miniatur|Ausstellungsgebäude der Langen Foundation, im Oktober 2014 Die Langen Foundation ist eine 2002 gegründete private Kunststiftung. Sie widmet sich der Kunstsammlung von Marianne und Viktor Langen. Die Stiftung unterhält ein von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfenes Ausstellungsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen NATO-Raketenstation bei Neuss. Neben wechselnden Präsentationen aus den Sammlungsbeständen werden hier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt.

Geschichte Viktor Langen (1910–1990), Düsseldorfer Unternehmer und Präsident der IHK,vgl. Festschrift 175 Jahre IHK Düsseldorf (PDF), S. 41 Enkel von Eugen Langen, und Marianne Langen, geborene Heimann (1911–2004), Enkelin des Farina-Erben Johann Maria Heimann, gehören zu den namhaften Sammlern und Stiftern von Kunst im Rheinland. Das Ehepaar begann bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Kunst zu sammeln. Sie nutzten das anregende kulturelle Umfeld des Rheinlands, reisten aber auch in die USA, wo sie Museen und Privatsammlungen besuchten, informierten sich in Paris über aktuelle Tendenzen oder erwarben in Basel Werke der Klassischen Moderne. Parallel dazu galt ihr Interesse immer auch der Kunst des Fremden, Andersartigen,Hommage an Marianne Langen. Erinnerungen und Fotografien der Sammlerin und Stifterin der Langen Foundation, hrsg. von Sabine Langen-Crasemann und Christiane Maria Schneider, Neuss 2011, S. 6 so trug das rheinische Sammlerehepaar im Laufe der Jahre eine der bedeutendsten Sammlungen japanischer Kunst in Europa zusammen.

mini|Christian Boros, Kunstsammler; Sabine Langen-Crasemann, Vorstand sowie Christiane Maria Schneider, künstlerische Leiterin der Langen Foundation bei der Eröffnung einer Ausstellung von Ólafur Elíasson am 18. April 2015 Viktor und Marianne Langen haben mit ihrer Kunst gelebt. Ihre Wohnhäuser in Meerbusch und Ascona waren voller Bilder und Skulpturen, die periodisch ausgetauscht wurden. 1979 richteten sie in Ascona ein Privatmuseum ein, in dem sie ihre Kollektion japanischer Rollbilder unterbrachten. 2002 rief Marianne Langen die Stiftung Langen Foundation ins Leben, um ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit 2004 befindet sich die Sammlung Langen im eigens errichteten Kunst- und Ausstellungshaus der Langen Foundation auf dem Gelände der ehemaligen NATO-Raketenstation bei Neuss. Das Ausstellungsgebäude liegt in fußläufiger Nähe der Museumsinsel Hombroich, agiert jedoch organisatorisch und programmatisch unabhängig von dieser und der Stiftung Insel Hombroich. Seit 2010 ist Christiane Maria Schneider künstlerische Leiterin der Langen Foundation, Karla Zerressen, die Tochter von Sabine Langen-Crasemann (Vorstand), ist Geschäftsführerin der „Langen Foundation Veranstaltung“.Langen Foundation – Team, auf langenfoundation.deFrau Karla Zerressen, Geschäftsführerin der Langen Foundation Veranstaltungs GbRMichael Kohler: Neustart auf der Raketenstation, art Kunstmagazin, 11. April 2011. Helga Bittner: Mit Hang zu aktueller Kunst, RP Online, 5. Januar 2011. Im Mai 2014 verkauften die Erben von Viktor und Marianne Langen etliche Werke, die in der Stiftung als Leihgaben ausgestellt wurden. Der FAZ-Kunstkritiker Andreas Rossmann sah in dem Verkauf die Gefahr, dass „der Sammlung nur zweit- und drittrangige Stücke übrigbleiben“, und unterstellte den Erben, dass die Stiftung auf diese Weise zum Steuersparmodell degradiert werde.Andreas Rossmann: So kann man Steuern sparen, in der FAZ vom 3. April 2014, abgerufen am 21. Juli 2015

Architektur Der neue Gebäudekomplex wurde von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen und im September 2004 eröffnet. Charakteristisch für viele Bauten des Pritzker-Preisträgers ist die sichtbare Struktur der Schaltafeln an den Wänden aus geglättetem Beton. Tadao Andos ausgeprägte Vorliebe für Beton und sein Gespür für das Spezifische des Ortes bestimmen auch seinen Entwurf für die Langen Foundation: Das aus Beton, Glas und Stahl errichtete Gebäude verbirgt sich, von der Ferne kaum sichtbar, hinter begrünten Erdwällen und gräbt sich zum Teil tief in den Boden ein.

Das Ausstellungshaus setzt sich aus zwei architektonisch unterschiedlichen und miteinander verbundenen Gebäudetrakten zusammen und verfügt über eine Ausstellungsfläche von insgesamt 1.300 Quadratmetern. Im ebenerdigen Betonriegel befindet sich der sogenannte Japanraum – eine ungewöhnlich lange und schmale Galerie, die Tadao Ando als „Raum der Stille“ speziell für den japanischen Teil der Sammlung Langen konzipiert hat. Für den modernen Teil der Sammlung sind zwei in die Erde gesenkte, acht Meter hohe Ausstellungsräume vorgesehen. Bei Wechselausstellungen werden alle Räume unterschiedlich genutzt. Der Bau wurde von der Stifterin Marianne Langen ohne jegliche Fördermittel realisiert, für sie war es „das größte Kunstwerk, das ich je erstanden habe“.Hommage an Marianne Langen. Erinnerungen und Fotografien der Sammlerin und Stifterin der Langen Foundation, hrsg. von Sabine Langen-Crasemann und Christiane Maria Schneider, Neuss 2011, S. 134

Bilder

Sammlung Malerei des 20. Jahrhunderts Die Sammlung „Malerei des 20. Jahrhunderts“ umfasst etwa 300 Werke von Künstlern des vergangenen Jahrhunderts. Mit den Schwerpunkten Klassische Moderne und abstrakte Kunst der Nachkriegszeit deckt sie weite Felder der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ab. Aus dem Bereich der Klassischen Moderne umfasste die Sammlung der Langen Foundation ursprünglich u. a. Werke von Georges Braque, Paul Cézanne, Salvador Dalí, Robert Delaunay, Max Ernst, Paul Klee, László Moholy-Nagy, Piet Mondrian, Pablo Picasso und Kurt Schwitters. Neben den Künstlern des Blauen Reiters – Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc – bildet die Russische Avantgarde mit El Lissitzky, Ljubow Popowa, Alexander Rodtschenko und Warwara Stepanowa einen weiteren Schwerpunkt der Sammlung. Zur Sammlung gehören auch zahlreiche Werke der École de Paris, darunter Arbeiten von Jean René Bazaine, Alfred Manessier, Gustave Singier, Pierre Soulages und Nicolas de Stael. Darüber hinaus haben Viktor und Marianne Langen das umfangreichste Konvolut von Werken Jean Dubuffets in Europa zusammengetragen. 2014 wurden mehrere bedeutende Werke verkauft, darunter Compositon: Nu sur la plage, Nature morte au filet de pêche und Portrait de femme (Dora Maar) von Pablo Picasso, Constructeurs, échelle et roue und Les fruits von Fernand Léger, Pointes noires und Strandszene von Wassily Kandinsky, Le modèle von Georges Braque sowie Moment de transition von Salvador Dalí.Langen Foundation verkauft Meisterwerke. Rheinische Post, 3. April 2014. Die Versteigerung der Werke im Auktionshaus Christie’s ergab einen Gesamtbetrag von mehr als 79 Millionen US-Dollar.Impressionist and Modern Art Evening Sale including Property from the Estate of Edgar M. Bronfman. Auktion bei Christie’s New York am 6. Mai 2014.

Japanische Kunst Mit rund 500 Werken gibt die Japansammlung einen repräsentativen Überblick über die japanische Kunst des 12. bis 20. Jahrhunderts. Die Sammlung umfasst nicht nur religiöse Kunst, sondern auch Keramiken der vorgeschichtlichen Jōmon-Zeit und buddhistische Statuen der Nara- und Heian-Periode. Das breite Spektrum des Bestandes an Malerei reicht von Beispielen höfischer Malerei der Kanō-Schule, über Werke renommierter Künstler wie Maruyama Ōkyo (1733–1795) bis zur Genremalerei des 19. Jahrhunderts.

Außereuropäische Kunst Zur Sammlung von Viktor und Marianne Langen gehören auch Objekte aus zahlreichen außereuropäischen Kulturen, darunter über 100 buddhistische Skulpturen aus Indien, Kambodscha und Thailand sowie über 130 Objekte präkolumbischer Kunst. Hinzu kommen kleinere Gruppen chinesischer, koreanischer, afrikanischer, ozeanischer, ägyptischer, alt-griechischer und alt-persischer Kunst.

Ausstellungen 2004: Bilder der Stille. Die Tradition Japans und die westliche Moderne, 12. September 2004 – 19. Juni 2005 2005: Perfect Painting – 40 Jahre Galerie Hans Mayer. Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen, 10. Juli – 3. Oktober 2005 Tierdarstellungen in der traditionellen japanischen Kunst. Werke aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 16. Oktober 2005 – 22. Oktober 2006 Zeichen setzen. Günther Uecker und Inoue Yūichi, 16. Oktober 2005 – 5. Februar 2006 2006: Graphische Arbeiten der Avantgarde 1918–1934 aus der Sammlung Merrill C. Berman, 12. Februar – 22. August 2006 Alex Katz in europäischen Sammlungen, 3. September 2006 – 28. Januar 2007 2007: Bedürfnis Kunst. Einblicke in die Sammlung Viktor und Marianne Langen, 4. März – 17. Juni 2007 Zwischenräume. Leiko Ikemura und Günther Förg. 24. Juni – 11. November 2007 Das Gottesbild in Ostasien. 7. Oktober 2007 – Ende Dezember 2008 2008: Tradition und Moderne im Dialog, Sammlung Viktor und Marianne Langen. 18. Mai 2008 – 18. Januar 2009 Karl Lagerfeld, Konkret abstrakt gesehen, 18. November 2007 – 12. Mai 2008 2009: Jean Dubuffet, Ein Leben im Laufschritt, 1. Februar – 24. Mai 2009 Japans Gottheiten und ihre Darstellung, 14. März – 24. Mai 2009 Ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 30. Mai 2009 – 5. Januar 2010 Frauke Eigen, Photographie, 30. Mai 2009 – 15. November 2009 Skulpturen asiatischer Gottheiten, 22. November 2009 – 16. Mai 2010 2010: Xiaobai Su, Die Dynastie der Farben, 17. Januar 2010 – 24. Mai 2010 An die Natur, 30. Mai 2010 – 5. September 2010 Werke der japanischen Kunst, 11. September 2010 – 16. Januar 2011 Jef Verheyen and Friends, 11. September 2010 – 16. Januar 2011 2011: Malerei der Klassischen Moderne aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 13. Februar – 3. Juli 2011 Systemanalyse – New Yorker Künstler. 13. Februar – 3. Juli 2011 Japanische Naturdarstellungen aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 22. Mai 2010 – 8. Mai 2011 Japanische Stellschirme der Edo-Zeit, 15. Mai – 28. August 2011 Takehito Koganezawa, Particle Tickle, 17. Juli – 6. November 2011 Visual Stories – Japans Bilder erzählen: Bildrollen – Manga – Anime, 17. Juli – 6. November 2011 Malerei der Klassischen Moderne aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 4. September – 6. November 2011 2012: Jan Albers, parcOurs mOrtale, 15. April – 24. Juni 2012 Sofia Hultén, Statik Elastik, 7. Juli – 28. Oktober 2012 Hommage an Marianne Langen. Werke aus der Sammlung, 20. November 2011 – 17. Februar 2013 Das Leben japanischer Bilder. Werke aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 9. November 2012 – 28. April 2013 2013: Pae White, In Love with Tomorrow, 10. März – 7. Juli 2013 v. Chr. / B.C. Werke aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 5. Mai – 18. August 2013 Manfred Kuttner, Werkschau, 19. Juli – 6. Oktober 2013 Jorinde Voigt, Ludwig van Beethoven Sonate 1-32, 1. September 2013 – 2. Februar 2014 Hat der Surrealismus heute noch eine Bedeutung für Sie?, 10. November 2013 – 23. März 2014 Bernard Réquichot (1929–1961), Papiercollagen und Malerei, 10. November 2013 – 23. März 2014 mini|Die Langen Foundation zeigte 2015 Werke des Künstlers Ólafur Elíasson aus der Sammlung Boros. 2014: J. Parker Valentine, Topo, 14. Februar – 29. Juni 2014 Otto Piene, Light and Air , 5. April – 7. September 2014; Sky Event am 9. August 2014 Corin Sworn, Vibrant Matter, 28. September 2014 – 22. Februar 2015 Japanische Kunst aus der Sammlung Langen, 28. September 2014 – 29. März 2015 2015: Ólafur Elíasson, Werke aus der Sammlung Boros 1994–2015, 18. April 2015 – 21. Februar 2016 Carl Andre, 47 Roaring Forties, 3. Oktober 2015 – 21. Februar 2016 2016: Helen Feifel, Rainbows are Trending in Fashion, 10. April – 14. August 2016 Richard Deacon, On The Other Side, 4. September 2016 – 5. März 2017 2017: FORT, Limbo, 8. September 2017 – 4. März 2018 Japanische Malerei, Werke aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen, 8. September 2017 – 4. März 2018 2018: POLYPHON, Künstlerische Positionen der Sammlung Viehof, 15. April – 19. August 2018