Claude Marie Jules BourcierZum vollen Namen siehe Étienne Mulsant u. a., S. 87. (* 20. Februar 1797 in Cuisery;Eintrag im Archive de Ligne Departement Saône-et-Loire ist der 2. Ventôse 5. Dies entspricht dem 20. Februar 1797 im Gregorianischen Kalender. † 10. März 1873 in Quartier des BatignollesLaut Eintrag im Archive de Ligne 17. Arrondissement ist der 10. und nicht der 9. März Todestag. Dies steht im Widerspruch zu Mulsant, Verreaux, S. 87.) war ein französischer Ornithologe, Politiker und Geschäftsmann.
Leben und Wirken Sein Vater Claude Marie Bourcier (1764–1829) und seine Mutter Jeanne Marie geb. Chambosse (1767–1830) stammten beide aus Cuisery und verstarben in Lyon. Am 20. Oktober 1820 ehelichte Bourcier Benoîte-Aline Jusserand (1802–1889) in Lyon.Siehe Heiratsurkunde in der Galerie Aus der Ehe gingen zumindest die drei Kinder Claudine Hélène Elicia Alin geb. Bourcier (1821–1902), Jeanne Caroline Caelina (1824–1876) und Claude Joseph Héliodore (1826–1869) hervor.Siehe Geburtsurkunden in der Galerie Im Jahr 1836 wurde er ordentliches Mitglied der Société d'agriculture, histoire naturelle et arts utiles de Lyon. Damals war er Händler und lebte in der port St-Chair, 19 in Lyon.Unbekannt, S. 69. Bourcier war Besitzer einer Spinnerei in Millery und lieferte der Société Séricicole in Paris beste Seide von Seidenspinnern, die er mit Maulbeerbättern fütterte.Brief Jules Bourcier (1839), S. 297f.Antwortbrief D. Beau, S. 299f.
Vom 5. Februar 1832 bis 26. November 1837 war er Bürgermeister in Millery. Hier besaß er das Landhaus La Sauvagère, welches sehr viel später auch der Sopranistin Ninon Eugénie Vallin (1886–1961) gehörte. Dank Bourcier konnte die Gemeinde 1836/37 ein großes Grundstück erwerben auf dem ein neues Rathaus gebaut wurde, dass allerdings im Jahr 1912 abgerissen wurde und schließlich durch das aktuelle Rathaus ersetzt wurde.E-Mail Antwort von Christiane Déaux Patrimoine et Traditions in Millery aus deren ArchivAlmanach historique et politique de la ville de Lyon et du département du Rhône (1832), S. 118: Maire Jules Bourcier, Adj. M. Benoît Campin Zusammen mit Geoffroy Morel entwickelte er eine Haspelmaschine für die sie 1839 von der Jury Central sur les Produits de l'Industrie Française die Bronzemedaille verliehen bekamen.Jury Central, S. 207.
Von 1849 bis 1850 war er französischer Konsul in Quito. Im Jahr 1851 kehrte er nach Frankreich zurück und führte als erste Person den knolligen Sauerklee aus Peru zum Anbau in seinem Heimatland ein.Félix Édouard Guérin-Méneville, S. 284. Nach der Rückkehr lebte er zunächst in der quai de la Rapée, 46 in Paris.Société d'agriculture de Lyon, S. CXV
Seine Frau verlängerte am 5. Juni 1861 ein Patent zur Herstellung von Seekabeln. Damals legten sie in der cité des Fleures, no 20 in Batignolles.Patent 1535 1535. Le certificat d'addition dont la demande a été déposée, le 5 juin 1861, au secrétariat de la préfecture du département de la Seine, par la dame Bourcier (Benoîte-Aline Jusseraud), à Paris, cité des Fleures, no 20, quartier des Batignolles, et se rattachant au brevet d'invention de quinze ans pris, le 9. juin 1860, pour fabrication de cables sous-marins.
zentriert|mini|hochkant=4|Eintrag seines Todes im 17. Arrondissement von Paris
Bourcier und die Wissenschaft Bourcier war ein Experte für Kolibris und besaß eine der größten Kolibri-Sammlungen Frankreichs. Zwischen 1839 und 1856 beschrieb er, oft zusammen mit Étienne Mulsant und Adolphe Delattre, viele Kolibritaxa aus Mittel- und Südamerika, darunter die Wundersylphe (Loddigesia mirabilis), den Bronzeschwanz-Schattenkolibri (Glaucis dohrnii) oder einige Wollhöschen-Arten. Die meisten seiner wissenschaftlichen Artikel erschienen im Fachjournal Revue Zoologique. Oft findet man in der Literatur Jules Verreaux und Édouard Verreaux als Erstautoren der Unterart Lophornis chalybeus verreauxii, da die Überschrift im Originalartikel sie als Autoren ausweist. In einer Fehlerkorrektur im gleichen Heft stellen die beiden Brüder aber klar, dass Bourcier der alleinige Autor des Artikels ist.Jules Verreaux u. a., S. 288. Bourcier wird außerdem fälschlicherweise in der Literatur oft als Mitautor bei der Erstbeschreibung des Roten Zwergmazamas (Mazama rufina) genannt. Dies ist aber ebenso falsch, denn Jacques Pucheran war alleiniger Autor des Artikels. Bourcier hatte nur das Typusexemplar dem Muséum national d’histoire naturelle zur Verfügung gestellt.Jacques Pucheran, S. 562.
Die Bourcier Sammlung, die aus ca. 1000 Bälgen mit Papageien, Kolibris und Tangaren bestand, wurde von Thomas Bellerby Wilson (1807–1865) für die Academy of Natural Sciences in Philadelphia aufgekauft.Joseph Leidy, S. 87. Sein Bruder Edward Wilson (1808–1888), der in dieser Zeit England lebte, besorgte ihm die Sammlung im Jahre 1846.William Samuel Waithman Ruschenberger, S. 20.
Am 2. März 1874, nach seinem Tod, wurde seine komplette Kolibrisammlung in Paris verkauft.Norman Lockyer, S. 312. Der Naturalienhändler und Naturforscher Émile Deyrolle (1838–1917) publizierte für diese Auktion einen Katalog unter dem Namen Collection typique d'oiseaux mouches (Trochilidés).
Bourcier hatte zumindest einen Sohn namens Héliodore Bourcier, den er bei der Namensgebung bei der Prachtkehlelfe (Chaetocercus heliodor) (, 1840) (Syn: Ornismya heliodori) bedachte, da in ihm die Liebe zur Wissenschaft und sein Interesse für die Naturgeschichte keimt.Jules Bourcier (Annales des sciences physiques et naturelles, d'agriculture et d'industrie, 1842), S. 309. Auch seiner Frau widmete er ein Epitheton bei der Erstbeschreibung des Weißbrust-Höschenkolibris (Eriocnemis aline) (Syn: Ornismyia Aline).Jules Bourcier (Revue Zoologique par La Société Cuvierienne, 1842), S. 373.
Mitgliedschaften Bereits im Jahr 1839 wurde er Mitglied der im Jahr 1838 neu gegründeten Société Cuvierienne.Revue Zoologique par La Société Cuvierienne (1839), S. 320. Um 1857/58 wurde er Mitglied in der im Jahr 1854 gegründeten Société impériale zoologique d'acclimatation.Société impériale zoologique d'acclimatation, S. XIII 1856 wurde er Ehrenmitglied der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft.August Carl Eduard Baldamus, S. 351. Der Gesellschaft schrieb er im Jahr 1858 im Namen einer Kommission von Pariser Gelehrten einen Brief, zur Subskription für eine Gedenkmünze für den verstorbenen Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte.Jules Bourcier (1858), S. 95. Neben Bourcier waren Louis-Joseph-Napoléon, Graf von Cambacérès (1832–1868), Léonce Élie de Beaumont (1798–1874), Alfred Moquin-Tandon (1804–1863), Louis Félicien Joseph Caignart de Saulcy (1807–1880), Charles de Souancé (1823–1896), Joseph Paul Gaimard (1796–1858), Jules Verreaux (1807–1873), Félix Édouard Guérin-Méneville (1799–1874), John Edward Gray (1800–1875), John Gould (1804–1881), Ludwig Reichenbach (1793–1873) und Gustav Hartlaub (1814–1900) in der Kommission.Jules Bourcier (1857), S. 469. Der Brief zur Subskription erschien u. a. im Journal für Ornithologie. Außerdem war er Mitglied der Société Séricicole in Paris, Vizepräsident der Société d'agriculture in Lyon und Präsident der Kommission für Seide.Département du Rhône, S. 115. Nach der Rückkehr aus Südamerika wurde er korrespondierendes Mitglied der Société d'agriculture.
Dedikationsnamen Ludwig Georg Karl Pfeiffer (1805–1877) widmete Bourcier im Jahr 1851 die Schneckengattung Bourciera.Ludwig Georg Karl Pfeiffer (1851), S. 178.
Mit dem Artepitheton für den Andenbartvogel (Eubucco bourcierii) machte ihm Frédéric de Lafresnaye 1845 seine Aufwartung. So schrieb Lafresnaye:
Eine weitere Art mit seinem Namen wurde 1832 von René Primevère Lesson als Braunbauch-Schattenkolibri (Phaethornis bourcieri) beschrieben. Mit der Beschreibung kam eine Tafel, die Jean-Gabriel Prêtre (1768–1849) lieferte.René Primevère Lesson, S. 62, Tafel 18
Charles Bonaparte bedachte ihn 1851 in einer Unterart der Braunohr-Bunttangare (Chlorochrysa calliparaea bourcieri),Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1851), S. 76. sowie 1855 in einer Unterart der Zügeltaube (Geotrygon frenata bourcieri).Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1855), S. 101. In seinem Conspectus generum avium aus dem Jahre 1850 erschuf Bonaparte die neue Gattung Bourcieria, in die er die Arten Ornismia torquata , 1840 (Synonym für den Violettscheitelkolibri (Coeligena torquata)), Trochilus Prunellei , 1843 (Synonym für den Blauschulterkolibri (Coeligena prunellei)), Trochilus Conradii , 1847 (Synonym für die Unterart des Brustband-Andenkolibri (Coeligena torquata conradii)) und Trochilus Wilsoni & , 1846 (Synonym für den Braunkolibri (Coeligena wilsoni)) stellte.Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1850), S. 73. Später wurden alle Arten der Gattung Coeligena , 1832 zugeschlagen.René Primevère Lesson, S. xviij
Georg Jan (1761–1866) und Ferdinando Sordelli (1837–1916) publizierten im Jahr 1867 eine neue Natternart unter dem Namen Dromicus Boursieri, die heute unter dem Namen Saphenophis boursieri bekannt ist. Da das Typusexemplar aus Muséum national d’histoire naturelle aus Quito stammte, ist es wahrscheinlich, dass es sich um einen Schreibfehler handelte und der Name zu Ehren Bourciers vergeben wurde. Im Englischen findet man deshalb auch den Trivialnamen Bourcier's Saphenophis.Georg Jan, Tafel 2, Figur 2
Erstbeschreibungen von Jules Bourcier Jules Bourcier hat einige Arten und Unterarten als Erstautor beschrieben.
Arten Zu den Arten die Bourcier u. a. mitbeschrieben hat, gehören chronologisch:
Unterarten Zu den Unterarten die Bourcier u. a. mitbeschrieben hat, gehören chronologisch:
Werke (Auswahl) Jahr 1838
Jahr 1839
Jahr 1840
Jahr 1841
Jahr 1842
Jahr 1843
Jahr 1845
Jahr 1846
Jahr 1847
Jahr 1848
Jahr 1851
Jahr 1852
Jahr 1853
Jahr 1854
Jahr 1856
Jahr 1857
Jahr 1858
Jahr 1859
Jahr 1874
Literatur
Weblinks
Eintrag bei Zoonomen.net
Einzelnachweise
Kategorie:Ornithologe Kategorie:Mitglied der Société Cuvierienne Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1797 Kategorie:Gestorben 1873 Kategorie:Mann