Höfles (nürnbergisch: HäjflasD. Fastnacht: Nürnberg, S. 161. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: hęivlɐs.) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg und bildet zusammen mit Buch und Schnepfenreuth den Statistischen Bezirk 73.

Geographie Höfles liegt im Norden der Stadt im Knoblauchsland. Nachbarorte sind (dem Uhrzeigersinn folgend und im Norden beginnend) der Fürther Stadtteil Braunsbach, die Nürnberger Stadtteile Buch, Schnepfenreuth und Kriegsopfersiedlung sowie der Fürther Stadtteil Poppenreuth. 0,5 km westlich befindet sich der Lerchenbühl. Südlich des Ortes fließt der Poppenreuther Landgraben, ein rechter Zufluss der Pegnitz.

Geschichte Entstanden ist das Dorf durch eine Rodung der Herren von Stein und zum ersten Mal unter der Bezeichnung „Houelines“ mit der Übergabe des Ortes an die Nürnberger Burggrafschaft 1281 durch König Rudolf I. urkundlich erwähnt worden. Unter dem Namen „Höfleins“ wurde das Dorf 1427 von Markgraf Friedrich I. an die Reichsstadt Nürnberg verkauft.G. Voit: Höfles, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 454. Im Ersten Markgrafenkrieg wurde das Dorf zerstört.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 160f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Höfles aus 22 Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt der Vesten. Alleiniger Grundherr war die Reichsstadt Nürnberg: Amt der Vesten (10 Halbhöfe, 5 Gütlein, Hirtenhaus), Landesalmosenamt (2 Halbhöfe, 2 Güter) und Spitalamt (1 Hof, 1 Gut).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 127.

1796 wurde Höfles wie das gesamte Knoblauchsland unter die Verwaltung Preußens gestellt. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. 1810 kam Höfles an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Höfles dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt und der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Buch zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Höfles. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 2 Anwesen von 1821 bis 1848 dem Patrimonialgericht Buchschwabach. Ab 1862 gehörte Höfles zum Bezirksamt Fürth und zum Landgericht Fürth (ab 1876 Stadt- und Landgericht Fürth, 1879 in Amtsgericht Fürth umbenannt). Die Finanzverwaltung wurde 1871 vom Rentamt Fürth übernommen (1919 in Finanzamt Fürth umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 240. Die Gemeinde hatte 1904 eine Gebietsfläche von 1,754 km². Am 1. April 1928 wurde Höfles nach Nürnberg eingemeindet. Seitdem ist das Amtsgericht und Finanzamt Nürnberg zuständig.

Baudenkmäler mini|So sah das ehemalige Gasthaus in der Hauptstraße 61 um das Jahr 1900 aus. Die Eingangstür fehlt. In Höfles gibt es vier Baudenkmäler: Höfleser Hauptstr. 61: Ehemaliges Gasthaus Höfleser Hauptstr. 66: Bauernhaus Höfleser Hauptstr. 74: Herrensitz von 1762, heute Gasthof „Altes Schloss“ Höfleser Hauptstr. 82: Grundstücksummauerung

ehemalige Baudenkmäler Breitenäckerweg 2 und 6: Eingeschossige verputzte Bauernhäuser des 18./19. Jahrhunderts, mit Scheunen.G. P. Fehring u. a.: Die Stadt Nürnberg, S. 356. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Höfleser Hauptstr. 62, 78, 84: Schlichte eingeschossige Giebelhäuser des 18./19. Jahrhunderts; Haus Nr. 62 mit Fachwerkscheune. Höfleser Hauptstr. 65: Eingeschossiger Sandsteinbau der Mitte des 19. Jahrhunderts; mit dreigeschossigem Giebel, in diesem Rundfenster mit Fischblase. Höfleser Hauptstr. 69: Sandsteinmauer mit barocker Bekrönung 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Höfleser Hauptstr. 71: Sandsteinmauer; Torpfosten mit klassizistischer Bekrönung, bezeichnet „Wilhelm Haller / 1862“. Höfleser Hauptstr. 73: Eingeschossiges Bauernhaus mit zweigeschossigem Mäandervolutengiebel und Vasenaufsätzen, bezeichnet „1825“. Hoftor mit Sandsteinpfeilern.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925Einwohner 121 150 162 178 182 161 169 161 194 215 193 203 198 190 188 176 196HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1925 als Wohngebäude. 22 22 22 44 26 27 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 153 Einwohner.

Religion Höfles ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und ist nach St. Peter und Paul (Poppenreuth) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Thomas (Boxdorf) gepfarrt.D. Fastnacht: Nürnberg, S. 160.

Verkehr Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft zu einer Gemeindeverbindungsstraße bei Poppenreuth und Ronhof (1,1 km südwestlich) bzw. an Buch vorbei zur Bundesstraße 4 (1,6 km östlich). Zwei Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen zur Kriegsopfersiedlung (1,8 km südlich).

Die beiden Haltestellen der Stadtbuslinie 33 befinden sich zentral gelegen am östlichen und westlichen Ende des Ortskerns. Des Weiteren ist die Haltestelle Höfles West sowohl Start als auch Endpunkt der Stadtbuslinie 99.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Stadtteil von Nürnberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Nürnberg) Kategorie:Statistischer Distrikt von Nürnberg Kategorie:Gemarkung von Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1281 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1928