Kefenrod ist eine Gemeinde im hessischen Wetteraukreis.
Geographie Kefenrod liegt im Wetteraukreis am Rande des Vogelsberges.
Nachbargemeinden und -kreise Kefenrod grenzt im Norden an die Stadt Gedern, im Osten an die Gemeinde Birstein (Main-Kinzig-Kreis), im Südosten an die Gemeinde Brachttal (Main-Kinzig-Kreis), im Süden an die Stadt Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis), im Südwesten an die Stadt Büdingen sowie im Westen an die Stadt Ortenberg.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Kefenrod besteht aus den Ortsteilen Bindsachsen, Burgbracht, Helfersdorf, Hitzkirchen und Kefenrod.
Geschichte Ortsgeschichte Am 25. März 1379 wird Kefenrod erstmals als Keberode urkundlich erwähnt.Heinrich Reimer, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Teil 4. Nr. 50, S. 48. Weitere historische Namensformen waren Kemfenrod, von (1380), und Kefenrode (1398). Hügelgräber und Fundstücke belegen jedoch, dass es bereits zwischen 500 und 1300 n. Chr. eine Besiedlung der Gemarkung gegeben hat.
1398 verlieh König Wenzel dem Grafen Johann I. von Isenburg in Büdingen das Gericht Wolferborn zu einem Burglehen. Dieses hatte er mit Friedrich von Lißberg in Ganerbschaft inne. Zu dem Burglehen mit allem Zubehör gehörten die Dörfer Hitzkirchen, Kefenrod, Bindsachsen und Rinderbügen.Friedrich Battenberg: Isenburger Urkunden 1. Regesten zu Urkundenbeständen und Kopiaren der fürstlichen Archive in Birstein und Büdingen. 947–1500. Darmstadt 1976. Nr. 988, S. 263.
Im Jahr 2008 fand die 100-Jahr-Feier des Turnvereins Kefenrod statt.
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Kefenrod, Bindsachsen, Burgbracht und Hitzkirchen zur erweiterten Gemeinde Kefenrod. Zum 1. August 1972 kam kraft Landesgesetz die Gemeinde Helfersdorf hinzu. Für alle eingegliederten Gemeinden und Kefenrod wurden Ortsbezirke errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Kefenrod angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Isenburg-Birstein, Amt Wenings, Gericht Wolferborn ab 1806: Fürstentum Isenburg (Rheinbund),Infolge der Rheinbundakte. Amt Wenings ab 1813: Generalgouvernement Frankfurt,Infolge der Befreiungskriege. Amt Wenings ab 1816: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Durch Staatsvertrag mit Österreich und dem Königreich Preußen sowie Einigung zwischen Großherzogtum Hessen und Kurhessen. Provinz Oberhessen, Amt Wenings (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BüdingenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich,Infolge des Ersten Weltkriegs entsteht die Weimarer Republik. Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Kefenrod 2787 Einwohner. Darunter waren 56 (2,0 %) Ausländer, von denen 23 aus dem EU-Ausland, 14 aus anderen europäischen Ländern und 14 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 6,0 %.) Nach dem Lebensalter waren 541 Einwohner unter 18 Jahren, 1117 waren zwischen 18 und 49, 625 zwischen 50 und 64 und 508 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1103 Haushalten. Davon waren 267 Singlehaushalte, 306 Paare ohne Kinder und 402 Paare mit Kindern, sowie 112 Alleinerziehende und 13 Wohngemeinschaften. In 184 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 743 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 648 evangelische (= 87,57 %), 79 katholische (= 10,68 %) Einwohner • 1987: 2049 evangelische (= 85,88 %), 229 katholische (= 9,60 %), 108 sonstige (= 4,52 %) Einwohner • 2011: 1964 evangelische (= 70,47 %), 270 katholische (= 9,69 %), 553 sonstige (= 19,84 %) Einwohner
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Kefenrod erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Kefenrod 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 29,4 4 41,1 6 38,2 6 39,1 6 50,3 12 49,6 11 26,6 4 35,9 5 39,8 6 42,5 6 37,8 9 37,3 9 UWG Unabhängige Wählergemeinschaft KefenrodVor 2026: Freie Wählergemeinschaft (FWG) 44,0 7 23,0 4 22,0 3 18,4 3 10,2 2 13,1 3 — — — — — — — — 1,7 0 — — Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in % 59,6 55,6 52,9 54,7 48,7 54,6
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Kefenrod neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und vier weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. April 2025 der parteiunabhängige Markus Gerlach. Seine Amtsvorgängerin Kirsten Frömel war am 30. September 2024 nach einem Bürgerentscheid über ihre Abwahl aus der ersten Amtszeit vorzeitig ausgeschieden. Der Erste Beigeordnete Manfred Deckenbach leitete danach die Gemeindeverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Bürgermeisters musste vorgezogen werden. Markus Gerlach erhielt am 26. Januar 2025 im ersten Wahlgang bei 62,9 Prozent Wahlbeteiligung 57,5 Prozent der Stimmen.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. Januar 2025 in Kefenrod Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: nur die Einzelergebnisse 2013 und 2007 sind archiviertFreiwillige Feuerwehr Bindsachsen, Festbuch zum Jubiläum 2002. Von Hans-Velten Heuson: Bindsachsen und seine Geschichte: führt die „Schultheißen und Bürgermeister von Bindsachsen“ seit 1763 auf. 2025–2031 Markus GerlachFNP, 28. März 2025: Ein Neuanfang mit Markus Gerlach - Kreis-Anzeiger, 2. April 2025: Frischer Wind im Kefenröder Rathaus: Der erste Arbeitstag von Bürgermeister Markus Gerlach 2020–2024 Kirsten FrömelFNP, 24. April 2024: »Ich werde mein Amt weiterhin ausführen«: „In einem nichtöffentlichen Tagesordnungspunkt der Gemeindevertretersitzung geht es heute Abend um den heftigen Konflikt zwischen Bürgermeisterin Kirsten Frömel (parteilos) und den 15 Gemeindevertretern.“ - hessenschau, 29. September 2024: Streit um Finanzen. Bürgermeisterin von Kefenrod abgewählt 2014–2019 Rudolf Kessler (CDU)FNP, 9. September 2019: Kefenrod: Frömel und Schreiner in der Stichwahl: „Die Amtszeit von Rudolf Kessler, der zur Wahl nicht mehr antrat, endet am 31. Dezember.“ - FNP, 2019: Kefenrod bekommt neuen Bürgermeister 1990–2013 Bernd Kling (SPD) 1964–1989 Otto Mordier
+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2025 62,9 Markus Gerlach 57,5 Julia Schreiter 42,5 2024Abwahl 52,2 Kirsten Frömel 84,8 2019Stichwahl 62,7 Kirsten Frömel 64,0 Marco Schreiner CDU 36,0 2013 78,7 Rudolf Kessler CDU 55,2 Julia Pilz SPD 44,8 2007 51,2 Bernd Kling SPD 92,7 2001 57,0 Bernd Kling SPD 85,2 Horst Liebner 14,8 1995 75,2 Bernd Kling SPD 80,0 Norbert Faust 20,0
Ortsbeiräte Für alle Ortsteile und die Kerngemeinde besteht je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung. Die Ortsbezirke sind durch die Gebiete der Ortsteile abgegrenzt und bestehen aus fünf bis sieben Mitgliedern. Die Wahl des Ortsbeirats erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Zur Zusammensetzung siehe die jeweiligen Ortsteile.
Ortsbeirat Ortsteil Kefenrod Der Ortsbeirat besteht aus neuen Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 54,57 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Kefenrod“ an. Der Ortsbeirat wählte Wilhelm Breetz zum Ortsvorsteher.
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen links|100px
Blasonierung: Im von einem goldenen Schrägrechts-Wellenbalken geteilten Schild oben in Schwarz zwei gekreuzte silberne Schwerter, unten in Grün zwei gekreuzte silberne Hacken.
Das Wappen wurde der Gemeinde im damaligen Landkreis Büdingen am 10. Mai 1968 vom Hessischen Innenminister genehmigt, gestaltet wurde es von dem Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Flagge
Die Flagge wurde gemeinsam mit dem Wappen genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf breiter gelber Mittelbahn – beseitet von schmalen grünen Seitenstreifen – im oberen Teil aufgelegt das Gemeindewappen.“
Religion mini| Die Ev. Kirche von 1740
In Kefenrod steht die Ev. Kirche in der Hitzkirchener Str. 20. Das Pfarramt befindet sich in Kefenrod/Hitzkirchen, Kirchberg 3.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
Regelmäßige Veranstaltungen Kefenrod veranstaltet alljährliche Veranstaltungen wie den italienischen Abend oder das Backhausfest.
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen In Kefenrod hat die Firma HTS TENTIQ GmbH ihren Hauptsitz.
Bildung In Kefenrod gibt es eine Grundschule, die Herzbergschule. Weiterführende Schulen sind in Büdingen vorhanden.
Verkehr In Kefenrod kreuzen sich die Landesstraßen L 3010 (Hartmannshain-Kefenrod-Büdingen) und L 3195 (Maintal-Kefenrod-Birstein-Steinau).
Den öffentlichen Nahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) sicher. Die beiden Buslinien FB-23 und FB-24 verkehren von Gedern über Kefenrod nach Büdingen.
Persönlichkeiten Friedrich Dettweiler (* 28. August 1864 in Bindsachsen; † 9. Mai 1939 auf Schloss Reichenberg (Odenwald)), Tierzüchter Alfred Druschel (* 4. Februar 1917 in Bindsachsen; † 1. Januar 1945 bei Aachen), Oberst der Luftwaffe
Literatur
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Kefenrod
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Ersterwähnung 1377