Real Saragossa (spanisch Real Zaragoza) ist ein spanischer Fußballverein aus Saragossa in Aragonien. Er wurde am 18. März 1932 gegründet und absolvierte bisher 58 Spielzeiten in der Primera División. Zweimal konnte der Verein einen Europapokal gewinnen: 1964 den Messestädte-Pokal, einen Vorläufer der heutigen UEFA Europa League, und 1995 den Europapokal der Pokalsieger. Sechsmal gewann Real Saragossa zudem den spanischen Pokal. Spielstätte des Vereins ist das La Romareda, das knapp 34.000 Zuschauern Platz bietet. Seit 2026 spielt Real Saragossa in der Primera Federación, der dritten spanischen Liga.
Vereinsgeschichte Gründung Der Verein Real Saragossa entstand 1932, als die Clubs Iberia S.C. und der unter verschiedenen Namen bekannte Club Zaragoza FC, die beiden bestimmenden Fußballvereine in Saragossa, fusionierten. Der neue Verein durfte sich Real Saragossa nennen, da der Club Zaragoza sich 1925 mit einem Verein namens Stadium vereinigt hatte. Dieser wiederum hatte 1922 das königliche Privileg erhalten, sich Real Sociedad Atlética Stadium nennen zu dürfen.
Stadion mini|links|Seitenansicht des Stadions Bis 1957 spielte er im alten Torrero-Stadion. Das von Francisco Riestra entworfene Stadion La Romareda, das seit 1994 ein reines Sitzplatzstadion für mittlerweile 33.608 Zuschauer ist, wurde nach neun Monaten Bauzeit am 8. September 1957 mit dem Spiel Real Saragossa gegen CA Osasuna (Endstand 4:3) eingeweiht. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 fanden hier drei Vorrundenspiele statt. Für die erfolglose Kandidatur der Pyrenäen-Stadt Jaca um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2014 war das Romareda-Stadion als Olympiastadion vorgesehen.
Nach mehrjährigen Beratungen über einen Stadionneubau legte die Stadt Saragossa im Juni 2004 fest, dass am Standpunkt des Romareda-Stadions ein neues Stadion für 40.000 Zuschauer entstehen sollte. Geplant war, bis etwa 2007 in zwei Phasen jeweils die Hälfte der Tribünen zu erneuern. Am 17. März 2006 entschied ein Gericht einen Rechtsstreit gegen den Stadionbauplan, so dass die Bauarbeiten an dem Tag, an dem sie begonnen wurden, wieder eingestellt werden mussten.
Am 7. Juli 2024 begannen die Abrissarbeiten am alten La Romareda. Bis Ende 2027/Anfang 2028 soll die Errichtung des Nueva Romareda, in mehreren Phasen, andauern. Zur Saison 2025/26 soll für insgesamt 14,3 Millionen Euro ein temporäres Stadion mit 20.000 Plätzen als Ausweichspielstätte gebaut werden. Ebenfalls im Juli des Jahres gab der Verband RFEF eine neue Liste mit elf Spielstädten bekannt, zu der auch Saragossa gehört. Die neue Heimat von Real Saragossa soll 43.184 Sitzplätze bieten. Das Budget für den vom Architekten César Azcárate und IDOM entworfenen Bau liegt bei 148,562 Mio. Euro.
Umwandlung in eine Sport-AG 1992 wurde Real Zaragoza als erster spanischer Fußballverein in eine Sport-Aktiengesellschaft (Sociedad Anónima Deportiva, S.A.D.) umgewandelt, 51 % der Aktien erwarb der Matratzenfabrikant Alfonso Soláns Serrano. Er übernahm auch die Präsidentschaft, die er vom langjährigen Präsidenten José Ángel Zalba (1971–78, 1988–92) übernahm. 1996 übergab er diese an seinen Sohn Alfonso Soláns Soláns. Dieser verkaufte Ende Mai 2006 sein Aktienpaket, das etwa 86 % umfasste, an Agapito Iglesias, den Besitzer von Codesport, einem in Saragossa ansässigen Unternehmen der Bau-, Immobilien- und Logistikbranche. Neuer Präsident von Real Saragossa wurde daraufhin Eduardo Bandrés, der dafür sein Amt als Wirtschaftsminister der Autonomen Region Aragonien aufgab. Am 30. Dezember 2008 trat Bandrés zurück, Mehrheitsaktionär Iglesias übernahm selbst das Präsidentenamt.
Seit April 2022 hat der Verein mit einer Gruppe amerikanischer Investoren unter der Führung von Jorge Mas Santos, Miteigentümer von Inter Miami, einen neuen Besitzer.
Sportlicher Werdegang Nach drei ein- und zweijährigen Gastspielen in den 1940er und 1950er Jahren gehörte der Verein seit der Saison 1956/57 beinahe ununterbrochen der Primera División an. Auf Abstiege in den Spielzeiten 1970/71, 1976/77, 2001/02 und 2007/08 folgten jeweils direkte Wiederaufstiege. Seit dem Abstieg in der Saison 2012/13 spielt Real Saragossa in der zweiten Liga, der Segunda Division und scheiterte dreimal in den Aufstiegsplayoffs. In der ewigen Tabelle der Primera División belegt Saragossa nach Punkten und nach Ligazugehörigkeit den neunten Platz.
Vor 1957: Gastspiele in der Primera División In den 1940er und 1950er Jahren spielte Saragossa einige Jahre in der ersten Liga, stieg aber meistens direkt wieder ab.
1957–1966: Etablierung in der ersten Liga und Titelgewinne mit Los Magníficos Mitte der 1960er Jahre erlebte Real Saragossa mit dem Team der „Glorreichen“ (span. Los Magníficos, nach dem Film „Die glorreichen Sieben“) eine der erfolgreichsten Perioden der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft um die Stürmer Canario, Santos, Marcelino, Villa und Lapetra stand viermal in Folge im spanischen Pokalfinale, das sie 1964 und 1966 gewann und 1963 und 1965 verlor. 1964 gewann Real Saragossa auch den Messepokal.
1966–1978: Wechselvolle Jahre zwischen Abstieg und Vizemeisterschaft Mitte der 1970er Jahre verpflichtete Real Saragossa mehrere Nationalspieler aus Paraguay wie Felipe Santiago Ocampos und Saturnino Arrúa. Diese Spielergeneration, unter dem Wortspiel Los Zaraguayos in die Vereinsgeschichte eingegangen, wurde in der Saison 1974/75 Vizemeister und verlor 1976 das Pokalfinale.
1978–1991: Ununterbrochene Erstklassigkeit und Pokalgewinn 1986 gewann Real Saragossa durch einen 1:0-Sieg gegen den FC Barcelona den spanischen Pokal zum dritten Mal. Das entscheidende Tor erzielte Rubén Sosa.
1991–1997: Die Ära Víctor Fernández 1991 begann durch den Rücktritt des Trainers Ildo Maneiro die Epoche unter Víctor Fernández. Dieser hatte zuvor die Filiale Deportivo Aragón trainiert, wurde mit 30 Jahren zu Maneiros Nachfolger ernannt und konnte den drohenden Abstieg abwenden, weshalb aus der Interimslösung ein Engagement wurde, das bis November 1997 andauern sollte.
Unter Führung von Fernández gewann Real Saragossa 1994 den spanischen Pokal und in der darauffolgenden Saison seine zweite internationale Trophäe, den Europapokal der Pokalsieger. Im Finale gegen den FC Arsenal überwand Nayim in der 120. Minute mit einer Bogenlampe aus 45 Metern den englischen Nationaltorhüter David Seaman und erzielte damit das entscheidende 2:1.
1997–2004: Pokaltriumphe und Zweitklassigkeit Nach dem Ende der Ära Fernández war eine Verjüngung der Mannschaft notwendig. Unter Trainer Chechu Rojo wurden unter anderem Paco Jémez und Torwart Juanmi zu jungen spanischen Nationalspielern. 1998 verpflichtete man den Jugoslawen Savo Milošević von Aston Villa, der in zwei Spielzeiten 38 Tore erzielte, bevor er 2000 zum AC Parma wechselte. Von Januar bis Juni 2002 spielte Milošević nochmals für Saragossa. Real Saragossa gewann trotz nur durchschnittlicher Ligaplatzierungen und eines Abstiegs in der Saison 2001/02 2001 und 2004 erneut den spanischen Pokal.
2004–2013: Pokalfinale, Mittelmaß in der Liga und weitere Abstiege Zum Auftakt der Folgesaison 2004/05 gewann die Mannschaft darüber hinaus den spanischen Superpokal gegen den FC Valencia.
In der Saison 2005/06 wurde Saragossa nur Elfter in der Liga. Die Pokalsaison verlief hingegen deutlich erfolgreicher: Im Achtelfinale besiegte es Atlético Madrid, im Viertelfinale setzte sich die Mannschaft vor allem durch einen 4:2-Heimsieg im Hinspiel gegen den FC Barcelona durch und erreichte das Halbfinale. Im Halbfinalhinspiel schlug Saragossa Real Madrid durch vier Tore von Diego Milito, der in der ersten Halbzeit einen Hattrick erzielte, und einen Doppelpack von Ewerthon historisch mit 6:1. Eine deutliche 0:4-Niederlage im Rückspiel genügte somit zum Finaleinzug. Das Finale ging allerdings gegen Espanyol Barcelona mit 1:4 verloren. Mit insgesamt acht Treffen wurde Ewerthon Torschützenkönig der Pokalsaison, Milito belegte mit sechs Toren den zweiten Rang.
Zur Saison 2006/07 verpflichtete der neue Vereinsbesitzer Agapito Iglesias den Erfolgscoach der 1990er Jahre, Víctor Fernández als Trainer. Außerdem wurden neue Spieler transferiert, unter anderem Mittelfeldregisseur Pablo Aimar vom FC Valencia. Am Ende der Saison belegte Saragossa den 6. Platz in der Primera División, die beste Platzierung seit der Jahrtausendwende und qualifizierte sich für den UEFA-Cup. Doch anstelle einer Etablierung im Europapokal war die folgende Saison 2007/08 von mehreren Trainerwechseln geprägt und endete mit dem Abstieg in die Zweitklassigkeit. Am 13. Januar 2008 wurde Trainer Fernández nach unzureichenden Resultaten in der Liga und dem Ausscheiden Saragossas in der ersten Runde des UEFA-Pokals gegen Aris Saloniki entlassen, womit seine zweite Amtszeit deutlich kürzer war als die erste. Sein Nachfolger wurde Ander Garitano, der von 1996 bis 2002 für Saragossa als Mittelfeldspieler aufgelaufen war. Garitano trat jedoch bereits nach rund zehn Tagen aufgrund von Differenzen mit der Vereinsführung bezüglich Spielmacher Andrés D’Alessandro als Trainer zurück. Der Versuch, mit dem erfahrenen Trainer Javier Irureta die Situation zu beruhigen, scheiterte ebenfalls, obwohl D’Alessandro in der Folgezeit zu CA San Lorenzo de Almagro nach Argentinien transferiert wurde. Irureta beendete sein Engagement als Trainer nach nur einem Sieg aus sechs Spielen wieder. Sein Nachfolger wurde Manuel Villanova, der zuvor SD Huesca trainiert hatte, doch auch dieser konnte keine positive Trendwende bewirken. Durch eine 2:3-Niederlage gegen RCD Mallorca am letzten Spieltag wurde der Abstieg in die Segunda División besiegelt. Nach dem Abstieg verließen mehrere Spieler den Verein, darunter Pablo Aimar, der zu Benfica Lissabon wechselte.
Zur Saison 2008/09 wurde Marcelino Trainer in Saragossa. Nach einem missglückten Saisonstart mit nur zwei Punkten aus drei Spielen steigerte die Mannschaft ihre Punkteausbeute deutlich und war fortan am Aufstiegskampf beteiligt. Nachdem die Mannschaft seit dem 34. Spieltag in der Tabelle einen Aufstiegsplatz belegt hatte, konnte am vorletzten Spieltag durch einen 3:1-Sieg über den FC Córdoba der direkte Wiederaufstieg gefeiert werden. Einen wesentlichen Anteil daran hatte Stürmer Ewerthon, der mit 28 Toren Vize-Torschützenkönig hinter Nino von Mitaufsteiger CD Teneriffa wurde.
Im August 2009 verpflichtete Saragossa den ehemaligen Bundesligaprofi Gerhard Poschner als neuen Generaldirektor. Die Spielzeit 2009/10 begann mit einem 1:0-Auftaktsieg gegen Teneriffa nach Maß. Nachdem Saragossa das erste Drittel der Saison im Tabellenmittelfeld zugebracht hatte, rutschten die Aragoner durch eine 1:2-Heimniederlage am 14. Spieltag gegen Athletic Bilbao erstmals auf einen Abstiegsrang. Den Rest der Saison verbrachten sie im Abstiegskampf und konnten die Klasse erst am vorletzten Spieltag halten. Nach nur einer Saison verließ Poschner den Verein wieder.
In der zweiten Erstligasaison seit dem Wiederaufstieg stecke Saragossa von Beginn an im Abstiegskampf und war am 5. sowie zwischen dem 7. und dem 16. Spieltag insgesamt an elf Spieltagen Schlusslicht. Nach vier Siegen aus den fünf Partien konnte sich der Club zwischenzeitlich etwas Luft verschaffen, stand aber an 24. Spieltag wieder auf einem Abstiegsplatz. Nach dem 37. Spieltag befand sich die Mannschaft trotz eines wichtigen 1:0-Heimerfolges gegen Espanyol noch auf einem Abstiegsrang. Saragossa hatte aber aufgrund einer günstigen Konstellation im Tabellenkeller die Möglichkeit, sich durch einen Auswärtssieg bei UD Levante aus eigener Kraft zu retten. Am letzten Spieltag konnten noch insgesamt sechs Teams in die Segunda División absteigen. In einer engen Partie gegen Levante erzielte Gabi einen Doppelpack zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung. Da Cristhian Stuani in der 81. Minute auf 1:2 verkürzte, wurde es in der Schlussphase noch einmal spannend, Saragossa konnte den Vorsprung aber verteidigen. Durch eine 0:2-Heimpleite gegen Valencia stieg stattdessen Deportivo La Coruña ab.