mini|Coppi bei einer Kundgebung in Berlin-Moabit zum 71. Jahrestag der Novemberpogrome, 2009 Hans Coppi (* 27. November 1942 in Berlin) ist ein deutscher Historiker. Er ist der Sohn der Widerstandskämpfer Hans Coppi und Hilde Coppi.
Leben Hans Coppi wurde im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße geboren. Seine Eltern Hans und Hilde Coppi wurden wegen ihrer Mitarbeit in der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ von den Nationalsozialisten ermordet. Er wuchs bei seinen Großeltern Robert und Frieda Coppi auf.
Nach seinem Ökonomie-Studium war Coppi im Außenhandelsbetrieb Werkzeugmaschinen und Werkzeuge (WMW) der DDR als Direktor und einige Jahre als Parteisekretär der SED tätig. Von 1984 bis 1987 war er Mitarbeiter in der SED-Bezirksleitung Ost-Berlin. Nach einem einjährigen Studium in Moskau ging er zur Forschungsstelle Harnack/Schulze-Boysen an der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1992 promovierte er an der TU Berlin mit einer biographischen Studie zu Harro Schulze-Boysen. Von 1990 bis 1994 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. 1997–2002 war er Projektleiter in der Gedenkstätte Sachsenhausen zur elektronischen Erschließung archivalischer Quellen des KZ Sachsenhausen. Seit 2003 ist er freier Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Von 2004 bis 2017 war Coppi Vorsitzender der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender.
Coppi ist mit der Galeristin Helle Coppi verheiratet. Er hat drei Töchter und lebt in Berlin-Mitte.
Coppi beteiligte sich im Februar 2024 an einer gemeinsamen Erklärung von 286 Nachfahren der Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und rief dazu auf, „aus der Geschichte zu lernen und die Demokratie zu stärken“.
Auszeichnung 2013: Honorable Mention Award der International Labor History Association„Honorable Mention Award“ der International Labor History Association für Publikation von Hans Coppi und Stefan Heinz (englisch) für das gemeinsam mit dem Berliner Politikwissenschaftler Stefan Heinz herausgegebene Buch Der vergessene Widerstand der Arbeiter.
Publikationen
Film Er war zusammen mit Inga Wolfram und Helge Trimpert beteiligt an dem Film: Verlorenes Leben. Hans Coppi und der letzte Agent der „Roten Kapelle“. Filmdokumentation, BRD 1996, 60 MinInga Wolfram u. a.: Verlorenes Leben: Inhaltsangabe Der Regisseur Andreas Dresen inszenierte den Spielfilm In Liebe, Eure Hilde, in dem das Leben von Hilde Coppi und ihrer Familie ab dem Sommer 1942 dargestellt wird. Hans Coppi jr. spricht in dem Film ein Schlusswort.
Weblinks
Widerstand – die Alternative: Vor 65 Jahren sprach die NS-Militärjustiz ihre Todesurteile gegen die „Rote Kapelle“ Hans Coppi über seine Eltern und die Rote Kapelle, 22. Dezember 2007
Einzelnachweise
Kategorie:Faschismusforscher Kategorie:Person (Berlin) Kategorie:SED-Funktionär Kategorie:PDS-Mitglied Kategorie:Die-Linke-Mitglied Kategorie:Mitglied der VVN-BdA Kategorie:Verbandsfunktionär (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Mann