mini|Neukirchen mini|St. Peter und Paul

Neukirchen (, fränkisch: Nai-kirngE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 139. Dort folgendermaßen transkribiert: „naikírng“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sachsen bei Ansbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Neukirchen liegt in der Gemarkung Alberndorf.

Geografie Südwestlich des Kirchdorfes entspringt der Milmersbach. 0,5 km südwestlich liegt das Neukirchner Feld, 0,5 km südlich liegt die Winterleiten, 0,5 km östlich liegt das Milmersdorfer Holz. Unmittelbar westlich befindet sich die Katterbacher Kaserne mit Flugplatz. Die Kreisstraße AN 12 verläuft zur Bundesstraße 14 bei Katterbach (0,5 km nördlich) bzw. nach Sachsen (1,7 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Hirschbronn (2 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 als „Newenkirchen“ erstmals urkundlich erwähnt.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 25. Nach E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 139, Ersterwähnung in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Ortsname bedeutet Siedlung bei der neuen Kirche und lässt erkennen, dass der Ort eine Spätsiedlung ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 139. Wahrscheinlich wurde der Ort von Herren von Vestenberg angelegt. Er bestand ursprünglich aus drei Höfen.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 25. Unter dem 16. Abt Gamsfelder kaufte das Kloster Heilsbronn dort in den Jahren 1335/36 zwei Güter. Eines davon wurde dem Nonnenkloster Sulz für 52 Pfund Heller abgekauft.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 243. 1435 übernahmen die Herren von Eyb die Burg Vestenberg mit allen Zugehörungen, womit es auch Dorfherr über Neukirchen wurde.H. Dallhammer: Sachsen b. Ansbach: eine Chronik, S. 87.

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Neukirchen 1 Bauer angegeben, der dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstand. Die anderen Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 12. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 738. Infolge des Dreißigjährigen Krieges verödete der Ort, wenngleich er nicht abgebrannt wurde. Die 3 Höfe des Stiftsamts Ansbach waren 1637 noch unbesetzt.G. Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte, S. 118.

Laut der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Sachsen. Es gab 11 Untertansfamilien, von denen 7 nürnbergisch waren.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 747.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Neukirchen 12 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte Vogtamt Vestenberg. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Vogtamt Vestenberg: 2 Leerhäuser; Stiftsamt Ansbach: 1 Gut, 1 Gütlein; Klosterverwalteramt Heilsbronn: 1 Hof), die Reichsstadt Nürnberg (Pflegamt Lichtenau: 1 Halbhof, 2 Güter; Landesalmosenamt: 2 Höfe) und der Nürnberger Eigenherr von Zeltner (2 Güter). Neben den Anwesen gab es noch die Filialkirche und kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 891. Es gab zu dieser Zeit 10 Untertansfamilien, von denen 5 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 768. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 976.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Neukirchen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Katterbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Katterbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde der Ort nach Eyb umgemeindet. Am 30. September 1827 wurde Neukirchen in die neu gegründete Ruralgemeinde Alberndorf umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 946. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Sachsen eingegliedert.

Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Filialkirche St. Peter und Paul der Pfarrei Sachsen. Im 14. Jahrhundert wurde eine Kirche errichtet, von der noch der kurz vor 1929 restaurierte gotische Saalbau übrig geblieben ist. Das ursprüngliche Patrozinium lautete auf die Apostel Simon und Judas und wurde später auf Peter und Paul geändert. Die Emporen an der Nord- und Westseite wurden im 18./19. Jahrhundert auf toskanischen Holzsäulen errichtet. Grenzsteine: Fraischsteine der ehemaligen nürnbergischen Pflegschaft Lichtenau; wohl frühes 18. Jahrhundert: hohe Sandsteine mit satteldachartigem Abschluss und nürnbergischem Wappenrelief am Wege von Neukirchen nach Sachsen im Walde (Wappen durch Beschuss beschädigt) östlich von Neukirchen südlich der Bahnlinie Katterbach–Wicklesgreuth

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 90 97 99 96 96 89 100 119 109 108 76HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 13 14 15 17 16 18 19 21Quelle

Religion Neukirchen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt. Zum 1. Januar 2026 wechselte der Ort in das Bistum Eichstätt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Sachsen bei Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)