mini|Alte Malzfabrik (2008) Die Alte Malzfabrik in Mülheim an der Ruhr ist eine ehemalige Fabrik zur industriellen Herstellung von Malzprodukten, insbesondere Malzkaffee. Am 18. November 2003 wurde die Fabrik als Baudenkmal unter Schutz gestellt.Alte Malzfabrik Kotthaus & Bruchhaus auf muelheim-ruhr.de/baudenkmal abgerufen am 3. März 2013.

Industriedenkmal Im Jahr 1896 entstanden die ursprünglichen Planungen für die Mülheimer Malzfabrik „Kufferath und Schels“ an der Hingbergstraße 103 in Mülheim an der Ruhr, direkt an der Bahnlinie Mülheim-Essen gelegen. Dabei war diese Malzfabrik nicht die einzige auf dem Hingberg in Mülheim. Weiter Richtung Innenstadt gab es noch die Malzfabrik Schroer, die bis 1990 bestand. Eine weitere Malzfabrik lag ebenfalls im unteren Hingberg in einer Hinterhoflage. Die stadtnahen Fabriken in Mülheim sind heute fast alle zerstört oder abgerissen. Lediglich die „Alte Malzfabrik“ besteht noch und vermittelt einen authentischen Eindruck der ehemaligen Situation in Mülheim, die von zahlreichen Fabriken in unmittelbarer Innenstadtlage geprägt war.mini|Querschnittzeichnung Alte Malzfabrik: Reduktion des Wiederaufbaus aufgrund von Materialknappheit nach dem 2. Weltkrieg

Industrielle Nutzung Kurze Zeit nach der Planung im Jahr 1898 wurde die Fabrik realisiert und die Produktion von Malzkaffee aufgenommen bzw. Getreide geröstet. Eigentümer und Betreiber der „Mülheimer Malzfabrik“ waren Kufferath und Schels. Seit 1908 war die Dresdner Bank AG, Berlin Eigentümer. Von 1908 bis 1911 wurde die Fabrik an den Kaufmann Herm. Kufferath, anschließend ab 1. März 1913 an die Gebrüder Tucht, Hagen/Westfalen vermietet. Mit Notarvertrag vom 28. Januar 1918 erwarb die offene Handelsgesellschaft „Bergische Malzkaffee - Fabrik und Getreide-Rösterei Kotthaus&Bruchhaus“ das Fabrikgebäude von der Dresdner Bank AG für einen Kaufpreis von 170.000 RM und nahm zum 1. März 1918 den Betrieb auf.mini|Notarvertrag Malzfabrik Mülheim von 1918mini|1912 Warenzeichen Eine grundlegende Erneuerung erfuhr die Malzfabrik im Jahr 1943. Unter dem Namen Bergische Malzkaffeefabrik wurde sie mit neuen technischen Gerätschaften bestückt. Bis weit in die Zeit des Zweiten Weltkrieges lief die Produktion. Erst durch einen Bombentreffer in der Nacht zum 23. Juni 1943 wurde das Hauptgebäude weitgehend zerstört und der Betrieb unterbrochen.mini|Alter Plan der Malzfabrik

Ein Nebengebäude diente aushilfsweise als Produktionsstätte. Nach dem Krieg erfolgte zügig der Wiederaufbau. Die Baufirma Hochtief stellte das Gebäude, wenn auch zwei Geschosse niedriger, nach den Plänen des Kölner Architekten Ernst Gondrom weitgehend wieder her, die Produktion zur Versorgung der Nachkriegs-Bevölkerung konnte wieder aufgenommen werden. Über etliche Jahre wurden Waren unter der Firmenbezeichnung Kotthaus und Bruchhaus hergestellt und vertrieben. Schließlich erfolgte die Einstellung der Produktion. Die Gebäude wurden weiter genutzt, u. a. als Getreidespeicher, bis im Jahr 1991 die gewerbliche Nutzung endgültig aufgegeben wurde. Danach stand die Fabrik leer.

Denkmalschutz Im Rahmen der Unterschutzstellung fertigte der Landschaftsverband Rheinland 1995 eine gutachterliche Stellungnahme zum Denkmalwert der Alten Malzfabrik: mini|Bergische Malzkaffeefabrik und GetreideröstereiKotthaus und Bruchhaus

Weiternutzung Im Jahr 1997 kaufte ein Privatmann die Malzfabrik. Er beabsichtigte, diese einer neuen städtebaulichen Nutzung als Wohnraum Loftwohnungen zuzuführen. Zudem sollte ein Museum eingerichtet werden. Die alten Maschinenteile wurden aus den Räumlichkeiten entfernt und der komplette Innenraum wurde entkernt und saniert. Die Außenfassade wurde restauriert und durch passende Fenster in einen zeitadäquaten Zustand versetzt. Wieder aufgebaut wurden auch die beiden ursprünglich vorhandenen Obergeschosse, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Architekt und Denkmalschutz haben das ursprüngliche Satteldach durch ein das gesamte Gebäude überspannendes Tonnendach ersetzt um eine klare Abgrenzung zwischen historischer und neuer Bausubstanz zu erreichen.

Weblinks alte-malzfabrik.de

Einzelnachweise

Kategorie:Industriedenkmal in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Baudenkmal in Mülheim an der Ruhr Kategorie:Bauwerk in Mülheim an der Ruhr Kategorie:Ehemalige Mälzerei (Deutschland) Kategorie:Hersteller von Kaffeeersatz Kategorie:Technisches Denkmal in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Lebensmittelhersteller (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Mülheim an der Ruhr) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Mülheim an der Ruhr)