Hof. Die von Hélène Besuchowa eingefädelte Intrige nimmt ihren verhängnisvollen Lauf.

Dritter Teil Im Haus der Rostows laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit Nataschas mit Andrei Bolkonski auf Hochtouren. Natascha Rostowa ist aber immer noch tief beeindruckt von der Begegnung mit Anatol Kuragin in der Oper. Hélène Besuchowa intrigiert erneut und lädt Natascha Rostowa zu einer Soiree ein, wo sie auf Anatol Kuragin trifft. Mit Hilfe seiner Schwester setzt Anatol Kuragin Natascha mittels stürmischer Liebesbriefe, Liebesschwüre und eines fingierten Selbstmordversuchs unter Druck. Natascha ist Anatols Anstürmen nicht gewachsen und lässt sich auf ihn ein. In einem Brief an Marija Bolkonskaja teilt sie dieser mit, dass sie die Verlobung mit Andrei lösen wolle.

Andrei Bolkonski wird zu Verhandlungen zu Napoleon entsandt. Seine Mission scheitert, da Napoleon von der militärischen Überlegenheit seiner Armee überzeugt ist. Als der Zar den Briten erlaubt, den Hafen von St. Petersburg für ihre Kriegsschiffe zu nutzen, erscheint ein Krieg unausweichlich geworden. Französische Truppenbewegungen an der Grenze künden die nahe Invasion an. Andreis Rückkehr nach Moskau verzögert sich.

Die Geldnöte der Rostows spitzen sich zu. Als Nikolai Rostow seinen Vater um Geld bitten muss, um seine immensen Spielschulden bei Fjodor Dolochow bezahlen zu können, zeigt dieser zwar Verständnis, doch muss er zu drastischen Maßnahmen greifen und ein Gut der Familie verkaufen. Marija Bolkonskaja sucht die Rostows auf, um sich für den misslungenen Empfang in ihrem Hause zu entschuldigen. Natascha, immer noch gekränkt, weigert sich jedoch, sie zu empfangen.

Anatol Kuragin plant mit Hilfe von Fjodor Dolochow, Natascha Rostowa zu entführen. Natascha, zur Flucht bereit, wird von Sonja in ihrem Zimmer eingeschlossen. Die Flucht wird von Marija Dmitrijewna und Pierre Besuchow im letzten Moment vereitelt. Als Natascha von Pierre erfährt, dass Anatol Kuragin verheiratet sei, bricht sie zusammen. Pierre Besuchow stellt seinen Schwager Anatol in seinem Haus und gibt ihm Geld, damit sich dieser nie wieder blicken lasse.

Nataschas Brief an Marija Bolkonskaja gelangt durch Mademoiselle Bourienne in die Hände von Fürst Bolkonski. Dieser eröffnet seinem Sohn triumphierend den Inhalt des Briefes und die Affäre seiner Verlobten mit Anatol Kuragin. Trotz der Fürsprache Pierre Besuchows kann Andrei Bolkonski Natascha nicht vergeben und löst die Verlobung nun seinerseits. Natascha, die inzwischen ihren Irrtum eingesehen hat, ist verzweifelt und versucht, sich das Leben zu nehmen. Pierre Besuchow eilt zu ihr und gesteht ihr seine heimliche Liebe.

Napoleon rückt mit seinen Truppen über die Memel und bricht damit den Friedensvertrag mit Russland. Die Invasion hat begonnen. General Kutusow wird in den Kriegsrat berufen und befiehlt die Strategie der verbrannten Erde. Natascha Rostowa wendet sich an Marija Bolkonskaja und bittet diese inständig um Verzeihung. Diese beseelt vom christlichen Gebot der Vergebung ist von Nataschas Aufrichtigkeit überzeugt und bittet ihren Bruder, Natascha zu vergeben. Andrei Bolkonski, der sich vom Glauben entfernt hat, bleibt aber unversöhnlich. Die Offiziere und Soldaten ziehen in den Krieg. Andrei Bolkonski erbittet von General Kutusow die Versetzung zu seinem alten Regiment. Es kommt zu ersten Kampfhandlungen mit den Franzosen, in deren Verlauf sich die Russische Armee zurückziehen muss. Die Bevölkerung flieht und setzt ihre Häuser in Brand. Andrei Bolkonski rät seinem Vater Fürst Bolkonski ebenfalls zu fliehen. Dieser, inzwischen geistig verwirrt, verweist seinen Sohn des Hauses. Im Wahn, die Franzosen zurückschlagen zu können, bewaffnet Fürst Bolkonski seine Leibeigenen.